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Spielbericht: 1. FC Kaiserslautern - TSG Hoffenheim 2:2 (Der Betze brennt)

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SuperMario
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Beitrag von SuperMario »

JochenG hat geschrieben:Das mit dem Besitz ist so eine Sache. Bei der 50+1 Regel geht es nicht um den "Besitz" sondern um die "Beherrschung" und somit die Beeinflussung der Kapitalgesellschaft. Wenn du dir bitte mal ansehen würdest, wie sich auf der Zeitachse die Entstehung der Kapitalgesellschaft und davor die Veränderung im Verein vollzogen hat, ist es völlig egal, ob Dietmar Hopp 49, 21, oder 9 Prozent an der Spielgesellschaft hält. Er hat in allen Positionen innerhalb des Vereins (e.V.) und der Kapitalgesellschaft Leute sitzen, die er dort eingebracht hat. Somit "beherrscht" er den Verein und die Kapitalgesellschaft. Das meine ich, wenn ich sage, dass Dietmar Hopp die 50+1 Regel und somit die DFL in den Allerwertesten tritt.
Bestes Beispiel war die Situation, als in der Sommerpause 2009 Demba Ba den Verein verlassen wollte und zum VfB wechseln wollte. War es ein Herr Schindelmeister (GF der GmbH), ein Herr Rangnick (Trainer) oder ein Herr Hopp ("Mäzen"), der gesagt hat, dass Herr Ba sich das abschminken kann? Wer also bestimmt was bei den Hoppelhasen passiert?
Diese Frage ist durchaus berechtigt, da Hopp keinerlei offizielle Funktion im Verein wahrnimmt außer der, der größte Anteilseigner zu sein. Gut, darüber kann man sicherlich diskutieren, ob dies konform ist mit der Regel des 50+1-Gebots.

Allerdings stellt sich für mich aber auch die Frage, wie das mit seinen Anteilen aussieht. Hat er damit Vetorecht erworben? Das wäre nach GmbH-Recht ja machbar und auch bei diesem großen Anteil legitim. Wenn er also innerhalb der GmbH legitim gehandelt haben mag, als er den Transfer nach Stuttgart verhinderte, dann bliebe lediglich die obige Frage übrig, ob das Einschreiten hier legitim war gemäß dem 50+1-Gebot. da dieses ausdrücklich die rechtsform der GmbH zulässt, würde ich davon ausgehen, dass dem schon so wäre, oder...?

Dass er sich mit Leuten umgibt, die ihm loyal ergeben sind, das kann man ihm nicht vorwerfen, würde ich meinen. Das ist auch kein Bundesliga-Novum. Wir müssen auch gar nicht so weit gehen, um ähnliche Installationen von Spezis zu finden, nicht wahr? :wink:
JochenG hat geschrieben:Mit der Atypischen Beteiligung umgeht Hopp die 50+1 Regel. Er besitzt damit die Rechte an dem Spieler, die mit seinen Millionen geholt werden. Damit bestimmt er dann auch, wann und wohin und zu welchem Preis die Spieler wieder abgegeben werden (s.o.). Als Mäzen sieht sich Dietmar Hopp definitiv nicht - das sagte er bei einem Interview selbst. Die TSG 1899 Hoppelhasen ist eine "Investition". Sein Mäzenatentum betrifft die Stiftungen und die sind bei der Kapitalgesellschaft außen vor.
Wie gesagt, wenn er durch seine Anteile ein Vetorecht erworben hat, was nach den Bestimmungen einer GmbH prinzipiell möglich ist, sehe ich hier nix Verwerfliches.

Die "Atypische Beteiligung" ist für mich nicht gleichbedeutend mit dem Erwerb von Transferrechten, sollte ich das was überlesen haben, dann ist es meine Schuld. Aber selbst wenn er Transferrechte an Spielern erworben hat, so ist das ebenfalls nix Verwerfliches, auch das wurde und wird schon lange und nicht nur in Hoffenheim praktiziert. Kloses Fall lag damals da nicht viel anders. Ein Verkauf unter den 5 Mios., die Lotto Rheinland-Pfalz seinerzeit in seine Transferrechte investiert hatte, wäre nicht möglich gewesen.

Auch ist die Frage, was er damit meint, dass sein Engagement in den Verein Hoffenheim eine "Investition" sei. Eine Investition in die Zukunft des Vereins? Halte ich für legitim. Eine Investition in die Zukunft der Region? Halte ich für legitim. Eine Investition zur persönlichen Bereicherung? Das wäre auch in meinen Augen verwerflich. Nur, an letzterem fehlt mir so gänzlich der Glaube. Geld hat er doch nun wahrlich genug, dagegen sind die paar Millionen des Profifußballs, die IRGENDWANN VIELLEICHT mal fließen wohl kaum ein Anreiz für ihn, oder...?
JochenG hat geschrieben:Genau hier aber geht die Diskussion immer wieder aufs neue los. Und werfe mir bitte nicht vor, dass ich dich "realtitätsfern" genannt habe. Das habe ich nicht, nur dass du die Realität "übersiehst". Sind, zumindest aus meiner pedantischen Sicht, zwei Paar Schuhe.
Ich hatte nie angenommen, dass du mich wirklich als realitätsfremd ansehen würdest. Immerhin kennen wir uns persönlich, dazu müsstest du mich auch schon gut genug kennen, dass dem nicht so ist. Wer hatte schließlich die Art und Weise des Aufstiegs des FCK in exakt dieser Form vorhergesagt, sogar noch mit richtigen Ergebnisangaben...? :wink:

