
Vorbericht: Jahn Regensburg - 1. FC Kaiserslautern
Die Auswärtsmisere endlich durchbrechen
Wem spuckt der frühzeitig gerettete 1. FC Kaiserslautern noch in die Klassenerhaltssuppe? Die Partie bei Jahn Regensburg ist der Auftakt in eine Serie von vier Spielen gegen Abstiegskandidaten.
Diese Saison wird so oder so in Erinnerung bleiben, aber am vergangenen Samstag setzten Fans und Mannschaft nochmal einen drauf. Der 2:0-Sieg gegen den ambitionierten Hamburger SV war nicht nur auf dem Feld denkwürdig, auch rund um die Partie setzten die Anhänger viele Zeichen für die Fußball-Tradition. Die Bilder der Choreographie über zwei Tribünen ging um die Welt. Insgesamt war es ein Tag, auf den jeder FCK-Fan noch lange Zeit stolz sein wird.
Durch das Highlight gegen den HSV geht die Schuster-Elf aber vorgewarnt in die Partie in Regensburg. Nach dem 1:1-Unentschieden im Volksparkstadion vor 10.000 mitgereisten Gästefans im Oktober 2022 verloren die Roten Teufel das folgende Heimspiel gegen den Jahn beinahe sang- und klanglos mit 0:3. Es war wohl eine der schlechtesten Darbietungen des FCK in dieser Spielzeit, die sich am Sonntag keinesfalls wiederholen darf. Anpfiff im Jahnstadion ist um 13:30 Uhr.
Was muss man zum 29. Spieltag wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen zur Partie in Regensburg:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Endlich die Auswärtsnegativserie beenden. Mit diesem Ziel geht der 1. FC Kaiserslautern ins Spiel beim abstiegsgefährdeten SSV. Während das Schuster-Team in der Hinrunde kein einziges Spiel in der Fremde verlor, hagelte es im neuen Jahr zuletzt fünf Niederlagen in Folge ohne eigenen Treffer. Nur zum Auftakt in Hannover (3:1) konnte der FCK gewinnen, dieses Erfolgserlebnis liegt aber bereits fast drei Monate zurück. In den kommenden Wochen könnten die Betze-Buben zudem noch ein Faktor im Abstiegskampf werden. Nach dem Spiel in Regensburg geht es noch zuhause gegen Rostock und Bielefeld. Dazwischen liegt das Auswärtsspiel in Nürnberg.
Personell gibt es noch Fragezeichen bei zwei bis drei Spielern. Namen wollte der FCK in der Pressekonferenz keine nennen, aber am Mittwoch mussten beispielsweise Julian Niehues und Hendrick Zuck im Training aussetzen. Sicher ist jedenfalls, dass Terrence Boyd nicht mitspielen wird. Der Lautrer Top-Torjäger sah gegen den HSV seine fünfte Gelbe Karte und ist gesperrt. Auch Nicolai Rapp fehlt weiter wegen eines Muskelfaserrisses, Nachwuchsspieler Aaron Basenach steht wegen Knieproblemen nicht zur Verfügung. So könnte Schuster auf dieselbe Startelf setzen wie gegen Hamburg, also mit Nicolas de Préville, Kenny Redondo und dem etwas dahinter postierten Ben Zolinski im Dreiersturm. Aber auch der zuvor noch angeschlagene Aaron Opoku drängt zurück in die Startelf, was eine Rückkehr zum bewährten 4-2-3-1-System möglich machen würde.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Abstiegskampf bis zur letzten Minute. Das dürfte Jahn Regensburg in dieser Saison blühen. Als Tabellen-16. steht die Mannschaft von Trainer Mersad Selimbegovic mit 27 Zählern auf dem Relegationsplatz. Zwei Punkte beträgt der Rückstand auf den rettenden 15. Rang. Positiv dürfte den SSV aber das Restprogramm stimmen, denn nach dem Spiel gegen Lautern stehen gegen Sandhausen, Rostock und Braunschweig noch direkte Duelle im Kampf um den Klassenverbleib im Spielplan.
Am Sonntag muss Selimbegovic auf drei Akteure verzichten. Neben dem Langzeitausfall von Oskar Schönfelder fällt auch Blendi Idrizi aus, der eine Verletzung am Hüftbeuger erlitten hat. Zudem hat sich Minos Gouras am Sprunggelenk verletzt.
