
Samstag, 14:00 Uhr: Ostsee-Trip mit Druck im Gepäck
Wenn der 1. FC Kaiserslautern am Samstag zu Hansa Rostock reist, dann stehen die Roten Teufel unter dem Druck, vom Aufstiegskandidaten etwas zählbares mitzubringen. Gemeinsam mit "Fussballdaten.de" blicken wir auf die Statistiken zum Auswärtsmatch.
Schaut man auf die Tabelle, dann steht der FC Hansa genau da, wo eigentlich der FCK stehen wollte. Die Kogge hat durch sieben Siege in den vergangenen acht Partien still und leise Tabellenplatz 2 eingenommen und befindet sich damit aktuell auf Aufstiegskurs. Damit dürfte der FCK ähnlich wie vor knapp zwei Wochen in Ingolstadt oder auch vor sechs Wochen in Dresden klarer Außenseiter sein, doch das muss bekanntlich kein Nachteil sein. Das Duell mit Hansa blickt jedenfalls auf eine große Tradition zurück: Ganze 33-mal trafen beide Vereine bereits aufeinander, 20 Spiele fanden in der Beletage des deutschen Fußballs statt. Immerhin 15 Siege konnten die Roten Teufel dabei einfahren, man denke etwa an das 6:0 im November 2008, damals in der 2. Bundesliga. Aber auch die 0:1-Niederlage aus dem April 2010 dürfte vielen FCK-Fans noch in Erinnerung sein. Mit einem Sieg hätten die Lautrer vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion den Bundesliga-Aufstieg perfekt machen können, jedoch versagten am Ende die Nerven. Gefeiert werden durfte schließlich trotzdem, zwei Tage später durch ein 1:1 des Konkurrenten FC Augsburg beim FSV Frankfurt.
Enge Situation rund um den Abstiegsstrich - Stellt Antwerpen um?
Am kommenden Samstag geht es für den FCK dagegen einzig darum, weitere nötige Punkte für den Klassenerhalt in der 3. Liga zu sammeln. Ob der Gegner dabei in der Tabelle oben oder unten steht, ist mittlerweile auch egal, denn herzuschenken gibt es nichts mehr. So absolvieren am Dienstag und Mittwoch einige Abstiegskandidaten noch Nachholspiele, und sollte beispielsweise der KFC Uerdingen gegen den allerdings deutlich favorisierten FC Ingolstadt gewinnen, dann würde der FCK vorm Rostock-Spiel unter den Strich rutschen. Aber auch wenn das nicht der Fall sein sollte, werden dringend Punkte benötigt. Spannend wird sein, wem Marco Antwerpen das Vertrauen schenken wird. Gegen Meppen überraschte der FCK-Coach, indem er Lauterns besten Torjäger Marvin Pourié aus dem Kader strich und nach nichtmal einer Stunde gleich fünffach auswechselte, dabei auch vor mehreren Leistungsträgern nicht haltmachte. Einige Umstellungen zum Geisterspiel im Ostseestadion sind also denkbar.
Quelle: Der Betze brennt / Fussballdaten.de
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 04.03.2021:

Foto: Imago Images
Nicht fit genug: FCK wohl auch in Rostock ohne Pourié
Für den 1. FC Kaiserslautern gibt es keine Punkte mehr zu verschenken - auch nicht im schwierigen Auswärtsspiel bei Aufstiegsaspirant Hansa Rostock. Ein Thema ist weiterhin die Mentalität der Mannschaft, außerdem steht die Personalie Marvin Pourié im Blickpunkt.
"Wir müssen die Spieler immer wieder sensibilisieren, worum es jetzt geht. Wir haben nur noch zwölf Spiele. Dessen müssen wir uns bewusst sein. Wir führen diese Gespräche mit der gesamten Mannschaft. Bei dem ein oder anderen Spieler ist das auch definitiv angekommen, was man an der Leistung sieht, die sie auf den Platz bringen. Jetzt zählt jeder Pass und jeder Zweikampf. Wir brauchen eine hohe Konzentration auf dem Platz. Gestern im Nachholspiel hat man gesehen, dass auch Lübeck Rostock schlagen kann. Wir nehmen aus dieser Partie mit: In dieser Liga ist viel möglich und wir können auch in Rostock gewinnen", gibt sich FCK-Trainer Marco Antwerpen vor dem Geisterspiel beim Tabellen-3. kämpferisch.
"In dieser Liga ist viel möglich und wir können auch in Rostock gewinnen"
Neben den länger ausfallenden Spielern wird höchstwahrscheinlich auch Marvin Pourié in Rostock wieder außen vor sein. Antwerpen sieht den mit acht Saisontoren besten FCK-Angreifer aktuell nicht auf dem Fitnessstand des 18er-Kaders. "Marvin Pourié in Topform ist ein Spieler, auf den wir nicht verzichten wollen. Das ist im Moment jedoch nicht der Fall. In dem Fall ist es eine Entscheidung für die Mannschaft und gegen den einzelnen Spieler", so der Coach. Auch Felix Götze fällt wegen Adduktorenproblemen weiterhin aus, soll aber nächste Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.
Alle weiteren Informationen rund um das Auswärtsspiel bei Hansa Rostock folgen am morgigen Freitag im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Hansa Rostock
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 04.03.2021:

Foto: Neis/Eibner
Blick auf den Gegner: Rostocks Stärken und Schwächen
Neu auf DBB: In Kooperation mit "Createfootball" liefern wir Euch ab sofort weitere Statistiken zum 1. FC Kaiserslautern und seinen jeweiligen Gegnern. Dabei zeigt sich gleich beim Blick auf das anstehende Spiel gegen Hansa Rostock Überraschendes.
"Createfootball" ist ein noch junges Unternehmen, das insbesondere für Vereine Spiel- und Spielerdaten aus Ligen in ganz Europa analysiert und auf Der Betze brennt zukünftig interessante Fakten zum Gegner mit denen des FCK vergleichen wird.
Beim Blick auf die anstehende Partie gegen Rostock zeigt sich: Der viel zitierte Satz von der "Leistungsdichte in der 3. Liga" hat auch unter trocken-analytischen Gesichtspunkten durchaus seine Berechtigung. Der Tabellen-16. aus Kaiserslautern hat im Durchschnitt fast genauso viel Ballbesitz wie der Tabellen-3. aus Rostock, gewinnt genauso viele Kopfbälle und Zweikämpfe, schießt im Durchschnitt aus fast der gleichen Distanz aufs Tor, schlägt seine Flanken genauso genau (oder ungenau), spielt sogar ein paar Pässe mehr und diese obendrein mit einer etwas besseren Erfolgsquote.
FCK und Hansa in vielen Details ebenbürtig - außer bei der Chancenausbeute
Warum also steht Lautern so viel schlechter in der Tabelle? Das liegt, als hätten wir es nicht schon geahnt, an der schlechten Chancenverwertung des FCK - nur jede fünfte Torgelegenheit führt zum Erfolg. Und: Hansa spielt seine "Schnittstellenpässe" besser, also die, die die gegnerische Deckung wirklich in Bewegung bringen, Lücken schaffen und Torchancen generieren.
Außerdem errechnet "Createfootball" für DBB künftig die "expected Points", die zusätzlich zu den "expected Goals", die unser Taktik-Autor Eric Scherer regelmäßig für seine Analysen heranzieht, auch die "expected Goals against", also die zu erwartenden Gegentore. Und denen zufolge steht Lautern auf dem Papier sogar besser als Rostock, will sagen: Wäre bislang tatsächlich nach "expected Points" gepunktet worden, stünde der FCK vor Hansa. Mit diesen Erkenntnissen im Rücken sollte sich auch die auf dem Papier schwere Aufgabe beim Aufstiegsaspiranten selbstbewusst angehen lassen.
Die Team-Statistiken vor dem Spiel Rostock-FCK auf einen Blick:

Quelle: Der Betze brennt / Createfootball