Nee, Scherz beiseite. Ich fand den Opener deiner Diskussion, weil man als "Fremder" zu genau diesem Schluss hätte kommen können, darum habe ich es explizit erwähnt und genau so dargestellt. Durch deine jetzt nachgeschobene Erklärung ist das ja nun geklärt. :)
JochenG hat geschrieben:Vielleicht als Abschluss der Diskussion hier im Spieltagstread (gerne im anderen Thread weiter) -
Ich habe mich am Samstag bei den Schmährufen gegen Hopp ebenfalls rausgehalten - mir ist die Herkunft seiner Mutter egal und auch nicht bekannt. Aber bei dem "... und ihr macht unseren Sport kaputt" war ich schon dabei - wobei die Spieler, die zu dem Gebilde wechseln, im Grunde auch keinen Vorwurf machen kann. Sollen die sagen: "Och nö, so ein Kunstprodukt wie die TSG mag ich nicht".
Wir haben leider damit zu leben das diese Gebilde wie Hoppelhausen, Leipzig und auch Wolfsburg und Leverkusen bestehen und/oder nach oben stoßen und damit anderen Vereinen, unter anderem auch uns, den Platz streitig machen. Aber soll man deshalb die Klappe halten? Wenn jetzt schon Schmährufe verboten werden und Transparente konfisziert werden, wo enden die Aktionen dann morgen?
Nein, von einem Verbot von Schmährufen halte ich genausowenig wie von einer Konfiszierung von Transparenten. Das ist eine Beschneidung von Meinungsfreiheit, die ich ebenso unerträglich finde wie du. Ich halte es dann eher so wie du: die Schmährufe, die angebracht sind, mitmachen und die anderen sein lassen.

Auch ansonsten bin ich bei diesem Abschnitt insgesamt deiner Meinung.
Zuletzt geändert von SuperMario am 21.09.2010, 14:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Steini
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Beitrag von Steini »

@Supor Mario ich frage mich seit geraumer Zeit, welches Ziel Du mit Deiner Argumentation pro Hopp verfolgst.
Auf der einen Seite stimmst Du uns in der Einschätzung des Modells Hoppsenheim zu, auf der anderen Seite ergreifst Du für Ihn Partei. Gleichzeitig empfindest Du meine Aversion als Affront.
Ich habe immer noch das Recht einen Menschen anhand seiner Taten zu beurteilen und dafür wo für er einsteht. Wer sich in den Wind stellt bekommt eben mal die volle Breitseite meiner "ungetrübten" Zuneigung zu spüren. Herr Hopps Verhalten und agieren (nur in Bezug auf sein Fussball-Engagement) empfindet der Fan Steini, als persönliche Beleidigung. Dies öffentlich kund zu tun ist mein gutes Recht.
Wo kämen wir denn hin, wenn jeder mit dicker Brieftasche sich seinen eigenen Fussballverein auf Kosten anderer zusammen bastelt?
Der FCK ist ein Stück Lebensqualität, genauso wie für jeden anderen Anhänger eines deutschen "Traditionvereins". Die Plätze welche von so genannten Plastikvereinen eingenommen werden, haben schon genug gewachsene Fussball-Kultur vernichtet. Da jedoch sehr viele Menschen vom Schlage eines Herrn Hopp oftmals auch Kunstbanausen sind, kann dieser Typus des neureichen Geldadels, den Wert kultureller Errungenschafften weder einschätzen, noch respektieren. Ja ich behaupte es gibt eine seit über 100 Jahren gewachse Fussball-Kultur. Ich möchte hier jetzt nicht weiter auf die von führenden Soziologen anerkannte Definition des Begriffes Kultur eingehen.
Mit den Worten des einfachen Fans gesprochen:
De Hepp macht unseren Fussbal kaputt, der Dopp.

