Hilfe, wir sind zu schlecht
Die Spieler sind überfordert, Trainer Rekdal spricht von einem Fehlpass-Weltrekord. Das sieht nach 3. Liga aus
Von Bastian Wünsch und Ulrika Sickenberger
Kaiserslauterns Trainer Kjetil Rekdal (38) hat eine Strichliste geführt. Als er sich das Spiel in Hoffenheim (0:1) noch mal auf DVD anschaute, notierte er die Zahl der Ballverluste in der eigenen Hälfte. Das Blatt war ziemlich voll. “Drei oder vier wären okay gewesen,“ sagt Rekdal zynisch, “aber 27 ist, glaube ich, Weltrekord.“
Manchmal ist das Elend so groß, dass man es nur mit Humor ertragen kann: Der Meister von 1998 steht vor dem Sturz in die 3. Liga. Jetzt will FCK-Idol Klaus Toppmöller (56) den Klub retten. Falls es noch nicht zu spät ist.
Rekdals Strichliste enthüllt jedenfalls: Der FCK ist einfach zu schlecht für Liga 2.
“Toppmöller ist ein erfahrener Mann,“ sagt Verteidiger Alexander Bugera (29), “ aber selbst wenn noch fünf kommen – die Mannschaft kann sich nur allein rausziehen.“ Nach dem 2:0 gegen Aue bleibt sie auf einem Abstiegplatz, muss nun zweimal auswärts antreten, wo sie noch sieglos ist.
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In der Geschäftsstelle arbeiten immer noch mehr als 60 Leute, der Verwaltungsetat verschlingt 14,8 Millionen Euro. Größter Batzen: die Stadionmiete mit 3,2 Millionen Euro. Für die Profis dagegen sind nur acht Millionen Euro im Topf. Normal ist, dass sich Verwaltungs- und Profietat die Waage halten.
Das Toppmöller Trainer wird, ist unwahrscheinlich. Dann müsste der FCK Rekdal abfinden, doch dafür fehlt das Geld – weil dann drei Trainer auf der Gehaltsliste stünden. Der im April entlassene Wolfgang Wolf soll bis Juni 2008 angeblich noch 1,2 Millionen Euro kassieren.
Armes Lautern.
Kompletter Artikel und Quelle: Sport Bild Printausgabe vom 31. Oktober 2007 Seite 54