Frühere Duelle
Erst ein einziges Mal war der FCK im neugebauten Jahnstadion zu Gast. Die derbe 1:3-Niederlage in der Abstiegssaison 2017/18 sollte man aber am besten aber ganz schnell vergessen. Von den insgesamt erst sechs Pflichtspielen gegen den Jahn konnten die Roten Teufel ohnehin erst eine gewinnen. Am 12. Mai 2013 gab es im alten Jahnstadion, wo die Gastgeber zuvor ihre Heimspiele austrugen, ein 3:1. Dagegen stehen zwei Remis und drei Niederlagen.
Fan-Infos
Die Gastgeber erwarten rund 14.500 Zuschauer, fast 5.000 mehr als im bisherigen Saisondurchschnitt. Damit dürfte klar sein, dass sich die FCK-Fans wieder reichlich in den neutralen Stadionbereichen bedient haben. 1.796 Karten gab es für den offiziellen Gästeblock, insgesamt dürfte mit 3.000 oder mehr mitreisenden Betze-Bummlern zu rechnen sein. Sitzplätze gibt es im gesamten Stadion keine mehr, es sind nur noch wenige Steher im Heimblock verfügbar. Wer kurzfristig noch ein Ticket sucht oder übrig hat, kann es über die DBB-Kartenbörse mit fairen Preisen von Fans für Fans versuchen.
Wie zuvor in Braunschweig werden auch in Regensburg im Gästebereich nur alkoholfreie Getränke ausgeschenkt. Fraglich, warum. Weitere Informationen zur Anreise und den zugelassenen Fan-Utensilien findet Ihr auf der Homepage des FCK.
O-Töne
FCK-Trainer Dirk Schuster: "Die Regensburger stehen unter Druck und müssen dieses Heimspiel gewinnen. Sie werden mit den Messern an den Zähnen spielen. Da müssen wir mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, dagegenhalten."
SSV-Trainer Mersad Selimbegovic: "Ich erinnere mich gerne an das Hinspiel. Es war ein gutes Spiel von uns vor einer tollen Kulisse. In dem Spiel haben wir effizient gespielt gegen einen Gegner, der weiß worauf es ankommt in der 2. Bundesliga. Das gilt es am Sonntag zu wiederholen. Es wird ein körperliches Spiel. Es wird oft auf den zweiten Ball oder die Standardsituationen ankommen. Die gilt es auch defensiv zu verteidigen."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
Jahn Regensburg: Urbig - Saller, Breitkreuz, Elvedi, Guwara - Gimber - Singh, Caliskaner, Makridis - Owusu, Albers
Es fehlen: Gouras (Sprunggelenksverletzung), Idrizi (Muskelfaserriss), Schönfelder (Aufbautraining nach Knieverletzung)
1. FC Kaiserslautern: Luthe - Zimmer, Kraus, Bormuth, Zuck - Tomiak, Ritter - Opoku, Zolinski, Redondo - de Préville
Es fehlen: Basenach (Knieprobleme), Boyd (Gelb-Sperre), Rapp (Muskelfaserriss)
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Vorherige Meldungen ab 18.04.2023:

Sonntag, 13:30 Uhr: Chance zur Revanche in Regensburg
Nach dem Highlight-Heimspiel gegen den HSV wartet auf den 1. FC Kaiserslautern am Wochenende der zuletzt eher triste Auswärtsalltag. Bei Jahn Regensburg soll diese Negativserie endlich enden.
Die Vorzeichen könnten unterschiedlicher kaum sein: Trafen am vergangenen Samstagabend im Traditionsduell am ausverkauften Betzenberg der HSV und der FCK schon zum insgesamt 95. Mal aufeinander, ist der kommende Gegner für die Roten Teufel im Vergleich dazu ein nahezu Unbekannter. Erst sechs Partien absolvierten der Jahn und Lautern gegeneinander. Die Bilanz bei "Fussballdaten.de" könnte dabei rosiger aussehen: Einem FCK-Sieg stehen zwei Unentschieden und drei Jahn-Erfolge gegenüber. Und auch an das Hinspiel im Fritz-Walter-Stadion dürften die Lautrer Anhänger keine guten Erinnerungen haben: Im Oktober setzte es mit einem deutlichen 0:3 die zweite Saisonniederlage. Die Elf von Trainer Dirk Schuster hat mit den Oberpfälzern also noch eine Rechnung offen. Mit dem Heimsieg über den HSV im Rücken und nach zuletzt fünf Auswärtsniederlagen in Serie ohne eigenes Tor, dürfte die Motivation hoch sein, im Jahnstadion unbedingt etwas Zählbares mitzunehmen. Zudem sind die Lautrer bei einem Team zu Gast, das als Tabellen-16. knietief im Abstiegskampf steckt und das nach dem Hinspielsieg am Betze in 17 Pflichtspielen gerade einmal noch drei weitere Siege einfahren konnte. Doch Obacht: Eine Ausgangslage, die der vor der letzten Auswärtspartie in Braunschweig nicht ganz unähnlich ist. Dort verloren die Betzebuben mit 0:1. Auch in dieser Hinsicht kann also Wiedergutmachung betreiben werden.
