Die Frage, die sich mir vor dem Spiel stellte: springt der Funke von Uerdingen über - in spielerischer und in strategischer Hinsicht. Letztendlich war es dann aber der Funke aus dem Braunschweig-Spiel, der uns den Auswärtssieg brachte. Der Gegner muss erst ins eigene Tor ballern, erst dann machen wir den Auswärtsdreier klar. Nur wird eine Spielidee, die auf die Eigentore des Gegners aufbaut, auf Dauer nicht ausreichen.
Der Kollege von der Schwäbischen Post hat keine eindeutige Spielanlage bei uns ausmachen können. Wie kommt der denn bitte dadrauf? Die Spielidee findest du im Abschnitt obendrüber.
In den ersten 20-25 Minuten waren wir viel zu passiv. Unsere Spieler gingen nicht giftig genug zu Werke, gaben dem Gegner nicht das Signal, dass man ihn beherrschen, in die Knie zwingen will.
Speziell unser defensives Mittelfeld hat zu wenig nach hinten gearbeitet. Zuck, Löh & Co waren nicht aufmerksam genug, somit sahen sich Kraus und Schad öfters als ihnen lieb war mit den schnellen und umtriebigen Offensivkräften der Aalener konfrontiert. Die beiden hatten ihre Liebe und Not da hinten. Auch Sternberg bekam auf seiner Seite die Reihen nicht richtig dicht.
Wir standen nicht richtig gut im Raum, die strukturelle und organisatorische Klarheit hat mal wieder bei uns gefehlt. Nach 15 Pflichtspielen fehlt es immer noch an erkennbar gefestigten Automatismen.
Wenn wir auf Dauer auf diesem spieltechnischen Niveau hängen bleiben, uns nicht spürbar weiterentwickeln, dann wird das nichts mit den vorderen Plätzen. Von einer Konstanz und Stabilität auf dem Platz kann ja gewiss nicht die Rede sein.
Nicht jeder Gegner wird uns wie Aalen den Gefallen tun, zu schnell mit dem Fußballspielen aufzuhören. Hätten die weniger Angst vor der eigenen Courage gehabt, wir wären in die Bedrouille gekommen. Selbst deren Endspurt erspielte noch einmal torgefährliche Situationen.
Wir spielen uns dagegen leider viel zu wenig in torgefährliche Situationen. Sind viel zu selten in unseren Spielen in der Lage, ausreichend ordentliche und Drucksituationen auf die gegnerischen Abwehrreihen auszuüben. Hemlein und Zuck haben es auch gegen Aalen nicht entscheidend vermocht, sich in Szene zu setzen. Von den beiden strahlt keine Gefahr aus.
Angeblich hat MF mit der Hereinnahme von Kühlwetter und Zuck ein gutes Händchen gehabt. Man könnte aber auch fragen, warum er diese beiden erst so spät und nicht früher brachte. Offensichtlich deswegen, weil er von deren Qualität nicht genügend überzeugt ist. Und das bei wieder einmal miserablen Leistungen Zuck und Hemlein. Und dazu in diesem Spiel von Biada. Kann mir einer erklären, was die Einwechslung von Fechner auf die rechte Seite für einen Sinn machen sollte?
Könnte mich anfreunden mit einem Timmy Thiele, der sich viel öfter von der linken Flanke her in den Strafraum hineintankt. Das sind ja seine Paradeszenen und Stärken. Allerdings ist auffällig, dass dann aber selten einer als Anspielposition mit in den Strafraum hineinläuft. Ein Wechselspiel mit Huth von Beginn an wäre eine sicherlich eine Alternative. Aber nicht nur für die letzten 15 Minuten.
Huth und Kühlwetter erscheinen mir im Strafraum viel entschlossener, zupackender als Thiele. Das sie beide abschlusssicher sind, das haben sie bereits unter Beweis gestellt. Wir haben drei Punkte mehr auf dem Konto, weil letztendlch der eine cool genug war mal draufzuhauen und der andere auf der Hut war. Nomen est omen. Das musste ich jetzt noch unbedingt loswerden...
Mit so einer faden Vorstellung werden wir gegen die grasfressende Truppe von Wollitz nicht weit kommen. Wer sich vom Sieg gegen Uerdingen in die eigene Tasche lügt, der ist schlecht beraten. Wir brauchen auf Dauer mehr spielerische und strategische Substanz auf dem Platz. Aalen ist eine Mannschaft aus dem letzten Drittel der Tabelle. Gegen solche Teams muss von unserer Seite ganz einfach mehr Linie auf dem Platz erkennbar werden. Das, was wir geboten bekommen, ist nach 15 Pflichtspielen zu dürftig.
Die Freiheit der Pfalz wird am Betzenberg verteidigt.
Der FCK ist das Gewehr, das man sich Tag und Nacht an die Stirn hält, ohne je abzudrücken.