
Defensivspieler Julian Niehues wechselt zum FCK
Defensivspieler Julian Niehues verstärkt den 1. FC Kaiserslautern. Der 20-Jährige wechselt ablösefrei vom Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, bei dem er in der zurückliegenden Spielzeit Leistungsträger in der Zweiten Mannschaft war, in die Pfalz.
Der 1,95 Meter große gebürtige Münsteraner erlernte das Fußballspielen in seiner Heimatstadt beim SC Preußen Münster, ehe er vor drei Jahren in den "Fohlenstall" des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach wechselte.
Nach zwei Spielzeiten als Stammspieler in der A-Junioren-Bundesliga rückte er im vergangenen Sommer in die Regionalligamannschaft der Fohlen auf, in der er in seinem ersten Jahr im Herrenfußball ebenfalls auf Anhieb zum unangefochtenen Stammspieler avancierte, an 39 von 40 Spieltagen für die Gladbacher U23 auf dem Platz stand und lediglich ein Spiel wegen einer Gelbsperre verpasste. Für das Team von Trainer Heiko Vogel lief er dabei sowohl im defensiven Mittelfeld als auch in der Dreierabwehrkette auf und konnte im Saisonverlauf fünf Treffer erzielen.
"Wir sind sehr glücklich, dass wir ein Talent wie Julian für uns gewinnen konnten. Er ist ein gelernter Sechser, hat für seine Größe eine enorme Handlungsschnelligkeit und eine gute Spielübersicht. Er ist im Defensivbereich variabel einsetzbar und zudem torgefährlich", so FCK-Geschäftsführer Sport Thomas Hengen.
"Ich hatte sehr gute Gespräche mit den Verantwortlichen, sowohl mit dem Trainerteam als auch mit Thomas Hengen. Der FCK ist kein normaler Drittligaverein. Die Idee, wie hier Fußball gespielt wird, gefällt mir, auch die Mentalität hier passt zu mir. Von daher war für mich schnell klar, hier passe ich hin", erklärt Julian Niehues seinen Wechsel an den Betzenberg.
Spielerdaten
Name: Julian Niehues
Position: Abwehr/Mittelfeld
Geboren: 17.04.2001 in Münster
Nationalität: Deutsch
Größe: 1,95 m
beim FCK seit: 19. Juni 2021
frühere Vereine: Borussia Mönchengladbach, SC Preußen Münster
Quelle: Pressemeldung FCK
Weitere Links zum Thema:
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Ergänzung, 20.06.2021:

Julian Niehues im Zweikampf für Gladbach gegen Essen; Foto: Imago Images
Dritter externer Neuzugang: Das ist Julian Niehues
Mit Julian Niehues steht der nächste Neuzugang des 1. FC Kaiserslautern fest. Wieder einer mit Gardemaß, wieder einer aus der Regionalliga West. Der FCK-Kader gewinnt an Kontur - und Größe.
Soll noch mal einer sagen, in der Transferpolitik des 1. FC Kaiserslautern sei keine Linie erkennbar. Mit Julian Niehues (Borussia Mönchengladbach II, 1,95 Meter groß) haben die Pfälzer nach Boris Tomiak (Fortuna Düsseldorf II, 1,93 Meter) und René Klingenburg (Viktoria Köln, 1,90 Meter) die nunmehr dritte Neuverpflichtung mit Gardemaß unter Dach und Fach gebracht. Bereits in unserem DBB-Interview im Mai hatte Sport-Geschäftsführer Thomas Hengen angekündigt, dass im Kader "mehr Körpergröße" benötigt wird - den Worten sind nun Taten gefolgt.
Ebenfalls vorteilhaft: Niehues (20) und Tomiak (22) sind noch im U23-Alter, erleichtern es Trainer Marco Antwerpen künftig, die DFB-Auflage für die 3. Liga zu erfüllen, wonach in jedem Spieltagskader vier Akteure bis 23 Jahre berücksichtigt werden müssen (Stichtag hierfür ist der Geburtstag am 01. Juli 1998 oder später). Zudem sind beide zuletzt in der Regionalliga West unterwegs gewesen - dort, wo auch Antwerpen und Hengen bei ihren Arbeitgebern der Vergangenheit aktiv waren. Ein Indiz dafür, dass die beiden bei ihrer Spielersuche besonders auf persönlich gesammelte Eindrücke und Kontakte setzen.
