Neues vom Betzenberg
FCK-Trainersuche: Meier, Ruthenbeck oder Sforza?
Wer wird neuer FCK-Trainer? Der Betze brennt gibt einen Überblick zu den aktuellen Kandidaten und ihren Chancen.
Gegenüber der Rheinpfalz (Samstagausgabe) stellte Uwe Stöver ein gutes Vorankommen bei der Trainersuche in Aussicht: "Wir haben einen Schritt voran gemacht. Es gibt aber noch nichts Spruchreifes." Möglichst schon bis zum Trainingsauftakt am kommenden Dienstag (3. Januar 2017) will der 1. FC Kaiserslautern einen neuen Cheftrainer als Nachfolger des überraschend zurückgetretenen Tayfun Korkut (42) gefunden haben.
Wer sind die Top-Kandidaten und wie sehen ihre Chancen aus? Von den FCK-Verantwortlichen werden nach wie vor keinerlei Namen kommentiert, aber es gibt natürlich trotzdem einige Spekulationen – mal mehr, mal weniger glaubwürdig. Das Team von Der Betze brennt hat nochmals alle relevanten Medien sowie eigene Informationen durchforstet. Daraus ergibt sich folgende Einschätzung:

Norbert Meier
Der 58-jährige wurde als erstes von Sky Sport News HD genannt. Dass tatsächlich Kontakt zu Norbert Meier aufgenommen wurde, gilt laut dem Sportsender als "hundertprozentig" gesichert. Auch die Recherchen von SWR, Bild und Rheinpfalz haben danach Meier als konkreten Kandidaten präsentiert, der Anfang Dezember 2016 bei Darmstadt 98 entlassen wurde und zuvor für Arminia Bielefeld (2014 bis 2016) und Fortuna Düsseldorf (2008 bis 2013) tätig war. Mit Duisburg, Düsseldorf und Bielefeld ist Norbert Meier als Trainer insgesamt viermal aufgestiegen.
DBB-Einschätzung: Norbert Meier ist der momentane Favorit auf die Nachfolge von Tayfun Korkut. Aber will Meier so kurz nach seiner Entlassung in Darmstadt einen Job in der zweiten Liga annehmen?

Stefan Ruthenbeck
Neben Norbert Meier soll laut Sport1 – das allerdings oft sehr wild spekuliert – sowie SWR und Bild auch Stefan Ruthenbeck zum engeren Favoritenkreis gehören. Der 44-jährige trainierte bis November 2016 die SpVgg Fürth und feierte davor mit dem VfR Aalen (2013 bis 2015) den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Zuvor war er acht Jahre lang im Amateurbereich im (nördlichen) Rheinland-Pfalz in Wirges und Mayen tätig, im Sommer 2015 galt er außerdem eine zeitlang als potenzieller FCK-Kandidat im Falle einer Entlassung von Kosta Runjaic.
DBB-Einschätzung: Stefan Ruthenbeck wäre eine der ersten Alternativen, falls es mit Meier nichts wird.

Sven Demandt
Als erster Kandidat überhaupt wurde in den Medien Sven Demandt genannt. Den aktuellen Trainer von Rot-Weiss Essen brachte Reviersport ins Spiel, was bislang aus Essener Vereinskreisen aber hartnäckig dementiert wird. Aber: Auch der SWR nennt mittlerweile den 51-jährigen Demandt neben Meier und Ruthenbeck als Top-Kandidaten. Der Ex-Mitspieler von Uwe Stöver bei Mainz 05 leistet momentan in der Regionalliga geschätzte Arbeit, zuvor trainierte er kurz den SV Wehen Wiesbaden (2015 bis 2016) sowie längere Zeit im Nachwuchsbereich von Borussia Mönchengladbach (2008 bis 2015).
DBB-Einschätzung: Eine Verpflichtung von Sven Demandt ist unwahrscheinlich, aber nicht völlig ausgeschlossen. Er könnte im Falle von anderweitigen Absagen als "Plan B" in Frage kommen.

