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Gegner-Check

Gegner-Check Hannover: Verwundbar mit Pressing und Kopfbällen

14.01.2026, 16:42 Uhr - Autor: Eric Scherer

Zum Jahresauftakt trifft der 1. FC Kaiserslautern auf Hannover 96. Ein Aufstiegsfavorit, der diesem Anspruch noch nicht ganz gerecht geworden ist. Und der stilistisch an den jüngsten Betze-Bezwinger Magdeburg erinnert. Eine echte Herausforderung also.

Titelfoto

Foto: Imago Images

So lief's seit dem Hinspiel: In der Chefetage der Niedersachsen kam es zuletzt zu größeren Beben als auf dem Platz. Marcus Mann, der erst im vergangenen Jahr vom Sportdirektor zum Geschäftsführer aufrückte, folgte in der Winterpause den Lockrufen des Brauseklubs aus Salzburg. Sein Nachfolger wurde ein alter Bekannter der Branche: der nunmehr 61-jährige Jörg Schmadtke. Der ewiglich umtriebige Investor Martin Kind, mittlerweile 81, war zwischenzeitlich gesundheitlich angeschlagen, sitzt nun aber wieder am Schreibtisch - wenn auch offiziell nur noch als Aufsichtsratsmitglied sowie Geschäftsführer der Sales & Service GmbH und der Arena GmbH. Und sportlich? Nach dem 1:0-Auftakterfolg gegen den FCK lief's für die Niedersachsen erst mal rund. Es folgten noch drei weitere Siege. Ein jähes 0:3 zuhause gegen Hertha BSC mit Ex-96-Trainer Stefan Leitl auf der Bank bremste die Euphorie jedoch. In diesem Stil setzte sich die Saison fort: Immer wieder gute Phasen, die von schmerzhaften Heimniederlagen unterbrochen wurden - 0:3 gegen Schalke, 2:3 gegen Darmstadt. Erst zum Jahresabschluss in Nürnberg ließen die Hannoveraner auch mal auswärts Punkte liegen (1:2). Die Hinrunde beendeten sie auf Rang 5, zwei Punkte vor den Lautrern. Im Türkei-Trainingslager bügelte das Team von Cheftrainer Christian Titz Bundesligist Mönchengladbach mit 3:0 nieder. Hört, hört. Es folgten zwei weitere Test-Siege gegen die Drittligisten Duisburg (2:0) und Mannheim (1:0).

Das hat sich geändert: Von den zahlreichen Neuzugängen, die Ex-Sportchef Mann vergangenen Sommer in aller Welt zusammenscoutete, haben sich so viele etabliert, dass von den dienstälteren Kräften nur noch Boris Tomiak (27) - der auch erst seit zwölf Monaten an der Leine aktiv ist - und Sechser Enzo Leopold (25) regelmäßig in der Startelf standen. Doch Tomiak plagen aktuell Knieprobleme, ob es für Sonntag reicht, wird sich erst im Laufe der Trainingswoche herausstellen. Beim Test gegen Gladbach ersetzte ihn Bastian Allgeier (23), ebenfalls ein Sommer-Einkauf. In der Winterpause legten die 96er noch einmal nach, verpflichteten mit dem Isländer Stefán Teitur Thórdarson (27) den Typ eines robusten Mittelfeldspielers, der dem Kader laut Titz noch fehlte. Und sie holten den Freiburger Flügelmann Noah Weißhaupt (24) aus Polen nach Deutschland zurück sowie auf Leihbasis auch noch Flügelstürmer Elias Saad (26) vom FC Augsburg. Auf dessen Position sieht Hannover nicht nur wegen Rochelts Abgang Bedarf: Mustapha Bundu (28) und Husseyn Chakroun (21) laborieren zurzeit an Verletzungen. Zudem nahm Titz unlängst etliche Youngster mit ins Trainingslager - mit Eymen Demir sogar einen erst 15-jährigen. B-Junioren Profiluft schnuppern zu lassen, scheint allgemein in Mode zu kommen.



