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Jugendarbeit: Wie müsste es weitergehen?

Allgemeine Fan-Themen und Fragen zu selbigen.
damals_Block_10
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Beitrag von damals_Block_10 »

Seit den Zeiten von Ernst Diehl hat der 1.FCK immer wieder Talente (Brummer, Haber, Reich) herausgebracht, von denen viele solides Bundesliga-Stammpersonal und einige ja auch wahre Topspieler geworden sind (Briegel, Klose).

Seit Jahren hinkt der Betze hier aber hinterher. :shock:

Mainz und Hoffenheim als direkte Konkurrenz in dieser Angelegenheit zu bezeichnen, überzeichnet angesichts der Präsenz beider Vereine "im Teufelsgarten" deutlich unsere Fähigkeiten in dieser Hinsicht. Schon das allein sollte Anstoss sein, sich einmal mit diesem Thema zu beschäftigen. Aber kein Ruhmesblatt war in meinen Augen auch, was sich zwischen den verantwortlichen des 1.FCK und Axel Roos abgespielt hat, auch wenn Fussballschulen heute von den meisten Vereinen als Marketingmittel betrachtet werden.

Wahrscheinlich braucht es aber neue Konzepte im Scouting und in der Förderung, wenn der 1.FCK hier überhaupt Boden gutmachen soll. Beim DFB existiert meines Wissens nach eine aktuelle Studie zum Thema Nachwuchsförderung, die den bisher verfolgten Konzepten bei der Identifizierung und Förderung der Toptalente Erfolglosigkeit bescheinigt. Sieht es für die Vereinsebene dann ähnlich aus? Ich finde, das sollten wir mal hier diskutieren.

Als Anstoss ein link zu einem Artikel der Zeit, in dem über die zukünftigen Nachwuchsaktivitäten von Real Madrid in Deutschland (!) hingewiesen wird.
Was muss der Betze anders machen, und wie soll er die Weichen stellen?

http://www.zeit.de/hamburg/fussball/201 ... eal-madrid

Ich bin gespannt auf Eure Beiträge!

damals_Block_10
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Mac41
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Beitrag von Mac41 »

Nette Idee hier so eine Diskussion anzuregen, doch wie schwer es ist, über Jugendarbeit beim FCK zu reden, zeigten schon deine Beispiele.
Brummer ging, nach einem schnellen Aufstieg als Jugendnationalspieler, später in den Niederungen der Offenbacher Kickers verschütt, zumal er nicht direkt aus der Jugend des 1. FCK kam, sondern in Mainz das Fußballspielen lernte und erst in der A-Jugend in Lautern war.
Klose kam ebenfalls nicht aus der Jugend des FCK und Briegel kam als spätes Talent über die Amateure SV Rodenbach zu den Profis.
Du hast übrigens Axel Roos vergessen, der die wohl konstanteste FCK Karriere machte, ab B-Jugend duerhaft beim FCK, oder Markus Schupp, der immerhin schon als B-Jugendlicher zum FCK kam, genauso wie Franco Foda, übrigens auch von M05.

Ich denke mit diesen Beispielen hast du auch die Krux des FCK in der Jugendarbeit angesprochen, der FCK saugt(e) Talente aus der Umgegend auf und konzentrierte sie dann insbesondere in der A-Jugend, die bis zur Jahrtausendwende Dauerabonnent auf die Südwestmeisterschaft war. Trotzdem oder, wie einige alte Lautrer sagen, gerade deshalb ist der Umstieg zu den Profis den meisten nicht gelungen. Zwar kamen immer noch viele der gestandenen Profis aus dem Südwesten, so wie Werner Melzer, aber sehr viele wurden auch von auswärts geholt, insbesondere dann auch spätere Nationalspieler (Brehme, Ballack).
In den letzten Jahren war - unter Frank Lelle - ein Niedergang der Jugend und der Amateure zu verzeichnen, was nun unter Fünfstück wohl wieder korrigiert wird.
Für beide Personalien zeichnet übrigens Stefan Kuntz verantwortlich, der auch hier ein sehr ambivalentes Händchen bei der Personalauswahl hatte.
Heute hat sich mit M05 und Hoppelhausen die regionale Konkurrenz, auch durch die mangelnde Perspektive Bundesliga, am FCK vorbei geschoben.
Hasta la Victoria - siempre!
Schlossberg
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Beitrag von Schlossberg »

