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Neues vom Betzenberg

Fan-Protest erfolgreich: Innenminister verzichten weitgehend auf Verschärfungen

05.12.2025, 16:04 Uhr - Autor: Thomas Hilmes

Keine KI-Gesichtserkennung am Stadioneingang, keine personalisierten Tickets - die eventuell mit dem Verlust von Stehplätzen einhergehen würden -, keine Diskussion über Pyrotechnik: Die Innenministerkonferenz hat ihre Ergebnisse vorgestellt und nach den Protesten der Fans viel Schärfe aus der Diskussion genommen.

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Foto: Imago Images

Unter dem Motto "Der Fußball ist sicher" hatten die Fanszenen Deutschlands in den vergangenen Wochen in fast allen Stadien, auch beim 1. FC Kaiserslautern, gegen im Raum stehende übertriebene Sicherheitsverschärfungen bei Fußballspielen protestiert (siehe Chronologie im DBB-Forum). Anlass war die Konferenz der Innenminister (IMK) diese Woche in Bremen. Neben den Fans und vielen Vereinen hatten sich auch Vertreter von DFB und DFL gegen die Gedankenspiele einiger Politiker ausgesprochen, so etwa gegen die Personalisierung von Eintrittskarten. "Dies stellt per se kein wirksames Instrument zur Erhöhung der Sicherheit im Stadion dar. Eine Nutzeridentifizierung beim Einlass bedeutet erheblichen finanziellen und organisatorischen Aufwand sowie kann aufgrund der entstehenden Einlassverzögerung zu Konflikten beitragen. Ohne platzindividuelle Zuordnung der Person im Stadion führt eine Nutzeridentifizierung zu keinem nachweisbaren Sicherheitszugewinn", heißt es dazu in einem Brief der Fußballverbände an die Innenminister, aus dem der "Kicker" zitiert hatte. Eine solche platzindividuelle Zuordnung sei jedoch nur bei Sitzplätzen, aber nicht bei Stehplätzen durchführbar. "Das wäre mit der Fußball- und Fankultur in Deutschland unvereinbar. In dieser Abwägung erscheint die Einführung von personalisiertem Ticketing deutlich unverhältnismäßig."

Polizeistatistik: Weniger Gewalt im Fußball - Fans erleichtert, aber auch skeptisch



Bei der heutigen Vorstellung der IMK-Ergebnisse wurden nun fast alle strittigen Punkte zurückgezogen. Kommen soll allerdings eine zentrale Kommission für Stadionverbote, mit der die bisher bei den einzelnen Vereinen liegende Praxis in diesem Bereich ergänzt und vereinheitlicht werden soll. Bremens Innensenator und IMK-Vorsitzender der Innenministerkonferenz Ulrich Mäurer sagte dazu: "Wir werden einheitliche Standards durch eine zentrale, unabhängige, bundesweite Kommission schaffen." Anhand der Zahlen aus der eigenen Statistik "Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze" (ZIS), auf die die Fans schon vorher mehrfach hingewiesen hatten, stellte Mäurer zudem fest: "Die Zahlen zeigen: Die Gewalt in den Stadien geht zurück. Über 17 Prozent weniger Verletzte - das ist eine gute Entwicklung." In der Saison 2024/25 wurden dem Bericht zufolge in den oberen drei Ligen bei mehr als 25 Millionen Fans in den Stadien 1.107 Menschen verletzt, also etwa 0,004 Prozent.

Die an den Protesten beteiligten Fanbündnisse zeigen sich einerseits erleichtert, aber andererseits auch skeptisch über die Ergebnisse der IMK, die nächstes Jahr weiter über diesmal ausgelassene Themen wie etwa Pyrotechnik diskutieren will. "Die breite Kritik an der Hinterzimmerpolitik und populistischen Schnellschüssen hat offenkundig Wirkung gezeigt", wird "Unsere Kurve" bei der "Sportschau" zitiert, und der Dachverband der Fanhilfen ergänzt: "Weiterhin fehlt die vollständige Transprenz gegenüber der Öffentlichkeit. Wir werden die kommenden Entwicklungen ganz genau beobachten."

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Weitere Links zum Thema:

- Chronologie im DBB-Forum: Fanproteste vor Konferenz der Innenminister