Erst Preuße, dann Borusse
Niehues kommt nun zwar aus dem Gladbacher Fohlenstall, hat allerdings erst ab dem U19-Juniorenalter das Borussen-Trikot getragen. Er ist in Münster geboren und bis zur U17 bei den Preußen ausgebildet worden, dem gegenwärtigen Regionallisten, bei dem der Lautrer Sascha Hildmann heuer in seine dritte Saison als Cheftrainer startet.
Aus Niehues' Zeit bei der U13 ist noch ein ergötzliches YouTube-Video erhalten, in dem der junge Julian von der "Laufintensivität" berichtet, die ihn nun in der U14 erwartet - und das dokumentiert, dass die heutige 1,95-Meter-Kante schon damals einen Kopf größer als seine Mitspieler war.
» Zum Video: Münsters U13-Youngstars im Spiel gegen Gievenbeck
Ein Video aus seinen Spielzeiten bei Preußen Münsters U17 wiederum zeigt, dass Niehues schon früh beidfüßig gut ausgebildet war: In Minute 1:30 bringt er seine "linke Klebe" eindrucksvoll zum Einsatz.
» Zum Video: Julian Niehues trifft mit links für die U17 von Preußen Münster
2018 wechselte das Talent nach Mönchengladbach, und damit "war dann klar, dass Fußball für mich mehr als ein Hobby sein wird", erzählte Julian Niehues 2020 in der "Rheinischen Post". Auch in den Jahren davor hatten schon Vereine Interesse an dem westfälischen Auswahlspieler gezeigt. Dennoch sei ihm wichtig gewesen, parallel zum Fußball auch sein Abitur zu machen, "da den Traum, Fußballprofi zu werden, sehr viele haben, es aber nur die Wenigsten am Ende schaffen".
In Lautern kann der 20-Jährige nun weiter daran arbeiten, seinen Traum zu verwirklichen. Die Preußen hätten ihr Eigengewächs übrigens auch gerne zurück nach Münster geholt. Sportchef Peter Niemeyer erklärte der "Münsterschen Zeitung" jedoch schon vergangenen Freitag, dass seine Bemühungen erfolglos bleiben würden: "Er hat ganz andere Angebote."
Variable Defensivkraft mit Tordrang
In der vergangenen Regionalliga-Saison war Niehues bei Gladbachs U23-Trainer Heiko Vogel gesetzt. 35-mal stand er in der Startelf, viermal wurde er eingewechselt, lediglich einmal fehlte er wegen einer Gelbsperre. Hauptsächlich wurde er als "Sechser" eingesetzt, gelegentlich auch in der hinteren Reihe, sowohl in einer Dreier- als auch in einer Viererkette.
Und: Als Defensivspieler erzielte Niehues immerhin fünf Tore. Zwei davon waren spielentscheidend: die 1:0-Siegtreffer gegen Rot-Weiß Ahlen und Schalke 04 II. Ein Leistungsträger also, "für seine Größe enorm handlungsschnell und mit guter Spielübersicht" - das Urteil, das Thomas Hengen über ihn abgegeben hat, wird auch im Gladbach und Münsteraner Umfeld über ihn geteilt.
Kumpel Steinkötter bleibt in der Nähe
Dass Niehues' Vertrag in Gladbach nicht verlängert wurde, ist die Folge einer umfassenden Umstrukturierung, die die Borussen für die kommende Saison im Nachwuchsbereich planen. Insgesamt trennen sie sich von 15 U23-Spielern.
Unter anderem auch von Justin Steinkötter, mit dem gemeinsam Julian Niehues einst von Münster an den Niederrhein wechselte. Sich regelmäßig zu treffen, dürfte für die beiden Kumpels allerdings auch künftig kein Problem sein: Steinkötter wechselte zum Lautrer Liga- und Lokalrivalen 1. FC Saarbrücken.
Quelle: Der Betze brennt

