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Jahreshauptversammlung 2013: Zwischen hui und pfui (Der Betze brennt)

Neuigkeiten und Pressemeldungen zum 1. FC Kaiserslautern.
paulgeht
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Beitrag von paulgeht »

Ein guter und unaufgeregter Beitrag, Aufstiegsmacher! :applaus:
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Mac41
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Beitrag von Mac41 »

Die angesprochene Bloßstellung von Jochen Grotepass im Mitgliedermagazin ist eine nette Zusammenarbeit des Vorsitzenden des Aufsichtsrates und von Stefan Kuntz.
Wenn ich diese Vertraulichkeit der Sitzungen und das gemeinsame Tragen von Beschlüssen höre, so erinnert mich das stark an die Prinzipien des demokratischen Zentralismus und das Zentralkomitee Küchenkabinett in der DDR.
Gerade ddie Öffnung des Ausschusses für alle Mitglieder und die breite Diskussion der Änderungen war von den Mitgliedern in der Neufassung des Antrags auf Einsetzung des Ausschusses in der JHV 2012 gewollt und mehrheitlich beschlossen worden.
Warum in der entscheidenden Versammlung aller Mitglieder Minderheitsvoten aus dem Satzungsausschuss nicht vorgetragen werden sollen und auch Änderungen an den Vorschlägen nicht erläutert werden dürfen, das ist für mich nicht verständlich.
Das 2 Punkte der Vorschläge nicht angenommen und nun überarbeitet werden müssen, zeigt doch deutlich, das die Mitglieder nicht per se einfach zustimmen, was von der Ausschussmehrheit vorgeschlagen wurde.
Aber das ist wohl ein Problem mit dem Demokratieverständnis unseres Vorsitzenden.

Zu Vianogo:
Der Vertrag ist nicht nur einzelnen Mitgliedern des FCK ein Dorn im Auge, auch andere Vereine und die dfl hat damit Probleme, denn es ist nichts anderes als eine lizensierte Schwarzmarktbörse, die selbst auch noch als Händler an der Preistreiberei mitverdient.
Als Mitglied habe ich selbstverständlich das Recht, meinen Vorstand aufzufordern, mit diesen Leuten keine Geschäfte zu machen. Das sah übrigens eine Mehrheit der Jahreshauptversammlung genauso und stimmte sehr demokratisch für den von Jochen eingebrachten und von vielen Fangruppierungen unterstützten Antrag genauso.
Dann sollte das Stefan auch so akzeptieren.

Steht es um unsere Finanzen wirklich so schlimm, dass wir die Signing Fee für eine Verlängerung des Vertrages unbedingt brauchen? 720.000 € für 2,5 Jahre, das sind die Entgelte für die überlassenen Tickets, die dann in den Spekulationsmarkt eingeschleusst werden. Dies entspricht 18.000 € pro Spiel. Es handelt sich also um 800-900 Karten, die der FCK zusätzlich verkaufen müsste.
Umgekehrt wird also eine Argumentationskette draus... Hat nicht die Spielweise unserer Mannschaft und des Trainers für weitausmehr Schaden durch Zuschauerabwanderung gesorgt, als der Verzicht auf die Zusammenarbeit mit Abzockern?
Hasta la Victoria - siempre!
Paul
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Beitrag von Paul »

Ich hab von dem ganzen Thema inhaltlich wirklich so gut wie keine Ahnung, aber es lässt kein gutes Licht auf die Art und Weise leuchten, wie beim FCK miteinander diskutiert und umgegangen wird - womöglich von beiden Seiten, wenngleich ich hier schon eine Tendenz hätte.

@Mac
Dein Beispiel zu Viagogo ist etwas, naja, ... :wink:
... sagen wir mal rund 1000 Karten, für die der FCK direkt kassiert, ohne sie selbst absetzen zu müssen. Das Argument mit der schlechten Spielweise des FCK und dem resultierenden Zuschauerschwund ist aber nicht haltbar, nicht in Liga 2.
Würde der FCK klasse Spiele zeigen, kämen vielleicht im Schnitt... hmmm... sagen wir 38.000. Da wären die Einnahmen durch weitere 1000 abgegebene Karten doch immer noch durchaus lukrativ. In Liga 1 mag das dann anders aussehen.

Und nein: ich bin wirklich kein Freund dieser "Kartenbörse".
Nur im Pälzer Bode hänn moi Haxe richdich Halt!
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daachdieb
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Beitrag von daachdieb »

Paul hat geschrieben:Und nein: ich bin wirklich kein Freund dieser "Kartenbörse".
Es gibt ja Anzeichen dafür, daß dieser Drops eh bald gelutscht ist. Ob dann eine von der DFL gemachte Ticketbörse besser wird ... ?
Der Zeitpunkt sich pro Viagogo zu positionieren ist momentan nicht der beste. Hätte SK sich sparen können, imho.
Oderint, dum metuant
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Mac41
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Beitrag von Mac41 »

Paul hat geschrieben:Ich hab von dem ganzen Thema inhaltlich wirklich so gut wie keine Ahnung, aber es lässt kein gutes Licht auf die Art und Weise leuchten, wie beim FCK miteinander diskutiert und umgegangen wird - womöglich von beiden Seiten, wenngleich ich hier schon eine Tendenz hätte.

