Thomas hat geschrieben:
.....Boris Notzon: Erstmal ist es schön, dass sich die Mannschaft für viele sehr ordentliche Spiele endlich belohnt hat. Leider hatten wir einen etwas größeren, unvermeidbaren Umbruch im Offensivbereich, eine wirtschaftliche Insolvenz und einen Trainer-Wechsel....
@Oktober1973 hat es schön formuliert:
"
Hättest du geschwiegen, wärest du ein Philosoph geblieben"
Alleine mit dem oben von mir zitierten Satz schafft es Notzon bereits, sich selbst ein Armutszeugnis auszustellen, obwohl er eigentlich damit sagen wollte, dass er, der sportlich Verantwortliche, mal wieder nicht verantwortlich ist. Sehen wir uns seine Ausreden doch mal genauer an:
1)
"größerer, unvermeidbarer Umbruch im Offensivbereich"
Der Umbruch war groß und möglicherweise auch unvermeidbar. Aber wenn man nicht völlig bescheuert ist, wusste man bereits sehr frühzeitig, dass zumindest Pick und Kühlwetter weg sein werden. Da halte ich es für grob fahrlässig, mit Thiele den letzten verbleibenden schnellen Außenspieler ebenfalls zu vergraulen. Auf Drängen des neuen Trainers Jeff Saibene hat Notzon dann auf den letzten Drücker das Loch auf den Außenbahnen mit 2 Leihgeschäften notdürftig gestopft, obwohl er eigentlich monatelang Zeit dazu hatte. Thiele wegen Schommers rauszuwerfen macht für mich übrigens nur dann Sinn, wenn man dann auch hinter dem Trainer steht
2)
"eine wirtschaftliche Insolvenz"
Dass Boris Notzon die wirtschaftliche Insolvenz als Ausrede für die mangelnde Qualität seiner Kaderplanung anführt, ist eigentlich ungeheuerlich. Erstens ist es nicht die erste Saisonplanung, die er in den Sand setzt, sondern die vierte. Zweitens hatte er in diesem Jahr, wie auch in allen Vorjahren, wieder einmal einen im Ligavergleich sehr hohen Etat, um den uns die meisten Konkurrenten beneiden. Dass Herr Notzon dann wirtschaftliche Gründe für sein Versagen anführt, macht mich da ein wenig fassungslos. Im Gegenteil: Ich denke, der ganze Medienrummel um den FCK und das Investorenthema haben den Verein für Spielerverpflichtungen eher interessanter gemacht.
Vom Arbeitsaufwand her gesehen, dürfte die Insolvenz für Herrn Notzon bestimmt kein Problem gewesen sein, da er mit deren Abwicklung wohl kaum was zu tun hatte.
3)
"und einen Trainer-Wechsel"
Das "Sahnetörtchen" zum Schluss. Dass er den Trainerwechsel als Ausrede hernimmt, ist die Krönung. Wer soll denn sonst für die Trainerposse verantwortlich sein, als Boris Notzon?
Er als Sportdirektor muss doch rechtzeitig vor der neuen Saison entscheiden, ob man hinter dem Trainer steht, oder nicht. Wenn er vor der Saison bereits vermutet haben sollte, dass Schommers nicht der Richtige ist, oder die Mannschaft nicht hinter dem Trainer steht, dann hätte er
sofort reagieren müssen. Sprich: Schommers raus, Thiele und Jonjic halten. Hat er aber nicht.
Wenn er aber mit voller Überzeugung hinter Boris Schommers stand, dann frage ich mich, wieso diese Überzeugung dann nach 2 Spieltagen plötzlich verschwunden war und er sich nicht für "seinen" Trainer stark gemacht hat.
Ich kann bei Boris Notzon keine klaren Konturen erkennen. Er wirkt auf mich wie ein weicher Schwamm, wie ein Schluck Wasser. Mit seinen ständigen Versuchen, Ausreden für seine Erfolglosigkeit zu kreieren, macht er es meiner Meinung nach nur noch schlimmer. Ich an seiner Stelle würde jetzt jedem Mikrofon und jedem Journalist aus dem Weg gehen und hoffen, dass Jeff Saibene das Wunder vollbringt, aus diesem inhomogenen Scherbenhaufen mit hoher Qualität eine halbwegs funktionierende Mannschaft zu machen und positive Ergebnisse einzufahren. Wenn das nicht schnell passiert, muss man spätestens in der Winterpause reagieren und diese so wichtige Stelle neu besetzen.