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Sicher vom Fußballberg runter (Linie eins)

Allgemeine Fan-Themen und Fragen zu selbigen.
Christian
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Beitrag von Christian »

Sicher vom Fußballberg runter
Die Evakuierung des Betzenberges


Nicht nur während der Fußball-WM 2006 war die Sicherheit im und um das Fritz-Walter-Stadion Thema bei der Polizei, Feuerwehr, Rettungskräften und Fans ein Thema. Im Ernstfall 50.000 Menschen sicher aus dem Stadion und den Berg runter zu bringen, ist bei jedem Spiel und jeder Veranstaltung eine Herausforderung.

Es trotzt oben über der Stadt: Das Stadion des 1. FC Kaiserslautern. Was so schön, wie fast kein anderes Stadion in Deutschland, liegt, kann bei einem Schadensereignis schnell zum Problem werden. Das Stadion auf dem Berg hat keine Freiflächen drum herum und es kann von Rettungskräften nicht umfahren werden. 50.000 Menschen im Ernstfall hier in Sicherheit zu bringen, ist keine leichte Aufgabe.

Studenten der Fachbereiche Mathematik und Raum und Umweltplanung an der Technischen Universität haben in der Veranstaltungsreihe „Modellierung im interdisziplinären Studienprogramm (MISP)“ am Computer errechnet, wie schnell eine so große Menschenmenge vom Berg rund um das Stadion in Sicherheit gebracht werden kann. Der Ansatz: „Die echte Evakuierungszeit können wir nicht bestimmen. Man kann aber einen Korridor anbieten. Wenn es gut läuft und wenn es schlecht läuft, dauert es mindestens so und so lange“, erklärt Stefan Ruzika die Ergebnisse.

Für die Studie haben die Studenten zunächst die Wegstrecken zwischen Stadion und den ausgewiesenen Sicherheitszonen (PR-Parkplätze, Elf-Freunde-Kreisel) ausgemessen, sind sie abgelaufen und haben alle Details, wie Treppen, Kurven oder Knotenpunkte (Kreuzungen) aufgelistet. Danach folgte am PC die mathematische Auswertung. „Wie haben idealisierte Begebenheiten angenommen“, erklärt der Projektleiter weiter. „Die Straßen sind etwas breiter, die Leute gehen etwas schneller, es gibt keine Unterschiede zwischen beeinträchtigten Menschen oder zum Beispiel Kindern. So lässt sich mit mathematischen Graphen- und Netzwerkdarstellungen formal beweisen: schneller geht es nicht!“ Das Ergebnis im günstigsten Fall: Wenn alle Straßen für die Evakuierung zur Verfügung stehen, ist der Erste nach knapp sechs Minuten in Sicherheit, der Letzte nach 23 Minuten. Nimmt man an, dass zum Beispiel die Straßen im Osten für Rettungskräfte gesperrt sind, dauert es schon fast 37 Minuten bis der letzte Fan in einer der Sicherheitszonen ist. Vielleicht sei an dieser Stelle noch mal angemerkt, dass die Studie sich lediglich auf die Evakuierung vom Betzenberg bezieht. Die Zeit der Evakuierung aus dem Stadion ist hier nicht berücksichtigt. Die Studenten haben für die Berechnung angenommen, dass sich die Besucher bereits außerhalb des Stadions befinden.
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Quelle: Linie eins
Der Betze brennt - www.der-betze-brennt.de