Rückkorb hat geschrieben:Was mich am meisten beeindruckt, ist die defensive, schon fast depressive Reaktion von Kuntz: Es war nicht alles falsch. Darum geht es doch gar nicht. Keiner macht alles falsch. Auch der Unfähigste wird auch mal etwas richtiges machen.
Daher halte ich es für absolut untunlich, so zu argumentieren. Das hört sich ja schon fast an wie Midlifekrisis. Offensichtlich gibt es auch bei Kuntz zur Situation Ermüdungserscheinungen wie bei den Fans. Führung geht anders. Aber sind wir zu der Saison nicht alle urlaubsreif? Kuntz, anders als unsereiner, kann gerade jetzt noch nicht abtauchen. Da beneide ich ihn nicht.
Kuntz vorzuwerfen, er vertrage Kritik nicht, lieber @szymaniak, ist hier wohl eher eine Mindermeinung, wo doch andere zu recht behaupten, er äußere sich hier sehr selbstkritisch. Sachliche Kritik geht m.E. anders.
Erst mal zu analyisieren, halte ich für wesentlich richtiger als in Hektik zu verfallen. Gerade scheinbar undurchdachte Vorgehensweisen haben doch zu der Beurteilung als Fehler geführt.
Kuntz vorzuwerfen, verfehlt auf abgehalfterte alte Spieler gesetzt zu haben, ist m.E. nicht o.k.. Das passt nicht zum Erfolg Zoller. Man erinnere sich bitte auch an seine Anfänge hier, als ausdrücklich als Strategie erklärte, sich auf der Ersatzbank der 1. Liga bedienen zu wollen. Die Konsequenz war der alsbaldige Aufstieg. Was sich einmal als richtig erwiesen hat, kann nicht beim nächsten Mal automatisch falsch sein. Das scheinen hier viele vergessen zu haben.
Von der Verpflichtung Zollers darauf zu schließen, das Kuntz ein gutes Händchen bei Verpflichtungen hat, ist schon eine sehr wohlwollende Sichtweise. Zoller war doch wohl eher die Ausnahme von der Regel.
Unser Kader ist von der Altersstruktur und den Positionen falsch besetzt. Zudem hat man zum Teil Charaktere verpflichtet, die den Zusammenhalt in der Mannschaft eher geschwächt haben. Die Einbindung von Nachwuchsspielern ist auch stark verbesserungsfähig.
Zur Person Stefan Kuntz: Kritikfähigkeit ist nicht gerade eine seiner Paradedisziplinen. Trotzdem werde ich nicht müde zu betonen, ihn als VV unbedingt behalten zu wollen. Nur die rein sportliche Führung sollte er in andere Hände legen.
Zum Sportdirektor: Markus Schupp wäre nicht meine Wahl. Zugegebenermaßen ist es eine der schwersten Aufgaben einen guten Sportdirektor zu finden. Nur weil einer in der Vergangenheit ein guter Spieler war, wird er nicht automatisch auch ein guter Sportdirektor. Meines Erachtens sollte man sich aber nicht unbedingt in der ersten Reihe, sprich 1. Bundesliga, umsehen. Diese Verpflichtung sollte stark auf eine langfristige Zusammenarbeit ausgerichtet sein. Um hier mal einen Namen in den Raum zu werfen, den ich mir vorstellen könnte, Andreas Bornemann. Er ist derzeit Manager bei Holzbein Kiel und wäre vielleicht nicht abgeneigt bei einem ambitionierten Zweitligisten anzuheuern. Karlsruhe hat das im letzen Jahr übrigens erfolglos versucht.
Der Aufstieg hat für mich in der nächsten Saison nicht mehr die erste Priorität. Ich möchte zuerst ein Zukunftskonzept erkennen können und eine Mannschaft sehen, die für unseren FCK brennt. Erst wenn wieder Leute auf dem Platz stehen, die für den Nebenmann jeden Weg gehen, auch wenn es weh tut, werden wir auch wieder einen lebendigen Betze erleben.