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Grünewalt: "Werfen bis zuletzt alles in die Waagschale" (Rheinpfalz)

Neuigkeiten und Pressemeldungen zum 1. FC Kaiserslautern.
Thomas
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Beitrag von Thomas »

”Werfen bis zuletzt alles in die Waagschale”

Fritz Grünewalt, der stellvertretende Vorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, sieht seinen Verein - unabhängig vom Aufstieg - wirtschaftlich gut aufgestellt.

Rheinpfalz: Herr Grünewalt, die FCK-Fananleihe, zweckgebunden zum Ausbau des Jugendleistungszentrums auf dem Fröhnerhof, wurde ein Hit. Ihre Bilanz?

Fritz Grünewalt: Für mich ist die große Unterstützung, die wir in der Breite erfahren haben, der Erfolg. Sechs Millionen Euro Zeichnungsvolumen in elf Tagen ausverkauft zu haben, das ist wirklich eine Erfolgsstory, die uns auch nicht jeder zugetraut hat. Das Geld ist zweckgebunden für eine Investition, mit der eine wichtige Weiche für die Zukunft des FCK gestellt wird. Wir wollen in die Zukunft investieren, auch um die Identifikation mit dem Verein weiter zu stärken.

Rheinpfalz: Wie und wann geht es jetzt konkret weiter mit dem Nachwuchsleistungszentrum, dem Sportpark Rote Teufel? Wie ist der Planungsstand?

Grünewalt: Ganz aktuell haben wir einen Lenkungsausschuss gegründet, der das Projekt koordiniert. Je nach Planungsstand können wir den Ausschuss mit entsprechenden Experten ergänzen. Der nächste wichtige Schritt wird sein, mit der Stadt die Gespräche fortzuführen, um zu klären, wie wir die Grundstücke zurückerwerben können. Wir sind offen. Wenn es eine nachhaltige Lösung gibt, beispielsweise ein Erbbaurecht auf 99 Jahre, dann hat das für mich auch einen gewissen Charme.

Rheinpfalz: Wie sieht Ihr Zeitplan aus?

Grünewalt: Wirklich seriös einen Zeitplan erstellen kann man erst dann, wenn die Grundstücksfragen geklärt sind. Die Gespräche mit der Stadt waren bisher ja sehr fruchtbar. Wir müssen in diesem Jahr eine Entscheidung herbeiführen, wie wir die Grundstücksfrage lösen und dann im nächsten Jahr in die Detailplanung gehen.

Quelle und komplettes Interview: http://www.rheinpfalz.de/cgi-bin/cms2/c ... 91-9885662
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)
RoterTeufel10
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Beitrag von RoterTeufel10 »

Ich muss erlich sagen, auch wenn ich schon mehrmals diese Saison enttäuscht wurde - im Grunde bin ich zufrieden mit der Entwicklung des Vereins. Durch die JHV, Betze Anleihe und weiteres wurden finde ich sehr gute Grundlagen geschaffen! Jetzt steht ja noch das ausverkaufte Spiel gegen Köln an!

Man muss sich jetzt wirklich fragen, ob man mit einem weiteren kleinen Umbruch überhaupt etwas für die erste Liga ist.
Meine persönliche Meinung dazu ist, wenn man jetzt die letzten Spiele nochmal ernst nimmt, gegen Köln gewinnt und im Durchschnitt so um die 2,5/Spiel holt, dann ist die erste Liga dieses Jahr kein falsches Anlaufziel.
Nur macht mir die bisherige Ausbeute gegen nicht so stark in der Tabelle stehende gegner Sorgen. Mit Regensburg, Frankfurt, Paderborn, etc. werden noch einige Folge, wo ich gespannt sein werde, wie sich dort dann die Mannschaft präsentiert.
Da tut die Verletzung von Karl natürlich arg weh!

Gruß
RT10
Schon fast in Vergessenheit geraten - Fanfreundschaft neu aufleben! Werder & der FCK!
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meuder
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Beitrag von meuder »

Im Bereich Finanzen/Schuldenabbau gute Arbeit! Aber dass der Graben zwischen Vorstand, Mannschaft und Fans größer wird haben sie noch nicht verstanden. Der Zuschauerschnitt ist bestimmt nicht so niedrig wegen der Ligazusammenstellung
FCK-Patrick
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Beitrag von FCK-Patrick »

Wobei dieser angebliche "Graben" fast außschließlich auf die derzeitgigen Leistungen der Mannschaft zurückzuführen sind.

