Wie Blogger den DFB bloßstellten
Von Konrad Lischka
Der Deutsche Fußball-Bund kämpft mit Bloggern: Weil DFB-Präsident Zwanziger sich von einem Sportjournalisten verunglimpft fühlte, bemühte sein Verband die Gerichte - und brachte Netz-Szene und Journalistenverbände gegen sich auf. Ein Lehrstück über neue Öffentlichkeiten.
Im Internet gibt es für die Scharfmacher in Online-Diskussionen einen schönen Begriff: Trolle. Die Beiträge von Trollen provozieren dank polarisierender Formulierung und Darstellung eine Flut wütender Reaktionen und Kommentare. Definiert man Trolltum über diese Art von Reaktionen, hat es der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in nur vier Monaten mit ein paar Pressemitteilungen und Interviews zum Ober-Troll der deutschen Blogosphäre gebracht.
Die Kommunikation des DFB in den vergangenen Monaten war extrem ungeschickt: Es begann mit zwei Wörtern in einem Blog - und endete mit öffentlichen Protestnoten dreier Journalistenverbände gegen den Fußball-Bund.
Der DFB kämpfte monatelang mit dem bloggenden Sportjournalisten Jens Weinreich: vor Gericht, per Pressemitteilung, in Interviews. Nun ist die Sache beigelegt - und der Fußball-Bund blamiert.
Weinreich (der als freier Autor auch fürs Sport-Ressort von SPIEGEL ONLINE schreibt) hatte vor vier Monaten DFB-Chef Theo Zwanziger in einem Kommentar im Blog Direkter-freistoss.de als "unglaublichen Demagogen" bezeichnet. Es ging um die zentrale Vermarktung von TV-Rechten.
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Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,15 ... 75,00.html