Daher ist meine Aversion nicht rein persönlicher Natur, sondern durchaus gesellschaftspolitisch zu sehen. Der Fussball war schon immer auch ein Spiegel der Gesellschaft. Hopp lebt etwas vor, was zutiefst unmoralisch und verabscheuungswürdig ist. Haste Geld kannst Dir alles erlauben.
Ich füge noch hinzu, (nicht nur meinen Ansicht nach) dass seine mediengerechte Sozial-Inszenierungen, unserer christlichen Etik widerstreben. Seht ich bin so reich, was ich alles für die Allgemeinheit leiste. Wieso hierfür soviel Öffentlichkeit? Jesus sagte nicht zu Unrecht:
Bevor ein Reicher in den Himmel kommt, geht ein Kamel durch ein Nadelöhr.
Dieses Ambivalent seines Handeln, enttarnt. Übrigens der Hinweis auf das Erreichen bestimmter Ziele innerhalb eines Lebensalters, ist aufgrund der Vergangenheit seines Vaters, eine sehr interessante, allerdings in den passenden Kontext gesetzte, an Bösartigkeit nicht zu toppende, Aussage.
Satire oder /und Ironie ... bei mir nie :D
SuperMario
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Beitrag von SuperMario »

Satanische Ferse hat geschrieben:Florian Dick wurde hier bereits lobend erwähnt. Der Gute scheint eine Liga höher zwei Klassen besser zu spielen. Unermüdlich, effektiv und sicherlich einer der Spieler am Samstag mit den meisten Ballkontakten auf dem Platz.
Dein Gefühl trügt nicht, alter Freund. Laut Kicker hatte Dick in der Tat die meisten Ballkontakte. Der schwingt sich immer mehr zu einer festen Größe auf. Und wenn ich mir sein Pendant auf der andren Seite so anschaue, das immerhin fast mit zur WM gefahren wäre: bei aller Liebe, aber da war Dick in nahezu allen Belangen besser... :o
Satanische Ferse hat geschrieben:Von großem Vorteil auch die Gewissheit mit Erwin Hoffer und Srdan Lakic Stürmer in den eigenen Reihen zu haben, die entweder wissen, wo sie zu stehen haben bzw. in der Lage sind, aus den unmöglichsten Situationen und Positionen heraus, eine Gefährlichkeit auszustrahlen. Wohltuend auch zu beobachten, wie sie die ihnen zugespielten Bälle behaupten und diese weiter verarbeiten.

Ein ganz wichtiges Spiel war dieses Spiel auch für den in Interviews so zurückhaltend auftretenden "Jimmy". Dass er beim Fußballspiel auch ganz anders kann, bekommen wir alle so langsam wie schnell zu spüren. In der zweiten Halbzeit hat er dann seinem Spitznamen alle Ehre gemacht und in der Effizienz eines Profikillers aus einem Hollywoodfilm eingelocht. Die vergangenen 90 Minuten werden ihm jede Menge selbstbewusste rote Teufelchen in seinen Tank respektive Lauf gefüllt haben.
Auch hier sehr gut zusammengefasst. Was ich vor der Saison noch nicht für möglich gehalten hätten und auch nicht zu hoffern gewagt hätte, das ist eingetreten: wir haben trotz Jendriseks Abgang ein erstligataugliches Sturmduo. Und das beste daran: dahinter stehen zwei Stürmer, die zumindest im Falle Nemec (gegen den großen FCB) ebenfalls schon Erstligaformat bewiesen haben und da sein könnten, wenn sie gebraucht werden.

Der "kleine" Ösi macht mir unheimliche Freude. Der ist ja im Zweikampf so gar nicht zu bändigen. Wie er in der Nationalmannschaft das erste Tor vorbereitet und das zweite Tor geschossen hat, das war Extraklasse, ebenso die zwei Tore im Pokal. Jetzt setzt er dies auch immer mehr in der BuLi im. In Mainz schon ansatzweise zu sehen, dieses "Dribbling nahe der Grasnarbe", so war das am Samstag zumindest für mich zwei Mal ein Highlight, wie er da den Ball jeweils noch mitnimmt und weiterverarbeitet, aus der Position und im Stile eines Freistilringers. Hut ab! Wenn es nach mir ginge, dann würde ich jetzt schon versuchen, den irgendwie loszueisen aus Italien und ihm einen gut dotierten 5-Jahres-Vertrag aufzudrücken. Das wäre unsererseits eine Investition in die Zukunft, denn der wird seinen Weg gehen und würde uns in zwei, drei jahre einiges Geld bringen, wenn er sich so weiter entwickelt. Und dass er das tut, daran habe ich keine Zweifel!
Satanische Ferse hat geschrieben:Nach nur vier Spieltagen kann das alles lediglich eine bescheidene Momentaufnahme sein. Die restlich noch ausstehenden Spiele werden uns noch recht viel Kraft, Tränen, Frust und Talsohlen etc. bieten. Und die augenblicklich auf dem Kopf stehende Tabelle signaliert eindeutig und unmissverständlich, dass in dieser Saison zum Klassenverbleib jede Menge Punkte eingefahren werden müssen. Atempausen zum Luftschnappen werden keine gewährt!
Selbstverständlich hast du völlig recht mit diesem Absatz. Wer sich nach diesen insgesamt sehr guten Spielen dazu verleiten ließe, neue Saisonziele auszurufen, der hat die Realität verkannt. Da stehen aktuell Teams unten drin, die mit dem Abstieg aller Voraussicht nach nix zu tun haben werden (sieht man mal von der Eintracht und Nürnberg ab). Die ansonsten potentiell abstiegsgefährdeten Teams haben allesamt gleich viel oder gar mehr Punkte als wir eingesammelt. Gewonnen ist mit den zugegeben tollen leistungen noch gar nix. Leider, wie ich betonen möchte...
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Beitrag von SuperMario »

