Zuerst der Blick auf unseren FCK:

Königstransfer am letzten Tag: Halil Altintop; Foto: Imago/Harder
Altintop und Co: Viel Erfahrung - viel Hoffnung?
Zum Ende der Winter-Transferperiode machte es der 1. FC Kaiserslautern noch einmal richtig spannend - präsentierte mit Halil Altintop aber schließlich doch seinen dritten Neuzugang. Alle drei bringen vor allem eines mit: viel Erfahrung.
Das Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg war gerade vorbei, da sprachen Cheftrainer Jeff Strasser und Sportdirektor Boris Notzon ganz unter dem Eindruck eines desolaten Halbjahres Klartext: Vier Neuzugänge wollte der 1. FC Kaiserslautern verpflichten, "für alle Linien", wie Strasser schon zum Ende der Hinrunde betont hatte. Bestenfalls sollten die Verstärkungen zum Trainingsauftakt am 3. Januar auf dem Betzenberg sein, spätestens aber zum Abflug ins Wintertrainingslager nach Spanien im Flieger sitzen.
Ob die Verantwortlichen ihre forschen Worte bald bereuten? Denn das Vorhaben, eine verstärkte Mannschaft zum Beginn der Vorbereitung beisammen zu haben und damit im Übrigen auch den Monsterumbruch aus dem vergangenen Sommer (jeweils 19 Zu- und Abgänge) zu korrigieren, glückte nicht. Fehlte es dem FCK, abgeschlagenes Schlusslicht in der 2. Bundesliga, an Argumenten? Das Anforderungsprofil war klar umrissen: Spieler mit Mentalität und Wille sollten kommen, eine Vergangenheit bei den Roten Teufeln, womöglich auch wegen geringer Eingewöhnungszeit, wäre neben der sportlichen Klasse von Vorteil.
Jenssen-Transfer sorgt für ein Ausrufezeichen
Es ging zunächst gut los: Einer, bei dem alles zusammenpasste, war Ruben Jenssen. Der Mittelfeldmann, der den FCK 2016 Richtung Groningen verlassen hatte, wechselte Anfang Januar auf Leihbasis zu den Roten Teufeln und sorgte für ein erstes Ausrufezeichen. "Zusammen ist alles möglich", gab der Norweger zum Einstieg die Richtung vor. Noch am gleichen Tag heizte eine mögliche Rückkehr von Halil Altintop, der bei Slavia Prag vor einem Abgang stand, die vorsichtige Aufbruchstimmung an.
Sie ebbte schnell ab. Weder der Profivertrag für Nachwuchstalent Dylan Esmel, noch die wohl eher für die zweite Mannschaft gehandelten Mats Facklam (der letztlich bei den Sportfreunden Lotte landete) und Jacky Mmaee (Torjäger in der zweiten luxemburgischen Liga) versetzten den rot-weißen Anhang in Euphorie.
Callsen-Bracker gleich ein Führungsspieler
Immerhin brachte Jan-Ingwer Callsen-Bracker wieder etwas Dampf in die Gerüchteküche. Die Ausleihe des beim FC Augsburg unter Vertrag stehenden Verteidigers bahnte sich an - und wurde nach dem ersten Bundesliga-Spieltag, bei dem der 33-Jährige nicht im Kader der Schwaben stand - eingetütet. Notzon hatte zuvor angekündigt, sich auch bei den 18 Erstligisten umzuschauen und wurde somit fündig. Callsen-Bracker avancierte in den ersten eineinhalb Pflichtspielen zum "Anker" (Notzon) und verdiente sich nach dem 1:3 in Düsseldorf schnell den Titel "Führungsspieler".
Zwei von vier Positionen konnte der FCK damit besetzen - es folgte die große Dürre. Weder Romain Bregerie, der stattdessen nach Darmstadt ging, noch Hannovers Manuel Schmiedebach waren zu einem Wechsel zu bewegen. Bis zum ersten Pflichtspiel in Darmstadt und vor dem Heimspiel-Auftakt gegen die Fortuna präsentierten die Roten Teufel einen Neuzugang. Notzon ruderte darüber hinaus auch noch in Sachen Altintop öffentlichkeitswirksam zurück - die Gerüchte hielten sich aber hartnäckig bis zur Schließung des Transferfensters. Hinzu kamen außerdem Fragen nach der Zukunft des gesundheitlich angeschlagenen Strasser.