Würden wir wöchentlich begesisternde Spiele erleben, würde (bei gleicher Vorstandsleistung) keiner von einem Graben zwischen Vorstand und Fans sprechen.

Aus meiner Sicht haben wir einfach nur den falschen Trainer und in unserem typischen "schwarz / weiß denken", ist nun eben zur Zeit alles eher negativ als positiv -> bezogen auf die Vorstandsarbeit.
Udo Scholz - Du warst der beste Mann! Pro Aktion: "Gastauftritt von Udo Scholz im Fritz-Walter-Stadion".
Gazza

Beitrag von Gazza »

Dieses Interview ist vollkommen absurd - "man darf nicht alles so schlecht sehen"...

Es sagt auch keiner das Alles schlecht ist. Problematisch ist aber wenn vieles schlecht ist, was immer identitätsstiftend war.

Man könnte jetzt seitenlang über negative Entwicklungen schreiben. Das haben Andere schon ausführlich und sehr trefflich formuliert - auf den Punkt gebracht:

Man hat nur noch phasenweise das Gefühl BETZE zu erleben. Das ist das größte Problem.
RedPumarius
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Beitrag von RedPumarius »

Ich kann als Fan des FCK nicht feststellen, dass auf dem Platz alles in die Waagschale geworfen wird...ich fühle mich total verarscht.
In einigen Teilen kann man ein Schönrednerei erkennen!!

Man sollte auch mal nennen, dass immer wenige Zuschauer in das Stadion kommen, die Emotion(en) abhanden kommen, die Identifikation immer weniger gegeben ist. Auch das sind Fakten!!!
jürgen.rische1998
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Beitrag von jürgen.rische1998 »

Alleine wieder sowas:
dann versuchen wir in den Heimspielen gegen Paderborn und den FSV Frankfurt durch Aktionen die volle Kraft des Mythos Betzenberg für uns zu nutzen.
Auf gut Deutsch werden wieder Karten veramscht
weil der Mythos so dermaßen abgebröckelt ist, dass
immer weniger den vollen Preis bezahlen wollen.

Es sollte lieber mal jemand Trainer und Mannschaft
in den Arsch treten, damit die die Grundtugenden
jeder Bezirksklasse Mannschaft an den Tag legen,
kratzen und beissen. Auch wenn ich das vermutlich
zum hunderstenmal fordere...

Ich begebe mich bei oben genannten Heimspielen
lieber zu Mythen der Heavy Metal Geschichte...
dort wird die Bude dann auch gerockt 8-)
Omnia vincit amor
Jacob
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Beitrag von Jacob »

Ich denke auch, dass grade finanziell der Fritz ordentliche Arbeit abliefert (wenn das denn alles so stimmt mit Restschulden nur bei Aufstieg usw..).

Finanzen konsolidiert und trotzdem noch eine qualitativ hochwertige Mannschaft dem Trainer präsentiert.

Mittlerweile glaube ich auch, dass der Trainer wohl nicht der Richtige ist. Er schafft es einfach nicht eine spielstarke und leidenschaftliche Mannschaft zu formen.

Natürlich liegt das auch an den Spielern, ein Herr Baumjohann scheint nicht bereit zu sein auch mal dahin zu gehen wos wehtut. Lieber noch einmal Hacke-Spitze spielen.
Das sollte man dann aber als Trainer sehen und ihn mal zum Nachdenken auf die Bank setzen, dafür einen aufstrebenden Kostas bringen!! Für den Jungen doch total demotivierend auf der Bank zu sitzen, nachdem er sich in den letzten Spielen endlich mehr reingehängt hat!

Doch welcher Trainer wäre gut und zu haben?
Habe schon mehrmals im Forum Büskens gelesen, bin von dem aber nicht überzeugt, dass er mehr als bloßer Motivator ist, obwohl man seine Arbeit wohl genauer analysieren müsste. Mit Fürth wäre wohl jeder abgestiegen.
Den Herrn Fünfstück befördern ist eine andere Option. Doch mal ehrlich: Kennt den einer von euch genauer? Schaut sich Traingseinheiten an, die er leitet etc?
Kann mir keine Meinung zu dem erlauben.

