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Neuzugang-Porträt

Linksfuß mit Auge und Führungsstärke: Das ist Jacob Rasmussen

31.01.2026, 13:30 Uhr - Autor: Eric Scherer

Kurz vor Transferschluss hat es doch noch geklappt. Mit dem international erfahrenen Jacob Rasmussen präsentiert der FCK die lange gesuchte Lösung für die linke Innenverteidiger-Position. Der Däne hat ein schweres halbes Jahr hinter sich.

Titelfoto

Foto: Imago Images

Zunächst mal lässt die Verpflichtung nur staunen. Der Mann ist international erfahren und erfolgreich gewesen: zweimal Meister, einmal Pokalsieger und zweimal Superpokalsieger mit Rosenborg Trondheim, einmal niederländischer Meister mit Feyenoord Rotterdam. Schon im U19-Alter Deutscher A-Junioren-Meister mit Schalke. Linksfuß mit Stärken im Spielaufbau - das Profil, das der 1. FC Kaiserslautern schon lange sucht.

So ein Spieler wechselt drei Tage vor Schließung des Wintertransferfensters, in dem in der Regel nicht viel geht, an den Betzenberg? Von RB Salzburg, wo er in der Vorrunde noch regelmäßig in der Startelf stand? Dem Konzernklub, dessen finanzielle Möglichkeiten die der Lautrer um einiges überschreiten. Wie hat FCK-Sportdirektor Marcel Klos das denn hinbekommen?

Klos hat wohl gute Kontakte zu Salzburg-Trainer Letsch



Nun, welchen Kanal er genutzt hat, dazu drängt sich zumindest ein Verdacht auf. In der Saison 2021/22 kickte Jacob Rasmussen bei Vitesse Arnheim. Klos war damals Technischer Direktor beim niederländischen Zweitligisten. Und der Trainer hieß Thomas Letsch. Eben dieser Letsch coacht heute RB Salzburg. Da werden wohl ein paar Drähte geglüht haben. Ebenfalls erwähnenswert: Der Berater von Rasmussen ist kein Geringerer als Bjarne Goldbaek - der einstige dänische Meisterspieler des FCK wird seinem Schützling sicher auch nichts schlechtes über die Fußball-Pfalz erzählt haben.

Interessant wäre natürlich zu wissen, wie der FCK diesen Transfer finanzierte. Rasmussen wechselte erst vergangenen Sommer von Bröndby nach Salzburg, als Ablöse wurden seinerzeit 1,5 Millionen Euro kolportiert. Sein Arbeitspapier soll bis 2027 datiert gewesen sein. Das macht so einen Spieler normalerweise teuer. Doch über die aktuellen Modalitäten hüllen sich die Vereine wie gewohnt in Schweigen. Da wird allenfalls gerüchteweise was durchsickern.

Anlässlich seiner Verpflichtung hatte RB-Sportdirektor Rouven Schröder vor sieben Monaten noch erklärt: "Jacob Rasmussen ist ein Spieler, der sehr viel Erfahrung mitbringt, fließend Deutsch, Englisch und Dänisch spricht und Leadership verkörpert. Gepaart mit seinem guten Spielaufbau und seiner Präsenz auf dem Platz wird er uns in der Gesamtheit der Gruppe bereichern." Wieso haben Spieler und Verein dann gerade mal ein halbes Jahr später einem Wechsel zugestimmt?

Bis zuletzt Stammspieler, aber immer auch in der Kritik

Das liegt wohl daran, dass Rasmussen im vergangenen Halbjahr öfter in der Kritik stand - obwohl er in nahezu allen Partien der österreichischen Bundesliga, der Champions-League-Qualifikation und der Europa League zum Einsatz kam. Sein Dilemma offenbarte sich schon im August 2025, in einem seiner ersten Spiele für Salzburg.

Bei der 2:3-Niederlage in der Champions-League-Qualifikation gegen Club Brügge erzielte der Däne erst den Führungstreffer mit einem feinen Kopfball, den Ausgleichstreffer des Gegners aber leitete er mit einem Fehlpass ein. Anschließend bedrängte er den neben ihm laufenden Torschützen Carlos Forbs kaum bis gar nicht. In dieser Zusammenfassung sind beide Szenen zu sehen:

In der Winterpause disponierte Salzburg neu

Im Lauf der vergangenen Halbserie wechselten Licht und Schatten öfter in dieser Weise. Thomas Letsch aber nahm den Spieler immer wieder in Schutz und beließ ihn in der Startelf. Im Meisterschaftsspiel gegen den SV Ried (4:1) lief Rasmussen sogar als Kapitän auf.

In den ersten beiden Pflichtspielen des neuen Jahres, den Europa-League-Partien gegen den FC Basel und Aston Villa, disponierte der Trainer neu und nominierte jeweils den erst 19-jährigen Jannik Schuster an Rasmussens Stelle. Zudem hat in Salzburg mit dem Ex-Hannoveraner Marcus Mann gerade ein neuer Sportdirektor seine Arbeit aufgenommen. Womöglich hat auch der bereits andere Ideen.