Boyd gesperrt, Fragezeichen bei Rapp - Öffentliches Training am Mittwoch
Nachdem am Tag nach dem Heimsieg Regeneration auf dem Programm stand, hatte die Schuster-Elf zum Wochenstart einen freien Tag zur Verfügung. Am heutigen Dienstag startet nun mit individuellem Training die Vorbereitung auf die Auswärtsaufgabe an der Donau. Dort wird man den Top-Torjäger Terrence Boyd erneut vergeblich in der Anfangsformation suchen und auch die Joker-Rolle wird ihm verwehrt bleiben. Der Torschütze des vergangenen Wochenendes sah gegen den HSV seine fünfte Gelbe Karte und fehlt gesperrt. Er könnte erneut von Nicolas de Préville vertreten werden. Ob Nicolai Rapp nach seinem Faserriss wieder zur Verfügung stehen wird, ist dagegen noch ungewiss. Bei den Hausherren wird Innenverteidiger Jan Elvedi nach seiner Gelbsperre wohl wieder in die Startformation zurückkehren. Zuvor hatte der 26-Jährige keine Zweitliga-Minute der Regensburger verpasst. Mit Linksverteidiger Leon Guwara gibt es zudem ein Wiedersehen mit einem Ex-Lautrer. Wer Zeit und Lust hat, den Roten Teufeln bei Ihrer Vorbereitung über die Schultern zu schauen, kann am Mittwoch um 15:00 Uhr am Fröhnerhof in Mehlingen die einzige öffentliche Trainingseinheit der Woche begutachten.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 19.04.2023:

Gegner-Check: Der Jahn will nicht im Regen stehen
Gegen Hamburg siegte der 1. FC Kaiserslautern im Stil eines Underdogs. Der aber scheint gegen Jahn Regensburg nicht angezeigt, um eine erneute Enttäuschung wie zuletzt in Braunschweig zu vermeiden.
So lief’s seit dem Hinspiel: Die Roten Teufel hatten gerade beim Tabellenführer HSV ein achtbares 1:1-Unentschieden geholt, als am 12. Spieltag der SSV Jahn auf den Betzenberg kam. Der Gast wiederum durchwanderte gerade eine Talsohle. Seit dem dritten Spieltag hatte er nur noch ein Spiel gewonnen und das nach einem Sechs-Punkte-Traumstart. Zur Saisonpremiere hatten die Oberpfälzer noch den später souveränen Spitzenreiter Darmstadt geschlagen. Der FCK-Anhang rechnete also mit einem sicheren Sieg. Doch was geschah? Die Regensburger schockten die Pfälzer mit einem herben 3:0-Auswärtssieg. Danach siegte der SSV direkt nochmal 2:1 gegen Sandhausen, dann aber war schon wieder Schluss mit lustig. Nur zwei Remis in den folgenden zehn Spielen, ansonsten nur Niederlagen. Am 20. und am 23. Spieltag fanden sich die Ostbayern sogar auf Tabellenplatz 18 wieder. Siege gegen Holstein Kiel und den SC Paderborn hoben sie anschließend aber wieder über den berühmten Strich. Zuletzt unterlag die Elf von Trainer Mersad Selimbegovic 1:2 in Fürth, bei dem sie für eine auch spielerisch starke erste Hälfte gelobt wurde und in der 48. Minute sogar in Führung gegangen war. Am Sonntag erwartet der Jahn den FCK nun als Tabellen-16. - und ist dementsprechend gezwungen, ein bisschen was fürs Punktekonto zu tun, um am Saisonende nicht im Regen zu stehen.