Steini hat geschrieben:@Supor Mario ich frage mich seit geraumer Zeit, welches Ziel Du mit Deiner Argumentation pro Hopp verfolgst.
Auf der einen Seite stimmst Du uns in der Einschätzung des Modells Hoppsenheim zu, auf der anderen Seite ergreifst Du für Ihn Partei. Gleichzeitig empfindest Du meine Aversion als Affront.
Ich dachte, dass klar geworden wäre, was ich hier "spiele". Nix anderes als den Advocatus diaboli nämlich, den Mahner, dass man nicht immer alles schwarz-weiß sehen sollte, auch bei Hopp nicht. Und dass man nicht stur in einer Richtung nachfolgt, weil es einige wenige so vorgeben.

Ich empfinde deine Aversion gegen Hopp nicht als Affront (gegen mich), halte sie aber für überzogen. Auch ergreife ich nicht Partei FÜR Hopp, sondern versuche nur zu beleuchten, dass es auch andere Sichtweisen gibt, die nicht dem Bild entsprechen müssen, die ein FCK-Fan (anscheinend zu haben) hat.
Steini hat geschrieben:Ich habe immer noch das Recht einen Menschen anhand seiner Taten zu beurteilen und dafür wo für er einsteht. Wer sich in den Wind stellt bekommt eben mal die volle Breitseite meiner "ungetrübten" Zuneigung zu spüren. Herr Hopps Verhalten und agieren (nur in Bezug auf sein Fussball-Engagement) empfindet der Fan Steini, als persönliche Beleidigung. Dies öffentlich kund zu tun ist mein gutes Recht.
Wo kämen wir denn hin, wenn jeder mit dicker Brieftasche sich seinen eigenen Fussballverein auf Kosten anderer zusammen bastelt?
Der FCK ist ein Stück Lebensqualität, genauso wie für jeden anderen Anhänger eines deutschen "Traditionvereins". Die Plätze welche von so genannten Plastikvereinen eingenommen werden, haben schon genug gewachsene Fussball-Kultur vernichtet. Da jedoch sehr viele Menschen vom Schlage eines Herrn Hopp oftmals auch Kunstbanausen sind, kann dieser Typus des neureichen Geldadels, den Wert kultureller Errungenschafften weder einschätzen, noch respektieren. Ja ich behaupte es gibt eine seit über 100 Jahren gewachse Fussball-Kultur. Ich möchte hier jetzt nicht weiter auf die von führenden Soziologen anerkannte Definition des Begriffes Kultur eingehen.
Mit den Worten des einfachen Fans gesprochen:
De Hepp macht unseren Fussbal kaputt, der Dopp.
Ich will dir deine Meinungsfreiheit nicht beschneiden (s.o.). Im Umkehrschluss du meine sicher aber auch nicht, oder? Also nehme ICH mir das Recht heraus, das zu kommentieren, was du und deine "ungetrübte" Zuneigung so an Breitseiten abzufeuern haben. Und das ganze sogar, ohne persönlich zu werden (falls doch, dann bitte aufzeigen).
Steini hat geschrieben:Daher ist meine Aversion nicht rein persönlicher Natur, sondern durchaus gesellschaftspolitisch zu sehen. Der Fussball war schon immer auch ein Spiegel der Gesellschaft. Hopp lebt etwas vor, was zutiefst unmoralisch und verabscheuungswürdig ist. Haste Geld kannst Dir alles erlauben.
Ich füge noch hinzu, (nicht nur meinen Ansicht nach) dass seine mediengerechte Sozial-Inszenierungen, unserer christlichen Etik widerstreben. Seht ich bin so reich, was ich alles für die Allgemeinheit leiste. Wieso hierfür soviel Öffentlichkeit? Jesus sagte nicht zu Unrecht:
Bevor ein Reicher in den Himmel kommt, geht ein Kamel durch ein Nadelöhr.
Dieses Ambivalent seines Handeln, enttarnt. Übrigens der Hinweis auf das Erreichen bestimmter Ziele innerhalb eines Lebensalters, ist aufgrund der Vergangenheit seines Vaters, eine sehr interessante, allerdings in den passenden Kontext gesetzte, an Bösartigkeit nicht zu toppende, Aussage.
Das finde ich jetzt daneben, mir hierbei "nicht zu toppende Bösartigkeit" zu unterstellen. Einen solchen Kontext, der eine derartige Aussage deinerseits zulässt, sehe ich auch nicht.