Ciriaco Sforza
Der 46-jährige hat sich via Boulevardzeitungen Blick und Bild selbst ins Gespräch gebracht, wurde aber bislang von keinem Medium ernsthaft als Kandidat genannt und scheint nicht in Frage zu kommen. Aber: Bei einer nicht repräsentativen Online-Umfrage der Rheinpfalz wurde Sforza als Top-Kandidat der Fans gewählt, auch im Diskussionsforum von Der Betze brennt zeigen sich viele Sforza-Befürworter – und gleichzeitig viele Sforza-Gegner. Deren Hauptargument sind die wenig erfolgreichen bisherigen Trainerstationen, mit denen der Meister-Kapitän von 1998 bei weitem nicht an seine überragende Karriere als Spieler anknüpfen konnte: Schon seit zehn Jahren ist Ciriaco Sforza als Trainer tätig, konnte jedoch beim FC Luzern (2006 bis 2008), Grashopper Zürich (2009 bis 2012 – beste Platzierung: Platz 3 im Jahr 2010), FC Wohlen (2014 bis 2015) und FC Thun (2015) keine großen Erfolge vorweisen. In Thun trat Sforza aus gesundheitlichen Gründen zurück, die er laut eigener Auskunft aber mittlerweile überwunden hat.
DBB-Einschätzung: Sforza ist zwar ein Favorit der Fans, steht aber mangels positiver Referenzen bei den FCK-Verantwortlichen nicht sehr hoch im Kurs. Eine Verpflichtung ist so gut wie ausgeschlossen, dafür müssten schon alle Stricke reißen.

Kosta Runjaic, Konrad Fünfstück
Die beiden Ex-FCK-Trainer wurden vor allem von Sport1 gepusht, kommen aber nach Informationen von Sky Sport News HD und SWR nicht in Frage. Der bei Teilen der FCK-Fans immer noch beliebte, bei anderen höchst umstrittene Kosta Runjaic (45) ist zuletzt bei 1860 München nach nur fünf Monaten im Amt krachend gescheitert. Konrad Fünfstück (36) ist seit seiner Entlassung beim FCK im Mai 2016 arbeitslos.
DBB-Einschätzung: Eine Rückkehr von Runjaic, geschweige denn von Fünfstück wurde von den FCK-Verantwortlichen zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Erwägung gezogen.
Markus Kauczinski, Dirk Schuster, Bruno Labbadia
Diese drei zuletzt in der Bundesliga aktiven Trainer haben auf Medienanfragen geantwortet, dass sie an einem Engagement beim FCK kein Interesse haben. Zumindest bei Markus Kauczinski (46; zuletzt FC Ingolstadt, davor Karlsruher SC) und Dirk Schuster (49; zuletzt FC Augsburg, davor Darmstadt 98) sollen die Roten Teufel auch tatsächlich angefragt haben. Diese beiden Trainer hatten mit ihren Teams im Aufstiegskampf 2014/15 den FCK abgehängt.
DBB-Einschätzung: -

Sonstige Kandidaten
Bei Sky Sport News HD sagte heute André Breitenreiter, dass er sich theoretisch auch ein Engagement in der 2. Bundesliga vorstellen könne. Über einen Kontakt zum FCK ist bislang allerdings nichts bekannt. Der 43-jährige steht zurzeit noch auf der Gehaltsliste von Schalke 04 (Entlassung im Mai 2016 nach Tabellenplatz 5), davor krönte er seine Arbeit beim SC Paderborn (2013 bis 2015) mit dem Bundesliga-Aufstieg 2014. Ein weiterer bekannter Name, aber ohne konkreten Bezug: In der nicht repräsentativen Rheinpfalz-Umfrage landete Holger Stanislawski auf Platz 2. Der 47-jährige feierte einst zwei Aufstiege mit "seinem" FC St. Pauli (2006 bis 2011), hatte danach aber keinen Erfolg mehr als Trainer der TSG Hoffenheim (2011 bis 2012) und des 1. FC Köln (2012 bis 2013). Stanislawski ist seit dreieinhalb Jahren nicht mehr als Trainer tätig gewesen und soll zuletzt Darmstadt 98 abgesagt haben.
DBB-Einschätzung: Außer den oben genannten Kandidaten scheint derzeit kein Trainer für den FCK in Betracht zu kommen. Aber: Die Roten Teufel sind auch immer für Überraschungen gut – siehe die unerwartete Verpflichtung von Tayfun Korkut im Sommer.
(Fotoquellen: Der Betze brennt, xtranews.de / CC, Rot-Weiss Essen, Screenshot Sky, football.ua / CC)
Quelle: Der Betze brennt
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