Memorialkult im Fußball: Erstklassig, in alle Ewigkeit
16.11.2010, 11:24 2010-11-16 11:24:58
Von Alexander Kissler
Aufgehoben im Bekenntnis zum Lieblingsclub: Fußball ist für viele mehr als ein Sport - es ist eine sentimentale und nostalgische Angelegenheit. Eine Tagung in Irsee untersucht Totengedenken und Memorialkultur im Vereinsfußball.
Keine Fankurve kommt ohne dieses Requisit aus: "Gegen den modernen Fußball" steht Wochenende für Wochenende auf unzähligen Fahnen in Deutschlands Profistadien. Das Moderne dient als Chiffre für alle Tendenzen, die dem Stehplatzdauerkarteninhaber suspekt sind. Modern nämlich sei die Neigung, aus dem Männersport ein Kommerzspektakel zu machen, eine Fernsehunterhaltung und ein Familienvergnügen.
Insofern ist ein nicht unerheblicher Teil der Fanszene, angeführt von den "Ultras", traditionalistisch gesinnt. Die aufwendigen Choreographien mit ihren Botschaften aus Farbe, Schrift, Symbol sind Liturgien des Widerstands.
Vor diesem Hintergrund ist es kaum glaublich, dass nun in der Schwabenakademie Irsee tatsächlich "zum ersten Mal" überhaupt "die intergenerationale Integrationskraft des Vereinsfußballs anhand seiner Bezüge zur Memorial- und Sepulkralkultur" dargestellt worden sein soll.
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