Davon abgesehen: Die Kinder sind wohl kaum verantwortlich für die Taten ihrer Väter, oder?
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Yogi
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Beitrag von Yogi »

onlyfck hat geschrieben:
Steini hat geschrieben:
Daher mein Motto 39 Punkte bis zum Winter :D
@Satanica sehr schön geschrieben...aber Tränen? Naja gugge mer emol...
man muß ja nicht gleich übertreiben.
38 würden auch schon mal reichen.....
mir würden zur Pause schon 25 reichen.!!!
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Steini
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Beitrag von Steini »

:D Ich wollte nicht Dir Bösartigkeit unterstellen...kam aber so rüber...sorry
Hatte Hopp so etwas ähnliches nicht mal in einer Talkshow geäußert?
Aber egal jetzt,

letztendlich..."Schlussendlich" spielen wir morgen in Dortmund und dieses Spiel findet zum 76 mal in der ersten Liga statt, also das nenne ich Traditionelles Aufeinandertreff.

Meine persönliche Bilanz in Dortmund
zwei Niederlagen... 2:0 (mit Axels Platzverweis) 1:0 zweite Halbzeit spielte nur unser Betze schffte trotz vieler Chancen nicht den Ausgleich, Sforza war überagend...
zwei Siege
3:2 ich sag nur Siegtreffer durch Melzer aus 35 Meter..
und 2:1 ...
das Tor ist leer, Marco Reich bekommt den Ball und läuft und läuft...
Marco ...Marco ....Jjjjjjjjaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa

Morgen wenn ich losfahre ist Hopp nur noch eine Schrabnelle der Erinneung.
JochenG

Beitrag von JochenG »

@SuperMario
OK, so langsam wird es rund :D
SuperMario hat geschrieben:Die "Atypische Beteiligung" ist für mich nicht gleichbedeutend mit dem Erwerb von Transferrechten, sollte ich das was überlesen haben, dann ist es meine Schuld. Aber selbst wenn er Transferrechte an Spielern erworben hat, so ist das ebenfalls nix Verwerfliches, auch das wurde und wird schon lange und nicht nur in Hoffenheim praktiziert. Kloses Fall lag damals da nicht viel anders. Ein Verkauf unter den 5 Mios., die Lotto Rheinland-Pfalz seinerzeit in seine Transferrechte investiert hatte, wäre nicht möglich gewesen.
Wenn auch ungern - aber der Wiki-Link ist recht klar:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stille_Ges ... eteiligung
Darin heisst es:
Werden dem stillen Gesellschafter so umfangreiche Vermögens- und Kontrollrechte eingeräumt, dass er als Mitunternehmer im Sinne des § 15 EStG gilt, spricht man von einer atypisch stillen Gesellschaft. Der atypisch stille Gesellschafter ist nicht nur am Gewinn und Verlust, sondern zusätzlich am Vermögen der Gesellschaft beteiligt, einschließlich des Anlagevermögens, der stillen Reserven und ggf. des Geschäftswerts....
Hier nun der Abschnitt aus der Bilanz 2007/2008:
B) Darstellung der Lage

Die Gesellschaft ist nach einer Kapitalerhöhung vom 12. Oktober 2006 in Höhe von T€ 1.500, nunmehr mit einem Stammkapital in Höhe von T€ 2.500 ausgestattet. Im o. g. Zeitraum wurde zudem eine Ausweitung der atypisch stillen Beteiligung des stillen Gesellschafters, Herrn Dietmar Hopp, auf einen Betrag in Höhe von insgesamt T€ 28.900 vereinbart. Darüber hinaus wurde zur Stärkung des Unternehmenskapitals mit Gesellschafterbeschlüssen vom 29.08.2007 und 08.04.2008 die Errichtung einer weiteren atypisch stillen Gesellschaft mit der Golf Club St. Leon-Rot Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG in Höhe von insgesamt T€ 36.101 vereinbart. Bis zum 09. April 04.2008 wurden T€ 65.001 in die Gesellschaft eingelegt. Die Gesellschaft hat zum Stichtag 30.06.2008 bei einer Bilanzsumme von T€ 40.714 558 mit einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von T€ -18.309 334 abgeschlossen. Das Eigenkapital beträgt T€ 35.795. Die Eigenkapitalquote beträgt somit zum Stichtag 88%.
Das bedeutet im Klartext (aus meiner Sicht), dass die GmbH mit einem Stammkapital von 2,5 Mio Euro ausgestattet ist und die "atypisch stillen Gesellschafter" - Dietmar Hopp und der Golf Club St. Leon-Rot (sorry für die falsche Schreibweise weiter oben) - mit 65 Mio das 26-fache an Einlagen hatten (30.6.2008). Diese Beteiligungen entsprechen in etwa der Höhe der Ablösesummen und Gehaltszahlungen der Folgesaison.
So ganz nebenbei ist Dietmar Hopp bei der Golf-Club Betreibergesellschaft wiederum der Geschäftsführer.
Also hier ist eine klare Einflussnahme über den atypisch stillen Gesellschafter mehr als gegeben - meiner Ansicht nach ;)

