ChrisW hat geschrieben:Wir sind doch nicht wirklich so naiv zu glauben, dass ein Investor Geld reinpumpt, ohne ein Mitspracherecht einzufordern. Und zwar ein erhebliches. Ich frage mich nur, wer investiert in einen Verein in der Westpfalz? Welche Vorteile sieht er da für sich? Da ist die Region München oder Hamburg doch ein ganz anderes Pfund. Es kann nur jemand werden, der sich einen Fußballverein "halten" will (so wie die Basketball-Clubs in den USA) und der FCK wäre zufällig "frei". Alle anderen Szenarien halte ich für unzutreffend. Vielleicht haben wir Glück, und sind bei den ersten, die sich "verkaufen" müssen. Wenn nämlich andere Großstädte dazu kommen (und das wird definitiv in den nächsten Jahrzehnen so sein), dann haben wir gegen ein Nürnberg, Dresden, Düsseldorf... eh keine Chancen mehr. Vielleicht fängt der frühe Vogel doch noch einen Wurm, bevor er von den Großen gefressen wird.
Ich finde es immer wieder interessant, wie naiv sich viele das Geschäft rund um den Fußball vorstellen. Einige der Vielschreiber hier hätten damit ohne weiteres die Qualifikation als POTUS nachgewiesen, die ja mit Zoppo Trump neu kalibriert wurde.
Die Suche nach möglichen Sponsoren stellt sich ja jedes Jahr neu und wird mit der Verweildauer in der 2. Liga immer schwieriger, da die Werbeattraktivität des Namens und der Bilder sehr stark von der Medienpräsenz abhängt. Die ist seit geraumer Zeit im Sinkflug und einen richtigen Großen und Überregionalen hatten wir seit der DVAG nicht mehr, denn auch Latschenkiefer war leider nur ein temporärer Ausrutscher, der sich aus einer Nische heraus in den zumindest nationalen Fußball verirrt hatte. Hier beißt sich leider die Katze in den Schwanz, ohne Erstligapräsenz kein potenter Werbepartner, ohne potenten Werbepartner keine Erste Liga. Das wäre nur zu durchbrechen, wenn jemand eine langfristige Partnerschaft eingehen würde, aber leider - und das sieht man ja auch am immer wieder am in die Diskussion eingeworfenen Stadionnamen- nicht ausreichend, um den Aufstieg und Verbleib in der ersten Liga zu erzwingen. Wir haben ja so einen Partner z.B. mit Karlsberg, der allerdings sich diese Partnerschaft auch mit dem Biermonopol bezahlen lässt. Karlsberg hat diese strategische Partnerschaft sich auch schon viele Jahre mit einem AR Posten abgesichert, der verhindert andere ggf. attraktivere Partner (auch bundesweit) einzubinden. Andere Felder bei denenmit und durch den FCK Geld zu verdienen wäre, ist das Merchandising, aber da haben wir leider mit Uhlsport auch nicht gerade einen Big Player oder die Medienvermarktung, aber auch da sind wir durch den Vertrag mit Lagadère und die schon verbratene Signing Fee langfristiger gebunden.
Kuntz versuchte den Re-Wiederaufstieg mit einer kreditfinanzierten Geldspritze zu erzwingen und scheiterte grandios, weil weder Spieler und/oder Trainer, noch Organisation für die letzte Hürde ausreichend Qualität mitbrachten.
Ein Investor, d.h. jemand der aus primär monetären Erwägungen sein Geld (viel Geld) in den Verein steckt, steht aber nicht einfach so zur Verfügung. Sicherlich gibt es Investoren, die bereit sind nicht unerhebliche Summen in mehr oder weniger erfolgversprechende Geschäfte zu stecken, aber weder Rendite, noch mögliche Steuerersparnisse lassen ein Invest in Fußball als lohnend erscheinen. Solange es rentierlicher erscheint, die über den Globus wandernden Geldströme in Palmöl, Schrottimmobilien, Kreuzfahrtschiffen oder Schweinehälften zu stecken, solange wird der FCK vergeblich versuchen mit nicht unerheblichen Renditeversprechen Investoren anlocken. Schade ums Geld....
Am Ende scheint es doch wohl nur die Alternative übrig zwischen den Modellen 1860 oder Brauseclub, in der einfach nur der der Name oder das Ego eines Produkts, einer Person in den Focus gestellt wird und der Fußball und der Club eigentlich nur Mittel zum Zweck sind. Hoffentlich nicht!
Der FCK hat noch eine andere Alternative, die sich lohnen würde einmal näher zu untersuchen:
Sowohl Betzeanleihe, die Beitragsanpassung und auch das Crowdfunding zeigen, die Mitglieder und Fans des FCK wären auch zu einer Finanzierung aus sich selbst heraus motiviert und wahrscheinlich auch fähig.
Voraussetzung wäre allerdings auch eine entsprechende Reorganisation und Neuaufstellung des Vereins.
Hier war die plakative Aussage 'Bundes- oder Regionalliga' sicher nicht hilfreich, denn außer Verunsicherung hat sie nichts gebracht. Gries rudert ja schon wieder zurück und spricht von Alternativen zum Investor. Voraussetzung ist erst einmal wieder Vertrauen in ein seriöses Finanzmangement zu schaffen, das Problem Betzeanleihe frühzeitig zu lösen, Altlasten und Knebelverträge zu bereinigen und dann einen Plan zur Eigenfinanzierung aufzustellen. So schlecht sind die Voraussetzungen nicht. Gries sagt es ja, kurzfristig wird der neue TV Vertrag helfen, die Ausgliederung in eine Mitgliederkapitalgesellschaft wäre möglich, die Betzeanleihe könnte in eine Wandeleinleihe umgeschuldet werden, ein Aufstieg aus eigener Kraft in einem überschaubaren Zeitraum hält Stöver und Meier ja auch für möglich. Schon bei aufkeimendem sportlichem Erfolg wäre auch die Wende bei den Zuschauern zu erwarten und damit auch ein neuer Anlauf in der Stadiondiskussion leichter.