Langes Ringen um Altintop
Der Luxemburger hatte kurz vor dem Darmstadt-Spiel noch einmal vehement um Verstärkungen geworben, andernfalls sei die Mission Klassenerhalt nicht zu erreichen. Ein Sechser und ein torgefährlicher Mittelfeldspieler sollten noch kommen. Mit Krystian Bielik rückte der "Kicker" ein junges polnisches Defensiv-Talent vom FC Arsenal in die Nähe der Roten Teufel. Ein Wechsel kam aber nicht zustande, trotz Gesprächen. Gustav Engvall wurde zudem als Verstärkung für den Sturm gehandelt.
Es folgte der letzte Tag der Transferperiode - Deadline Day! Schon am Vortag hatten "SWR" und "Kicker" die nun offenbar doch kurz bevorstehende Verpflichtung von Altintop vermeldet. Den ehemaligen Lautrer, der in der Abstiegssaison 2006 20 Tore erzielte hatte, zog es auch aus familiärer Verbundenheit in die Pfalz zurück. Doch die Verhandlungen zogen sich hin, das Ende der Transferphase rückte näher - und verstrich schließlich. Es folgten Stunden des bangen Hoffens - war der Transfer geplatzt? Dann schließlich die Erleichterung: Er kommt! Weil Altintops Ex-Klub Slavia Prag für Probleme sorgte, konnte der FCK erst am Abend offiziell die Verpflichtung bekanntgeben. Und der Stürmer unterschrieb sogar bis 2019 - ligaunabhängig.
Atik ist der einzige Abgang
Nahezu kein Thema waren dagegen Abgänge im Kader der Roten Teufel. Einzig die Leihe von Baris Atik, der die Reise ins spanische Trainingslager erst gar nicht angetreten hatte und dem Differenzen mit Strasser nachgesagt wurden, fand ihr vorzeitiges Ende. Der bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag stehende Offensivspieler kam bei Darmstadt 98 unter und stand beim abgebrochenen Spiel im Kader der Lillien.
Quelle: Der Betze brennt
Und gleich hinterher die Transfers der anderen Abstiegskandidaten:

Früher Lautern, jetzt Braunschweig: Stürmer Philipp Hofmann (Mitte); Foto: Imago/Picture Point
Transfers: Das hat die Konkurrenz gemacht
Die Winter-Wechselperiode ist abgeschlossen. Nicht nur der FCK wurde auf dem Transfermarkt noch einmal aktiv. Auch andere Clubs im unteren Tabellendrittel haben nachgerüstet.
Unter den Profis, die sich für die zweite Saisonhälfte einem neuen Verein angeschlossen haben, findet sich auch der ein oder andere Spieler mit einem Bezug zum 1. FC Kaiserslautern. Mit Blick auf die anstehenden Partien der Roten Teufel gegen die Konkurrenten im Abstiegskampf haben wir uns deren Transfers einmal genauer angeschaut.
Eintracht Braunschweig (vier Neuzugänge)
Noch im Vorjahr verpasste Braunschweig in der Relegation den Aufstieg in die Bundesliga. Inzwischen finden sich die Niedersachsen im unteren Tabellendrittel wieder. Der Druck auf Chefcoach Torsten Lieberknecht wächst. Auf dem Transfermarkt legten die Löwen nun offensiv mit Onur Bulut (Rechtsaußen, kam aus Freiburg) und dem Ex-Lautrer Philipp Hofmann (Stürmer, Fürth) nach. Sie sollen den Weggang von Onel Hernandez (nach Norwich) kompensieren. Für die Defensive holte Braunschweig außerdem Georg Teigl (Außenverteidiger, Augsburg) und Frederik Tingager (Innenverteidiger, Odense).
Dynamo Dresden (zwei Neuzugänge)
Dynamo Dresden befand sich längere Zeit auf der Suche nach Verstärkung für die Innenverteidigung. In England wurden die Sachsen schließlich fündig: Marcel Franke kehrte auf Leihbasis vom englischen Zweitligisten Norwich zu seinem Jugend- und Ausbildungsclub zurück. Zudem verpflichteten die Dresdner Moussa Koné vom FC Zürich. Der 21-jährige Mittelstürmer soll die Offensive variabler machen.
