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Gegner-Check

Gegner-Check SGD: Nicht perfekt spielen, sondern perfekt punkten

04.12.2025, 21:45 Uhr - Autor: Eric Scherer

Nach den jüngsten Klatschen zählt für den FCK im Heimspiel gegen Dresden nur eins: Gewinnen, egal wie. Der Gegner hat aus seinem Leistungsloch gerade herausgefunden und frisches Selbstvertrauen getankt.

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Foto: Imago Images

Anspruch und Wirklichkeit: So trifft man sich wieder. Drei Jahre, nachdem sich der 1. FC Kaiserslautern in zwei spannenden Relegationsduellen gegen Dynamo Dresden durchsetzte, kehren die Sachsen in die Pfalz zurück. Im Sommer ist ihnen im dritten Anlauf der Wiederaufstieg in die Zweite Liga gelungen. Als Trainer dafür verantwortlich zeichnet sich Thomas Stamm, der sich im schnell nervösen Dresdner Umfeld ein beachtliches Standing erarbeitet hat. Die medialen Dynamo-Begleiter attestieren dem Nachfolger von Markus Anfang eine klare Linie und gute Kommunikation; vor allem habe er das Personal auch fußballerisch vorangebracht. Stamm blieb selbst nach neun sieglosen Spielen unangetastet. Nach der 1:2-Heimpleite gegen den 1. FC Nürnberg am 12. Spieltag drohte es für ihn eng zu werden, doch gehen musste Sport-Geschäftsführer Thomas Brendel. Und siehe da: An die jüngste Länderspielpause schlossen sich 2:1-Siege in Bochum und gegen Düsseldorf an. Das schaffte neues Selbstvertrauen, und als Tabellen-15. steht die SGD jetzt wieder über dem berühmten Strich. Finanziell hat sich der Verein stabilisiert, stützt sich vor allem auf seine große Fanbase, auch wenn Teile davon - wie zuletzt in Düsseldorf - immer mal wieder für Negativschlagzeilen sorgen. Große Investitionen in Personal waren dennoch nicht drin, dafür konnte die Aufstiegsmannschaft weitgehend zusammengehalten werden. Teuerster Abgang war A-Junior Dmytro Bogdanov (18), für den Union Berlin 600.000 Euro überwies. Im Dynamos Drittliga-Team hatte sich das Sturmtalent allerdings noch kaum hervorgetan.



Die Neuen: Sieh an, der einstige Lautrer Lennart Grill (26) ist nun in Dresden gelandet. Am 9. Spieltag schaffte er sogar den Sprung in die Startelf und zeigte danach gute Leistungen. In der Schlussminute des Düsseldorf-Spiels verletzte er sich jedoch schwer am Knie - und fällt nun auf unbestimmte Zeit aus, er wurde gestern operiert. Irgendwie steht Grills Profikarriere bislang unter keinem guten Stern. Prominentester Neuzugang der SGD ist Vincent Vermeij (31), den die Sachsen aus Düsseldorf loseisten. Eine Virusinfektion warf den Stürmer lange zurück; seit drei Spieltagen steht er wieder regelmäßig in der Startelf und hat auch schon zweimal getroffen. Mit Linksverteidiger Alexander Rossipal (29) und Mittelfeldspieler Nils Fröling (25) verpflichtete Dresden erfahrenes Personal ablösefrei aus Rostock. Auch Rossipal fiel zu Saisonbeginn lange aus, ist seit dem 9. Spieltag aber Stammkraft und traf bereits dreimal. Luca Herrmann (26), aus Paderborn gekommen, ist bislang lediglich Ergänzungsspieler. Mit Konrad Faber (28) hat sich eine Leihgabe aus St. Gallen einen Stammplatz als rechter Verteidiger gesichert, Julian Pauli (20), aus Köln geleast, ist seit zwei Wochen wieder als Innenverteidiger gesetzt, nachdem er zuvor mit einer Oberschenkelverletzung ausgefallen war. Nunmehr fest verpflichtet wurde Stürmer Christoph Daferner (27), der die Dresdner in der vergangenen Saison als Leihgabe des 1. FC Nürnberg mit 18 Treffern zum Aufstieg schoss. Ansonsten zieht Stamm gerade einiges an Talent ran. Sechser Kofi Amoako (20), für 300.000 Euro aus Wolfsburg geholt, hat noch jede Menge Luft nach oben. U18-Nationalspieler Friedrich Müller (18) hat gerade einen Profivertrag unterschrieben und gehört künftig fest zum Kader.