Das hat sich geändert: Im Dezember 2022 trat mit Tobias Werner ein neuer Sport-Geschäftsführer an. Er beerbte den Schweizer Roger Stilz, der nach nur zehn Monaten im Amt zurückgetreten war. Offiziell "aus privaten Gründen", intern aber soll ihm vorgeworfen worden sein, dass er nicht den Fußstapfen gerecht wurde, die Christian Keller hinterlassen hatte, der den Klub zwischen 2013 und 2021 aus der Regionalliga in die Zweite Liga geführt hatte und nun als Sport-Geschäftsführer beim 1. FC Köln arbeitet. Auch die versäumte Spielberechtigung für die Bayern-Leihgabe Sarpreet Singh wurde Stilz angelastet. Im Winter-Transferfenster hielt sich der neue Sportchef erst einmal zurück, finanzielle Gewaltakte sind beim Jahn eben auch nicht drin. Der einstige Augsburger Kultstürmer, den der FCK 2018 gerne als Korsettstange für seine erste Drittliga-Saison geholt hätte, lieh lediglich den erst 19-jährigen Torsteher Jonas Urbig aus Köln, der direkt den Sprung zum Stamm-Keeper schaffte. Nicht geändert hat sich die Besetzung des Trainerstuhls, und das darf in dieser Liga als ungewöhnlich gelten. Zumal Tabellennachbarn wie Sandhausen und Rostock den Übungsleiter bereits zwei Mal auswechselten. Doch Mersad Selimbegovic genießt auch das volle Vertrauen Werners. Typisch für den Coach: Nach dem Auswärtssieg bei den Störchen hob er sein Team nicht etwa in den Himmel, sondern attestierte ihm, soeben "das Schlechteste von den letzten vier Spielen" gemacht zu haben. In den Partien zuvor wäre ein Erfolg viel eher verdient gewesen, doch da hätte man "immer auf die Fresse" bekommen. Exakt dieser schonungslose Realismus hält den wirtschaftlich nur bescheiden aufgestellten Jahn bereits im sechsten Jahr in der 2. Bundesliga. Spielerisch habe Selimbegovic, so heißt es, die Mannschaft in der Winterpause sogar weiterentwickelt, auch wenn sich dies in den Endergebnissen noch nicht niederschlug. Der Coach bevorzugt Viererkette und offensive Flügelspieler, hat nur in der Hinrunde hin und wieder mal mit Dreierkette experimentiert.
Gewinner und Verlierer: Der aus Aue geholte Sturmtank Prince Osei Owusu litt lange Zeit unter Ladehemmung, der Bann brach, wie könnte es anders sein, beim 3:0-Auswärtserfolg in Lautern. Seither läuft’s bei ihm besser. In den vergangenen fünf Partien traf der 1,90-Meter-Mann drei Mal, wobei er beim letzten Heimspiel gegen Magdeburg (2:2) gelbgesperrt pausieren musste. Selbst Sturm-Routinier Andreas Albers muss für Owusu nun auf die Bank. Mit sechs Treffern hat der 1,93 Meter große Däne allerdings nach wie vor eine Bude mehr auf dem Konto als sein Mitbewerber. Wer von den beiden am Sonntag aufläuft, kann Dirk Schuster allerdings ziemlich egal sein, da beide ungefähr baugleich sind und es für die Spielanlage des SSV keine Rolle spielt, wen Selimbegovic bevorzugt. Seit der Winterpause ist Sarpreet Singh nun endlich spielberechtigt und belebt regelmäßig den rechten Flügel. Und nicht zuletzt wegen dieser neuen Konkurrenz ist der Ex-Lautrer Nicklas Shipnoski in der Versenkung verschwunden. Die Leistungen des nunmehr 25-Jährigen schwankten zwar, seit er im Sommer aus Düsseldorf an die Donau wechselte, doch kam er an den ersten 19 Spieltagen stets zum Einsatz. Danach jedoch gar nicht mehr. In Fürth musste zuletzt Kapitän Benedikt Gimber in der Halbzeit mit einer Kopfverletzung in der Kabine bleiben. Der Sechser bildet in der Regel mit den erfahrenen Innenverteidigern Scott Kennedy und Steve Breitkreuz ein gut funktionierendes Defensiv-Triangel. Fällt Gimber aus, schwächt dies den Jahn gewaltig. Eine starke Saison spielt bislang der zentrale Mittelfeldspieler Kaan Caliskaner, der auch schon im Hinspiel auf dem Betzenberg auffiel: Ordentliche Technik, mit 1,93 Metern auch physisch präsent, 23 Jahre alt, und im Sommer läuft sein Vertrag aus - einer, der reif zu sein scheint für den berühmten "nächsten Schritt".
