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VATER UND TRAINER Viel Zeit hat Marco Kurz für seine beiden Töchter Louissa (links) und Melissa (rechts) nicht. Um so mehr freut er sich, wenn sie ihn in Kaiserslautern besuchen. Als Coach seiner Elf lebt er seine Gefühle am Spielfeldrand aus.
Trainer Marco Kurz hat den 1. FC Kaiserslautern als Zweitliga-Meister zurück in die Fußball-Bundesliga geführt. Nach 17 von 34 Spielen stehen die Roten Teufel mit 21 Punkten auf Platz zwölf. Die Partien gegen Gladbach und Stuttgart sowie in Nürnberg sind für Kurz Schlüsselspiele auf dem Weg aus der Krise gewesen. Große Änderungen im Kader sind in der kurzen Winterpause nicht geplant. Der Klassenerhalt bleibt das Ziel.
Von Horst Konzok und Oliver Sperk
Herr Kurz, wir haben Sie, den Ex-Profi mit 300 Bundesliga-Spielen, in Ihrem ersten Erstliga-Jahr als Trainer während der Hinrunde an der Seitenlinie noch mehr unter Strom erlebt als in der Zweiten Liga ...
Das ist mein Naturell, ich lebe diese besonderen Momente mit. Es ist die Liga in Deutschland mit fantastischen Stadien, fantastischer Zuschauerresonanz und Woche für Woche Top-Gegnern. Zudem spielen immer mehr ausländische Stars in dieser Liga. Für uns ist mit dem Aufstieg ein Traum in Erfüllung gegangen.
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Von den Neuzugängen hat Chadli Amri nur ein Spiel gemacht, Ilian Micanski hat bislang fast nur Kurzeinsätze gehabt ...
Chadli ist nicht in den Trainingsrhythmus gekommen, wurde durch viele kleinere Blessuren aus der Bahn geworfen. Aber seinen Auftritt mit zwei Toren zuletzt beim FCK II werte ich sehr positiv. In der Sommervorbereitung hat er gezeigt, dass er für Schnelligkeit und erfrischende Momente steht. Ich hoffe, dass wir ihn in der Rückrunde stabil bekommen. Bei Ilian ist es ähnlich, auch er wurde immer wieder durch Blessuren aus der Bahn geworfen. Dazu kommt, dass es für ihn eine neue Liga und ein neues Land ist und ihm durch seinen Wechsel in die Bundesliga große Aufmerksamkeit zu Hause in Bulgarien zuteilwurde. Die Einladung zur Nationalmannschaft folgte, aber auch die Enttäuschung, dass er dort nicht so eingesetzt wurde, wie er sich das gewünscht hat. Vielleicht herrscht hier auch ein höherer Trainingsrhythmus als bei seinen früheren Vereinen. Das alles hat zu einem kleinen Tief geführt.
Auch Erwin Hoffer kam zuletzt kaum zum Einsatz.
Nach den vielen Gegentoren, die mir ein Dorn im Auge waren, haben wir unsere Ausrichtung geändert, so dass wir zwar nicht defensiver spielen, aber kompakter. Die Offensivimpulse kommen jetzt häufiger aus dem Mittelfeld, das hat zuletzt gut geklappt, daher gibt es im Moment nur einen Stürmerplatz. Und von dem ist Srdjan Lakic in dieser Form zurzeit nicht zu verdrängen. Das macht es für Micanski, Hoffer und auch für Adam Nemec schwer, in die Mannschaft zu kommen. Hoffer hat am Anfang durchaus seine Einsatzzeiten gehabt, aber er muss mehr aus seinen Möglichkeiten machen.
Leon Jessen hatte sich ins Team gespielt, wurde dann aber wieder von Alexander Bugera abgelöst ...
Leon spielt offensiver als Bugi. Aber in der Phase, als er seine Einsätze hatte, haben wir einige Dinge im Defensivverbund insgesamt nicht gut gemacht. Durch Bugi haben wir uns mehr Sicherheit und Stabilität erhofft, was auch eingetreten ist. Aber Leon hat eine hohe Qualität, wir vertrauen ihm, das zeigt auch die Vertragslaufzeit bis 2014. Durch die Gelb-Rot-Sperre von Bugi hat Leon die Chance, gegen Köln zu spielen, wenn er sich im Training anbietet.
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Was fehlt den eigenen Talenten wie Alan Stulin oder Marcel Correia im Vergleich zu Thanos Petsos oder Clemens Walch?
Wir verlieren die eigenen Spieler durchaus nicht aus den Augen. Zum Beispiel bei Alan Stulin sehen wir eine gute Entwicklung. Und wir werden im Austausch mit unserem Nachwuchsleistungszentrum die Entwicklung der eigenen Talente nachhaltig forcieren. Da gibt es ein Kompetenzteam mit Stefan Kuntz, Marco Haber, Frank Lelle, Alois Schwartz, den U19- und U17-Trainern Gunther Metz und Ratinho und meinem Team, das sich turnusmäßig trifft. (...) Quelle: Die Rheinpfalz am Sonntag; gepostet von User Pfalzadler auf rt.de