RANDALE AUF DEM SCHIFF - 200 Polizisten stoppen Randale Boot
Ich möchte Euch dazu mal mein Schreiben an Bild de und andere Pressestellen zeigen.
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An
Bild de
Vorfall am 11.05.14 - Randale durch FCK-Fans auf dem Boot
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich hatte gestern ein Erlebnis der besonderen Art und bin heute noch geschockt. Mit vielen Arbeitskollegen habe ich fassungslos über meine gestrigen Erlebnisse gesprochen und als ich nun Ihren Bericht gelesen habe, bin ich schier vom Sofa gefallen.
Zunächst einmal zu mir: Ich bin verheiratet und habe 2 Kinder, 45 Jahre alt, Betriebswirt und Manager in einem mittelständigen Unternehmen. Ich lehne Gewalt ab, liebe den Fussball, ich war schon auf x Auswärtsspielen und bin schon seit 35 Jahren 1.FCK-Fan. Ich gehöre keinem Fanclub an!
Jetzt zu dem gewissen Sonntag: Nachdem ich im Vorfeld keine Karten mehr für das Auswärtsspiel bekam, wandte ich mich an einen Bekannten und er besorgte mir über seinen Fanclub 2 Karten. 1 Karte für mich und 1 Karte für meinen minderjährigen Sohn.
Wir fuhren mit dem Zug nach Bonn und gingen dort an Bord eines gecharterten Bootes. Ich hatte mit vielen Leuten Kontakt und alles waren aus meiner Sicht sehr nette Leute. Natürlich lernt man nicht jeden kennen oder der eine oder andere scheint einem nicht so Sympathisch, doch habe ich mich mit meinem Sohn sehr gut aufgehoben und sicher gefühlt. Auf dem Boot waren keine vermummten oder schwarz gekleidete – nein, es waren Menschen wie Du und ich.
Natürlich wurde auf dem Schiff getrunken, gefeiert und Party gemacht, doch so etwas habe ich auch schon beim Ausflug mit Fussball-, Kegel- oder Theaterverein erlebt. Natürlich verträgt nicht jeder gleich viel und man kann manchen ansehen, dass sie doch etwas zu tief ins Glas geschaut haben, doch war immer alles stets friedlich und ich hatte nie das Gefühl, dass da gleich etwas aus dem Ruder gelangt. Zwischendurch gab es dann ein Zwischenfall, weil ein Stuhl unter Mitleidenschaft geraten ist, doch auch hier wurde schnell ein Konsens gefunden.
Als wir in Düsseldorf einliefen wurde es schon ein wenig stürmisch, denn auf Deck brannten ein paar Bengalos und es wurden zur weiteren Aufmerksamkeit ein paar Böller über Bord (vom Boot weg) geworfen und es bestand nie Gefahr für Passanten oder Personen (außer für die, die das einatmen) oder Gäste am Anlegebereich. Das muss man natürlich nicht gutheißen und jeder steht anders dazu. Mich hat es nicht gestört und ich fand das (so wie viele winkenden Passanten am Ufer) eher ein wenig amüsant, will es aber auch nicht schön reden. Der Kapitän rief zur Besonnenheit auf und schon erloschen diese. Ja, es wurden auch Fangesänge gegen Düsseldorf gerufen und auch „Scheiß Fortuna“ wurde gerufen -> aber das ist ja nun wirklich nichts Außergewöhnliches und diese „Fanrufe“ kommen ja nicht nur aus Kaiserslautern. Im Stadion in Düsseldorf wurde von mehreren tausend Fans Scheiß FCK gerufen – ist nicht schön und früher hatten wir alle bessere Fangesänge, doch schockt mich dies nicht wirklich.
Wir gingen so kurz nach 14:30 Uhr von Bord und immer noch habe ich mich mit meinem Sohn sicher und gut aufgenommen gefühlt. Wir wollten nun zum Stadion und leider ist dann noch ein Böller im Uferbereich losgegangen und das war wohl das unnötigste, was an diesem Tag passiert ist. Soweit ich das alles beobachtet und mitbekommen habe, wurde kein Tourist, Besucher oder Restaurantbesitzer dumm angemacht oder musste wirklich angst haben.