Zahlen, Daten, Fakten: Die Regensburger schlagen im Spiel fast genauso viele lange Bälle wie die Lautrer: 50,49 im Schnitt, der FCK 50,15. Sie liegen auch bei der Passquote ungefähr gleichauf (SSV: 76,6 Prozent bislang, FCK 75,9 Prozent) und haben es nicht so mit Ballbesitz (SSV: 44 Prozent im Schnitt, FCK 40 Prozent). Beide pflegen also einen ähnlichen "Underdog"-Stil". Aber warum ist Regensburg nur 16., Lautern aber Siebter? Um das zu erkennen, muss man etwas tiefer in die Analysedaten eintauchen. Sich beispielsweise das "smarte", also das linienüberwindende Passspiel anschauen. Von diesem hat der FCK bislang 78 gespielt, der Jahn erst 62, und die Pfälzer spielen ihres mit einer Erfolgsquote von 43,6 Prozent, die Bayern lediglich mit 22,6 Prozent. Das weist schon eher darauf hin, weshalb die einen bereits 43 Treffer erzielt haben, die anderen erst 28 - drittschlechtester Wert der Liga übrigens. Die Roten Teufel verwerten auch ihre Ecken besser: Schon acht direkte Treffer, Regensburg hat da erst drei Mal genetzt. Und nach hinten? Der SSV leistet sich im Schnitt 109,2 Ballverluste pro Spiel, der FCK nur 98,11 - womit er Drittbester seiner Klasse ist. Womit sich zumindest andeutungsweise die acht Gegentreffer mehr erklären lassen, die die Regensburger bislang kassiert haben, 45 nämlich.
Fazit: Wie sagte FCK-Trainer Schuster nach dem 0:1 im jüngsten Auswärtsspiel in Braunschweig? "Wir haben uns selbst geschlagen." Genau da gilt es am Sonntag anzusetzen. Bei allem Respekt vor dem durchaus vorhandenen Leistungsvermögen der Gastgeber: Der typische Schuster-Style mag gegen einen auf Dominanz ausgerichteten Gegner wie den HSV zuletzt wieder mal bravourös funktioniert haben, ihn gegen einen Kontrahenten, der im Prinzip auf die gleiche Masche setzt, abermals anzuwenden, könnte zum gleichen Ergebnis führen wie in Niedersachsen. Die verbleibenden Saisonspiele ließen sich doch gut nutzen, das Bespielen tief stehender Gegner zu verbessern, zumal mit Hansa Rostock am Samstag drauf bereits der nächste Kandidat mit einer solchen Spielanlage auf der Matte steht. Also hoch stehen, schnell und kurz passen und bei Ballverlust direkt ins Gegenpressing gehen. Aus der Not, dass mit Terrence Boyd der Sturmtank gelbgesperrt fehlt, könnte sogar eine Tugend werden: Indem ein technisch starker Mittelstürmer wie Nicolas de Préville den Regensburgern Innenverteidigern am Boden zusetzt und sich immer mal fallen lässt, um Platz zu machen für einen durchstoßenden Zehner: Marlon Ritter vielleicht oder Philipp Klement. Könnte beim Gegner vor allem auch Verwirrung stiften für den Fall, dass er auf der Sechser-Position nur eine Notlösung präsentieren kann. Wäre mal etwas anderes. Und interessant, auch mit Blick auf die kommende Spielzeit, in der sich dieses Team ja weiterentwickeln will.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 19.04.2023:

Zuck und Niehues fehlen im öffentlichen FCK-Training
Der 1. FC Kaiserslautern steckt mitten in der Vorbereitung auf die Partie bei Jahn Regensburg. Bei der heutigen öffentlichen Einheit mussten allerdings vier Profis aussetzen.
Mal sonnig, mal ungemütlich windig und frisch. Das Wetter beim einzigen öffentlichen Training der Woche war typisch für den Monat April. Nichtsdestotrotz versammelten sich knapp 100 Kiebitze am Fröhnerhof in Mehlingen und verfolgten das rund siebzigminütige Mannschaftstraining. Dabei standen vor allem sicheres Passspiel und Pressingverhalten im Mittelpunkt. Das Trainerteam unterbrach die intensive Einheit immer wieder, um Anweisungen zu geben. Die anwesenden Roten Teufel wirkten hochkonzentriert.
