Jetzt hab ich aber eine Diskussion entfacht hier..
@Jochen
Ja okay, das verstehe ich. Aber im Gegensatz zu deinen Fachidioten, kann ich meine Abkürzungen erklären. Ich mag IT, zum Glück, man kommt im Berufsleben kaum noch drum rum.
Ich bin ein paar gute Jahre jünger als du OWL, aber mir wurde die deutsche Sprache noch sehr gut vermittelt - von Kindergarten an! Wie das heute in dem Alter aussieht, das wage ich nicht zu beurteilen. Unsinnig waren natürlich die gefühlten 20 Reformen, die auch ich mitmachen durfte. Ist schon toll, wenn man ein Wort heute so lernt, in 3 Wochen sind dann plötzlich 3 verschiedene Schreibweisen erlaubt, und nochmal ein Jahr später wieder nur eine. Lediglich im Bereich 5./6. Klasse hatte ich einen Deutschlehrer, der ein solches Faible für Grammatik hatte, dass man nicht mehr froh wurde. Statt einfach mal zu Lesen und zu Schreiben (was meiner Meinung nach die beste Art und Weise ist, eine Sprache zu vermitteln und ein Gefühl für "richtig" und "falsch" zu bekommen, Wortschatz zu erweitern etc.) wurden wir 2 Jahre lang mit trockener Grammatik gequält. Ohne praktische Anwendung. Sowas geht gar nicht. Da vergeht selbst jedem Einserschüler die Lust am Deutschunterricht.
Ich für meinen Teil hab Deutsch gemocht, hatte immer Vorzeigenoten - auch wenn der gymnasiale Oberstufenunterricht nicht mehr viel mit Deutsch zu tun hat, sondern mit "Welches Kraut ziehe ich mir vor der Klausur rein, damit ich Goethe bestmöglich bizarr deute, und es meinem Lehrer / meiner Lehrerin gefällt?"
Wir haben wirklich viel gelesen und ich habe nen guten Überblick über deutsche Literatur bekommen - nicht nur über die alten Werke, welche sowieso als Pflichtlektüre gelten, sondern auch neuere Romane, z.B. "Schlafes Bruder". Unsere Deutschlehrerin war sogar offen genug, Illuminati durchzukauen, obwohl es kein deutscher Autor ist.
Ehrlich gesagt gefielen mir so manche Sachen von Schiller und Co. mehr, als das moderne Zeug.
Vielleicht fiel es mir auch leicht, weil ich echt geilen Ethikunterricht hatte - ja, ich wurde mit Descartes, Sartre, Camus und KANT gequält. Wer das hinter sich hat, schafft alles
Trotzdem ziehe ich Englisch immer noch vor. Klar, wir haben ne schöne Sprache, aber ohne Englisch ist man heute aufgeschmissen, ist halt so. Ich bin halt auch ein paar Jahre jünger, daher bin ich auch früh, sehr früh, mit Englisch in Kontakt gekommen. Deutsch praktiziere ich genug im Alltag - aber mein Englisch rostet trotzdem nicht ein. Filme und Serien im Original aus Amerika sind oft so viel besser, als die dt. Fassung. Von Büchern muss ich gar nicht erst anfangen, und ich lese sehr viel von englischen / amerikanischen Autoren. Ich glaube, ich habe seit mehr als 5 Jahren kein deutsches Buch mehr angerührt - es sei denn, es war ein deutschsprachiger Autor bzw. für Schule/Uni von Wichtigkeit.
Durfte zum Glück auch viel englischsprachiges Lesen, selbstständig oder verpflichtend, ich habs immer gemocht. Und Shakespeare gefiel mir besser als Goethe! Orwell, Hornby, Hardy, Austen, Dickens, Poe, whatever. Vieles fällt mir gar nicht mehr ein. Prinzipiell kann ich aber sagen, dass mir selbst das von vielen jungen Leuten oft als "alter Schmarrn" geschimpfte in englischer Variante besser gefiel. Daher wohl auch mein Faible für englischsprachige Literatur, egal aus welcher Zeit. Kommt immer auf das jeweilige Werk an.
Nur mit einem konnte ich mich nie anfreunden, und das werde ich auch nie : französische Literatur. Zu der wurde ich dann doch immer genötigt. Le Clézio, Schmitt und auch hier wieder Camus können mich mal gehörig am Ar*** lecken! Und ich bin wahrhaftig kein Lesemuffel.
Fazit für mich -> Deutsch ist schön, macht Spaß wenn man's beherrscht

, aber ohne Anglizismen geht's heute nicht mehr, was mir auch nix ausmacht - ich mag ja schließlich beides, daher ist's für mich perfekt!