Ich für meinen Teil bin einfach leiser geworden (ohne mich zu den besonderen Stammschreibern zählen zu wollen), weil ich den FCK familienbedingt nicht mehr so begleiten kann, wie früher. 3 kleine Kinder fordern ihren Tribut. Den Älteren hatte ich jetzt 2mal dabei. Einmal beim FSV Frankfurt und der unsagbar schlechten Leistung trotz 7000 roter Teufel. Und dann gegen Ingolstadt.
Es ist schwer geworden, den FCK hoch zu halten, weil die FCK-Führung in meinen Augen die letzten Jahre den FCK begraben hat. Das, was den FCK mal ausgemacht hat, wird seit nahezu 20 Jahren immer heftiger mit Füßen getreten. Das macht mürbe. Wenige Ausnahmen natürlich eingeschlossen.
Aber noch glaube ich, kann man den FCK auch wiederauferstehen lassen. Deshalb sitze ich stets vor dem Liveticker (und der Große hat das Tablet dabei in der Hand). Der FCK lässt einen nicht los, auch wenn man momentan nur abwinken möchte.
Ich schütze mich vor den vielen blöden Kommentaren hier und vor dem Abrutschen des FCK insgesamt, in dem ich mich zurücknehme. Aber wie Thomas schon schreibt. Es gibt wahrscheinlich nur sehr wenige, die nicht mehr reinschauen.
Und die Vorstellung an den Tag, an dem alle wieder auf der Brücke sind, ist nicht verkehrt.
Gugge mer emol, welche Chance der moderne Fußball noch übrig hat für den FCK.
Nur im Pälzer Bode hänn moi Haxe richdich Halt! unzerstörbar - NUR der F C K
Ein bisschen Nostalgie und Schwelgen in Erinnerungen? Das gefällt mir und da schreibe ich doch glatt auch mal ein paar Worte. Wie ihr seht, lese ich nach wie vor täglich mit.
Wer mich nicht direkt zuordnen kann: Lange Jahre trieb ich hier als "OWL-Teufel" mein Unwesen und habe hier unfassbar schöne Zeiten erlebt. Angemeldet hatte ich mich glaube ich Anfang 2006 noch im alten Forum und habe das gemeinsame Hinfiebern auf das (leider vergeigte) Abstiegsendspiel in Wolfsburg miterlebt.
Dann folgte die meiner Meinung nach tollste Phase dieses Forums zwischen 2006 und 2010, als wir hautnah einen unfassbaren Absturz des FCK und die Rettung in nahezu letzter Sekunde durch Simpsons Schuss in unser aller Herz erlebten.
Diese Zeit hat mich geprägt, wir erlebten einen unglaublichen Zusammenhalt, ich lernte viele tolle Menschen (und nicht zuletzt meine heutige Ehefrau) kennen, an die legendären Begegnungen in "Scarletts Automatenecke" erinnere ich mich auch heute noch mit frohem Herzen.
Der an sich nicht vorhersehbare Aufstieg unter Marco Kurz war dann der letzte Glanzpunkt und was folgte, war ein Niedergang sondergleichen. Und damit meine ich nicht nur den FCK.
Hatte man Geschwüre wie den VfL Wolfsburg oder Leverkusen schon immer zum Kotzen gefunden, aber letztendlich irgendwie unter körperlichen Schmerzen akzeptiert, kam das Phänomen des Mäzenatentums und Mega-Sponsorings zunächst mit den Kraichgau-Widerlingen auf. Nun folgt die Pest aus Leipzig.
Ich hatte schon nach vier Jahren zweiter Liga beim Aufstieg 2010 gespürt, dass nichts mehr war, wie man es vor dem Abstieg noch kannte. Einheitsstadien, Einheitsstimmung, irgendwie war alles so steril und aalglatt. Was ich bei den Übertragungen der Nationalmannschaft mit diesem ganzen Zirkus drumherum schon seit 1998 scheiße fand, hatte nun auch den Ligaalltag erfasst. Marketing, Kommerz, Kommerz, Marketing. Den Zuschauer auspressen bis aufs Letzte.
Die Spirale der (Fehl)Entwicklung bei Gehältern und Ablösen kommen hinzu, das Auseinanderklaffen der Differenz zwischen Arm und Reich bei den Vereinen. Als Bayern München einst das CL-Finale verlor und danach beschloss, die Schatulle endgültig richtig aufzumachen, wurde dies noch beschleunigt.
Und in dieses Umfeld kam dann der FCK nach dem Aufstieg. Im ersten Jahr konnte man noch als Novize reihenweise Überraschungen landen, aber dann kam der bitterböse Fall und von da an hat auch Stefan Kuntz den Faden komplett verloren. Vorher war vieles (sicher nicht alles) gut gemacht worden, aber von da an missriet nahezu jede Entscheidung. Auch 12:12 sei hier nicht unerwähnt.
Der kolossale Abstieg folgte und seitdem eine Abwärtsspirale, die nun immer mehr an Fahrt aufzunehmen scheint.