Du gehst bei deinen Annahmen immer mal von einer GmbH und mal von der DFL-50+1 Regel aus. Genau da liegt aber doch die Krux. Die DFL schreibt in ihren Lizenzbedingungen klipp und klar, dass dem Verein, der die Kapitalgesellschaft begründet, mindestens 50+1 Anteil gehören muss und somit die Kontrolle "im Verein" bestehen bleibt. Genau das verhindert aber Dietmar Hopp mit dem Einsetzen eines Vorstands in den Verein, der nach seiner Pfeife tanzt, einem Geschäftsführer in der Spielbetriebs GmbH der beim kleinsten Muck eins auf die Finger bekommt. Die Aktionen letztes Jahr mit Demba Ba haben schon zu argen Irritationen, auch bei der DFL, geführt. Letztlich wurde das Ganze dann hinter verschlossenen Türen abgehandelt und Herr Schindelmeister trat vor die Presse, dass man sich mit Demba Ba geeinigt habe und er bliebe.

So, bleibt jetzt noch das Thema "Investition".
Hier die Aussage aus einem seiner Interviews: ( http://www.handelsblatt.com/magazin/fus ... ;1215251;0 )
Bei aller Leidenschaft für den Fußball, Hopp ist immer Unternehmer geblieben. „Das eingesetzte Geld soll sich irgendwann auch verzinsen“, sagt er.
... und so denkt er eben nicht, wenn er ein Mäzen wäre.

... je länger ich in den alten Unterlagen krame, umso mehr stösst mir die Suppe wieder auf, die ich damals umgerührt habe....
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Beitrag von SuperMario »

Steini hat geschrieben::D Ich wollte nicht Dir Bösartigkeit unterstellen...kam aber so rüber...sorry
Ja, Mann, kam wirklich so rüber! :teufel2:

Aber passt schon, Entschuldigung ist angekommen.
Steini hat geschrieben:Morgen wenn ich losfahre ist Hopp nur noch eine Schrabnelle der Erinneung.
Nicht anders sollte es sein. :teufel2: :wink:
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Beitrag von Kitzmann-Übersteiger »

SuperMario hat geschrieben: Wenn es nach mir ginge, dann würde ich jetzt schon versuchen, den irgendwie loszueisen aus Italien und ihm einen gut dotierten 5-Jahres-Vertrag aufzudrücken. Das wäre unsererseits eine Investition in die Zukunft, denn der wird seinen Weg gehen und würde uns in zwei, drei jahre einiges Geld bringen, wenn er sich so weiter entwickelt. Und dass er das tut, daran habe ich keine Zweifel!
Dafür bräuchte man aber ein "Mäzentituatutinum" wie beim Hopp :wink:
Nein, im Ernst: Theoretisch ein schöner Gedanke, aber praktisch wohl wieder nicht zu realisieren. Sam und Mandjeck lassen grüßen, wobei jetzt wahrscheinlich wieder die Schlaumeier kommen und sagen: "Wenn man wirklich gewollt hätte und von deren Qualität überzeugt gewesen wäre, hätte man sie auch behalten. Waren eh nur Zweitligakicker, braucht man nicht etc.". Wir müssen uns wohl darauf einstellen, dass wir den Jungen nur 1-2 Jahre sehen. Denn: Wenn der sich so entwickelt, wie er gerade andeutet, holt ihn Neapel entweder zurück oder verkauft ihn meistbietend (hier wieder der Verweis auf Sam...).
SuperMario hat geschrieben: Selbstverständlich hast du völlig recht mit diesem Absatz. Wer sich nach diesen insgesamt sehr guten Spielen dazu verleiten ließe, neue Saisonziele auszurufen, der hat die Realität verkannt. Da stehen aktuell Teams unten drin, die mit dem Abstieg aller Voraussicht nach nix zu tun haben werden (sieht man mal von der Eintracht und Nürnberg ab). Die ansonsten potentiell abstiegsgefährdeten Teams haben allesamt gleich viel oder gar mehr Punkte als wir eingesammelt. Gewonnen ist mit den zugegeben tollen leistungen noch gar nix. Leider, wie ich betonen möchte...
So sieht es aus, Mädels! Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!
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Beitrag von FCK58 »

Endlich ist es klar. Hoppelheim ist ein Wirtschaftsbetrieb. Sage ich doch schon die ganze Zeit und keiner hat´s geglaubt. so sehr ich den Wirtschaftsmenschen wegen seiner Leistung respektiere, so sehr verabscheue ich ihn wegen seines gnadenlosen "Haudraufgebahrens" und seiner Rücksichtslosigkeit beim erreichen seiner Ziele im Fußball. Von mir aus kann er sich zum Teufel scheren - solange es kein roter ist. :teufel2:
Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.
Hermann Hesse
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Beitrag von FCK-Ralle »

tim_price hat geschrieben: Ohjeh..., mensch FCK Ralle, ich bin froh, dass wenigstens Du mit offenen Augen durch die Welt gehst und solch bedeutende Ereignisse kritisch hinterfragst.
Das ist nun wirklich schlimm mit dem Trikot. Wie kann ein junger Mensch sich über ein matchworn Trikot des Gegners freuen? Unfassbar, Skandal, bitte sofort aus dem Stadion jagen.
Ralle, gut, dass Du das gesehen hast. Sowas geht wirklich nicht.

