bittere_pille hat geschrieben:mann in rot hat geschrieben:
Ich frage mich nur, warum der Trainer in der Pause nichts da gegen unternommen hat. Aber der faselt ja auch nur von Pech.
Die Frage habe ich mir nach 15 Minuten gestellt. Da hätte er als Signal einen auswechseln und mal richtig zusammenfalten sollen. Aber das darf man ja nicht mehr, die Reaktionen wenn mal einer unserer Lieblinge angekackt wird, hat man ja letztes Jahr bei dem Freundschaftsspiel gesehen (hab den Spieler vergessen, Heintz, Zuck, Orban...).
Hannes Bongartz hat Markus Schupp in Dormund mal ein- und ausgewechselt und hinterher gesagt, dass die Fönfrisur von Schupp keinen Schaden genommen hatte. Markus Schupp war angepisst, nahm es sportlich und kniete sich rein.
Aber zur Zeit ist ja eher der kooperative, leise, moderne, empathische Führungsstil angesagt. Lehrer verhandeln mit Schülern über den Umfang der Hausaufgaben und Fußballtrainer schützen ihre Mannschaft wo es nur geht.
Du kannst nicht kämpfen, weil Du Aua am Bauch hast? OK, entschuldigt!
Du kannst keinen Fünfmeterpass spielen, weil Du heute Nacht schlecht geschlafen hast? OK, kein Problem!
Du bist unkonzentriert, weil du deine Monatsblutung hast? OK, alles klar. Verstehe ich...
Und ob es jetzt 6 oder 8 Teams sind, die um den Aufstieg spielen ist doch scheissegal. Köln ist erst mal weg, hintendran ist es saueng und da darf man sich eben nix erlauben...
Uns wurden 15 Endspiele versprochen und was wir am Montag gesehen haben war ein besserer Freizeitkick die ersten 45 Minuten. Da wünscht man sich ja fast, dass Lautern nie mehr in ein Endspiel kommt, wenn man sich so blamiert.
Kann ich Dir nur recht geben mit diesen Argumenten. Diese Probleme gibt es aber nicht nur beim 1.FC Kaiserslautern, sondern ist ein Generationenproblem. Zum grössten Teil Weicheier, Heulsusen und "Schönwetterfussballer", was sich bis runter in die Kreisklasse zieht. Kein Wunder bei "Vorbildern", wie z.B. Cristiano Ronaldo, der nach dem Spiel das Spielfeld verlässt, als käme er gerade von einem einstündigen Friseurbesuch. Oder Spielern, wie z.B. Lewandowski oder Götze, die in jungen Jahren schon ausgesorgt haben und trotzdem für ein paar Euros mehr beim nächsten Verein "weiterhuren".
Spieler, wie etwa Stefan Kuntz oder Hans-Peter Briegel sind zwar auch irgendwann in die Türkei bzw. Italien gewechselt, aber dies nahm man keinem der beiden für übel, da Sie in Kaiserslautern erstens nicht das grosse Geld verdient hatten und zweitens über Jahre in jedem Spiel 101 % Einsatz gezeigt hatten. Oder ein R. Hellstroem hätte bei vielen europäischen Top-Vereinen spielen können, aber ihm gefiel es in der Pfalz und verzichtete daher lieber auf den Haufen Geld mehr. Alles Kriterien und Ideale, die ich im heutigen Fussball nicht mehr vorfinde. Daher kann ich mich auch mit fast keinem Spieler mehr, egal ob beim FCK oder woanders, identifizieren. Und dann wird sich gewundert, wenn beim HSV nach den letzten desolaten Vorstellungen ein paar Autos vom zahlenden Volk demoliert werden.
Und dieser moderne Typ von Trainer mit den Attributen "gestylt, Krawatte, ruhig, sachlich und medienkonform" geht mir sowieso schon lange auf den Senkel (auch die Möchtegern-Selbstdarsteller wie Klopp oder "Netto-Neururer"). Natürlich müssen die Trainer keine Diktatoren, wie z.B. Max Merkel oder Rolf Schafstall, mehr sein, aber eben eine Mischung aus Strenge, Motivation und "auch mal ein Auge zudrücken", wie z.B. Feldkamp oder Rausch.
Was ich auch schlimm finde in der aktuellen Fussballwelt ist es, dass der Trainer bei Misserfolg sofort infrage gestellt wird und nur in wenigen Fällen das volle Vertrauen des Präsidiums hat. Der Spieler von heute, der sich angepisst fühlt, rennt gleich zum Sportdirektoren und heult sich aus. Der teilt es dann über den Vorstand dem Trainer mit und der Trainer kassiert manchmal sogar noch einen "Rüffel" vom Vorstand. Schlimme Zeiten.........
Und es tut mir leid, die einzigste Handschrift, die bei Runjaic zu lesen ist, ist es bei unbeträngtem Ballbesitz ja kein Risiko nach vorne einzugehen. Da wird der Ball lieber 10 mal in der Defensive hin und her gespielt, weshalb wir auch auf die hohe Anzahl an Ballbesitz von teilweise über 60% kommen. Wie schnell aus diesem "vermeintlichen" Nicht-Risiko trotzdem ein Risiko wird, sah man im Freundschaftsspiel gegen Dortmund, als Lewandowski einen dieser Querpässe eiskalt für sich nutzte. Und das Tobias Sippel nicht der sicherste Anspielpartner dieser Pässe in den eigenen Reihen ist, kapiert sogar ein Kreisklassentrainer. Trotz mehrfachen missglückten Ballannahmeversuchen und Ballwegschlagen hat es der gute Kosta anscheinend immer noch nicht registriert.........