All meine vorgenannten Wahrnehmungen plus Weiterentwicklungen im privaten und beruflichen Umfeld ließen mich immer weiter vom Profifußball insgesamt und damit leider auch vom FCK abrücken (das kann ich nicht mehr trennen), heute bin ich diesbezüglich vollkommen ent-emotionalisiert.
Meine Liebe zum Fußball als Sport bestand aber mehr denn je, also was tun? Ich habe mich unserem ortsansässigen A-Ligisten zugewandt und versuche dort das Feuer, was in den Zeiten vor den extremen Fehlentwicklungen im Profibereich entfacht wurde, am Leben zu erhalten und weiterzugeben. Irgendwann drückte man mir das Mikro in die Hand und seit nun 2 1/2 Jahren versuche ich, als "Stadionsprecher" Leben in die Bude zu bekommen und darüberhinaus wird die Mannschaft natürlich daheim und auswärts unterstützt. Immer mal wieder gibt es eine Aktion, wie übermorgen die Wanderung zum Derby im Nachbarort.
Vorletztes Jahr habe ich mich eigens bei Facebook angemeldet, um einen kleinen Blog über unsere Teams zu eröffnen, wo ich über unsere Aktionen berichte und auch Spielberichte verfasse.
Kurz gesagt: Ich gestalte den Sport, den ich so sehr liebe (und dessen aktive Ausübung an meiner vollkommenen Talentfreiheit scheiterte), mit meinen Möglichkeiten mit, anstatt in den großen Stadien zu stehen und nichts ausrichten zu können.
Meiner Meinung nach ist der Fan nämlich vom durchaus Einfluss nehmenden Faktor zu einem für das Spiel unerheblichen Randobjekt degeneriert. Sein Geld wird gerne genommen, aber seine Meinung wird überhört. Ein bisschen buntes (abgesehen von den unteren acht Reihen, die hinter ihrem albernen Fahnen-Dauergewedel ihre Vereinsfarben verleugnen) Klatschvieh fürs TV ist auch gerne genommen, aber bloß nicht zu sehr über die Stränge schlagen, sonst gibts Strafe.
Zum Forum selbst kann ich nur sagen, dass es schade ist, wie sehr die einstige Meinungsvielfalt, die für gewöhnlich in sachlichem und wohlwollendem Ton vor sich ging und stets auch Raum für ein Späßchen war, heutzutage zu einem allzu oft in purem Geschrei endenden Aufeinander-Eindreschen geworden ist. Qualitiativ hochwertige Beiträge gibt es nach wie vor, diese gehen aber allzu oft unter.
Letztendlich vermisse ich ab und an die nun auch schon fast 10 Jahre zurückliegende und weiter oben erwähnte Zeit, auf der anderen Seite bin ich für mich persönlich froh, wie sich mein Leben entwickelt hat und dass ich diesen Geist bis heute bewahrt habe, um ihn eben auf anderen Wegen auszuleben.
Wir werden es auch weiterhin so halten, dass wir einmal pro Halbserie in KL vorbeischauen. Geplant ist diesmal das Spiel gegen die Kotzbrocken aus der Gewandhaus-Stadt, allerdings hängt das nicht zuletzt von der Terminierung ab.
Aus ein paar Worten wurden ein paar viele.
Sorry.
SV 21 Bonenburg - Wo Bier, Bratwurst und echter Fußball zuhause sind!
@Paul
Hey, dich hab ich auf Seite 1 bewusst nicht erwähnt, da man sich zwar nicht mehr in der Regelmäßigkeit wie früher, aber dennoch relativ oft ließt. Aber das ist halt so. Die Zeiten ändern sich. Alles Gute an die Familie.
@Werner
Warte mal ich wisch mir ne Träne aus'm Knopfloch...
Ich glaube, das sind genau solche Beiträge die hier genannt wurden, von denen es "früher" im Forum so viele gab und die inzwischen leider so rar geworden sind. Solche Beiträge, bei denen man nicht nach 2 Sätzen aufgehört hat zu lesen, sondern komplett verschlingen konnte.
Es fehlt...
Selbst wenn man über Inhalte diskutieren konnte, wo war doch das "wie" es geschrieben war mitentscheidend. Weiß gar nicht wie man das beschreiben soll... Authentisch? Ehrlich? Deutlich? Sind andere auch. Aber der Stil ist einfach anders. Ich würde es mal so beschreiben: In diesen Beiträgen steckt eine gewisse Wärme, die der Leser nach kurzer Zeit spürt und daher nicht aufhören kann zu lesen bis das Ende erreicht ist.
Denke das ist auch was, was generell auf der Welt und auch hier im Forum fehlt: Wärme.
Ich wünsche dir, Anna und dem Rest der Familie alles erdenklich Gute.
FCK 4-life
"Sieger zweifeln nicht und Zweifler siegen nicht!" (Gerry Ehrmann)