Blick in die Kurve
Bastion Betzenberg: FCK-Fans bejubeln historisch heimstarke Rote Teufel
48.155 Zuschauer kommen zum Wiedersehen des 1. FC Kaiserslautern nach knapp sieben Jahren mit dem VfL Bochum trotz Schmuddelwetter ins Fritz-Walter-Stadion und sorgen damit für die größte Kulisse, die es bei diesem früheren Bundesliga-Klassiker jemals gegeben hat. Ungeachtet des jüngsten Dämpfers in Paderborn (0:2) ist die Stimmung zu Beginn prächtig. Direkt in der Anfangsphase facht die Mannschaft die Atmosphäre mit der frühen Führung noch weiter an, ehe nach dem Gäste-Ausgleich die verbleibenden Minuten bis zur Halbzeit dann nicht mehr viel Aufregendes zu bieten haben. Weder auf dem Platz noch auf den Rängen, wo die Anfeuerung nun etwas abflacht. Am Zaun vor der Kurve wird wie jedes Jahr im Oktober eines verstorbenen Mitglieds der FCK-Fanszene gedacht: "Karsten unvergessen".
Mit Wiederbeginn spielen die Roten Teufel auf die Westkurve - und die bekommt nun ein regelrechtes Chancen-Feuerwerk zu sehen. Zwar dürften die Verzweiflung und das Haareraufen bei den FCK-Fans zwischenzeitlich enorm gewesen sein, umso größer sind dann aber auch die Erlösung und der Jubel, als Ivan Prtajin eine seiner zahlreichen Möglichkeiten direkt vor der West zum frenetisch gefeierten 2:1 nutzen kann.
Das am Ende zu Buche stehende 3:2 ist schließlich im vierten Heimsieg der vierte Sieg. Saisonübergreifend sind es sogar sechs Erfolge vor heimischer Kulisse hintereinander. Eine Serie, die gerade dem sich so mit seinem Stadion identifizierenden FCK-Umfeld runtergehen dürfte wie Öl. Bei all diesen sechs Siegen stand Torsten Lieberknecht als Trainer an der Seitenlinie, der - wie der SWR herausgefunden hat - damit sogar historisch unterwegs ist: Sechs Siege in seinen ersten sechs Heimspielen mit dem FCK gelangen demnach zuletzt Hannes Bongartz im Jahr 1985.
Mit einem weiteren Dreier dürfte es nach der Länderspielpause in zwei Wochen gerne weitergehen, wenn der FCK zum Südwest-Derby nach Karlsruhe reist. In Richtung Baden schicken die Betze-Ultras im Spielverlauf zunächst ein weiteres Solidaritäts-Spruchband für das im Kreuzfeuer der Justiz stehende KSC-Fanprojekt. Nach dem Spiel folgt der eine oder andere Gesang, mit dem sich Mannschaft und Kurve in weniger freundlicher Form auf das Derby einstimmen.
Aus Bochum sind rund 3.600 VfL-Anhänger mit nach Kaiserslautern gereist und müssen trotz akustisch ordentlicher Unterstützung - optisch gibt es im Gästebereich nichts besonderes zu sehen - die sechste Niederlage in Folge hinnehmen. Die Zahl der Gästefans ist dennoch eine besondere Erwähnung wert. Schließlich sind mehr VfL-Fans im Fritz-Walter-Stadion dabei als bei den letzten sechs Gastspielen in der Zweiten Liga zusammen und auch mehr als jemals zuvor auf dem Betze.
Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Spiel in Paderborn:
- Fotogalerie | 8. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern - VfL Bochum
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