Wir sollten die SPI hinsichtlich der operativen Entscheidungen mal außen vor lassen. Die SPI ist ein Investor und kann uns nicht sagen, wie wir erfolgreich sein sollen. Das müssen wir schon selbst schaffen. Die SPI gleicht ein riesiges schwarzes Loch aus, dass dadurch entsteht, dass wir uns immer noch als Zweitligist auf Urlaub in der dritten Liga benehmen. Genauso wie wir uns vorher als Bundesligist in der zweiten Liga benommen haben. Doch anstatt die Strukturen anzupassen, machen wir weiter wie vorher und gehen wie selbstverständlich davon aus, dass es Investoren schon richten werden.
Dazu kommt das Stadion Thema:
Heute gab es eine Pressemitteilung der Stadt KL, in der der Haushalt 21 gerügt wird mit der Auflage 3 Mio. aus dem freiwilligen Bereich zu streichen und der haushalt für 22 komplett zurückgewiesen wird. Weichel bereitet die Bürger gerade auf eine signifikante Steuererhöhung vor. Jede Planung, des FCK, die darauf beruht eine längere Pachtreduktion zu bekommen, ist utopisch. Ergo heißt es: Diese Saison hoch oder es wird noch viel teurer.
Zwei Geschäftsführer, drei Trainer auf der pay roll, immer noch ganz ordentlich Mitarbeiter in der Administration. Das ist alles Geld, welches nicht im Kader landet. Und was ich nochmal verdeutlichen möchte: die Vorstellung das Investoren so eine Art SB-Ladentheke sind, die ist einfach falsch. Das Geld was ein Investor gibt, kann nur einmal ausgegeben werden. Die KGaA hat im Geschäftsjahr 2018/2019 einen Verlust vor Steuern von EUR 11 Mio. gemacht. Da sind sicherlich ein paar Sondereffekte aus der Ausgliederung mit drin - aber selbst optimistisch gerechnet bleiben da rd. 6-7 Mio. operativer Verlust (vor Abschreibungen) übrig. Das muss Cash ausgeglichen werden - jedes Jahr. Die 11 Mio. der Investoren langen - ohne weitere Massnahmen - also nicht für zwei Jahre. Das war von Anfang an klar und wurde sogar so kommuniziert. Dazu kommen noch die pandemiebedingten Mindereinnahmen aus der Rückrunde. Die Investoren haben auch keine Leihspieler bezahlt oder keinen neunen Rasen bezahlt. Die KGaA hat die Mittel genutzt, die sie aus der Kapitalerhöhung bekommen hat, um diese Investitionen zu tätigen. Die Investoren haben dafür Anteile bekommen. Und wenn wir jetzt Jean Zimmer für 750k kaufen, dann fehlt uns das Geld an anderer Stelle - das ist kein Füllhorn, in das immer neue Mittel von oben reingegossen werden. Vielmehr ist das Geld, was wir ausgegeben haben weg und kann von den 11 Mio. Kapitalerhöhung abgezogen werden. Da kann sich jeder selbst ausrechnen, was er glaubt, wie weit wir damit kommen. On top kommen dann noch die ganzen Schulden im e.V., die wir ohne Restrukturierung des internen Dienstleistungsvertrages zwischen KGaA und e.V. auch kaum zurückzahlen bzw. bedienen werden können.
Das Resultat all dessen, ist der erste Satz von Thomas Hengen:
Aber es dürfte darauf hinauslaufen, dass wir gegenüber der Vorsaison mit einem etwas geringeren Etat arbeiten müssen.
Damit wird es halt schwierig, dass hier umzusetzen:
Kaderplanung sollte natürlich nicht unabhängig vom Trainer stattfinden, aber sie muss von der Philosophie des Vereins geprägt sein, davon, wie er Fußball spielen will. Und das heißt am Betzenberg: aktiv, körperlich, laufintensiv, aggressiv. Abwartender Fußball passt nicht zu uns, das muss ein Trainer verinnerlichen.
Diese Spieler zu finden ist nicht einfach - wenn du aber die Chance hast solche Spieler an dich zu binden, dann musst du das machen. Nur so bekommst du Konstanz rein. Es war schon unter Kuntz so, dass wir nicht in der Lage waren, die Eckpfeiler einer sich entwickelnden Mannschaft zu halten. In der zweiten Liga dann erst recht nicht mehr. Wenn Du also als Investor von der Philosophie des GF Sport überzeugt bist und diese umsetzen willst, dann musst du sie auch finanzieren. Sprich das Geld für einen Zimmer, einen Götze oder einen Senger zur Verfügung stellen. Oder für gleichwertigen Ersatz. Alles andere ist Gambling - dass hatten wir die letzten Jahre genug. Funktioniert hat es nie.
Es ist die Aufgabe von Voigt und Hengen, die Investoren davon zu überzeugen, dass eine Investition in ihre Strategie / Philosophie, den Wert der Investition erhöht.