Otti Feldhagel hat geschrieben:Ktown2Xberg hat geschrieben:
- der Faktor Stimmung(smache): in Duisburg spielen wir 70min Umschaltfußball im 4-4-1-1 bis uns die Körner ausgehen und gewinnen 3:0; der Neue spielt in Bochum den exakt selben Schuh, mit dem Unterschied dass am Ende doch einer reinrutscht und das Umfeld bastelt sich die ersehnte Epiphanie
Ähm, in Duisburg steht am Ende ein glückliches 1:3!
Stimmt, 3:1. Ändert aber nichts an meiner Aussage.
"Glücklich" sagst Du hier - und in Bochum ist's dann das "Glück des Tüchtigen". Gutes Glück, schlechtes Glück. Das ist natürlich ein handfester Unterschied, wie konnte ich den übersehen.
Otti Feldhagel hat geschrieben:Dauert das Spiel 10 Minuten länger, dann drehen die wirklch schwachen Duisburger das Spiel noch gegen eine am Ende mal wieder hilflose FCK-Elf.In Bochum stemmt sich die Mannschaft leidenschaftlich gegen den Ausgleich, und verdient sich am Ende das Glück des Tüchtigen.
Quod erat demonstrandum.
Erstmal sagst Du nichts anderes, als dass Du meinst ein Spiel dass mit 2 Toren Vorsprung gewonnen wurde wäre eher gekippt als eins mit einem Tor Vorsprung bei dem wir die volle Schlussphase an den eigenen 16er genagelt wurden.
Sich müde in die Schüsse werfen hat in Duisburg auch geklappt, obwohl
das Spiel wirklich durch war. Der Unterschied ist mMn eher die Tatsache, dass in Duisburg ein geladenes Umfeld (nicht aufgearbeitete Vorsaison) auf einen schwachen Schluss beim Aufsteiger, in Bochum auf einen geretteten Sieg beim Tabellenführer reagiert hat. Alles eher "gefühlte" Temperatur als ein faktischer Unterschied.
Otti Feldhagel hat geschrieben:Ich sah da in Punkto Einstellung schon zwei gänzlich unterschiedliche Mannschaften.
Ich finde wie gesagt, dass Du den Unterschied da größer machst als er ist. Aber selbst wenn's so wäre: Schau Dir mal das Spiel aus der Rückrunde gegen RB an. Die Jungs können Kämpfen, wenn's um die Wurst geht. Ob sie uns jetzt unter Fünfstück jede Woche dieses "Gefühl" geben (weil Runjaic angeblich ja gar nicht wollte dass die kämpfen) wie nach Bochum gefeiert werden wir ja sehen.
Oder um es etwas Meta auszudrücken:
Viele urteilen hier über Fußballspiele, als wären das Wahrnehmungsobjekte, deren Bewertung aus ihrer faktischen Erscheinung abzuleiten wäre (und wundern sich dann, dass andere das anders sehen). Stand der Forschung ist hingegen, dass dynamische Wahrnehmungsinhalte (Aufführungen, Sportveranstaltungen, Zeit-Medien) niemals als Objekte greifbar sind, sondern erst im verkörperten Erleben des Subjekts, im Zusammenspiel von innerer (Introspektion, emotionales Erleben) und äußerer Wahrnehmung, Gestalt annehmen.
Genau deshalb greift man sich für Analysen belastbare Parameter heraus - und wenn man die heranzieht, ist der Unterschied, z.B. zwischen Duisburg und Bochum, nicht so groß wie er gemacht wird.
Kurz: Ich hatte auch Spaß am Bochum-Spiel. Der analytische Teil von mir, der mit Schlusspfiff langsam Aufmerksamkeit sucht und findet, ordnet die Reaktionen auf das Spiel jedoch eher der Gefühlslage im Umfeld als einer Revolution im Ansatz Fußball zu spielen zu - was sich so nebenbei auch ganz gut mit den Aussagen unseres neuen Trainers deckt
Otti Feldhagel hat geschrieben:Deine Epiphanie finde ich dennoch witzig, und in der Tat bemerkenswert.
Sagt der Mann mit dem Spruch vom "Glück des Tüchtigen".
Falls das extra gesagt werden muss:
Ich gönne jedem seine Freude. Euphorie des Wandels? Super, her damit. Wir können jede Form von Euphorie brauchen.
Das ist aber immer noch ein Diskussionsforum und das oben meine Meinung (die ich jederzeit gerne mit Argumenten unterlege). Gerade weil ich nicht glaube, bisher groß dadurch aufgefallen zu sein jemandem "die Party verhageln" zu wollen glaube ich das durchaus äußern zu dürfen, erst recht 6 Tage nach dem Spiel (und es würde mich auch wundern, wenn ich mit dieser Meinung ganz allein bin). Wenn ich jetzt grad nicht Mainstream bin, dann ist das eben so. Kein Grund, sich angegriffen zu fühlen.
Ich erzähl Dir auch nicht, wie beschissen alles in Wirklichkeit ist. Alles was ich mir erlaube, ist darauf hinzuweisen, dass Fünfstück spätestens auf den zweiten Blick (noch) nicht so viel geändert hat. Eine Erkenntnis, die für jeden mit kühlem Kopf nicht zu überraschend kommt, bedenkt man dass er vor seinem bisher einzigen Spiel 2 Tage mit der Mannschaft hatte. Ich glaube auch gar nicht, dass er - außer der Kommunikation nach außen, da schlägt er sich auch bereits sehr, sehr gut - soooo viel ändern muss. Und bin gespannt, was er dann tatsächlich ändern wird.
In diesem Sinne: Heimsieg
