
Gute Chancen, kein Tor: FCK und Nürnberg spielen 0:0
Der 1. FC Kaiserslautern muss weiter auf den dritten Heimsieg der Saison warten. Gegen den 1. FC Nürnberg sind die Lautrer das gefährlichere Team, nach umkämpften 90 Minuten müssen sie sich aber mit einem 0:0 begnügen.
Im Traditionsduell vor 46.895 Zuschauern im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion nahm Trainer Dirk Schuster wenig überraschend keine Änderungen in der Startformation vor. Auch die Ersatzbank beließ der FCK-Coach unverändert, was auch bedeutete, dass weder der angeschlagene Kevin Kraus noch Ben Zolinski zum Kader gehörten.
Aufgrund des großen Zuschauerandrangs und Verzögerungen beim Einlass pfiff Schiedsrichter Michael Bacher die Partie mit einer kleinen Verzögerung von zehn Minuten an. Als der Ball schließlich rollte, waren es die Gäste aus Nürnberg, die etwas besser ins Spiel fanden und durch Christopher Schindler per Kopf nach einer Ecke zu einer ersten Chance kamen (8.). Die Roten Teufel brauchten etwas länger, wurden ebenfalls nach einem Eckball aber ihrerseits gefährlich. Die Direktabnahme von Julian Niehues klärte ein Nürnberger knapp vor der Torlinie (10.). Ein langer Schlag aus der eigenen Hälfte sorgte für die nächste Möglichkeit der Lautrer. Marlon Ritter versuchte es aus rund 16 Metern, verfehlte das Ziel aber um einen knappen Meter (26.).
Nach einer weitgehend ereignisarmen ersten Halbzeit spielte der FCK im zweiten Durchgang auf die Westkurve - und er strahlte vom Anpfiff weg deutlich mehr Torgefahr aus. Kenny Redondo hatte in der 47. eine erste Möglichkeit und fand in der 50. Minute bei seiner zweiten Chance in FCN-Keeper Christian Mathenia seinen Meister, wobei der Querpass auf Jean Zimmer in dieser Sitation die bessere Entscheidung gewesen wäre. Nach einer guten Schusschance durch Ritter nach starkem Ballgewinn und Umschaltspiel von Niehues (61.) hieß es auch in der Folge Mathenia gegen die Lautrer Angreifer. Doch weder Terrence Boyd (68.) noch Philipp Klement (71.) mit einem fulminanten Distanzschuss konnten den Schlussmann der Franken bezwingen.
Zehn Minuten vor dem Ende schienen die Gastgeber dann doch noch die ganz große Chance zum nun überfälligen Siegtreffer zu bekommen. Nach einem vermeintlichen Handspiel im Strafraum entschied Referee Bacher zunächst auf Elfmeter für den FCK, nahm die Entscheidung nach Videobeweis aber wieder zurück. Weitere Aufreger gab es danach nicht mehr, so dass der FCK zum achten Mal in dieser Saison unentschieden spielte. Weiter geht es für die Jungs vom Betze am kommenden Samstag (20:30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld.
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Quelle: Der Betze brennt
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- Statistik zum Spiel: 1. FC Kaiserslautern – 1. FC Nürnberg 0:0
Ergänzung, 16:39 Uhr:
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"Hätten den Sieg verdient": Teufel trauern Chancen nach
Wieder die Null gehalten und nun schon die Hälfte der Punkte zum Klassenerhalt eingetütet. Trotzdem trauert man beim 1. FC Kaiserslautern nach dem 0:0 gegen den 1. FC Nürnberg dem verpassten Sieg hinterher.
