Blick in die Kurve
Das Band zwischen Fans und Team ist noch nicht zerschnitten
Wie Statistiken täuschen können: Gefühlt ist der SV Darmstadt fast schon so etwas wie ein Angstgegner für den FCK. Weil die reinen Zahlen aber eigentlich eine komplett ausgeglichene Bilanz ausweisen (je fünf Siege, Unentschieden und Niederlagen), sind es wohl die drei jüngsten und jeweils deutlichen Auswärtsniederlagen, die bei den Roten Teufeln beim Gedanken an die Lilien ein schlechtes Gefühl aufkommen lassen. Auch an diesem Samstagabend geht die eher kurze Fahrt nach Südhessen nicht gut aus. Da hilft auch die immer wieder sehr lautstarke Unterstützung der rund 2.000 mitgereisten FCK-Fans nichts, die nach dem Schlusspfiff trotzdem versuchen, das Team für die kommenden Aufgaben wieder aufzubauen: "Lautrer geben niemals auf - sie kämpfen!" Es gibt so gut wie keine Pöbeleien, als die bedröppelte Mannschaft samt Trainer sich vor dem Gästeblock aufstellt. Stattdessen gehen die Schals hoch und es wird ein Gefühl von Zusammenhalt in einem wahrlich nicht einfachen Moment vermittelt. Das Band zwischen Fans und Team ist noch nicht zerschnitten.
Bereits zu Beginn beider Halbzeiten ist der Gästeblock auch optisch sehr präsent und setzt jeweils eine Pyroshow in Szene. Anfangs noch hoffnungsfroh und mit einer zweiteiligen Zaunfahne mit dem Aufdruck "Westkurve Kaiserslautern". Später - und dann schon deutlich im Hintertreffen - mit einer Schalparade sowie roten Bengalos und weißen Blinkern.
Wie bei den letzten Gastspielen auch stehen die von befreundeten Anhängern aus Metz unterstützten Ultras verteilt im Ober- und im Unterrang des Gästebereichs, um die Stimmung so besser koordinieren zu können. Trotz des enttäuschenden Spielverlaufs funktioniert das auch sehr gut. Vor allem in der zweiten Halbzeit sind die Betze-Fans mit ihrem Jetzt-erst-recht-Support immer wieder lautstark zu hören: "Forza FCK, Rot-Weiß-Rot Olé!" An zusätzlichen Aktionen gibt es den bekannten Protest gegen Print@Home-Tickets sowie ein Gedenkspruchband in Kombination mit einem einzeln brennenden bengalischen Feuer.
Die im Schatten der beiden neuen Tribünen nach wie vor seltsam klein wirkende Jonathan-Heimes-Tribüne der 98er-Fans zeigt als Intro eine Choreo aus weißen Papptafeln und blauen Ponchos, die hinter einem “achtzehnhundertachtundneunzig”-Banner den Klubnamen SVD entstehen lassen. Viel zu oft aus FCK-Sicht wird an diesem Abend die Darmstädter Torhymne "Die Sonne scheint / Oh Lilien" angestimmt, was auf der anderen Seite logischerweise zur blendenden Stimmung beiträgt. Durch den Kantersieg springt die Kohfeld-Elf vorerst auf Rang eins und lässt die Fans in Südhessen mehr denn je von der schnellen Rückkehr in die Bundesliga träumen.
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