Fans
Fanprojekt Kaiserslautern
Die ersten Fanprojekte in Deutschland wurden bereits in den 1980er Jahren ins Leben gerufen, um einen persönlichen und sozialpädagogischen Zugang zu den Fanszenen der Bundesliga-Vereine zu finden. Das erste offizielle Fanprojekt startete 1981 in Bremen. Mittlerweile ist die Anzahl deutschlandweit auf über 70 angewachsen. Die Fanprojekte arbeiten heute in Städten, in denen eine relevante jugendliche Fanszene anzutreffen ist, also auch unterhalb der Bundesliga.
Seit November 2007 gibt es auch in Kaiserslautern ein Fanprojekt. Dieses wird gemäß dem "Nationalen Konzept Sport und Sicherheit" (NKSS) finanziert vom Bundesland Rheinland-Pfalz, der Stadt Kaiserslautern, die auch die Räume für das Projekt zur Verfügung stellt, sowie von der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Träger des Projektes sind in Kooperation die AWO Pfalz und die AWO Saarland. Die ersten sozialpädagogischen Mitarbeiter waren Erwin Ress und Yvonne Ernst.
In den ersten Jahren seines Bestehens hatte das Fanprojekt Kaiserslautern mit verschiedensten Problemen zu kämpfen, die eine tiefe Verankerung in der Lautrer Fanszene zunächst verhinderten. Personelle und finanzielle Hürden hätten in der Fußball-Saison 2012/13 sogar fast zum Ende des Fanprojekts geführt. Aber es gab auch positive Schlagzeilen, wie etwa die Verleihung des renommierten Julius-Hirsch-Preises für den Einsatz gegen Rassismus im selben Jahr.
Nach einem "Neustart" im Juli 2013 stieg Diplom-Sozialarbeiter Christian Hirsch - ein ehemaliger Mitarbeiter von Der Betze brennt - als neuer Leiter beim Fanprojekt Kaiserslautern ein. Ein Meilenstein war im Jahr 2015 der Umzug aus den zu kleinen Räumlichkeiten in der Pariser Straße in die sogenannte "Kartoffelhalle" (Kniebrech 7). Mit 130 Quadratmetern Nutzfläche konnte das Fanprjekt den vor allem jugendlichen FCK-Anhängern eine adäquate Anlaufstelle bieten. Mit regelmäßigen Jugend-Auswärtsfahrten, Thekenabenden mit Kickern, Darts oder Konsolenspielen, Diskussionsrunden, Workshops, Fanclub-Feiern und vielen mehr wurde das Fanprojekt zur festen Institution in der Lautrer Fanszene. Vom Preisgeld aus dem Julius-Hirsch-Preis wurde zudem eine eigene Aktion gestartet: Mit dem "Tribüne-ohne-Grenzen"-Preis werden seit 2016 FCK-Fangruppen im Bereich der Antidiskriminierungsarbeit und im Abbau gesellschaftlicher Barrieren ausgezeichnet.
Nach dem berufsbedingten Ausscheiden von Christian Hirsch sind heute die Sozialpädagogen Christian Dehnert und Lara Barm im Fanprojekt Kaiserslautern tätig. Die Zielgruppe des Fanprojekts sind junge Fans bis maximal 28 Jahre. Die Mitarbeiter betreuen die Fans des 1. FC Kaiserslautern bei Heim- und Auswärtsspielen und unterstützen sie bei der Planung und Durchführung von Aktionen und Veranstaltungen. Auf Wunsch können die Fans auch bei Behördengängen und Anwaltsterminen begeleitet werden.
Bei Konflikten zwischen Fans und Polizei und/oder Ordnungskräften oder anderen Fangruppen versucht das Fanprojekt zu vermitteln. Zudem bietet es Hilfe und Unterstützung bei Problemen abseits des Fußballs an, wie zum Beispiel Beruf, Ausbildung und Schule.
Das Fanprojekt Kaiserslautern versteht sich daher als Anlauf-, Vermittlungs- und Drehpunkteinrichtung für jugendliche und jungerwachsene Fußballfans. Die Arbeit ist einzelfallorientiert, gruppenorientiert und präventiv und will nicht zuletzt auf Grundlage der Richtlinien des NKSS durch seine Arbeit Vorurteile gegenüber Fußballfans abbauen.
Die Angebote des Fanprojektes stehen jedem offen, die Kontaktaufnahme zu den Mitarbeitern ist jedoch freiwillig. Sie sind allen FCK-Fans gegenüber aufgeschlossen, gleich welcher Nationalität sie sind oder welche Probleme sie haben. Die Mitarbeiter sind parteiisch, das heißt sie verstehen sich als "Anwälte" der Fans. Wer die Angebote des Fanprojektes in Anspruch nimmt, genießt absoluten Vertrauensschutz, da die Mitarbeiter ihre Schweigepflicht sehr ernst nehmen. Die Arbeit ist transparent, alle Schritte werden mit den Beteiligten besprochen, und gemeinsam abgestimmt.
Neben den Spieltagen sind die Mitarbeiter des weiteren in den Räumlichkeiten des Fanprojektes anzutreffen und stehen dort auch nach Absprache für Einzelgespräche zur Verfügung. Die Räumlichkeiten des Fanprojektes bestehen neben Büro und Küche aus Aufenthaltsräumen sowie einer großen Außenfläche. Diese wurden mit Hilfe verschiedener aktiver Fans selbst gestaltet, unter anderem entstanden hier Aufenthaltsmöglichkeiten und Freizeitangebote. An Heimspieltagen ist der Wagen mit den Mitarbeitern des Fanprojekts Kaiserslautern hinter der Westkurve, auf Höhe von Block 7 für jeden FCK-Fan zugänglich.
Kontaktdaten des Fanprojekts:
Fanprojekt Kaiserslautern
Kniebrech 7
67657 Kaiserslautern
Christian Dehnert (Leitung
Lara Barm
Tel.: 0631-414506-72
E-Mail: mail@fanprojekt-kl.de
Webseite mit vielen weiteren Infos: www.fanprojekt-kl.de

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