Mac41 hat geschrieben:Heute hat sich mit M05 und Hoppelhausen die regionale Konkurrenz, auch durch die mangelnde Perspektive Bundesliga, am FCK vorbei geschoben.
Das Kursive glaube ich nicht. Wer sich in einer Jugendmannschaft des FCK als versprechendes Talent zeigt, dem steht der Weg in die Bundesliga offen.
Wir beklag(t)en zwar den Weggang von Spielern wie Philipp Klement, Mario Rodriguez etc., aber sie beweisen doch, dass es kein Malus ist, in der Jugend beim FCK gespielt zu haben.

Überdies, die allem Anschein nach sehr gute Arbeit von Konrad Fünfstück wird noch sehr schöne Früchte tragen, davon darf man wohl ausgehen.
Wo ein guter Fußball-Lehrer ist, spricht sich herum, und zählt nachher mehr als die Qualität des Trainingsrasens oder der Duscharmaturen.
An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen.
Benutzernamen
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Beitrag von Benutzernamen »

Fünfstück wird vielleicht den Status quo halten. Aber Bahnbrechendes erwarte ich nicht. Weil mittlerweile auf Jugend-Ebene genauso profesionell - oder soll ich sagen "ungeniert" - gearbeitet wird wie bei den Profis. Scouting ist mitlerweile völlig durchreglementiert. Nichts wird dem Zufal überlassen. Nenne einen Namen eines begabten 12-Jährigen. Jede fähige Scouting-Abteilung wird Dir innerhalb von 30 Sekunden mit ihrer Datenbank Schuhgröße und Liebelings-Fach des Spielers aufsagen können.

Der FCK hat z. B. einen der begabtesten U14-Teams dieses Landes. Vor 2 Wochen haute man gar die Mainzer mit 4-1 weg. Ein tolles Spiel unserer Bubis. Einer aus dieser Hochbegabten-Truppe kam aus Betzdorf an den Betze. Internats-Platz, was in diesem Alter sehr außergewöhnlich ist. Man muss schon sehr überzeugt sein. Usus ist es erst ab U15. Dieser ballerte alles weg. Wechselt jetzt mit einem Kollegen zum BVB. Der Berater hat die Beiden in halb Deutschland angeboten. Auch die Bayern waren dran. Noch keine 14 Jahre alt...

Mir würde es ja reichen, wenn wir es endlich hinbekommen, mit Saarbrücken und Koblenz eine Kooperation durchzustarten. Diese beiden Vereine haben in den letzten 2 Jahren knapp 20 Spieler an NLZ's verloren! Nur Holstein Kiel kann da "mithalten". Es sind Satelliten-Vereine. Also die stärksten ihrer Region. Einem Vater ist es zunächst egal, wie der Verein heißt, solange es die Nummer eins aus der Region ist. Egal, ob Hochbegabt oder nicht. Bei diesen Klubs wird nicht schlecht gearbeitet, das Talent wird zumindest nicht versaut. So schafft man Synergien und kann das Scouting bündeln, weil sie es einem zum Teil "abnehmen".

Beide Klubs stellen z. B. mehr Junioren-Nationalspieler als wir. Das sollte deutlich genug sein, wie sehr man dieses Thema anpacken sollte.

