Excelsior hat geschrieben:
wkv hat geschrieben:Wobei du das natürlich auch dann einmal einsetzen kannst, weil einer da ist, der auf den zweiten Ball gehen kann...
Also doch in der Tendenz mehr lange Bälle, wenn nicht sogar "Gut-Glück Bälle"

Nein, bitte nicht. Damit war gemeint, dass du die Brechstange auspacken kannst. Wenn du möchtest. Als taktische Variante. Mal über die Außen, mal gekreuzt, Laufwege der 2 "Brecher" so variieren, dass sich für sie oder für das MF "hinter" den Spitzen Räume ergeben. Oder eben mal, situationsbezogen, einfach nach vorne, einer der beiden legt ab und der andere kann vielleicht den zweiten Ball verwerten.
Wobei ich als taktische Variante es immer lieber sehen würde, wenn wir das Spiel im Vorwärtsgang in die Breite zögen, das volle Spielfeld nutzen. Mo braucht Platz, dann verteidigst du gegen ihn sehr, sehr schwer. Nur muß im Rückwärtsgang dann wieder die Kompaktheit hergestellt werden, die ein 4-2-3-1 bietet, mit 2 Sechsern vor der Viererkette.
Ein solches hochvariables System erfordert aber eine immense taktische Disziplin und verdammt viel Laufbereitschaft. Sonst bist du eben verflucht anfällig für schnelle Konter. Es kommt eben darauf an, wie der Gegner spielt. Spielt er offensiv, wär man mit dem Klammersack gepudert, würde man hinten bei eigenem Angriff auf eine Dreierabsicherung gehen. Es ist eben "spielbezogen".
Aber ganz generell ist "mein Spiel" eher das, welches den Gegner am eigenen 16er beschäftigt. Ich mag dieses "Kommen lassen" nicht. Überhaupt nicht, es geht nämlich meistens in die Hose, zumindest bei uns. Wir haben einfach nicht die Konterspieler dafür, nicht zur Zeit. Zu Zeiten eines Sam und (tut mir leid, ich muss es sagen) Illicevic sah das anders aus.
Und du hast natürlich Recht, dass kann auch Bunjaku sein, oder Zoller. Vielleicht sogar besser, weil Occean und Mo ähnlich veranlagt sind.
Ich war nur neugierig, ob die 2 auch miteinander funktionieren...ich könnte es mir schon gut vorstellen.
Ich möchte nicht glauben, dass wir, wie im Eishockey, mit Mo und Bunjaku eine erste Sturmreihe haben, und mit Zoller und Occean die zweite.....
Gut. Und da genau jenes verpönte "Spielsystem" einem Foda auf die Rechnung geschrieben wird, frage ich mal umgekehrt, was wahrscheinlicher ist: Dass solche "Gut-Glück Bälle" vom Trainer vorgegeben werden oder dass es den Spielern in den Momenten schlichtweg an Esprit gemangelt bzw. ihnen dabei ganz einfach die blanke Panik im Gesicht gestanden hat?
Die Bälle "H&W" sind meiner Meinung nach vom Trainer vorgegeben. Aber in meinen Augen deshalb, weil wir das MF nicht mit Kurzpasspiel überbrücken können. Weil wir das Mittelfeld so überfrachten, und der Gegner entsprechend reagiert. Mitte voll, Fehlpassfestival. Es gab mal ein Spiel, da kamen keine drei Bälle hintereinander bei uns an. 50% Fehlpassquote. Folge: Hohe und weite Bälle.
Das kann man machen. Wenn man die Taktik entsprechend verändert, sprich Leute nach vorne bringt, die auf den zweiten Ball gehen können. Aber Mo allein? Wie soll das gehen?
Aber: Es gibt auch Indizien, die für deine These sprechen, dass wir keine Spieler hatten, die "Esprit" hatten, wie du das genannt hast.
Wie oft dachte ich mir, dass dieser Pass von Baumjohann ein genialer Pass war, in die Schnittstellen von IV und AV, oder eben auch mal lang, wenn...ja, wenn einer von uns diesen Weg gegangen wäre. Und jetzt frage ich mich: Darf der Spieler nicht nach vorne, ist er so in ein taktisches Korsett eingebunden, oder hat er das Spielverständnis nicht?
Falls das Korsett besteht: Es läge am Trainer, das zu ändern.
Falls wir aber den mangelnden Esprit zu beklagen haben: Dann ist unser Personal falsch eingesetzt. Was nützt der geniale Pass, der nur dann gut wäre, wenn einer diesen Weg ginge? Nix.
Dann wären wir aber wieder beim Trainer. Der müsste das erkennen, und dem Personal entsprechend aufstellen und einstellen.
Wobei ich das Gefühl habe, dass da im Moment an den richtigen Schrauben gedreht wird. Wenn wir mal den Homburg Kick vergessen, haben wir gegen Maribor und Graz wohl richtig guten, kombinationsschnellen Fußball gespielt, variabel, der mal durch die Mitte, dann wieder über die Außen (heute: 1:0 Pass in die Tiefe auf Albert, 2:0 über die Außen vorbereitet, wenn ich mich recht an den Ticker erinnere).
Es ist ein rein subjektives Gefühl, aber rein vom "Popometer" her hab ich gar kein so schlechtes Gefühl mehr.
2x zu Null gespielt, das soll auch mal erwähnt sein.
Mein Fazit für heute:
Vor 3 Wochen, ja vor einer Woche hätte ich am liebsten einen neuen Trainer gehabt.
Im Moment hab ich das Gefühl: Lass ihn mal machen.
Ich hab so das Gefühl, er hat "verstanden". Oder ich möchte das Gefühl haben...wer weiß.
Und stellen wir die richtigen Weichen, hat diese Mannschaft wohl wirklich das Zeug dazu, guten Fußball zu spielen.
Sofern wir das bislang sagen können.
Paderborn wird es zeigen. Ein echter Prüfstein, gleich am ersten Tag.
Aber auch hier erscheint mir alles etwas mehr aus einem Guß zu sein.
Wenn ich mal die Transferpolitik in seinen Facetten (soviele neue, Wooten und Derstroff etc...) etwas ausblende, so hab ich eine Transferpolitik, die es dem Trainer gestattet, volle drei Wochen das Team zu stellen. Einspielen zu lassen.
Für ein nicht eingespieltes Team am ersten Spieltag gäbe es wenig Entschuldigungen.
Insofern:
Lassen wir die Jungs mal Fußball spielen. Ich möchte jetzt einfach etwas positiver nach vorne sehen können.
Langer Text, so spät in der Nacht. Tschuldigung bei denen, die soviel Theorie langweilt.