Es gab niemals das Gefühl, dass Gewalt in Verzug war oder irgend jemand wegen uns Angst um Leib und Leben haben musste.
Dann ging das Ganze relativ schnell, denn von allen Seiten kamen Polizisten und kesselten unsere Gruppe ein.
Mit Hunden drangen sie uns in sehr aggressiven Art und Weise zusammen, wollten aggressive Handlungen unsererseits provozieren und gaben uns das Gefühl Kinderschänder oder Schwerverbrecher zu sein (wobei die ja leider zum Teil besser behandelt werden). In diesem Moment verstehe ich auch die Angst der Passanten oder des Restaurantbesitzers (Ihr Bericht), denn das war schon angsteinflößend und da wäre ich mit meinen Kindern als Besucher auch weggerannt. Einer der Tour-Organisatoren sprach mit den Einsatzleitern und Sprach mit dem Fans „wegen des Böllers am Landbereich gab es ein Verstoß und nun sollen Personalien kontrolliert werden – hört auf mit so einem Scheiß und danach kommen wir zum Stadion“. Es verging einige Zeit und es war absolut friedlich, kein Polizist wurde angepöbelt oder gewaltsam angegangen. Es wurde nichts geworfen oder sonstige unnötige Handlungen -> aber die Polizei ließ uns erst einmal nur da rumstehen! Es war sicht- und spürbar, dass sie nur darauf gewartet hatten, dass sich ein Fan provozieren lässt und dann hätten sie wohl auch ihre Knüppel legalisiert. Ein Fan musste auf das WC (befand sich 10m gegenüber), doch sie ließen sich nicht bewegen und lachten unter einander. Der Fan macht dann sein Geschäft am Geländer und so ginge es noch mehreren. Hallo, da standen 200 Polizisten rum und hatten nichts wirkliches zu tun. Ich sprach mit ihnen, suchte den Dialog, denn ich konnte das alles absolut nicht verstehen und fand und finde das auch noch heute so überzogen und mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
Egal, irgendwann ging es dann weiter und wir wurden nach und nach mit Begleitpolizisten die Treppen nach oben geführt und wurden dort einer Leibesvisitation unterzogen, mussten die Schuhe ausziehen, wurden abgelichtet und der Ausweis fotografiert. Mein minderjähriger Sohn wurde dabei genauso wie ein Schwerverbrecher behandelt wie auch ich. Ich habe mich in diesen Moment so zusammenreißen müssen, denn da steht man kurz bevor beleidigend zu werden, doch hätte das ja auch niemand was gebracht – erst Recht nicht mir!
Danach wurden wir in einen Bus begleitet und mussten im Innenbereich ausharren. So wurde nun einer/eine nach dem/der andere/n nach oben geführt und die Zeit ging vorüber. Wir konnten das alle nicht fassen und von außen lachten die Polizisten in den Bus -> sie glauben gar nicht, wie da mein Wohlbefinden war.
Ich ging dann aus dem Bus und musste auf die Toilette und da hatte sich ein Polizist nach Gesprächen hinreisen lassen und sie haben mich auf die Toilette begleitet. Auf der Toilette stand dann pro „Pinkelgast“ ein Polizist dahinter.
Im Bus dauerte und dauerte es und es gab keine Möglichkeit etwas trinkbares (Wasser, Cola…) zu sich zu nehmen. Das muss ich aber dem einen Polizeibeamten wirklich hoch anrechnen, denn nachdem er mitbekommen hatte, dass ich für meinen Sohn irgend etwas trinkbares besorgen möchte, holte er mir aus dem Einsatzwagen eine Flasche Wasser und übergab mir diese (es gab also auch ein paar wenig andere Polizisten).
