Fußballprofis im Zockermilieu (faz.net)
Spielsucht macht Spieler erpressbar für die Wettmafia / Zweifelhafte Rolle der Wettbörsen
03. Januar 2010 Michael Schlagbauer fällt es Woche für Woche schwerer, an die Unschuld von Kristian Sprecakovic zu glauben. „Wir hofften einige Zeit auf ein Missverständnis, aber diese Hoffnung scheint sich in Luft aufzulösen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Würzburger Kickers. Der 31 Jahre alte Fußballprofi gilt den Ermittlungsbehörden als Verdächtiger im Wettskandal und sitzt schon seit anderthalb Monaten in Untersuchungshaft. Im vergangenen Sommer hatte sich der ehemalige Zweitligaspieler dem Landesligaklub angeschlossen, er sollte mit seiner Erfahrung zu einer wichtigen Stütze der Mannschaft werden und helfen, den traditionsreichen Verein in die Bayernliga zurückzubringen. Über weitere Aufgaben in der Jugendarbeit wurde schon nachgedacht. „Wir haben ihn als sympathischen, feinen Menschen kennengelernt“, sagt Schlagbauer, im Hauptberuf Zahnarzt. „Umso unglaublicher ist, was gegen ihn vorliegt.“
Viele hat das Manipulieren von Spielen im Kern erschüttert. Profis, Vereine und Schiedsrichter sind ins Zwielicht geraten. Osnabrück, Verl und Ulm wurden zu ersten Brennpunkten des Skandals. Konkrete Ergebnisse aus den Ermittlungen der federführenden Staatsanwaltschaft in Bochum und Vernehmungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) dürften aber vorerst auf sich warten lassen. „Es ist generell schwierig, jemandem eine Spielmanipulation nachzuweisen“, lautet derzeit die Erkenntnis beim DFB.
Den kompletten Bericht gibt es unter:
http://www.faz.net/s/RubBC20E7BC6C204B2 ... ezial.html