Thomas hat geschrieben:Herzblut-Kampagne erneut ausgezeichnet
Nach Aussage der Jury erhielt "Lautrer Herzblut" die Auszeichnung, da mit der mehrstufig angelegten Marketing-Kampagne zunächst der Markenkern mit neuen Werten aufgeladen und eine deutlich stärkere Markenpräsenz erreicht wurde. Damit wurde die strategische Neupositionierung der Marke "FCK" vorangetrieben. Parallel gelang es, in "vorbildlicher Art und Weise" neue Sponsoringansätze zu schaffen sowie zentrale wirtschaftliche Absatzziele für den Traditionsverein zu realisieren. Stellvertretend für den 1. FC Kaiserslautern nahm Marketingleiter Jens Bräunig die Auszeichnung entgegen. Er sagte: "Lautrer Herzblut ist ausgezeichnet und erfolgreich, weil die Kampagne von Fans, Mannschaft, Offiziellen und Sponsoren authentisch gelebt wird."
Quelle:
http://www.fck.de/content/aktuell/news/ ... ltext.html
Zwei Tage ist der Dread nun schon alt und er entwickelt sich weitgehend so naiv weiter, wie er mit dem leidenschaftlichen Appel gegen Kritik begonnen hat! Wer sich pauschal gegen Kritik verwert, wert sich gegen die Bereitschaft Dinge anders zu sehen und daraus wiederum zu Lernen.
Gerade diese Herzblutkampanie scheint mir doch ein diabolisches Doppelgesicht zu haben, das man in seiner Ambivalenz am besten über Diskussion und Kritik vollständig zu Gesicht bekommt: Sicher war diese Werbekampange, die mit dem Auftritt von Stefan Kunz - ist nicht von ihm der leidenschaftliche Satz "ich lebe und sterbe für diesen Verein"? - geschickt installiert wurde, Teil des kollektiven Engagements, dass am 18.5.08 den Klassenerhalt dann doch noch bewirkt hat. Das wird wohl so gewesen sein. Andererseits ist es eben doch bloß eine Werbekampanie, die eben dazu beiträgt, aus dem FCK das zu machen, was die Juri nur noch im FCK zu sehen vermag - eine Marke! Sollte der FCK irgendwann wirklich nur noch Marke sein, ist er tod.
Herzblut-Golf, Herzblut-Strom, Herzblut-Belibigkeit - die Kampanie dient eben nicht nur einem Fußballclub. Sondern sie dient der Verkopplung der Begeisterung, die er bei seinen Anhängen zu entfachen vermag, mit profanem Kommerz. Bei unseren Kaufentscheidungen soll dem Verstand das Gefühl zur Seite gestellt werden, dass wir zusammen im Stadion, bei der Zeitungslektüre am Montag-Morgen (sofern kein DSF

) oder mit Freunden in der Kneipe in vielen Jahren und zum Teil in Familien schon über drei Generationen entwickelt haben. Das ist die schiefe Ebene auf der der gesammte TV-Fussball in Richtung Bedeutungsentlehrung durch Kommerzialisierung rutscht. Dagegen haben wir längst angefangen uns zu wehren, wenn wir z.B. die abschüssige Bahn in den Eventfans, in der Musik, vor allem der permanenten Werbebeschallung im Stadion oder den zerissenen Spieltagen mit idotischen Anstoßzeiten beklagen.
Die Herzblutkampanie war ein Erfolg. Jetzt droht sie in dem Maße, in dem sie als sog. win-win-Konstellation den kommerziellen Interessen der Firmen Nutzen verspricht, dem FCK zu schaden, der eben auch mit seinem Namen, seine Identität und damit unsere Anhängerschat als Emotionalisierung irgendwelcher beliebiger Produkte verkauft. Aber stimmt: Opel hätte wirklich besser gepasst.
