Mörserknecht hat geschrieben:
Letztlich ist es aber so, dass auch auf diesem Feld die ganze Sache zu einem großen Teil von den handelnden Akteuren abhängt, wie Du sagst.
Martin hat natürlich vollkommen recht mit seiner Analyse der rechtlichen Situation, aber insbs. mit diesem Satz. Ich persönlich hatte keine Lust auf der JHV einen rechtlichen Exkurs zu machen, weil die anderen Probleme einfach noch wichtiger sind. Da ich aber heute auch vom FCK Blogwart zitiert werde, will ich dann zumindest mal einen Punkt klarstellen, um zu verdeutlichen, worauf z.B. einer R. Keßler zur Zeit achten muss und welche Implikationen das alles haben kann. Wie von ihm dargestellt, aber in der JHV völlig untergegangen, ist Betzeanleihe geteilt worden. 35% der Schulden sind nicht von der Kapitalgesellshaft übernommen worden, sondern liegen nach wie vor im e.V. Dafür ist der Vorstand des e.V. verantwortlich - und keiner sonst. Eine Verpfändung von Anteilen kann nur durch den e.V. erfolgen. Herr Klatt hat darauf überhaupt keinen Einluss. Er wird es aber wahrscheinlich brauchen, um überhaupt eine Zwischenfinanzierung zu bekommen. Mein Antrag, der nicht veröffentlicht wurde, zielte ja gerade darauf ab, Herrn Keßler ein klares Mitgliedervotum an die Hand zu geben, ob er einer solchen Verpfändung denn zustimmen soll oder nicht. Jetzt haben wir eine Situation in der der Vorstand des e.V. in eine solch existentiellen Entscheidung auf sich alleine gestellt ist. Das gleiche gilt für die Frage, zu welchem Wert - oder bis zu welchem Wert man bereit ist - Anteile an der Kapitalgesellschaft abzugeben, oder ob nicht doch eine Insolvenz zu einem bestimmten Zeitpunkt das bessere Szenario ist. Auch in dieser Frage ist der Vorstand des e.V., also Herr Kessler nun völlig auf sich alleine gestellt. Das er das satzungsmäßig entscheiden kann oder darf, ist das eine - aber er würde sich bestimmt wohler fühlen, wenn er von der JHV dafür ein klares Mandat erhalten hätte, in die eine oder andere Richtung.
Darüber hinaus geht es schlicht um die Frage, ob einige mittlere oder kleine Investoren zum jetzigen Zeitpunkt kombiniert mit einer Zwischenfinanzierung wirklich eine Lösung sind. Diese Saison hat gezeigt, wie gut ein Aufstieg zu planen ist - nämlich gar nicht. Ich denke allen Beteiligten ist mittlerweile bewusst, dass die Investition eines Investors untrennbar mit der Stadionfrage verbunden ist. Das ändert sich auch nicht nächstes Jahr und auch nicht in zwei Jahren. Was sich aber ändert, ist unser Verein. Er verliert an Bedeutung er verliert an Zusammenhalt, selbst die hart gesottesten können den Kampf gegen die Windmühlen irgendwann nicht mehr Stand halten. Ich habe letztes Jahr gesagt, dass wir den Verein wieder in einen Zustand versetzen müssen, in dem es sich lohnt zu kämpfen, in dem es sich lohnt persönlichen, finanziellen, sportlichen, egal welchen Einsatz zu bringen, ohne schon vorher zu wissen, es lohnt sich nicht. Alle im Vorstand aber insbesondere im Aufsichtsrat führen diesen Kampf mit einer bewundernswerten Leidenschaft. Sie schießen in dieser Leidenschaft vielleicht manchmal über das Ziel hinaus - genauso wie das Fans und Mitglieder vielleicht auch machen.
Ich persönlich bin dafür, dass man das ganze nun einer Lösung zuführt. Entweder haben wir bis März eine tragbare Lösung, die den Verein finanziell so ausstattet, dass er mind. die nächsten drei Jahre finanziell überleben kann oder eben nicht. Daran sollten wir jetzt alles setzen.
Es darf aber niemals zu einer Situation kommen, in der sich FCK-Mitglieder und Fans oder auch regionale Geldgeber sich am Verein beteiligen und ihr Geld nächstes Jahr weg ist. Darauf habe ich viele Beteiligte in die Pflicht genommen und das wurde mir auch zugesichert. Die Hauptlast trägt hier nun sicher R. Keßler.
Eine Insolvenz ist weder schön, noch erstrebenswert - aber sie schafft Fakten. Auch bei der Stadt. Dann sind alle Akteure dazu gezwungen über Lösungen nachzudenken - kein hätte hätte Fahradkette und den schwarzen Peter im politischen Wettstreit immer dem anderen zuschieben.
Es ist sicherlich richtig, dass der Verein in den letzten 20 Jahren nicht immer optimal gewirtschaftet hat. Aber er hat der Stadt Kaiserlautern auch über EUR 50 Mio. an Pacht gezahlt. Er hat das Stadion in dieser Zeit komplett alleine in Schuß gehalten, was bestimmt nochmal EUR 15 Mio. waren. Und die Stadt hat es gepackt bis heute keinen einzigen EUR Tilgung zu leisten, weil man eine teure und spekulative Finanzierung abgeschlossen hat. Das ist das Problem der Stadt und wenn man sich heute darauf einigen könnte, dass zumindest dieser Schaden von der Stadt übernommen wird, dann hätte man schon einen Großteil des Weges hinter sich. Denn dann hätte die Stadt heute gerade noch EUR 15 Mio. Schulden. Es ist das gute Recht der Stadt KL einer außerinsolvenzlichen Lösung nicht zuzustimmen aber es muss dann auch deutlich gemacht werden, mit welcher Feigheit hier agiert wurde. Wie dreist dem Steuerzahler geschadet wurde, nicht durch den Verein sondern durch die Politik, durch Leute, die der Allgemeinheit vorgaukeln wollten, eine WM in Kaiserslautern würde den Steuerzahler kein Geld kosten und wäre haushaltsneutral zu finanzieren. Diese Diskussion ist die gleiche, egal ob wir sie vor 10, vor 5 Jahren oder heute führen und sie wird auch nicht anderes, wenn wir sie in 2 Jahren führen. Das hat Patrick Banf an der JHV ja auch deutlich gemacht ohne Lösung der Thematik kein Investor. Das schlimme ist, dass jedes Jahr was man länger wartet, eine Lösung eher schwieriger, weil teurer macht.