Gewinner und Verlierer: In der Winter-Rangliste des "Kicker" sind gleich fünf Hannoveraner als "herausragend" eingestuft worden: Innenverteidiger Tomiak, der rechte Außenbahnspieler Kolja Oudenne (24), Sechser Leopold, der oft auf die Zehn aufrückende zentrale Mittelfeldspieler Noel Aseko Nkili (20) und der bereits zehnmal erfolgreiche Mittelstürmer Benjamin Källman (27). Die dürfen getrost als "Gewinner" bezeichnet werden. Und auch wenn er in diesem Ranking nicht erwähnt ist: Keeper Nahuel Noll (22) ebenso. Denn der musste mit dem langjährigen Stammtorwart Ron-Robert Zieler eine Ikone ersetzen und ist in der Titz'schen Spielanlage nicht nur für Paraden zuständig, sondern auch als Aufbauspieler gefragt. Die Lautrer dagegen verfügen der "Kicker"-Redaktion zufolge nur über zwei "herausragende" Kräfte: Naatan Skyttä, der das offensive Mittelfeld sogar anführt, und Ivan Prtajin. Mit Marlon Ritter, Fabian Kunze, Paul Joly und Luca Sirch werden aber immerhin vier Rote Teufel als "auffällig" angesehen. Verlierer bei den 96ern? Dürfte Jannik Rochelt sein, der seinen Stammplatz verlor und in der Winterpause an Bielefeld ausgeliehen wurde. Vollkommen aufs Abstellgleis geriet Jonas Sterner (23), der nun leihweise nach Dresden ging. Mehr Einsatzzeiten hat sich sicherlich auch Daisuke Yokota (25) ausgerechnet - der Neuzugang aus Gent, den die Lautrer vergangenen Sommer gerne am Betzenberg behalten hätten. Aber der als Nachfolger geholte Skyttä ist ja auch nicht gerade schlecht, wie eben schon erwähnt. Für Yokota stehen bislang nur fünf Startelf-Einsätze zu Buche, dabei hat er immerhin zwei Buden gemacht und eine aufgelegt. Da Bundu und Chakroun noch nicht wiederhergestellt sind, stehen "Dais" Chancen aber gut, am Sonntag auf dem Betze aufzulaufen. Im Härtetest gegen Gladbach stand er bereits in der Startelf. Nach den Verpflichtungen Weißhaupts und Saads dürfte es anschließend jedoch wieder schwer für ihn werden.

Zahlenspiele: 96 ist Liga-Spitze in punkto Ballbesitz (58 Prozent) und Passpräzision (86 Prozent). Kein Wunder, ist ja ein Titz-Team. Seine Idee vom dominanten Spiel mit ruhigem Aufbau aus der Tiefe und energischem Pressing gegen den Ball hat der Trainer auch an der Leine umgesetzt. Vergangene Saison hieß es, für die 96er sei im Aufstiegsrennen nicht mehr drin gewesen, weil sie von allen Teams der oberen Hälfte die wenigsten Tore schossen. Das hat sich geändert: 30 Treffer stehen nach der Hinrunde auf dem Konto, nur Elversberg netzte öfter (31). Dafür sind sie im Defensivverhalten noch nicht top. 22 Gegentore - da verteidigen sechs Teams besser, auch der FCK (21). Ansonsten sieht es im direkten Datenvergleich nicht gut für Lautern aus: Die Gäste stehen in nahezu allen Rankings besser da. Außer bei den gewonnenen Kopfbällen - da liegt der FCK sogar deutlich vorne. Ein Vorteil, der am Sonntag zum Tragen kommen könnte. Der alarmierendste Fakt sollte allerdings sein: Hannover stellt nach Paderborn das stärkste Auswärtsteam. 16 Punkte in der Fremde bislang, erst eine Niederlage, wie oben schon erwähnt. Demgegenüber ist der FCK aber auch das drittbeste Heimteam der Zweiten Liga.

Fazit: Zum Jahresabschluss verloren die Roten Teufel zuhause 2:3 gegen den 1. FC Magdeburg. Ein Team, das unter Petrik Sander wieder den Titz-Fußball spielt, der es über Jahre hinweg geprägt hat. Zum Jahresauftakt geht es nun direkt gegen das aktuelle Titz-Team. Droht da ein Déjà-vu? Was die Spielanlage der Gäste angeht, ja, in gewisser Weise. Was das Ergebnis angeht - muss nicht sein. So deprimierend die Partie gegen Magdeburg über lange Phasen für den FCK auch war: In den ersten 20 Minuten hatten sie durchaus gezeigt, wie man dem kontrollierten Aufbau- und Positionsspiel einer Titz-Mannschaft begegnen kann - mit hohem, mannorientierten Pressing. Das sollte auch am Sonntag angesagt sein, muss jedoch konsequenter und konzentrierter durchgehalten werden. Wie Torsten Lieberknecht nach dem Härtetest gegen den FC Zürich erklärte, hat man gegen die Schweizer auch geübt, im Spiel gegen den Ball "im Block" zu verteidigen. Das mag in Ausruhphasen, die dann und wann angezeigt sind, Sinn ergeben. An der zuletzt formierten Startelf, vermuten wir mal, wird sich zum Start ins neue Jahr nicht viel ändern. Prtajin wird nach anderthalb Monaten Verletzungspause bestenfalls von der Bank kommen. Ob Neuzugang Norman Bassette direkt für Daniel Hanslik startet? Möglich. Wir halten es aber für weniger wahrscheinlich.

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