Die Formation: Stamm bevorzugte lange Zeit Vierer-Abwehrreihen, die jüngsten beiden Siege fuhr er allerdings mit Dreier- beziehungsweise Fünferkette ein. Dabei flankierten Pauli und Müller den zentralen Abwehrmann Lukas Boeder (28), Faber und Rossipal besetzten die Außenbahnen. Mit Lars Bünning (27) saß zuletzt ein erfahrener Abwehrmann auf der Bank, bleibt aber eine Option. Im zentralen Mittelfeld sorgt Niklas Hauptmann (27) für Routine neben Youngster Amoako. Vorne wird's spannend: Bei der Heimniederlage gegen Nürnberg probierte er es mit Vermeij und Daferner im Sturm, was sich als suboptimal erwies. Seither wird Vermeij dem bislang fünffachen Torschützen Daferner vorgezogen. Dass die beiden ausgerechnet auf dem Betzenberg erneut gemeinsam auflaufen, ist unwahrscheinlich. Gesetzt sein dürfte Jakob Lemmer (25), eine Offensivkraft, die die rechte Angriffsseite bevorzugt. Fröling wäre eine weitere Option, auch ein Einbau von Herrmann ist denkbar; Hauptmann würde dann offensiver agieren. Mit Dominik Kother (25) stünde zudem noch ein linker Flügelmann bereit. Oldie Stefan Kutschke (37) verrichtet dagegen nur noch Kurzarbeit, hat dabei aber auch schon Rot gesehen und war drei Spiele ganz außen vor. Ins Tor kehrt nach Grills Ausfall Tim Schreiber (23) zurück, der dem FCK im DFB-Pokal-Halbfinale 2024 als Keeper von Saarbrücken schonmal einen Gefallen getan hat.

Zahlenspiele: 20 Treffer haben die Dresdner schon erzielt - solide Liga-Mittelklasse. Andererseits haben sie 26 Buden kassiert; da ist nur Fürth schlechter. Und sie sind noch nicht einmal ohne Gegentor geblieben. Das sollte den Roten Teufeln Mut machen, auch oder gerade weil Ivan Prtajin ausfallen wird. Auswärts haben die Sachsen immerhin schon acht Punkte geholt - einen mehr als die Pfälzer. Im Flankenschlagen sind sie sogar die Besten der Liga, gefolgt vom FCK. Bester Flankengeber ist Faber; als solcher ist er der zweitfleißigste hinter dem Berliner Fabian Reese. Bester Lautrer in diesem Ranking ist Mika Haas auf Rang 4. Nach Bielefeld und Kiel haben die Dresdner im Unterhaus bislang die meisten Kilometer zurückgelegt. Lautern belegt in diesem Vergleich lediglich Platz 9. Was Sprints angeht, scheint der FCK im Vorteil zu sein. Der 7. Platz, den das Lieberknecht-Team in diesem Ranking belegt, ist zwar nicht überragend, doch die Dresdner sind hier Vorletzter. Dass die Roten Teufel ihren Gegenspielern nicht hinterherkommen - wie zuletzt in Braunschweig und in Berlin - sollte sich gegen diesen Kontrahenten also vermeiden lassen.

Fazit: Aus FCK-Sicht gibt's angesichts der zwei jüngsten Klatschen in Braunschweig und Berlin nichts drum herumzureden: Dieses Spiel muss gewonnen werden, egal wie. Sonst brennt der Christbaum am Betzenberg bereits zwei Wochen vorm Fest. Und wieder geht's gegen einen Gegner, der nach holprigem Saisonstart nun in die Spur gefunden zu haben scheint und sich zuletzt besser präsentierte, als es der Tabellenplatz aussagt. Angesichts Prtajins Ausfall führt wohl kein Weg an Daniel Hanslik auf der Mittelstürmerposition vorbei. Mit Naatan Skyttä und Marlon Ritter als Unterstützung ist die Offensive dann auch gar nicht so schlecht aufgestellt. Sorgen bereitet nach wie vor die Defensive. Sollte Paul Joly wieder zur Verfügung stehen, kann Luca Sirch auf die rechte Innenverteidiger-Position zurückkehren. Afeez Aremu ist schon länger wieder fit und könnte im defensiven Mittelfeld eine Option sein, um dem FCK-Spiel die rustikale Stabilität zu verleihen, die gegen diesen Gegner nötig sein wird. Fabian Kunze bliebe dann erneut fürs Abwehrzentrum frei; Sirch und Leon Robinson könnten ihn flankieren. Und Maxwell Gyamfi und Jan Elvedi, die zuletzt die größten Risikofaktoren darstellten, nähmen mal auf der Bank Platz. Oberstes Gebot muss aber sein: Nerven behalten. "In Ballbesitzphasen kommen, geduldig bleiben, mit Diagonalbällen hinter die Kette kommen und mit Verlagerungen Kontrolle erlangen", hat Alexander Rossipal gerade im "Kicker" beschrieben, wie das Dynamo-Spiel aussehen soll. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt eigentlich auch der FCK - er muss nur wieder umgesetzt werden. Ebenso gern dürfen die Roten Teufel einen Leitsatz von Gästetrainer Stamm für sich adaptieren: "Man braucht keine perfekten Spiele, um drei Punkte mitzunehmen."

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