VfL Bochum (zwei Neuzugänge)
Mit Felix Bastians verlor der VfL Bochum seinen Kapitän an den chinesischen Klub TJ Teda. Der ehemalige Kapitän wurde zumindest nicht positionsgleich ersetzt: Stattdessen tätigte der Revierclub zwei Offensiv-Leihen, lotste Offensivmann Philipp Ochs von der TSG Hoffenheim und Nachwuchsstürmer Janni Serra (Borussia Dortmund) an die Castroper Straße. Ochs erwischte keinen guten Einstand und leistete sich bei seinem Debüt einen Ballverlust, der zum 0:1 für Duisburg führte (Endstand 0:2). Ebenfalls von Hoffenheim kam kurz vor Transfer-Ende Simon Lorenz. Der Defensivmann - hauptsächlich in der zweiten Mannschaft der TSG eingesetzt - erhielt einen Vertrag bis 2020. Abgeben musste der VfL Dimitrios Diamantakos, der seinem Ex-Trainer Markus Kauczinski zum FC St. Pauli folgte.
Erzgebirge Aue (ein Neuzugang)
Erzgebirge Aue schlug nur einmal auf dem Transfermarkt zu: Ridge Munsy kam auf Leihbasis von Grasshopper Zürich. Beinahe hätte der 28-jährige Stürmer einen Traumeinstand erwischt: Beim Gastspiel in Düsseldorf traf er zum zwischenzeitlichen 1:1 (Endstand 1:2). Im zweiten Spiel gegen Braunschweig gelang ihm kein Treffer.
Darmstadt 98 (fünf Neuzugänge)
Den eigenen Ansprüchen weit hinterher läuft Darmstadt 98. Die Lilien, bei denen kurz vor Weihnachten Aufstiegstrainer Dirk Schuster zurückgekehrt ist, legten auf dem Transfermarkt entsprechend nach. Mit Joevin Jones (Linksverteidiger, Sounders FC) und Dong-Won Ji (Stürmer, ausgeliehen von Augsburg) waren gleich zwei Neue am Ende der zwölf Spiele andauernden Serie ohne Sieg am vergangenen Wochenende beteiligt: Beim FC St. Pauli legte Ji auf, Jones traf zum 1:0-Endstand. Außerdem kamen mit Slobodan Medojevic (defensives Mittelfeld, Eintracht Frankfurt) und Romain Bregerie (Innenverteidiger, ausgeliehen von Ingolstadt) zwei Spieler, die auch mit dem FCK in Verbindung gebracht wurden. Medojevic wurde den Roten Teufeln angeboten, Bregerie entschied sich gegen einen Wechsel auf den Betzenberg. Baris Atik verstärkte den SVD außerdem auf Leihbasis, nachdem seine Leihe in Lautern vorzeitig beendet worden war.
Zugleich gaben die Südhessen mit Hamit Altintop (Vertragsauflösung) eine wichtige Säule ab. Jamie MacLaren, im Sommer ebenfalls ein Kandidat bei den Roten Teufeln, blieb hinter den Erwartungen zurück und wechselte auf Leihbasis nach Schottland. Auch Patrick Banggaard ging per Leihe kurz vor Ende der Transferphase zu Roda Kerkrade.
Greuther Fürth (ein Neuzugang)
Greuther Fürth wollte ebenso wie der FCK personell nachbessern, um die Abstiegsränge möglichst schnell zu verlassen. Lange tat sich bei den Mittelfranken allerdings nichts, trotz steter Bemühungen von Sportdirektor Rachid Azzouzi. Dann konnte das Kleeblatt mit Fabian Reese (Stürmer, von Schalke ausgeliehen) den ersten Neuzugang präsentieren. Kurz vor Schluss der Transferphase folgten mit Kaylen Hinds (Stürmer, ausgeliehen von Wolfsburg) und Uffe Bech (Mittelfeldspieler, ausgeliehen von Hannover) zwei Last-Minute-Transfers, die allerdings aufgrund von Hinds' mangelnder Spielpraxis (zwei Pflichtspiele) und Bechs Verletzung (ohne Pflichtspiel) eher in die Kategorie "Wundertüte" gehören. Manuel Torres (Limassol) und Angreifer Hofmann (Braunschweig) verließen derweil den Ronhof.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Alle FCK-Transfers zur Saison 2017/18
- Transfer-Ticker: Alle Neuigkeiten von der Wechselbörse

