OK, hier meine Sicht des gestrigen Tages:
1. Anreise
Wer hätte gedacht, dass 5 Stunden Anreise für 300 Kilometer nicht ausreichen? Ich nicht, aber die Spieltagsplanung war schon recht schräg. LEV zu Hause, MG zu Hause und wir in DO.
Eintreffen im Block um 19:58 - Die Mannschaften laufen gerade ein. Wow, Punktlandung auch wenn die üblichen Vorgespräche und Stadionwurst-Zeremonie dank der Fahrtzeit nicht möglich waren.
2. Stadion
Da es für mich der erste Besuch in Dortmund war, muss ich schon gestehen, dass ich beeindruckt war. Der Betze ist schon super, aber das Monster in Dortmund hat was. Offenbar ist man dort aber auch nicht auf die Anzahl der Gästefans eingestellt, denn nach Schluss gab es noch nicht einmal mehr eine Wurst im Stadion - die Läden waren schon runter.
3. Das Spiel
Genug wurde geschrieben. 20/25 Minuten war alles recht OK. Meine erster Blick auf die Uhr war in der 31. Minute. Nun ja, was dann kam war schon heftig.
Als ich in der 75. Minute zu Rossobianco neben mir sagte: "Oje, noch ne Viertelstunde, hoffentlich bremsen die Gelben sich mal ein wenig", kam noch das 4:0 und das 5:0. Schon übel so abgezockt zu werden. Aber ich anerkenne neidlos, dass die Dortmunder definitiv die besseren waren und wir gefühlt zwei Mann weniger auf dem Platz waren. Es war so ein "Hase und Igel" Gefühl. Die Dortmunder waren immer schon da, als wir noch am Laufen waren.
4. Die Stimmung
Ein Wechselgesang über 4 Tribünen - wow, das hat was. Wir schaffen es über 2. Vielleicht sollte man, jetzt da unser Betze wieder besser gefüllt ist, es auch mal mit den anderen Tribünen versuchen.
Es war schon teilweise recht laut, was da von der gelben Seite kam. Den eigenen Vorsänger nicht zu verstehen kommt selten vor und soweit hinten waren wir nicht wirklich. Irgendwie setzte sich die Resignation auf dem Feld auch in den Block fort. Es war schon mühsam "Auf geht's Lautern schiesst ein Tor...." zu schreien und den Nebenmann kaum zu verstehen wenn von vorne das BVB entgegenströmt. So ähnlich muss es unseren Jungs auf dem Platz ergangen sein. Schon übel.
Am Ende, die letzten 5-8 Minuten und nach dem Abpfiff, da war dann alles egal und die Stimmung wurde auch im Block besser und lauter. Lag es daran, dass wir jetzt mehr Platz hatten, da die "Eventies" sich nach dem 4:0 in Richtung ihrer Autos trollten? Das YNWA nach dem Spiel war richtig. Vielleicht hätte man es schon während der letzten 5 Minuten bringen können. Aber auch so hat es gepasst.
5. Die Kritik
Nun denn. Kritik an sich ist notwendig, um Verbesserungen und Veränderungen herbei zu führen. Ob das nun im Management ist (wie gerne von mir angezettelt) oder eben auch bei den Spielern. Während des Spiels gibt es nur die Unterstützung. Nach dem Spiel muss es aber erlaubt sein, Kritik zu äussern. Denn wie sonst sollte sich etwas zum Besseren verändern?
5a. Tobias Sippel
Ich habe den Eindruck, als ob unsere Nummer 1 irgendetwas "blockiert". Warum habe ich nur bei jedem Angriff oder Schuss, der unsere Abwehr überwindet ein ungutes Gefühl? Es ist dieses "Oje Oje" Gefühl. Die Tore im Einzelnen zu analysieren obliegt den Trainern. Mir persönlich sind die Tore 2 und 3 übel aufgestossen. An 2 ist er dran und es fehlen ihm ca. 10 Zentimeter um den Druck hinter den Ball zu bringen und damit das Tor zu verhindern. Knapp. Tor Nummer 3 war ein klassischer "Sippel". Rauslaufen und dem Ball hinterherschauen. Jedem der hier sagt, dass Sippel nicht kritisiert werden darf, sei sein letztes Spiel in der U21 Nationalelf und die Packung dort ans Herz gelegt. Bitte die Tore und seine Körpersprache dort noch einmal ansehen. Da waren gestern ein paar Parallelen und die hat unser aller geliebter Herr Klopp seinen Jungs bestimmt auch gezeigt.
5b. Martin Amedick
Ja, ich weiß, eine "heilige Kuh". Aber auch hier sollte Kritik erlaubt sein. Sein Abwehrverhalten gestern war unter aller "Sau". Kann mal vorkommen. Aber seit einigen Spieltagen fällt schon auf, dass seine Offensivpässe so gut wie nicht ihr Ziel erreichen. Und er muss viel öfter dem Gegner hinterherlaufen und somit zu Fouls greifen. Auch gestern, wie schon gegen Mainz, gab's dafür Gelb. Unser Kapitän sollte mal ein wenig Sprinttraining absolvieren und die Passgenauigkeit trainieren. Dann wird er wieder zu dem Bollwerk das wir in Liga 1 brauchen.
6. Fans
So, nachdem die Nacht sehr kurz war und ich bei der Fahrt in mein Büro hier in KL so ein wenig über das Spiel, die Stimmung, die ersten Kommentare hier und die Wichtigkeit des Spiels am Sonntag nachdenken durfte, komme ich zu dem Schluss, dass wir alle, Spieler und Fans, am Sonntag enger zusammenrücken müssen. Wir wollen doch alle in Liga 1 spielen. Das macht einfach nur Spaß. Also hilft es doch auch nur, wenn wir Kritik üben (nicht pöbeln), die Jungs auf dem Feld ihre Schlüsse aus ihren Fehlern lernen ohne dabei beleidigt zu sein und wir bei jedem Spiel als Fans uns die Seele aus dem Leib schreien. Rückt zusammen und feuert an.
7. Fazit
"That's what we were fighting for" sollte als Essenz aus dem gestrigen Tag mitgenommen werden. Wir wollten wieder in Dortmund spielen. Gestern war es nach 4 langen Jahren endlich wieder soweit (für euch...). Wir haben uns letzte Saison den Arsch in Augsburg und Aachen abgefroren, haben am Ostersonntag in Oberhausen die Hucke voll gekriegt, haben in Frankfurt die falsche Mannschaft angefeuert und nur dafür, endlich wieder zu Hause in der ersten Liga spielen zu dürfen.
Jetzt dürfen wir bitte nicht aufgeben. Kämpft und schreit was die Kehle und die Seele hergeben. Nur gemeinsam packen wir das. Und das gilt auch für Tobias Sippel und Martin Amedick. Reisst euch zusammen, wir brauchen einander, um diese Liga zu halten. Noch ist nichts zu spät. 29 Spieltage haben wir Zeit. Aber jeder Spieltag zählt....
In diesem Sinne
EFF CEE KAA (sollte im Traditionsjahr auch mal öfter eingesetzt werden ...)