Interview mit Ex-Weltschiedsrichter Markus Merk
Markus Merk, 49, ehemaliger Weltklasse-Schiedsrichter, spricht mit unserer Redaktion über den Druck für Unparteiische in der Bundesliga, fehlende Professionalität in der Betreuung und verkrustete Strukturen beim DFB.
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Ist der Druck für Schiedsrichter zu groß geworden?
Merk Der Druck ist unglaublich hoch. Aber man sollte Druck nicht immer als etwas Negatives auslegen. Für mich als Schiedsrichter war es immer das Ziel, zu dieser privilegierten Gruppe zu gehören, die Spiele in der Ersten und Zweiten Bundesliga leiten darf. Man muss lernen, nicht etwas als Belastung wahrzunehmen, sondern als Motivation. Wirklichen Druck im Leben hat ein Vater mit drei Kindern daheim, der am Fließband steht und nicht weiß, wie es für ihn nächste Woche weitergeht.
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Warum arbeiten Sie nicht beim Deutschen Fußball-Bund an der Verbesserung der Missstände mit?
Merk Ich beantworte Ihnen das mit einem Satz: Weil es schwierig ist, konstruktiv kritisch denken zu dürfen innerhalb der Mauern des DFB.
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Was wäre, wenn man beim Verband sich entscheiden würde, Markus Merk doch unbedingt einbinden zu wollen?
Merk Ganz ehrlich, aktuell suche ich keine neue Herausforderung. Aber natürlich, wenn irgendwann die Verantwortlichen der Meinung sind, sie möchten bestimmte Bereiche des Fußballs weiterentwickeln, helfe ich gerne. Ich habe die Freiheit, ich muss mir nichts suchen. Ich bin mit meinem Leben, so wie ich es jetzt führe, sehr zufrieden.
Vollständiges Interview: http://www.rp-online.de/sport/fussball/ ... -1.2622310