Es war ein zunächst zähes, ein hart umkämpftes Spiel. Doch in der zweiten Halbzeit waren die Roten Teufel die dominante Mannschaft, erspielten sich Chance um Chance und schnupperten am dritten Heimsieg der Saison. Nürnberg dagegen konzentrierte sich fast ausschließlich aufs Verteidigen. Doch das benötigte FCK-Tor wollte einfach nicht fallen. Einen Handelfmeter zehn Minuten vor dem Ende nahm Schiedsrichter Michael Bacher nach Ansicht der Videobilder - richtigerweise - auch noch zurück. FCK-Trainer Dirk Schuster stellte nach der Partie dennoch das Positive heraus: "Es war ein intensives und interessantes Spiel. Wir haben exakt so defensiv begonnen wie in Rostock, hatten aber auch selbst den einen oder anderen Hochkaräter. Wir haben aber die falschen Entscheidungen getroffen. Dementsprechend müssen wir mit dem Punkt leben, den wir aber auch gerne mitnehmen." Positiv hob der Trainer auch die Art und Weise hervor, wie seine Roten Teufel auftraten, und richtete zugleich den Blick schon auf die Partie in einer Woche bei Schlusslicht Bielefeld: "Wichtig war für mich, wie wir agiert haben, dass wir die Basics wie Lauf- und Kampfbereitschaft an den Tag gelegt haben. Da kann man den Jungs keinen Vorwurf machen. Dass wir den Sieg unbedingt wollten, das hat die Mannschaft gezeigt. Wir haben auch sehr offensiv gewechselt. Es sollte am Ende aber nicht sein. Wir haben jetzt 20 Punkte, auf denen wir uns aber nicht ausruhen dürfen. Unser Ziel ist, in Bielefeld erfolgreich zu bestehen."
Zimmer "übersehen": "Wir meckern aktuell auf hohem Niveau"
Die vielleicht größte Möglichkeit, ein Tor zu erzielen, vergab kurz nach der Pause Kenny Redondo, der aus relativ spitzem Winkel selbst den Abschluss suchte, statt den in der Mitte völlig freistehenden Jean Zimmer anzuspielen. Der Kapitän war auf dem Platz sichtlich verärgert, fand nach Spielende aber schon wieder versöhnliche Worte: "Ich glaube, wenn er mich sieht, spielt er den Ball zu mir quer. Mehr als schreien kann ich aber nicht. Wenn er abspielt, ist die Wahrscheinlichkeit auf ein Tor sehr, sehr hoch. So sieht es natürlich sehr dämlich aus. Das habe ich ihm dann in einem angenehmen Ton mitgeteilt. Aber wir meckern auf hohem Niveau, haben jetzt 20 Punkte. Aber es zeigt, was wir für einen Anspruch an uns selbst haben." Etwas ärgerlich ist für Zimmer auch, dass er nach einem Scharmützel die fünfte Gelbe Karte sah. Somit verpasst er den Auftritt auf der Bielefelder Alm, ist aber pünktlich zum Derby drei Tage später gegen Karlsruhe wieder spielberechtigt. "Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mir auf dem Platz nichts sagen, mich erst recht nicht beschimpfen lasse. Natürlich hätte ich gerne abends auf der Alm gespielt. So geht es eben gegen den KSC weiter", richtet der 28-Jährige den Blick nach vorne.
Ritter staunt: "War über die Nürnberger Leistung erschrocken"
Auch Marlon Ritter trauerte in der Mixedzone noch den verpassten Chancen und dem ersehnten Heimsieg etwas hinterher: "Wir hatten die besseren Torchancen. Nürnberg hat wenig für das Spiel getan. Wir wollten unbedingt gewinnen, daher sind wir natürlich etwas enttäuscht. Nichtsdestotrotz haben wir nun 20 Punkte, die Hälfte von dem, was wir uns vorgenommen haben. 22 wären aber natürlich schöner." Mit Blick auf den Gegner zeigte sich der 28-Jährige etwas überrascht über dessen defensive Spielweise: "Ich war etwas erschrocken, wie wenig der FCN für die Partie getan hat. Sie haben reihenweise Spieler, die eigentlich richtig geil Fußball spielen können. Aber sie wollten das heute gar nicht. Die sind hierher gekommen und haben gesagt: 'Wenn wir einen Punkt holen, sind wir zufrieden.' Sie haben ihr Ziel erreicht, wir leider nicht."