Womit wieder einmal ein Spieler auf den Betzenberg wechselt, der deswegen für den FCK erschwinglich war, weil es für ihn zuletzt nicht optimal lief. Das ist nichts Neues. Rasmussen allerdings, und das ist in solchen Fällen eher unüblich, stand bis zu seinem Abgang regelmäßig im Wettkampf, steht also "voll im Saft".

Dass er's besser kann, hat er schon öfter bewiesen

Dass der Däne in der Defensive effektiver agieren kann, als es ihm jüngst nachgesagt wurde, und er zudem ein starker Pass- und Kopfballspieler ist, deutet dieses Video an, das anlässlich seines Wechsels zu Feyenoord im Sommer 2022 zusammengeschnitten wurde. Die Bilder zeigen ihn hauptsächlich im Einsatz für Arnheim, wohin ihn die AC Florenz in der Saison zuvor ausgeliehen hatte. Rasmussen ist der Spieler mit Nummer 6.

Florenz? Richtig. Rasmussen stand auch schon in Italien unter Vertrag. Vier Jahre allein bei der Fiorentina, für die er jedoch kein einziges Spiel bestritt. Die Toskaner machten mit ihm lediglich Leihgeschäfte. In der Rückrunde 2019/20 verliehen sie ihn für ein halbes Jahr nach Aue in die 2. Bundesliga, wo er unter Trainer Dirk Schuster 14-mal über die volle Distanz zum Einsatz kam. Und sich damit auch im deutschen Unterhaus bewies, nachdem es auf St. Pauli damit noch nicht geklappt hatte.

Geholt hatte Florenz ihn 2019 vom FC Empoli, für den er zuvor 14-mal in der Serie A auflief. Stolze sieben Millionen Euro soll die Ablöse damals betragen haben.

Von Schalke über St. Pauli nach Trondheim

Fußballerisch sozialisiert wurde Jacob Rasmussen in Deutschland, daher rühren auch seine guten Sprachkenntnisse. Noch als A-Junior wechselte der heute 28-Jährige von seinem Heimatverein Odense zu Schalke 04, mit dem er 2015 Deutscher A-Jugend-Meister wurde - übrigens zusammen mit Leroy Sané, Fabian Reese und Thilo Kehrer. Nachdem er dort keine Perspektive sah, es in die Erste Mannschaft zu schaffen, versuchte er es auf St. Pauli, wo er aber ebenfalls nicht über Einsätze in der Zweiten Mannschaft hinauskam.

In Schwung kam seine Karriere erst nach seinem Wechsel zu Rosenborg Trondheim, wo er gleich mehrere Titel sammelte - siehe oben. Dort bestritt Rasmussen erste Einsätze in der Europa League. Zudem sammelte er in 21 Länderspielen der U21 Dänemarks internationale Erfahrung.

In Rosenborg wurde er immer wieder auch mal als defensiver Mittelfeldspieler eingesetzt. Das könnte angesichts des gerade vollzogenen Abschieds von Afeez Aremu vom FCK auch für Torsten Lieberknecht interessant sein.

In Bröndby zum Führungsspieler gereift

Meister wurde er 2023 auch mit Feyenoord, allerdings kam er in dieser Saison nur auf zwölf Startelf-Einsätze. Die beste Zeit seiner Karriere erlebte Rasmussen zweifellos in Bröndby. 70 Pflichtspiele zwischen 2023 und 2025, im zweiten Jahr stieg er zum Mannschaftskapitän auf. An diese Bilanz gilt es nun wieder anzuknüpfen.

Ein paar Highlights aus dieser Zeit sind in diesem Video zu sehen. Rasmussen ist der Spieler mit der Nummer 4.

Rasmussen und Elvedi im Vergleich

Und? Ist er nun ein "Upgrade" zu dem nun nach Fürth ausgeliehenen Jan Elvedi? Oder nur ein brauchbarer Ersatz?

Schauen wir uns mal ein paar Vergleichszahlen an:

Daten-Vergleich: Jacob Rasmussen / Jan Elvedi

Da sind doch einige Werte, die für "Upgrade" sprechen. Marcel Klos schätzt an Rasmussen besonders "seine Kopfballstärke und seine Spielintelligenz. Außerdem verfügt er aufgrund seiner Erfahrung im internationalen Bereich über eine starke Mentalität und Führungsqualitäten auf und neben dem Platz."

Hier noch ein Video von einer Pressekonferenz, in der Rasmussen gemeinsam mit Salzburg-Trainer Letsch auf das Europa-League-Spiel gegen Olympique Lyon einstimmt. Es zeigt, wie gut sich der Däne auf Deutsch artikulieren kann. Und dass sein Auftreten, zumindest außerhalb des Platzes, durchaus dem Klischee eines Führungsspielers entspricht.

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