Hast Du Kinder?
Erstmal danke Tim, dass du meine kleine persönliche Off-Topic Fußnote dermaßen mit Aufmerksamkeit würdigst. Danke.

Und ich gebe ja zu, es war mehr oder weniger Zufall, dass ich es gesehen habe. Ich war ja nicht der einzige. Das war mit Sicherheit kein weltbedeutendes Ereignis, nur eine, wie ich bereits geschrieben habe Kleinigkeit die mir persönlich nicht gefallen hat.

Tja, wie kann ich mich nur als junger Mensch (und FCK-Fan, das nehme ich einfach mal an, warum sonst sollte man auf dem Betze Balljunge sein) über das Trikot des Gegners freuen? Hmmm, lass mich überlegen, ja, es könnte bei ebay noch was bringen. Daran hab ich natürlich nicht gedacht. Mensch. Aber bringt es so viel, dass ich strahlend wie ein Honigkuchenpferd über den ganzen Platz renne und es dann vor meinen Kumpels überziehen will? Hmmm... Vielleicht bin ich ja Hoffenheim-Fan, was zwar Schade aber nicht verwerflich ist, aber was mache ich dann aufm Betze im Lautern-Jogging? Hmm....


Ne, mich hats halt gestört, wenns dich nicht stört, von mir aus.
Finds halt extrem Schade, wenn man schon als Jugendspieler die Indetifikation mit dem Verein verliert.

Und um zu deiner letzten Frage zu kommen.
Nein, ich habe noch keine Kinder.
Und? Weiter?
Ich weiß nur wie ich als 15 jähriger reagiert hätte, wenn ich ein Bayern Trikot bekommen hätte.

So jetzt ist aber genug Of Topic.
FCK 4-life
"Sieger zweifeln nicht und Zweifler siegen nicht!" (Gerry Ehrmann)
Marky
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Beitrag von Marky »

Kitzmann-Übersteiger hat geschrieben:
SuperMario hat geschrieben: Wenn es nach mir ginge, dann würde ich jetzt schon versuchen, den irgendwie loszueisen aus Italien und ihm einen gut dotierten 5-Jahres-Vertrag aufzudrücken. Das wäre unsererseits eine Investition in die Zukunft, denn der wird seinen Weg gehen und würde uns in zwei, drei jahre einiges Geld bringen, wenn er sich so weiter entwickelt. Und dass er das tut, daran habe ich keine Zweifel!
Dafür bräuchte man aber ein "Mäzentituatutinum" wie beim Hopp :wink:
Nein, im Ernst: Theoretisch ein schöner Gedanke, aber praktisch wohl wieder nicht zu realisieren. Sam und Mandjeck lassen grüßen, wobei jetzt wahrscheinlich wieder die Schlaumeier kommen und sagen: "Wenn man wirklich gewollt hätte und von deren Qualität überzeugt gewesen wäre, hätte man sie auch behalten. Waren eh nur Zweitligakicker, braucht man nicht etc.". Wir müssen uns wohl darauf einstellen, dass wir den Jungen nur 1-2 Jahre sehen. Denn: Wenn der sich so entwickelt, wie er gerade andeutet, holt ihn Neapel entweder zurück oder verkauft ihn meistbietend (hier wieder der Verweis auf Sam...).
Sind das schon die ersten Anzeichen von Größenwahn :wink:

Lasst uns einen Schritt nach dem anderen machen. Wenn alles gut läuft, können wir Spieler wie Hoffer in zwei, drei Jahren besitzen.

Genießen wir das Jahr mit ihm - und er mit uns!
"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden." (Nick Hornby, "Fever Pitch") #Unzerstörbar
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Beitrag von SuperMario »

JochenG hat geschrieben:Du gehst bei deinen Annahmen immer mal von einer GmbH und mal von der DFL-50+1 Regel aus. Genau da liegt aber doch die Krux. Die DFL schreibt in ihren Lizenzbedingungen klipp und klar, dass dem Verein, der die Kapitalgesellschaft begründet, mindestens 50+1 Anteil gehören muss und somit die Kontrolle "im Verein" bestehen bleibt. Genau das verhindert aber Dietmar Hopp mit dem Einsetzen eines Vorstands in den Verein, der nach seiner Pfeife tanzt, einem Geschäftsführer in der Spielbetriebs GmbH der beim kleinsten Muck eins auf die Finger bekommt. Die Aktionen letztes Jahr mit Demba Ba haben schon zu argen Irritationen, auch bei der DFL, geführt. Letztlich wurde das Ganze dann hinter verschlossenen Türen abgehandelt und Herr Schindelmeister trat vor die Presse, dass man sich mit Demba Ba geeinigt habe und er bliebe.
Wie gesagt, ich sehe dein Problem durchaus. Meine Ansätze waren Erklärungsversuche, was auch hätte zutreffen können, wenn man davon ausgegangen wäre, dass der Anteilsinhaber ein Vetorecht besitzen würde bei wichtigen Entscheidungen (das betrifft Führungspersonal wie "Anlagevermögen", eben die Transfers). Wenn dann aber auch die DFL irritiert ist, sobald Hopp sein Veto zu einem Transfer ausspricht, dann frage ICH mich allerdings, was die DFL mit ihrer 50+1-Regelung bei gleichzeitiger Zulassung von GmbHs bezwecken wollen?