Klement "etwas genervt": "Wiederholt sich ein bisschen"
In die Liste der Torchancen trug sich auch ein Abschluss von Philipp Klement ein, der sich in der 71. Minute ein Herz fasste, aus rund 20 Metern einfach mal abzog, aber seinen Meister in FCN-Keeper Christian Mathenia fand. "Als der Ball vom Fuß gegangen ist, dachte ich eigentlich, dass er einschlägt. Aber da muss man dem Nürnberger Keeper Respekt zollen." Im Hinblick auf den Spielverlauf und das Ergebnis schloss sich der 30-Jährige seinen Mannschaftskollegen an: "Wir sind heute etwas genervt. Es wiederholt sich leider ein bisschen, dass wir gut spielen, aber uns nicht belohnen und gewinnen. Wenn es heute einen verdienten Sieger gegeben hätte, dann wären es sicher wir gewesen. Es war zwar kein Leckerbissen, aber wir hatten genug Chancen, um ein Tor zu schießen. Heute wäre ein ähnlicher Spielverlauf wie in Rostock möglich gewesen, deswegen ist es etwas ärgerlich."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 19:30 Uhr:

Blick in die Kurve
Der Betze als Hexenkessel: Choreo, Stimmung, volles Haus
Sportlich fehlen im Spiel des 1. FC Kaiserslautern gegen den 1. FC Nürnberg die Tore. Atmosphärisch lässt das Duell kaum Wünsche offen. Mehrfach verwandeln die Fans den ausverkauften Betze in den gefürchteten Hexenkessel.
So macht Fußball Spaß: Mit 46.895 Besuchern sorgen die Anhänger der Roten Teufel sowie die ebenfalls sehr zahlreich vertretenen Schlachtenbummler aus Nürnberg zum ersten Mal in dieser Saison für ein ausverkauftes Fritz-Walter-Stadion. Schon weit vor dem Anpfiff merkt man in der Lautrer Innenstadt, rund um den Bahnhof und auf den Wegen hinauf auf den Betzenberg, dass das Stadion noch einmal eine ganze Ecke besser gefüllt ist, als in den ebenfalls schon ausgesprochen gut besuchten bisherigen Heimspielen.
Wenige Minuten vor dem geplanten Anstoß um 13:00 Uhr verkündet Stadionsprecher Horst Schömbs dann ein weiteres Novum in dieser Saison, da der Spielbeginn angesichts des Andrangs und Verzögerungen beim Einlass insbesondere im Bereich der FCN-Anhänger um zehn Minuten verschoben werden muss. Die Westkurve und der Gästesektor nutzen die Verzögerung für ein erstes Kräftemessen und einen eindrucksvollen Vorgeschmack, was an diesem Samstagmittag in Sachen Stimmung möglich ist.


Als die Mannschaften schließlich den Rasen betreten, geht in der Westkurve eine große Choreographie der FCK-Ultras nach oben. "Was wär de Betze, wenn wir net wär’n. Die Stütze des Vereins", zitiert ein Spruchband eine Zeile aus dem "Westkurv’ Song". Passend dazu verschwindet der Unterrang hinter einer Blockfahne mit der Aufschrift: "Westkurve - Kaiserslautern". Im oberen Bereich der Tribüne werden rote und weiße Papptafeln hochgehalten.
Neben der ersten großen Choreo in dieser Saison bei einem Heimspiel werden während der 90 Minuten weitere Spruchbänder präsentiert, die einmal mehr auf die umstrittene WM in Katar, aber auch auf die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Fans und der Polizei unter anderem beim Derby in Hamburg oder am vergangenen Wochenende in Mainz eingehen. Auch die im Vorfeld des Traditionsduells aufgekommene Diskussion um den aus Sicherheitsgründen freigehaltenen Pufferblock auf der Osttribüne wird per Spruchband thematisiert. "Polizei KL: Eure Paranoia ist größer als jeder Pufferblock!" In der Nachbetrachtung wirken die fast 3.000 freigehaltenen Plätze tatsächlich ziemlich übertrieben, zumal die Begegnung auch nach Ansicht der Polizei ohne größere Vorfälle über die Bühne geht.

Folgende Spruchbänder sind in der Westkurve während des Spiels zu sehen:
- "Fuck PMG!"
- "Ob in Hamburg, Berlin, Mainz oder Dortmund. Von Medien und Gesellschaft verschwiegen. Polizeiwillkür in den Griff kriegen!"
- "Mörderische Praktiken und Lügen beenden. Wer nur zusieht, hat auch Blut an den Händen. Denn zusehen heißt akzeptieren."
- "Menschenrechte sind unverhandelbar. Boycott Qatar!"
- "Vertuschen, verbieten und verhindern. Die beste WM aller Zeiten, Gianni?"