Intensive Einheit am Fröhnerhof - Pressekonferenz am Freitagvormittag
Allerdings konnte Trainer Dirk Schuster am Nachmittag nur 19 Feldspieler begrüßen. Neben den bereits zuletzt angeschlagenen Nicolai Rapp (Faserriss) und Aaron Basenach (Knieprobleme) fehlten auch Hendrick Zuck und Julian Niehues. Wie der FCK gegenüber Der Betze brennt mitteilt, sollte dies aber kein Grund zur Sorge sein: Beide haben nach der anstrengenden und intensiven Partie gegen den HSV kleinere Blessuren davon getragen und daher heute pausiert. Mehr Infos, ob und wer am Sonntag in Regensburg (Anpfiff 13:30 Uhr) wird mitwirken können, gibt es vermutlich auf der Pressekonferenz vor der Partie, die am Freitag um 11:00 Uhr im Fritz-Walter-Stadion stattfinden wird.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 21.04.2023:

"Wieder Tore schießen": Schuster will die Auswärts-Wende
Der 1. FC Kaiserslautern stellt sich nach zuletzt fünf Auswärtsniederlagen dem SSV Jahn Regensburg. Dirk Schuster will dabei auch eine Rechnung aus dem Hinspiel begleichen.
"In der Hinrunde waren wir auswärts ungeschlagen und haben in den Heimspielen einige Punkte liegen lassen. Normalerweise ist das aberwitzig, dass sich das in der Rückrunde ein Stück weit gedreht hat. Wenn ich wüsste, woran es genau liegt, würde ich das sofort ändern. Manchmal ist Fußball einfach verrückt. Explizit ist es kein Thema in der Mannschaft, aber wir wollen diese Ergebniskrise auswärts jetzt beenden, wieder Tore schießen und einen Neuanfang diesbezüglich in Regensburg starten", versucht FCK-Trainer Schuster Erklärungsansätze zu finden, warum sein Team in den vergangenen fünf Auswärtspartien punkt- und torlos geblieben ist - obwohl es noch in der Hinrunde in der Fremde keine einzige Niederlage kassiert hatte. Mit Blick auf den kommenden Gegner, für den es im Abstiegskampf noch um alles geht, sagt Schuster: "Regensburg muss das Heimspiel unbedingt gewinnen, um unten raus zu kommen. Wir werden mit dem Rückenwind versuchen, das Spiel zu gewinnen. Wir haben aber auch das 0:3 aus dem Hinspiel noch im Hinterkopf. Damals wie heute wurde die Schulterklopfmaschine rausgeholt, alle waren happy und euphorisch, was uns im Vorfeld die Favoritenrolle eingebracht hat. Damit konnten wir nicht umgehen, wir hatten nicht die 100 Prozent auf dem Platz und haben verdientermaßen verloren. Ich hoffe, dass alle die richtigen Lehren daraus gezogen haben."
Schusters Personalpuzzle: Boyd gesperrt, Rapp verletzt
Personell hatte Schuster die meisten Beobachter gegen den HSV unter anderem damit überrascht, dass er Terrence Boyd eine Pause verordnet und Nicolas de Préville sowie Ben Zolinski in die Startformation beordert hatte. Am Sonntag könnte dies wieder passieren, denn Boyd sah nach seiner Einwechslung gegen die Rothosen seine fünfte Gelbe Karte und fehlt gesperrt. Eine endgültige Entscheidung will Schuster aber erst nach den verbleibenden zwei Trainingseinheiten fällen. Erneut passen muss auch Nicolai Rapp, der nach einem Muskelfaserriss noch nicht wieder bei 100 Prozent ist und nächste Woche wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren soll. Darüber hinaus gebe es noch zwei, drei weitere personelle Fragezeichen, zu denen Schuster aber nicht die zugehörigen Spielernamen verraten will. Am Mittwoch fehlten beispielsweise Julian Niehues und Hendrick Zuck im öffentlichen Training (siehe ältere DBB-Meldungen).
Die Roten Teufel werden in der Oberpfalz wieder von mehreren tausend Fans unterstützt. Die 1.796 Karten für den offiziellen Gästebereich waren schnell ausverkauft, dazu deckten sich viele Anhänger mit Karten in den umliegenden Blöcken ein.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Jahn Regensburg
Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel in Regensburg folgen am Samstag im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
Quelle: Der Betze brennt