Bin sehr auf Freitag gespannt, jedoch relativ pessimistisch gestimmt. Am Freitag könnte es bei Niederlage (mit entsprechender Nichtleistung) die große Explosion geben..
RedPumarius
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Beitrag von RedPumarius »

jürgen.rische1998 hat geschrieben:Alleine wieder sowas:
dann versuchen wir in den Heimspielen gegen Paderborn und den FSV Frankfurt durch Aktionen die volle Kraft des Mythos Betzenberg für uns zu nutzen.
Auf gut Deutsch werden wieder Karten veramscht
weil der Mythos so dermaßen abgebröckelt ist, dass
immer weniger den vollen Preis bezahlen wollen.

Es sollte lieber mal jemand Trainer und Mannschaft
in den Arsch treten, damit die die Grundtugenden
jeder Bezirksklasse Mannschaft an den Tag legen,
kratzen und beissen. Auch wenn ich das vermutlich
zum hunderstenmal fordere...

Ich begebe mich bei oben genannten Heimspielen
lieber zu Mythen der Heavy Metal Geschichte...
dort wird die Bude dann auch gerockt 8-)


Welche Mythen hörst du dir denn an?
Die geben sicher wirklich alles auf der Bühne!
jürgen.rische1998
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Beitrag von jürgen.rische1998 »

RedPumarius hat geschrieben: Welche Mythen hörst du dir denn an?
Die geben sicher wirklich alles auf der Bühne!
U.a:

Liege Lord
Warlord
Possessed
Angel Witch
Steel Prophet
Witchburner

und auch "neuere Hihlglights" wie High Spirtits und
Midnight.

Mangelhaften Einsatz werde ich nicht zu beklagen haben. Ich wünsche mir aber wirklich, dass ich Freitag ein Spiel zu sehen bekomme nach dem es mir
schwerfällt die nächsten Heimspiele zu verpassen...
Omnia vincit amor
AllgäuDevil

Beitrag von AllgäuDevil »

Aha, jetzt gibt das Fritzilein also auch schon Interviews, was den sportlichen Bereich betrifft :lol:
In diesem Zusammenhang stellt sich mir folgende Frage :?:
Wo ist eigentlich unser Herr Vorstandsvorsitzender Kuntz :?: Habe schon lange nichts mehr von Ihm gehört....
Gibts den noch?
Hat er schon in Hoffenheim unterschrieben?
Oder beim DFB?
Ist er beim Golfen, oder bespricht er mit seinem Spezl Franco die taktische Marschrichtung vs. die Ziegenböcke?
STEFAN - :bitte: melde Dich :danke: :-D
Holger
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Beitrag von Holger »

"Werfen bis zuletzt alles in die Waagschale".
Interessant!!!
Das hört sich sooo banal an wie die berühmt,berüchtigte "letzte Patrone" oder "wie ein scheues Reh".
Boaah,kann dieses hirnlose Geschwalle nicht mehr hören.
bla,bla,bla,bla,bla,bla,bla,bla....
und was sehen wir am Freitag wieder für eine "Nicht-Leistung"??!!
Aber ich weiß: "Werfen bis zuletzt...bla..bla"
Ich kotz! :?
Ktown2Xberg
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Beitrag von Ktown2Xberg »

Mich würd ja mal viel mehr interessieren, was die "wenn wir nicht aufsteigen geht's Richtung dritte Liga"-Apokalyptiker zu den finanziellen Aspekten des Interviews sagen.

Dass sportlich (bis mindestens Freitag) schlechte Laune herrscht, ist nach dem Schlag in die Eier zu Ostern ja klar...
winnes
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Beitrag von winnes »

"Der FCK kalkuliert in der Zweiten Liga mit 35.000 Zuschauern, da hinken Sie hinterher. Wie groß wird die Finanzlücke sein?
(...)Wir haben jetzt gegen Köln ein ausverkauftes Stadion, auch das letzte Spiel gegen St. Pauli wird wohl ausverkauft sein, dann versuchen wir in den Heimspielen gegen Paderborn und den FSV Frankfurt durch Aktionen die volle Kraft des Mythos Betzenberg für uns zu nutzen."