- "Stark bleiben, Butcher"


Der FCN bringt rund 6.000 Schlachtenbummler mit in die Pfalz, der größte Gäste-Anhang seit dem Spiel im DFB-Pokal im August 2019 gegen Mainz. Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigen die "Glubb"-Fans eine Choreo mit schwarzen Planen, einem blutbefleckten Fußball und der Forderung "Boycott Qatar!" Der Support der von befreundeten Schalkern unterstützten Gäste ist sehr ordentlich, wobei sie sich während der großen Drangphase der Roten Teufel gegen die zu diesem Zeitpunkt brachial lauten FCK-Fans kaum behaupten können. Umso größer ist der Jubel der Schwarz-Roten nach dem Schlusspfiff und dem für sie schmeichelhaften Punkt.


Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Heimspiel gegen Nürnberg:
- Fotogalerie | 14. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern - 1. FC Nürnberg
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 30.10.2022:
Hinten sicher, vorne glücklos: Die Noten gegen den FCN
Der 1. FC Kaiserslautern bleibt gegen den 1. FC Nürnberg zum dritten Mal in dieser Saison ohne Gegentreffer, lässt aber offensiv das Zielwasser vermissen. Dementsprechend gemischt fallen auch die Spielernoten aus.
Schaut man sich die Fan-Bewertungen auf Der Betze brennt an, sieht man, dass nach dem 0:0 gegen Nürnberg kein Akteur wirklich heraussticht. Die beste Note erhält neben Keeper Andreas Luthe, der zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentor blieb, Innenverteidiger Boris Tomiak. Beide kommen bei bislang rund 2.000 abgegebenen Einzelbewertungen durchschnittlich auf eine 2,5. Auch die Journalisten der "Rheinpfalz" sehen Tomiak als einen der Besten an, vergeben sogar eine glatte Zwei, an Luthe dagegen "nur" eine glatte Drei - wohl weil der Keeper weitgehend beschäftigungslos war. Zum besten Spieler neben Tomiak kürt die Tageszeitung Kreativspieler Philipp Klement, der nach 71 Minuten per Distanzschuss eine große Möglichkeit zur Führung auf dem Fuß hatte, die aber von FCN-Keeper Christian Mathenia glänzend pariert wurde. Von den Fans wird Klement dagegen fast eine ganze Note schlechter bewertet (2,9).
Geteilte Meinungen über Klement - Boyd unter dem Durchschnitt
Auch Kenny Redondo hätte für den dritten Heimsieg der Saison sorgen können, wenn er in der 49. Minute den besser positionierten Jean Zimmer angespielt hätte, der frei vor dem Tor zum Einschieben bereitstand. Sowohl Zimmer (DBB: 3,3 / Rheinpfalz: 3,0) als auch Redondo (3,2 / 3,5) werden ungefähr gleich eingeschätzt. Glücklos war auch der Doppel-Torschütze aus Rostock und FCK-Topscorer Terrence Boyd. Erstmals in dieser Saison schneidet er im Fan-Votum von allen FCK-Spielern am schlechtesten ab (3,4). Die Journalisten verteilen an ihn sogar als einzigen Spieler neben Hendrick Zuck eine glatte Vier. Zuck wiederum erntet von den Fans deutlich bessere Noten (3,2).
» Zur kompletten Notenübersicht: 1. FC Kaiserslautern - 1. FC Nürnberg

Die DBB-Noten zum Heimspiel gegen Nürnberg können noch bis heute, 14:45 Uhr abgegeben werden: Zur Notenabgabe FCK-FCN. Die Bewertungen des "Kicker" folgen am Montag.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 09.03.2023:
DFB verhängt Geldstrafe wegen Becherwürfen gegen FCK
Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den 1. FC Kaiserslautern im Einzelrichterverfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger beim Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg am 29. Oktober 2022 mit einer Geldstrafe in Höhe von 2.500 Euro belegt.
Auslöser für die Strafe war, dass im Laufe der Partie insgesamt fünf Becher in den Innenraum des Fritz-Walter-Stadions geworfen wurden. Der 1. FC Kaiserslautern nimmt diese Strafe nochmals zum Anlass, alle Stadionbesucher ausdrücklich dazu aufzurufen, das Werfen von Gegenständen jeglicher Art, insbesondere auch von Bechern, zu unterlassen. Auch das Fanbündnis Kaiserslautern hatte sich zu Beginn der aktuellen Spielzeit in einem Aufruf an die FCK-Fans die Problematik von vermehrten Becherwürfen aufgegriffen.
Quelle: fck.de

