Neues vom Betzenberg
Fanversammlung beim FCK: Konstruktiver Austausch über Stadionbesuch, Ticketing und Miteinander
Nachdem vor einem Jahr auch Geschäftsführer Thomas Hengen und der Verwaltungsratsvorsitzende Rainer Keßler die Fragen der Anhänger beantworteten, standen dieses Mal Marketing-Direktor Marcus Böse sowie die Fanbeauftragten Clara Liell und Marcel Sander zum Austausch bereit. Böse unterstrich den Sinn dieser seit 2024/25 wieder jährlich stattfindenden Veranstaltung, zu der der Verein vier Wochen vorher eingeladen hatte: "Wir sind hier, damit jeder alles fragen oder vorschlagen kann und ein guter Dialog entsteht." Die Moderation im Presseraum des Fritz-Walter-Stadions übernahm Michael Löwe, der Sprecher des FCK-Fanbeirats. Im Publikum waren unter anderem auch zwei Vorsänger der Ultras, Vertreter des Fanbündnis FCK und fast alle Regionsvorsitzenden aus dem Fanbeirat anwesend.
Stadionsauberkeit soll verbessert werden - Ticket-App bekommt neue Features
Zwei größere Themen der knapp zweistündigen Veranstaltung waren die Sauberkeit im Stadion und das Ticketing. Verdreckte Plätze, die Toiletten, aber auch beispielsweise rutschige Treppenstufen werden bei Fan-Diskussionen regelmäßig als Ärgernis genannt. Fanbetreuer Sander stellte Verbesserungen durch neue Reinigungsmaschinen in Aussicht, die in den .2er-Blöcken der Südtribüne ausprobiert worden seien und bald auch im Rest des Stadions eingesetzt werden sollen. Wie schon auf der Versammlung vor einem Jahr betonten die Verantwortlichen aber auch, dass jeder Zuschauer selbst mithelfen könne, sprich: Abfall in den Mülleimer und nicht auf den Boden schmeißen. Die FCK-Verantwortlichen nehmen jeden nachvollziehbaren Kritikpunkt mit in ihre Besprechungen, in die dann teils auch externe Dienstleister involviert werden, etwa vom Reinigungspersonal oder dem Sicherheitsdienst. Manche Verbesserungen wurden schon umgesetzt, andere funktionieren noch nicht wie gewünscht.
Weitere Optimierungen soll es auch beim Ticketing geben. "Im Vergleich zu vor ein paar Jahren sind das heute zum Teil Luxusprobleme, die wir haben", sagte Direktor Böse in Anspielung auf die binnen weniger Jahre wieder von 15.000 auf 50.000 gestiegenen Zuschauerzahlen. Die neu eingeführte FCK-Ticket-App solle schrittweise erweitert werden, etwa um die Weitergabe von Dauerkarten oder allgemein den Zweitmarkt zu vereinfachen. Bei wenigen Gegnerfans einen Teil des Gästeblocks an das Heimpublikum zu verkaufen, sei hingegen nicht so einfach, vor allem aus Sicherheitsgründen und wegen fehlender Fluchtwege, antwortete Böse auf den Vorschlag eines Teilnehmers.
Weitere diskutierte Themen waren etwa Probleme bei den Einlasskontrollen, der Fahneneinsatz in der Fankurve sowie klassische und digitale Eintrittskarten. Auch mit manchem Irrtum oder Missverständnis wurde aufgeräumt: So ist es beispielsweise so, dass bei Heimspielen die gut sichtbaren Sanitäter vor der Nordtribüne explizit für das Spielfeld eingeteilt sind und ihren Platz nicht für Einsätze in der Westkurve verlassen dürfen. "Das sieht dann immer doof aus", erklärte Fanbetreuerin Liell die Situation, die schon ein paarmal für Unmut gesorgt hat. Wenn es in der Westkurve zu einem Notfall kommt, seien andere Sanitäter dafür zuständig, die zum Teil im Innenraum stehen, aber auch hinter den .2er-Blöcken im oberen Tribünenbereich. Auch die Ordner im Block können helfen und einen Notfall nach draußen weitermelden.
Club-Fan-Dialog: 14 Fans als repräsentative Gesprächspartner für den FCK
Als eigenen Themenblock stellte Fanbetreuer Sander eine neue Plattform vor, die beim FCK ab kommender Saison eingeführt werden soll: Den Club-Fan-Dialog. Bisher läuft der Austausch zwischen Verein und Anhängern meistens in einzelnen Gruppen, etwa mit dem Fanbeirat, mit den Ultras, dem Fanbündnis oder eben wie heute auf der Fanversammlung. Dadurch sind aber nicht immer alle Anhänger abgedeckt. Im Sommer soll nun ein 14-köpfiges Fan-Gremium neugeschaffen werden, in das neben sieben Vertretern der bisherigen Ansprechpartner - also Fanbeirat, Ultras, Fanbündnis - noch sieben weitere Personen gewählt werden, die verschiedene zusätzliche Gruppen repräsentieren: etwa nichtorganisierte Fans, Jugendliche und Senioren, Frauen, Menschen mit Handicap, und so weiter. Diese sieben "neuen" Personen sollen auf der nächsten Fanversammlung gewählt werden und dann mindestens drei Mal pro Jahr am Club-Fan-Dialog teilnehmen, wo die Themen möglichst aller Anhänger direkt mit den FCK-Verantwortlichen besprochen werden. Die bisherigen Gesprächsformate und insbesondere die Fanversammlung werden deswegen aber nicht abgeschafft.
Nach knapp zwei Stunden endete die diesmal verhältnismäßig unspektakuläre, aber dennoch informative und konstruktive Versammlung. Nicht jedoch ohne einen Aufruf von Fanbeirat Dieter Hahn, der auf ein diese Woche größer diskutiertes Thema einging: Den Umgang miteinander in der FCK-Gemeinschaft und insbesondere die von Geschäftsführer Hengen öffentlich gemachte Pöbel- und Spuckattacke einiger weniger Zuschauer nach dem Heimspiel gegen Magdeburg. "Bitte lasst uns anständig miteinander umgehen", appellierte der Fanbeirat, "und achtet auch drauf, was eure Nachbarn im Stadion machen."
Die nächste Fanversammlung ist für Sommer 2026 geplant, dann auch mit den Wahlen der neuen Vertreter für den Club-Fan-Dialog. Hierzu folgen zu einem späteren Zeitpunkt noch genauere Details.
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