Betriebswirtschaftlich betrachtet gehören die letzten Jahre anscheint zu den vernünftigeren Abschnitten der Vereinsgeschichte. Herr Grünewalt hat die Zahlen anscheint im Griff und macht seinen Job vielleicht richtig gut. Problem: Vielleicht kann er es dennoch nicht wirklich richtig machen. Das zeigt das Zitat oben schön verdichtet: Das Wort ausverkauft steht nicht mehr im Dienst des Mythos im Sinne von voll, also Hexenkessel, eben Betze - nein, hier ist der zweite Wortteil entscheident: verkauft. Ganz offen wird hier der Mythos als Produkt verkauft, der Zuschauer wird zum Konsumenten desselben. Allerdings: Das geht nun mal nicht lange: Ist der Mythos erst berechnet und kalkuliert, glaubt ihn niemand mehr. Und da sind wir vielleicht angekommen:
Nach dem Abstieg wird deutlich, was prämiertes Marketing (Bullshit alla 'Herzblutstrom' in zentral gesteuerter, grafikdesignter Fankulturenteignung) und im sportlichen Bereich eine Kaderpolitik im Modus des spekulativen Talentehandels statt sportlich nachhaltiger Kaderentwicklung bewirkt haben: Kein Mythos lässt sich zweimal verkaufen! Die Konsumenten sind keine Dummies, denen man ein X für ein U vormachen kann, denen man also eine Fananleihe zweimal als Leidenschaft verkaufen kann. Nein, aus Leidenschaft wir dann Interresse: Liefert der Konsum des Betze seinen Nutzen?, rentiert sich die Investition? Die Stimmung im Stadion sieht aus wie die abgerissenen Zinscoupons und zeigt diese Auskühlung im Ubergang von Mythos zur Konsumtion schon lange. Gegenwärtig trägt die Manschaft halt mit ihrem gekicke dazu bei, dass es etwas deutlicher wird. Aber selbst ein Aufstieg würde nur kurzfristig übertünchen, dass das halbvolle, weil zu große Stadion ständig 'Finanzlücken'produziert, wärend sich hier im Forum die letzten Fans fragen, wohin die Weggefährten verschwunden sind. Wer das verhindern will, muss bereit sein nicht einfach den Branchenregeln hintherzurennen in eine erste Liga aus zunehmend öden Plasikclubs...
nils1612
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Beitrag von nils1612 »

Interessant.Wäre mir neu,dass die es diese Saison jemals getan haben.Abgesehen von der Anfangsviertelstunde gegen die Bayern.
wernerg1958

Beitrag von wernerg1958 »

Friede, Freude, Eierkuchen, Merken die da oben überhaupt noch was.... was an der Basis nicht mehr passt???
Das Problem ist die Mannschaft und der Trainer, da ist nix aber garnix mehr mit Mythos Betze!!!
Kein Kampf, kein Biss, kein Ich will unbedingt!
Ehr so wie: der Herr gibts den Seinen im Schlaf

Wann bekommen wir unseren alten Betze zurück? mit seinen Typen! seinem Ehrgeiz! seinen ich hab Angst vorm Betze! schicke lieber die Punkt mit der Post!!
Nein Heute kann jeder Dorfverein bei uns seine Punkte holen!

Herr Grünewalt wir Fans wollen unseren FCK, unseren Betze zurück.
WernerL
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Beitrag von WernerL »

wernerg1958 hat geschrieben:
Wann bekommen wir unseren alten Betze zurück? mit seinen Typen! seinem Ehrgeiz! seinen ich hab Angst vorm Betze! schicke lieber die Punkt mit der Post!!
Nein Heute kann jeder Dorfverein bei uns seine Punkte holen!
WIR sind immer noch der Dorfverein der es allen gezeigt hat...nicht die anderen...
denn die hatten sich immer gewundert wie ein Bezte so guten Fussball zustande bringt... 8-)
„Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.“ [George Bernard Shaw]
salamander
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Beitrag von salamander »

FCK-Patrick hat geschrieben:Würden wir wöchentlich begesisternde Spiele erleben, würde (bei gleicher Vorstandsleistung) keiner von einem Graben zwischen Vorstand und Fans sprechen.
Doch, schon. Es gibt eine sich in diesem Forum sammelnde Gruppe von Dauerkritikern an der Vereinsführung, denen "die ganze Richtung" nicht passt.

Manchen stinkt einfach der moderne Fußball mit seinen ätzenden Begleiterscheinungen, von der Pay-Card bis zum Singsang, vom Hubschrauberwahn bis zur Nacktkontrolle, vom Pyroverbot bis zu den Klatschpappen. Für sie ist der FCK Projektionsfläche ihrer Sorgen und steht als teil fürs ganze Elend.