Das andere Problem sind die Berater. Das obige Beispiel mit unseren beiden U14-Kicker ist ja schon deutlich. Und wird an Brisanz immer mehr gewinnen. Weil mittlerweile auch die Spieler, die keinen Fördervertrag halten, einen mitbringen. Dies hat zur Folge, dass auch Ergänzungsspieler die Vereine auspressen, weil auch sie etwas vom Kuchen abhaben wollen. Und dies hat wiederum zur Folge, dass in diesem Jahr ein neuer Rekord was Wechsel innerhalb der NLZ's angeht, aufgestellt wird.

Wir bzw. Lelle haben vieles verpennt. Es geht nur noch darum, den Rückstand nicht größer werden zu lassen. Glückstreffer zu landen. Und dann rechtzeitig in die Infra-Struktur zu investieren. Ohne die Fans wieder mit einer Anleihe anzubetteln.
naheteufel93
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Beitrag von naheteufel93 »

Man könnte auch eine Kooperation mit dem Ludwigshafener SC eingehen, die seit Jahren eine hervorragende Jugendarbeit leisten! Viele Jugendspieler gehen von dort entweder nach Mainz oder Hoffenheim!
MMersinger
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Beitrag von MMersinger »

Ich sehe den FCK in Sachen Jugendarbeit jetzt nicht unbedingt in einer schlechten Position. Die B- und die A-Jugend spielen in der Bundesliga, also in der höchsten Jugendklasse. D.h. jeder junge Spieler der zum FCK kommt hat die Möglichkeit sich in der höchsten Spielklasse zu präsentieren und kann dort auf sich aufmerksam machen.

Aus meiner Sicht ist es sogar ein Vorteil, dass die Profis im Augenblick nur in der 2. Bundesliga spielen. Der Sprung aus der Jugend in die 2. Liga ist mit Sicherheit einfacher als in die 1. Liga. Das Problem sehe ich, wie schon vor mir ein User geschrieben hat, bei den wirklich talentierten Spielern. Diesen muss man schon frühzeitig die Möglichkeit im Profibereich aufzeigen. Damit meine ich jetzt nicht das sie Stammspieler bei den Profis sein müssen. Bei den Profis mitzutrainieren oder im Kader dabeizusein bringen diesen Spielern auch mehr Erfahrung. Und bei Spielen wo man hoch führt oder aussichtslos zurückliegt sollte man dann eben einen der jungen Spieler bringen, damit sie Erfahrung sammeln können.

Natürlich gibt es keine Garantie, dass selbst hochbegabte Jugendspieler den Sprung in den Profibereich schaffen. Ich erinnere mich da an einen ehemaligen U-16 Nationalspieler (Volz), der vor rund 15 Jahren als grösstes Talent Deutschlands gehandelt wurde, dann mit einem Gehalt von damals 36.000 Mark/Monat von Schalke nach England zum FC Arsenal gewechselt ist, und von dem man anschliessend nie wieder was gehört hat.
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Hoffentlich bald in der Spitzengruppe der 2.Liga ! :daumen:
Lautre-Fan
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Beitrag von Lautre-Fan »

naheteufel93 hat geschrieben:Man könnte auch eine Kooperation mit dem Ludwigshafener SC eingehen, die seit Jahren eine hervorragende Jugendarbeit leisten! Viele Jugendspieler gehen von dort entweder nach Mainz oder Hoffenheim!
Ich hoffe sehr, das in naher Zukunft ein Kooperationvertrag geschlossen wird. Aber schnell, sonst kommt uns vielleicht ein anderer Bundesligist wie M05 als Partner zuvor, der ja gerade mit Phönix Schifferstadt eine Kooperation abschloss.
Auch wenn es weh tut das sagen zu müssen, aber momentan scheint die Option M05 oder Hoffe für Toptalente angeblich attraktiver. Auch der KSC, hört man, liegt wohl in der Gunst noch vor dem FCK.
Ich hoffe sehr, das der FCK in absehbarer Zeit durch die Veränderungen im NLZ wieder eine wesentliche Rolle spielen wird und auf Augenhöhe mit denen kommt, die uns den Rang etwas abgelaufen haben.
Ich, für meinen Teil, bin in erster Linie Lautre-Fan und in zweiter Linie Fußball-Fan!
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Thomas
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Beitrag von Thomas »