@Mac
Dein Beispiel zu Viagogo ist etwas, naja, ... :wink:
... sagen wir mal rund 1000 Karten, für die der FCK direkt kassiert, ohne sie selbst absetzen zu müssen. Das Argument mit der schlechten Spielweise des FCK und dem resultierenden Zuschauerschwund ist aber nicht haltbar, nicht in Liga 2.
Würde der FCK klasse Spiele zeigen, kämen vielleicht im Schnitt... hmmm... sagen wir 38.000. Da wären die Einnahmen durch weitere 1000 abgegebene Karten doch immer noch durchaus lukrativ. In Liga 1 mag das dann anders aussehen.
naja:
wie ist das gerechnet:
18.000 € ist das Ergebnis der Division von 720.000 €, die Stefan Kuntz angegeben hat, durch 40 Spiele. Bei 2,5 Jahren (17 Heimspiele pro Saison) könnten es auch mehr Spiele sein, zumal ich das Relegationspiel nicht mitgezählt habe. Damit komme ich auf etwa 18.000 € pro Spiel.
Da die Karten für die Westkurve nicht über viagogo verkauft werden, sind also nur Karten der Sitzplatzkategorien im Paket. Deren Preise gehen von 16 € bis hin zu 38,50 (Vip-Seats und Familienblock werden wohl auch nicht angeboten).

Als Durchschnittspreis für diese Karten habe ich 20 € angenommen. Das ist sicher nicht zuviel. Dazu käme bei Eigenverkauf durch den FCK noch die Servicegebühr von 1 € als Zusatzeinnahme.
18.000 € pro Spiel durch 20 € sind dann 900 Karten.

Wenn Stefan Kuntz argumentiert Viagogo nahm uns Karten für 720.000 € ab, diese Einnahmen verlieren wir, wenn wir den Vertrag nicht verlängern, dann rechne ich eben, wie viele Karten muss der FCK selbst mehr verkaufen, um diese Summe direkt einzunehmen. (Zusätzliche Erlöse durch die real anwesenden Zuschauer sind ebenfalls in der Überschlagskalkulation nicht berücksichtigt.)
In den 2,5 Jahren steckt übrigens eine ganze Bundesligasaison drin, die selbst wenn sie schlecht lief, immerhin mehr als 42.000 Zuschauer im Schnitt im Stadion waren und 13 Spiele mehr als 40.000 Zuschauer hatten.
Hier gab der FCK also in vielen Spielen, Karten, die er sicher auch selbst hätte verkaufen können, an Viagogo ab.
Leider wird bei der ganzen Diskussion vergessen, daß Viagogo keine Ticketagentur ist, im Sinne einer Vertriebsplattform, sondern ein Händler, der erstens billiger einkauft und zweitens sehr viel teurer verkauft.
In der letzten Zweitligasaison war der Zuschauerschnitt 31.700. Wohlgemerkt mit Sonderpreisaktionen und Freitickets für Auswärtsfahrer. Du wirst zugeben, dass der FCK da sein Potential, das er selbst ja mit 34.000 (nach Korrektur durch die DFL) kalkuliert hatte, bei weitem nicht ausschöpfte. Nur zum Vergleich, in der Zweitligasaison 08/09, die wir auch mit dem 3. Platz beendeten, hatten wir 34.100 Zuschauer im Schnitt - und das obwohl die Saison nach dem Spiel in Rostock geistig abgeschlossen war.
Ich nehme bewusst nicht die Zahlen der Aufstiegssaison oder der 1. Liga.
Die 2.400 Zuschauer Differenz sehe ich als nicht ausgeschöpftes Potential, oder als Verweigerer, wie man das interpretiert ist eigentlich egal.
In 08/09 gab es noch keinen lizensierten Schwarzhandel beim FCK, insofern ist der Vergleich noch zu Gunsten der Rechnung 12/13 schief, da dort ja wohl die an viagogo übergebenen Karten im Schnitt mitzählen und ihn somit noch verbessern.
Grundsätzlich muss der FCK sich überlegen, ob er in der Lage ist, 200.000 bis 300.000 € pro Saison anders zu generieren (Mehreinnahmen oder Kostenreduktion) als durch die Unterstützung eines Schwarzhändlers. Dazu kommt ja auch noch, dass es nicht nur die Karten sind, die direkt an Viagogo gehen, sondern die "Legalisierung" der vielen kleinen Schlaumeier, die auf Kosten ehrlicher Zuschauer versuchen einen Reibach zu machen. Siehe die Ticketdiskussion zu den Relegationsspielen.
Hasta la Victoria - siempre!
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