mster hat geschrieben:
P.S.: Die größte Gefahr für "unseren" Fußball sind nicht diejenigen, die auswärts Pyrotechnik zünden. Sondern die Nieten in Nadelstreifen, denen am liebsten wäre wenn ich mittwochs um 9:30 im Stadion stehe, weil dann die Einschaltquoten und Vermarktungsmöglichkeiten in Timbuktu optimal ausgereizt werden. Solche Leute stellen für mich eine weitaus realere Gefahr da als wenn es auswärts mal wieder 10 Reihen unter mir qualmt.
Die Ultras sind genauso eine hässliche Seite des modernen Fußballs wie die Geschäftemacher in den Logen. Beide Seiten stehen mir fern. Ich liebe es, ins Stadion zu gehen. Ich möchte es zu zivilen Zeiten tun, 1 oder 2 Bier trinken, ne Wurst essen, mit Kumpels fachsimpeln, mir die Lunge aus dem Hals schreien, hoffen und bangen und je nach Ausgang zufrieden oder traurig nach Hause gehen. Was ich dabei nicht brauche, sind Logen, Sky, Klatschpappen, Leibesvisitationen, knüppelnde Schildkröten, Fahnenklau Pyro, Dauergesänge, Böllergewerfe auf Sanitäter, schwarze Blöcke bei Bullen und Ultras, Danke-Bitte-Stadionsprecher, plärrende Vorsänger, Merchandising, den immergleichen Dauergesang-Soundtrack, ohrenbetäubendes "Stadionradio" mit Tormusik, endloses Fahnengeschwenke. Ich brauch im Stadion keine Kinds und keine Ultra-Kids und bin lange bestens ohne beides zurecht gekommen. Es kotzt mich einfach nur an, was die Geschäftemacher und die selbsternannten Elitefans aus dem Fußball machen. Ich habe mit diesen Menschen nichts gemein, sie stören nur. Und wie wichtig sie sich nehmen, auf beiden Seiten, einfach lächerlich
Die Ultras werden erreichen, dass die Repressionsschraube immer weiter gedreht wird. Sonst nichts. Denn die anderen sitzen am längeren Arm. Das ist in Köln so, in Hannover und wird bei uns auch so kommen. Sie tragen ihren heroischen Kampf gegen wasauchimmer auf dem Rücken der normalen Fans aus, die einfach kommen, um das Spiel zu sehen. Und sie können bei mir auf keine Solidarität zählen, denn sie sind genauso rücksichtslos und egozentrisch wie die Geschäftemacher.