Um knapp 17:00 Uhr war dann der letzte im Bus (war sau eng und mehr gingen auch nicht rein) und jetzt erlebte ich das nächste Highlight dieser Tour. Mit Polizeimotorrad, Einsatzfahrzeugen vor dem Bus und 5-6 Einatzfahrzeugen hinter dem Bus, ging es mit lautem Tatütata durch Düsseldorf, keine Ampel war für uns rot und es wurden fast Auffahrunfälle an Ampeln hervorgerufen. War schon spannend und in diesem Moment durch den Galgenhumor schon amüsant, doch auch lächerlich -> was soll das bitte? Na ja, die Polizisten hatten ihren Spaß und darum ging es wohl bei diesem Einsatz.
Am Bahnhof Flughafen Düsseldorf angekommen wurden wir an die Gleise begleitet. Mein Sohn hatte Hunger, denn wir waren ja schon seit 5 Uhr auf den Beinen und die Verpflegung war etwas anders geplant. Ich ging zu einem weiteren Polizisten, fragte nach und bat ihn mich doch durchzulassen, denn ich möchte doch nur etwas essbares für meinen Sohn holen, doch auch hier nur ein Grinsen und die Aussage - ich sei FCK-Fan und dürfe deshalb nicht durch.
Ich ging zurück und sah meinen Sohn, zog mein Trikot aus, lief an dem Polizisten vorbei und besorgte im Flughafengebäude etwas zu essen. Auf dem Rückweg konnte ich es nicht lassen, machte mich bei dem Polizisten bemerkbar und bedankte mich -> er schaute mich nur mit großen Augen an und fragte wie ich durchgekommen sei. Ohne Kommentar und dieses Mal grinste nur ich, ging ich wieder auf unser Gleis und war froh irgendwann wieder zu Hause zu sein. Das Geld für den Tag war Sponsoring für die Fortuna und muss abgeschrieben werden (wenn ich genug Geld und Anwälte wie manche Verbrecher hätte -> ich würde es bis zum Bundesgerichtshof einklagen).
Ich weiß bis heute noch nicht, was da jetzt wirklich so schlimm war und ich hoffe für alle Fussballfans, dass die Polizisten nicht überall so sind bzw. hoffe ich, dass dies nur ein einmaliger Übergriff der Polizisten gegenüber Fans (keine Randalierer) war.
Ich schreibe dies wie gesagt nicht um alles zu beschönigen, doch diese Erlebnisse und Berichterstattung hat mich dazu bewogen, dies auch mal aus meiner Sicht zu berichten und das ganze vielleicht mal aus einem anderen und neutralen Blickwinkel darzustellen -> das behaupte ich wirklich von mir, denn ich bin in keinem Fanclub, diskutiere auch viele Dinge über Fanverhalten, doofe Gesänge oder Vorfälle mit meinen Sohn, lebe den Dialog, Toleranz und muss auch in meinem Beruf für viele ein Vorbild sein. Auf alle Fälle ist mein Bild gegenüber der Gesetzeshüter total erschüttert und ich weiß gar nicht, was ich hier positiv raussuchen kann. Mir fehlen ehrlich gesagt immer noch die Worte.
Normalerweise wäre hier aus meiner Sicht mindestens eine Entschuldigung der Polizei angebracht, denn wenn die sich mal ihre Videos (haben ja genug gefilmt) mal genau analysieren und betrachten, dann würde ein neutraler Betrachter meine Ausführungen nur bestätigen.
Ob Sie diese Gegendarstellung bringen, ist Ihre Sache. Gerne bin ich auch bereit diesen Vorfall in einem persönlichen Gespräch wiederzugeben und dafür zu unterschreiben. Sie können mich jederzeit unter der Mobilrufnummer erreichen. Sie können mich aber auch per Email erreichen.
Auf alle Fälle wäre ich dankbar und das wäre auch nur fair, wenn zumindest ein Hinweis darauf wäre!
Mit freundlichen Grüßen und in Erwartung auf eine Reaktion,
Thomas M.
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Fotos:
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