Vom Ludwigshafener SC wurde doch vor einigen Jahren mal der Präsident bei Flutlicht interviewt, vielleicht erinnert sich jemand (kann online leider nichts dazu finden). Er äußerte sich damals sinngemäß so, dass der FCK kein guter Kooperationspartner sei, zu arrogant, zu unprofessionell usw. Einen neuen Versuch wäre es sicher wert, aber ob die Erfolgsaussichten da so groß sind...

Um auf die Ausgangsfrage des Threads zurückzukommen: "Wie müsste es weitergehen?" Wichtig fände ich es, die vorhandenen FCK-Kräfte mal zu bündeln anstatt sie zu anderen Vereinen zu treiben. Es darf nicht sein, dass eingefleischte FCK'ler wie Axel Roos zu Hoffenheim oder Sebastian Schächter zu Mainz gehen mit ihren Nachwuchsprojekten. Wohlgemerkt geht es dabei nicht um Vetternwirtschaft ("Pöstchen schaffen für Ehemalige"), sondern um strategische Kooperationen.
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)
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Beitrag von Lautre-Fan »

Thomas hat geschrieben:Vom Ludwigshafener SC wurde doch vor einigen Jahren mal der Präsident bei Flutlicht interviewt, vielleicht erinnert sich jemand (kann online leider nichts dazu finden). Er äußerte sich damals sinngemäß so, dass der FCK kein guter Kooperationspartner sei, zu arrogant, zu unprofessionell usw. Einen neuen Versuch wäre es sicher wert, aber ob die Erfolgsaussichten da so groß sind...
Gut, das du das ansprichst, da steckt viel wahres drin. Mit diesem Selbstverständnis darf und soll ein FCK nicht verfahren. Vielleicht ist auch das ein guter Grund, warum so viele Spieler sich nicht für den FCK entscheiden.
Wenn ich höre, mit wieviel Engagement in eine Spielerverpflichtung, gerade bei M05, in allen Belangen investiert wird, wechselt man um so lieber dorthin. Das Gesamtwohlfühlpaket, wie ausführliche Gespräche, Transparenz, Aussichten unter Einbeziehung aller Beteiligten macht es wohl aus und nicht mehr der Name.
Ich, für meinen Teil, bin in erster Linie Lautre-Fan und in zweiter Linie Fußball-Fan!
(ähnlich Nick Hornby "Fever Pitch")
Che Guevara
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Beitrag von Che Guevara »

Wieviele u15, u16, u17, u18, u19 Nationalspieler hat der FCK im Moment?
Kein Pyro im Stadion und keine Gewalt vor, während und nach einem Fußballspiel.
paulgeht
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Beitrag von paulgeht »

Che Guevara hat geschrieben:Wieviele u15, u16, u17, u18, u19 Nationalspieler hat der FCK im Moment?
Keinen soweit ich weiß. Man kann die Teams auf dfb.de durchschauen (Beispiel U19: http://www.dfb.de/?id=500113)

Was auffällt: viele Nachwuchsspieler von der U15 bis U19 spielen bei Hoffenheim, Leverkusen, Leipzig oder Wolfsburg. Da kann sich jeder seinen Teil zu denken, auch wenn natürlich Gladbach, Berlin, Freiburg und Stuttgart (sogar der KSC) einige Male auftauchen.
Bild
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naheteufel93
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Beitrag von naheteufel93 »

Ich könnte mir auch eine Zusammenarbeit in der Jugend mit der TSG Kaiserslautern vorstellen! Sie betreiben seit vielen Jahren eine tolle Jugendarbeit und haben viele Talente in ihren Reihen!
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