Betzegeist hat geschrieben:...Es ist für Außenstehende vollkommen unklar, wer den Club im wirtschaftlich-administrativen Bereich leitet. Wer stellt hier das Budget auf und wer führt Verhandlungen oder kümmert sich um Sponsorenakquise? ...
Guter Beitrag von dir und sorry, wenn ich nur einen Teil zitiere.
Es ist jedoch völlig sonnenklar, wer den Club im wirtschaftlich-administrativen Bereich leitet. Und es dürfte auch klar sein, dass wir ohne die finanzielle Unterstützung unserer Investoren nicht überlebensfähig sind. Ich hoffe (und unsere Investoren bestimmt auch), dass wir irgendwann mal dahin kommen, aber das wird noch ein langer Weg werden und ohne weitere Investitionen wohl kaum möglich sein.
Wir diskutieren hier ja gerade über professionelle Strukturen. Und das ist ein Thema, bei welchem ich selbst zwiegespalten bin und mich in einem inneren Konflikt befinde. Ich versuche mal, darzulegen, was mich beschäftigt:
Einerseits...
... stelle ich mir unter professionellen Strukturen vor, dass man zunächst einmal einen Geschäftsführer für den sportlichen Bereich hat. Dies ist bei uns der Fall mit Thomas Hengen. Weiterhin stelle ich mir vor, dass man einen Geschäftsführer für den kaufmännischen Bereich hat. Gerade in unserer Situation, dass wir (eigentlich) weitere Investoren akquirieren müssen, bedarf es doch eines gewieften Kaufmannes für den FCK am Verhandlungstisch, denn potentielle Investoren werden mit Sicherheit gewiefte Kaufleute ins Rennen schicken. Auf dem Papier wäre Thomas Hengen unser autorisierter Verhandler, der es dann mit Wirtschaftsexperten auf Top-Niveau zu tun hätte. Und da behaupte ich einfach mal, dass Hengen in einer solchen Verhandlung untergehen würde wie ein Betonklotz im See. Also für mich steht fest, dass eher Nardi und Dienes die monetären Interessen des FCK in solchen Verhandlungen vertreten, als Thomas Hengen. Was auch gut so ist (wenngleich nicht satzungskonform), denn das sind wenigstens gewiefte Kaufleute. Allerdings Kaufleute, deren Tagesgeschäft üblicherweise nicht im Profifußball zu verorten ist.
Und da ist schon die erste Frage, die mich persönlich beschäftigt: Warum suchen die sich nicht einen richtig guten Finanzexperten, der sich im Fußballgeschäft richtig gut auskennt und ihre Interessen professionell vertreten kann? Meine persönliche Erklärung ist die, dass die SPI halt selbst ihre Interessen vertreten will, offiziell über Thomas Hengen, aber da sind wir uns wohl einig, dass dieser wohl kaum dazu geeignet sein dürfte.
Und das führt dann schon zur zweiten Frage, die sich folgerichtig aufdrängt: Sind zusätzliche Investoren überhaupt erwünscht? Da bin ich persönlich völlig verunsichert. Einerseits hat man PMG Zutritt gewährt. Zu einem Zeitpunkt, als die Mittel knapp wurden, und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass PMG als Minderheitsgesellschafter keine nennenswerten Mitspracherechte in Anspruch nimmt, ist das aber nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist es für mich aber, dass man das Thema "Fansäule" völlig unter den Tisch gekehrt zu haben scheint. Gerade jetzt, wo große Beteiligung der Fans erwartbar, aber offensichtlich nicht gewünscht zu sein scheint.
Das wären die Argumente, die mich an einer professionellen Struktur zweifeln lassen.
Andererseits...
... ist es eben so, dass wir (noch) nicht überlebensfähig ohne unsere Investoren sind. The Cheese is eaten.
Und das ist der Zwiespalt, in welchem ich mich befinde.
Ich bin unseren Investoren -die viel Geld in unseren Verein investieren- dankbar, denn ohne sie hätten wir diese geile Saison, die wir gerade alle erleben durften, gar nicht erst erlebt. Also wer bin ich, dass ich mitunter Kritik übe an denen, die mit ihrem Geld den Laden am Laufen halten, während ich hier einen kritischen Beitrag schreibe?
Außerdem traue ich Nardi und Dienes natürlich mehr Verhandlungsgeschick in kaufmännischen Angelegenheiten zu, als Thomas Hengen. Ich denke, das ist nachvollziebar, auch wenn jetzt wieder welche schreiben werden, dass die Miggeblädsch den Hengen nicht leiden könne. (Was übrigens Schwachsinn ist, ich kenne ihn gar nicht persönlich)
Abschließend
So, das ist der Zwiespalt, in dem ich mich befinde. Einerseits habe ich einiges zu kritisieren, was professionelle Strukturen beim FCK angeht, aber andererseits bin ich mir bewusst, dass dies vergleichbar damit ist, noch vor der Geburt an der Nabelschnur herumzubeißen.
Ich wünsche mir für den FCK, dass möglichst professionell und somit losgelöst von individuellen Sympathien und Antipathien gearbeitet wird. Nachhaltig und bedacht.
Ich wünsche mir für mich, dass ich mich weniger für die Internas des FCK interessiere, irgendwann gar nicht mehr weiß, wer in welchem Gremium sitzt und wie die Bilanzzahlen sich am Ende des Geschäftsjahres darstellen und wie die Sache mit dem Stadion und dessen Finanzierung ausgehen wird. Und dass ich nur noch Fußball gucken kann und über die Aufstellung diskutiere. Das wäre geil...
Schääner Owend, ihr Deiwl
