Diese Frage ist durchaus berechtigt, da Hopp keinerlei offizielle Funktion im Verein wahrnimmt außer der, der größte Anteilseigner zu sein. Gut, darüber kann man sicherlich diskutieren, ob dies konform ist mit der Regel des 50+1-Gebots.JochenG hat geschrieben:Das mit dem Besitz ist so eine Sache. Bei der 50+1 Regel geht es nicht um den "Besitz" sondern um die "Beherrschung" und somit die Beeinflussung der Kapitalgesellschaft. Wenn du dir bitte mal ansehen würdest, wie sich auf der Zeitachse die Entstehung der Kapitalgesellschaft und davor die Veränderung im Verein vollzogen hat, ist es völlig egal, ob Dietmar Hopp 49, 21, oder 9 Prozent an der Spielgesellschaft hält. Er hat in allen Positionen innerhalb des Vereins (e.V.) und der Kapitalgesellschaft Leute sitzen, die er dort eingebracht hat. Somit "beherrscht" er den Verein und die Kapitalgesellschaft. Das meine ich, wenn ich sage, dass Dietmar Hopp die 50+1 Regel und somit die DFL in den Allerwertesten tritt.
Bestes Beispiel war die Situation, als in der Sommerpause 2009 Demba Ba den Verein verlassen wollte und zum VfB wechseln wollte. War es ein Herr Schindelmeister (GF der GmbH), ein Herr Rangnick (Trainer) oder ein Herr Hopp ("Mäzen"), der gesagt hat, dass Herr Ba sich das abschminken kann? Wer also bestimmt was bei den Hoppelhasen passiert?
Allerdings stellt sich für mich aber auch die Frage, wie das mit seinen Anteilen aussieht. Hat er damit Vetorecht erworben? Das wäre nach GmbH-Recht ja machbar und auch bei diesem großen Anteil legitim. Wenn er also innerhalb der GmbH legitim gehandelt haben mag, als er den Transfer nach Stuttgart verhinderte, dann bliebe lediglich die obige Frage übrig, ob das Einschreiten hier legitim war gemäß dem 50+1-Gebot. da dieses ausdrücklich die rechtsform der GmbH zulässt, würde ich davon ausgehen, dass dem schon so wäre, oder...?
Dass er sich mit Leuten umgibt, die ihm loyal ergeben sind, das kann man ihm nicht vorwerfen, würde ich meinen. Das ist auch kein Bundesliga-Novum. Wir müssen auch gar nicht so weit gehen, um ähnliche Installationen von Spezis zu finden, nicht wahr?
Wie gesagt, wenn er durch seine Anteile ein Vetorecht erworben hat, was nach den Bestimmungen einer GmbH prinzipiell möglich ist, sehe ich hier nix Verwerfliches.JochenG hat geschrieben:Mit der Atypischen Beteiligung umgeht Hopp die 50+1 Regel. Er besitzt damit die Rechte an dem Spieler, die mit seinen Millionen geholt werden. Damit bestimmt er dann auch, wann und wohin und zu welchem Preis die Spieler wieder abgegeben werden (s.o.). Als Mäzen sieht sich Dietmar Hopp definitiv nicht - das sagte er bei einem Interview selbst. Die TSG 1899 Hoppelhasen ist eine "Investition". Sein Mäzenatentum betrifft die Stiftungen und die sind bei der Kapitalgesellschaft außen vor.
Die "Atypische Beteiligung" ist für mich nicht gleichbedeutend mit dem Erwerb von Transferrechten, sollte ich das was überlesen haben, dann ist es meine Schuld. Aber selbst wenn er Transferrechte an Spielern erworben hat, so ist das ebenfalls nix Verwerfliches, auch das wurde und wird schon lange und nicht nur in Hoffenheim praktiziert. Kloses Fall lag damals da nicht viel anders. Ein Verkauf unter den 5 Mios., die Lotto Rheinland-Pfalz seinerzeit in seine Transferrechte investiert hatte, wäre nicht möglich gewesen.
Auch ist die Frage, was er damit meint, dass sein Engagement in den Verein Hoffenheim eine "Investition" sei. Eine Investition in die Zukunft des Vereins? Halte ich für legitim. Eine Investition in die Zukunft der Region? Halte ich für legitim. Eine Investition zur persönlichen Bereicherung? Das wäre auch in meinen Augen verwerflich. Nur, an letzterem fehlt mir so gänzlich der Glaube. Geld hat er doch nun wahrlich genug, dagegen sind die paar Millionen des Profifußballs, die IRGENDWANN VIELLEICHT mal fließen wohl kaum ein Anreiz für ihn, oder...?
Ich hatte nie angenommen, dass du mich wirklich als realitätsfremd ansehen würdest. Immerhin kennen wir uns persönlich, dazu müsstest du mich auch schon gut genug kennen, dass dem nicht so ist. Wer hatte schließlich die Art und Weise des Aufstiegs des FCK in exakt dieser Form vorhergesagt, sogar noch mit richtigen Ergebnisangaben...?JochenG hat geschrieben:Genau hier aber geht die Diskussion immer wieder aufs neue los. Und werfe mir bitte nicht vor, dass ich dich "realtitätsfern" genannt habe. Das habe ich nicht, nur dass du die Realität "übersiehst". Sind, zumindest aus meiner pedantischen Sicht, zwei Paar Schuhe.
Nee, Scherz beiseite. Ich fand den Opener deiner Diskussion, weil man als "Fremder" zu genau diesem Schluss hätte kommen können, darum habe ich es explizit erwähnt und genau so dargestellt. Durch deine jetzt nachgeschobene Erklärung ist das ja nun geklärt.
Nein, von einem Verbot von Schmährufen halte ich genausowenig wie von einer Konfiszierung von Transparenten. Das ist eine Beschneidung von Meinungsfreiheit, die ich ebenso unerträglich finde wie du. Ich halte es dann eher so wie du: die Schmährufe, die angebracht sind, mitmachen und die anderen sein lassen.JochenG hat geschrieben:Vielleicht als Abschluss der Diskussion hier im Spieltagstread (gerne im anderen Thread weiter) -
Ich habe mich am Samstag bei den Schmährufen gegen Hopp ebenfalls rausgehalten - mir ist die Herkunft seiner Mutter egal und auch nicht bekannt. Aber bei dem "... und ihr macht unseren Sport kaputt" war ich schon dabei - wobei die Spieler, die zu dem Gebilde wechseln, im Grunde auch keinen Vorwurf machen kann. Sollen die sagen: "Och nö, so ein Kunstprodukt wie die TSG mag ich nicht".
Wir haben leider damit zu leben das diese Gebilde wie Hoppelhausen, Leipzig und auch Wolfsburg und Leverkusen bestehen und/oder nach oben stoßen und damit anderen Vereinen, unter anderem auch uns, den Platz streitig machen. Aber soll man deshalb die Klappe halten? Wenn jetzt schon Schmährufe verboten werden und Transparente konfisziert werden, wo enden die Aktionen dann morgen?
Auch ansonsten bin ich bei diesem Abschnitt insgesamt deiner Meinung.
