Ich möchte mein Post vom 19.04.2014, 21:26 dann doch nochmals kopieren und ergänzen, wobei er sich primär gegen die Berichterstattung in der AZ Mainz richtete, welche auch vom Wiesbadener Kurier 1:1 aufgegriffen wurde:
Hellfire hat geschrieben:
Lobhuddelei für ein Blatt, dass euren Verein vor nicht allzu vielen Tagen ganz übel und mit Hochgenuss durch den Dreck gezogen hat, ich kanns nicht fassen.
Sehe ich ähnlich, da die breite Mainzer Masse
(und die Wiesbadener Masse) die Assoziation Kaiserslautern = Steuerverschwendung hat und das ganze medial deutschlandweit aufgenommen wird.
Der 1.FC Kaiserslautern e.V. ist in diverse Geschäftsbeziehungen involviert und versucht im Rahmen der Möglichkeiten seine Tradition zu pflegen, gleichzeitig auch wettbewerbsfähig sich in der Bundesliga zu präsentieren.
Zu dieser Geschäftsbeziehung gehört u.a. auch der Vertrag mit dem Hamburger Unternehmen Sportfive, welcher seit der Jäggi-Zeit Bestand hat.
Ohne hier der Arbeit von der Perspektive FCK vorweg greifen zu wollen, so reiften doch einige Gedanken wie man eine wettbewerbsfähige Lösung aus dem Bereich "Naming Right" erzielen könnte. Der HSV generierte aus dieser Form Einnahmen seit 2001 in Höhe von ca. 3,5 Millionen € im Jahr. Bei 14 Jahren Laufzeit und entsprechender Verzinsung wäre somit ein Paket von ca. 50 Millionen € geschnürt.
Auch andere Vereine nutzen diese Form der Generierung von Einnahmen. Im Jahr schätze ich, dass auf diese Art und Weise so wenigstens 20 Millionen €
(wahrscheinlich habe ich hier viel zu pessimistisch kalkuliert; sagen wir als mindestens 30-40 Millionen) der Fußballbundesliga in der 1., 2. und 3.Liga zukommen (Allianzarena, Signal Iduna, Coface, Commerzbank, Mercedes Benz, ...). Da der Fußball in der Gesellschaft eine hohe Wertschätzung genießt, halte ich die Zahlen auch für gerechtfertigt. Der 1.FC Kaiserslautern ist neben dem Leistungssport auch ein Breitensportverein mit vielfältigem sozialem Engagement.
Anders verhält sich dass, wenn die Summen 1:1 in Spielergehälter gingen.
http://www.wiesbadener-kurier.de/politi ... 036629.htm
Was will uns der Artikel nun andeuten:
* 52 Millionen € Kaufpreis für das Fritz-Walter-Stadion als WM-Stadion statt dem von Jäggi anfangs ins Spiel geworfenem Mindestwert von 33 Millionen €
* 24 Millionen Mehrkosten (FIFA konformer Ausbau, Stahlpreise, bauliche Verzögerungen,...)
* Fröhnerhof mit Sicherheit diskutabel
(Mittlerweile durch den Comfort Letter von der EU beantwortet)
* 5,3 Millionen € Besserungsscheine
(Seit längerer Zeit wurden die Besserungsscheine eingelöst, so dass aktuell wohl nur noch 1,3 Millionen € bestehen??)
Nun aber zu einer etwas anderen Zahlenjonglage:
Chronologisch müsste man hier wohl den Winter 2007 anführen als das Naming Right Substitut auf dbb geboren wurde. Ganz kurz: Zwei Unternehmen kaufen die Namensrechte am Fritz-Walter-Stadion ohne sie auszuüben. Theoretisch ließen sich auch z.B. fünf Unternehmen finden .. Wobei man bei Zweien z.B. die beiden Werbebanden auf Höhe des Mittelkreises exklusiv bereitstellen könnte! Darüber hinaus gebe es wohl auch andere attraktive Konzeptionen.
Eintracht-Stadion in Braunschweig seit der Saison 2008/2009 mit Einnahmen von 250.000€/Jahr in der 3.Liga. Wie es sich in der 1.Liga verhält, weiß ich nicht.
Nach Aufstellung des ersten Regelwerkes durch den Lehrer Konrad Koch im Jahr 1874, der Erfindung der ersten Trikotwerbung am Mann durch die Mast-Jägermeister AG genau 100 Jahre danach sowie der bundesligaweit ersten Etablierung eines Sponsoren-Pools (Eintracht 100 seit 1987) setzt die Stadt erneut Standards im Sportsponsoring.
Während andernorts namhafte Firmen die Arenen mit ihren Namen belegen (und sich nicht selten wundern, wenn sich Manni Breuckmann von der NDR 2 Bundesligashow dennoch aus dem Volksparkstadion meldet), ist man in Braunschweig einen anderen, eventuell zukunftsweisenden Weg gegangen um den Traditionsnamen des Stadions dauerhaft abzusichern. Fünf ortsansässige Traditionsunternehmen (BS|ENERGY, Braunschweigische Landessparkasse, Öffentliche Versicherung Braunschweig, Volksbank eG Braunschweig Wolfsburg und Volkswagen Financial Services AG) haben sich abseits allen branchenexklusiven Denkens zusammengefunden, um den Traditionsnamen des Stadions dauerhaft abzusichern.
Mit der Finanzierungszusage der Sponsoren über einen längeren Zeitraum erhalten Stadt und Verein Planungssicherheit.
https://www.blsk.de/wir-ueber-uns/spons ... details%2F
Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim, seit 2011/2012 umbenannt in die Wirsol Rhein-Neckar-Arena.
Zeitlich nachgelagert zum Eintracht-Stadion basierte das Konzept ebenso auf fünf namhaften Unternehmen, die pro Saison in der Lage waren bis zu 2,5 Millionen € im Jahr in diesem dem Naming Right ähnlichen Bereich zu investieren.
Für das Fritz-Walter-Stadion ergeben sich hier seit der Saison 2008/2009 Einnahmen (Referenzmaßstab: Rhein-Neckar-Arena): von 2,5 Millionen € * 6 Jahren wären somit
18 Millionen €! Unverdient wären diese Gelder nicht. Tendenziell eher verdient.
Mit dem Ansatz des Namensschützers bzw. des lokal verankerten Naming Rights (Eintracht-Stadion bzw. Rhein Neckar Arena) wäre ein Interessenskonflikt mit dem Vermarkter eventuell entstanden. Mit einer im Nachgang etwas entspannteren - zeitlich verzögerten Finanzierung - wurden somit (etwas zuungunsten des 1.FC Kaiserslautern e.V.) weitere Stadionprojekte kurzfristig realisiert...
Unter anderem auch die Commerzbankarena! Unter anderem auch die Allianzarena! Unter anderem auch …
Würde man die jährlichen Mehreinnahmen effektiv und effizient einsetzen bzw. in der Vergangenheit schon eingesetzt haben, so wäre die Etablierung in der Bundesliga mit jährlich deutlich höheren Fernseheinnahmen, Werbeeinnahmen oder Ticketverkäufen realistisch. Von daher halte ich den Traditionsclubbonus auch nicht unbedingt für erstrebenswert.
War man auf der JHV anwesend, so würde man zur Erkenntnis kommen, dass es seitens des 1.FC Kaiserslautern e.V. kein Fehler wäre mit Herrn Buchholz Frieden zu schließen und ihn auch wieder im Verein respektvoll aufzunehmen.