Andere wurden in den 70er und 80ern fußballerisch sozialisiert und wollen am liebsten zurück in die kuschelige Vereinsatmosphäre der Thines Zeit, als da wirklich noch etwas wie eine familiäre Grundstimmung gab und der Vereinschef für jeden ansprechbar war, statt sich nach dem Spiel in ViP-Logen zurückzuziehen und nur noch für den TV-Fan sichtbar zu sein. Diese Traditionalisten verbinden diese Zeit noch mit vielen anderen Dingen, die verloren gingen: Der anarchischen Stimmung im engen Stadion, der Sonderrolle des FCK in der Bundesliga, den ungezügelten Emotionen außerhalb und innerhalb der Arenen.

Dann gibt es jene, die hofftem, dem ganzen Kommerz als das "kleine pfälzische Dorf" a la Asterix trotzden zu können und die deshalb darunter leiden, wie der FCK unter Kuntz - tatsächlich oder vermeintlich - immer stromlinienförmiger gemacht und auf Einnahmenmaximierung getrimmt wurde, so dass die zunächst glaubwürdige Metapher vom "Herzblu" mit der Zeit immer mehr zur sinnentleerten Marketingfloskel verkam.

Andere wollen die Position der Fans stärken, mehr Mitsprache a la HSV. Sie fühlen sich bestärkt, weil SK immer mal wieder Aussetzer hat wie die Zustimmung zum Sicherheitspapier oder die Entschuldigung bei Hopp. Und sie fühlen, wie diese Demokratisierungsprozesse behindert und verschleppt werden.

Und wieder andere haben mit SK ein persönliches Hühnchen zu rupfen, weil sie irgendwann mal Einfluß hatten, gute Geschäfte machten und sich von Kuntz herausgedrängt fühlen. Gerade diese scheuen auch nicht vor Rufmord zurück, wie man in Vorjahr gesehen hat.

All diese Gruppen sorgen in der Melange hier für ein negativ-kritisches Grundrauschen, dass zeitweise im Getöse des sportlichen Erfolges untergehen mag, aber doch latent da ist und unter den derzeitigen Vorzeichen anschwillt zur Kakophonie.

SK ist auf diese Stimmungen und Ängste kaum eingegangen. Er hat sich von Beginn an über den sportlichen Erfolg definiert, alles andere war Marketinggeklimper. Das eröffnet ihm Freiräume, wenn dieser sportliche Erfolg da ist. Bleibt er aber aus, so kommt die ganze Kacke hoch. An dem Punkt waren wir im Vorjahr wieder und wir stehen jetzt wieder kurz davor. Denn das zumindest für den Außenstehenden nicht mehr nachvollziehbare Festhalten an einem Trainer, der es schafft mit einem (weitgehend unbestrittenen) Spitzenkader das Stadion zeitweise leer zu spielen und der auf dem besten Weg ist, das Saisonziel zu verfehlen, liefert den Treibstoff, von dem der aufziehende Shitstorm sich nährt.

All die oben beschriebenen, teil eloquenten, immer aber schreibfleissigen Kritiker liefern dann den theoretischen Unterbau, die Sachargumente gegen Kuntz und viele Schreiber und noch viel mehr Leser in diesem Forum schließen sich der Kritik an.

Kuntz ist in einer prekären Situation. Saisonabschlüsse mit Millionenverlusten, an deren Ende verfehlte sportliche Ziele, entlassene Trainer, Millionenverluste und der Verkauf eigener Talente stehen, sind nicht geeignet, das Vertrauen in ihn zu erhöhen.

Dass Kuntz jetzt quasi untergetaucht ist, in einer Situation, die Führung erfordern würde, statt dessen seinen Marketingvorstand vorschickt, macht ebenfalls alles andere als einen guten Eindruck.

Es wird enger für Stefan Kuntz.
Weschtkurv
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Beitrag von Weschtkurv »

Es gibt aber noch tausende Fans ausserhalb dieses Forums, denen einfach alles scheissegal is, wenn nur der FCK gewinnt - is so.

Der gemeine Pälzer Hewwel zum Bleistift.

Des is so änner.

Is de FCK gut, isser da - spielt de FCK schlecht, motzt er, unn bleibt fort.

Ä Dauerkard hott er trotzdem immer.

