Gestern ist das neueste Mitgliederheft gekommen und über das Vorwort von Stefan Kuntz bin ich leider noch nicht hinausgekommen. Es liest sich, als ob der Vorstandschef einer Aktiengesellschaft an seine Aktionäre schreibt. Ein bisschen die Erfolge darstellen, ein bisschen Bedauern über nicht erreichte Ziele, Freude über die "beste Verpflichtung der 2. Liga" Simon Zoller, der wohl nicht zu halten sein wird und ein bisschen Jammern über die unfaire Berichterstattung, die den FCK ins falsche Licht gerückt hat - und... auch ein kleiner Seitenhieb auf die Fans in einem Halbsatz (Zitat...so fällt das Gesamtfazit doch besser aus, als es....im Umfeld wahrgenommen wird).
Hier möchte ich mal in aller Deutlichkeit sagen: Klar, lieber Stefan Kuntz, besteht ein Fußballverein aus mehr als 11 Spielern, die kicken. Es ist ein Wirtschaftunternehmen und vieles von dem was dort abgeht kann die Mehrzahl von uns Fans nicht ermessen. Aber dennoch darfst du nicht vergessen, dass der FCK als Traditionsverein noch viel mehr ist. Seine Fans sind einzigartig, außergewöhnlich und stehen zu ihrem Verein aus ganzem Herzen. Sie tragen den Verein und die Mannschaft, und das nicht nur finanziell. In der vergangenen Saison hat die Mannschaft in Teilen schlicht enttäuscht. Teils offen zur Schau getragene "Bocklosigkeit" hat dazu geführt, dass gegen Abstiegskandidaten zuhause verloren wurde - diese liegengelassenen Punkte haben den Aufstieg gekostet. Die Fans haben das "honoriert". Die Zuschauer sind weggeblieben und pro Spiel haben viele tausend gefehlt. Ein Wort zum Trainer, der nicht zur Disposition steht (Worte von SK). Es mag sein, dass er gute Arbeit macht und ein klasse Fußballlehrer ist, ein scharfer Analytiker. Aber wer im feinen Zwirn am Spielfeldrand steht und Spiel für Spiel sieht, wie die Mannschaft in den ersten 10 Minuten ein Tor fängt und so reagiert, als ginge ihn das Ganze nichts an (Arme verschränkt, Blick irgendwo hin, null Ansprache an die Spieler - wie hätte da wohl Kalli oder Otto reagiert?), den bezeichne ich einfach als "blutleer". Emotionen haben auf dem Betze schon immer eine große Rolle gespielt und wenn der Betze ruft, dann kommen die Fans auch. Das sollte Stefan Kuntz nicht vergessen. Er sollte die Fans mitnehmen und ihnen sagen, dass der FCK sie braucht, dass sie kommen und den Verein unterstützen sollen, die Mannschaft zur Leistung hochpeitschen. Und dass die Mannschaft sich für den Verein den Arsch aufreißt und nach außen trägt, dass die Spieler stolz darauf sind, für diesen Verein zu spielen. Wir sind nicht nur ein Wirtschaftunternehmen. Vergiss die Fans nicht - nur leere Worthülsen sind uns zu wenig.