:wink:

Mich könnte man wunderbar als Beispiel nehmen !
:teufel2:

(Wobei ich Dackel eigentlich weniger "fort" bleib, sondern eigentlich trotzdem immer "nuff geh" wenns geht, ach wenn se noch so beschisse kicken, warum auch immer.... :lol: )
Zuletzt geändert von Weschtkurv am 03.04.2013, 15:20, insgesamt 1-mal geändert.
Thomas
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Beitrag von Thomas »

Was mir finanziell Sorgen bereitet, stand vor ein paar Wochen im Kicker:
Kicker vom 7. März hat geschrieben:"Einen Kraftakt wie in dieser Saison mit einem Lizenzspieleretat von 11,5 Mio. bei einem Gesamt-Budget von 32 Mio. und einem kalkulierten Minus von 6 Mio. wird der FCK in der 2. Liga nicht noch einmal stemmen können. Zumal der geplante Zuschauerschnitt (36.000) bei derzeit 29.300 und nur noch einem voraussichtlichen Zahltag gegen Köln selbst mit einem Relegations-Heimspiel wohl nicht nicht mehr zu erreichen ist.
Dass bei einem Nichtaufstieg finanziell abgespeckt werden müsste, wurde ja schon zu Saisonbeginn mitgeteilt. Aber, wenn die genannte Zahl stimmt, ist das schon extrem. Das bedeutet dann entweder a) für die nächste Saison wieder mit einem hohen Millionenverlust kalkulieren, was sehr heftig wäre, oder b) auf "ausgeglichene Bilanz" zurückfahren und somit nächste Saison 7, 8, 9 Millionen (Verlust dieser Saison zzgl. weniger TV-Gelder, Zuschauereinnahmen usw.) weniger zur Verfügung zu haben. Oder ein Zwischending, was aber irgendwie auch nicht vielversprechend klingt. Dann doch lieber Plan c) Aufstieg: jetzt! ;)
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)
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Beitrag von Rheinteufel2222 »

Thomas, der kicker schreibt es so, Grünewalt sagt genau das Gegenteil. Als normaler Fan oder Mitglied hast du kaum eine ernsthafte Möglichkeit einzuschätzen, wie ernst (oder auch nicht) es tatsächlich aussieht. Gerade hier im Forum sind wir ja schon oft in den finanziellen Ruin geschrieben worden und haben dann trotzdem die Lizenz plus einen teuren Kader bekommen, was nach den veröffentlichten Zahlen eigentlich gar nicht hätte möglich sein dürfen.

Was willst du da machen, ausser abwarten, ob irgendwann eines Tages die Bombe platzt, so wie in Bielefeld oder Aachen, oder eben vielleicht auch nicht?
- Frosch Walter -
Weschtkurv
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Beitrag von Weschtkurv »

Rheinteufel2222 hat geschrieben: ...
Was willst du da machen, ausser abwarten, ob irgendwann eines Tages die Bombe platzt, so wie in Bielefeld oder Aachen, oder eben vielleicht auch nicht?
Zwei Worte :
- Vertrauen
- Misstrauen
- kann jeder für sich entscheiden. :wink:
Hans-Peter Brehme
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Beitrag von Hans-Peter Brehme »

Rheinteufel2222 hat geschrieben:... der kicker schreibt es so, Grünewalt sagt genau das Gegenteil...
Ööööhm, mit Verlaub, lieber Rheinteufel, nein, das tut er nicht. Genau lesen, was er sagt - beziehungsweise was er nicht sagt! :wink:
"Go to where the puck is going to be!" (Wayne Gretzky)
Rheinteufel2222
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Beitrag von Rheinteufel2222 »

Hans-Peter Brehme hat geschrieben:Ööööhm, mit Verlaub, lieber Rheinteufel, nein, das tut er nicht. Genau lesen, was er sagt - beziehungsweise was er nicht sagt! :wink:
HPB, ich weiß, was du meinst. Mir ging es hier aber nicht um irgendwelche spitzfindigen Formulierungen, sondern um die generelle Aussage. Laut dem kicker haben wir ein finanzielles Problem, laut Grünewalt ist finanziell alles wunderbarer als es jemals war. Nur einer von beiden kann da Recht haben.
- Frosch Walter -
wkv
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Beitrag von wkv »

Natürlich haben wir ein finanzielles Problem.

Bei der nonchalanten Aufzählung der Verbindlichkeiten steht die klitzekleine Summe von voraussichtlich 6 Millionen Euro MINUS für das laufende Jahr....

Da schweigt er. Und der Steigbügelhalter von der RP frägt nicht nach.

Nein, er liefert sogar noch geschönte Zahlen mit den 35.000 Zuschauern, mit denen der FCK angeblich kalkuliert...mir waren 37.500 in Erinnerung.

Und wie man einen um 100.000 - 130.000 zu niedrigen Zuschauerschnitt mit dem DFB Pokal ausgleichen kann.....interessante Frage.
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