Noch mal, so wie ich es verstanden habe: DFLs 50+1-Regelung erlaubt Kapitalgesellschaften wie auch die GmbH in vollumfänglicher Art und Weise. Einziger Knackpunkt: Kein Einzelner darf das alleinige Sagen haben und darf nur weniger als 50% eines Vereines besitzen.

Nun haben wir in Hoffenheim eine GmbH mit einem Anteilseigner zu 49% mit (mutmaßlichem) Vetorecht bei wichtigen Personalentscheidungen und Entscheidungen zum Anlagevermögen (hier: Spielertransfers). Wenn dieser Anteilseigner dann von seinem Vetorecht innerhalb der GmbH Gebrauch macht ("Ba geht nicht zum VfB und damit Basta"!), ist die DFL irritiert? Ja, was denn nun? Akzeptiert man vollumfänglich Kaiptalgesellschaften, zu denen eben auch solche Vetoregelungen gehören? Oder will man verhindern, dass ein einziger sich zu einem Mehrheitseigner aufschwingen kann, der dann de facto den Verein besitzen würde?

Vielleicht habe ich ja auch nur einen Denkfehler...? :?:
JochenG hat geschrieben:So, bleibt jetzt noch das Thema "Investition".
Hier die Aussage aus einem seiner Interviews: ( http://www.handelsblatt.com/magazin/fus ... ;1215251;0 )
Bei aller Leidenschaft für den Fußball, Hopp ist immer Unternehmer geblieben. „Das eingesetzte Geld soll sich irgendwann auch verzinsen“, sagt er.
... und so denkt er eben nicht, wenn er ein Mäzen wäre.

... je länger ich in den alten Unterlagen krame, umso mehr stösst mir die Suppe wieder auf, die ich damals umgerührt habe....
Ich gebe zu, so klingt das schon eher nach persönlicher Bereicherung. Aber gut, hier haben wir EIN Interview im "Handelsblatt", einer zeitschrift von und für Unternehmer. Würde dort wirklich was anderes drinstehen über einen Unternehmer, der sich ein teures Hobby zulegt, als das, was du hier aufgezeigt hast?

Dem stehen einige andere Interviews gegenüber, in denen er betont, dass er seinen Heimatverein aus alter Verbundenheit erstligatauglich machen möchte, dass er beweisen möge, was mit guter Infrastrukturschaffung möglich gemacht werden kann, dass er die Rhein-Neckar-Region stärken will und und und.

Ist der Kerl nun ambivalent? Oder was will er wirklich mit seinem Modell? Nur die Befriedigung seines persönlichen Ehrgeizes? Noch mehr Kohle scheffeln, als er ohnehin schon hat? Ruhm und Ehre auf einem "Spielfeld", was ihm als Aktiver der TSG Hoffenheim nie gelingen konnte? Das ist für einen Außenstehenden wohl nur schwer zu verstehen. Und Außenstehende dürften in diesem Fall wohl alle sein, die nicht in seinen Kopf schauen können. Also alle. :wink:

So oder so, ich finde die Diskussion hier sehr fruchtbar! Danke dafür!!!
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Beitrag von SuperMario »

Kitzmann-Übersteiger hat geschrieben:Dafür bräuchte man aber ein "Mäzentituatutinum" wie beim Hopp :wink:
:lol: :lol: :lol: :wink:
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Beitrag von SuperMario »

FCK58 hat geschrieben:Endlich ist es klar. Hoppelheim ist ein Wirtschaftsbetrieb. Sage ich doch schon die ganze Zeit und keiner hat´s geglaubt. so sehr ich den Wirtschaftsmenschen wegen seiner Leistung respektiere, so sehr verabscheue ich ihn wegen seines gnadenlosen "Haudraufgebahrens" und seiner Rücksichtslosigkeit beim erreichen seiner Ziele im Fußball. Von mir aus kann er sich zum Teufel scheren - solange es kein roter ist. :teufel2:
Hm, mal ehrlich: welcher Verein ist denn wirklich noch ein e.V. nach dem altehrwürdigen Vereinsrecht und kein Wirtschaftsbetrieb? In den oberen beiden Ligen würde mir auf Anhieb nicht ein einziger einfallen... :?
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Beitrag von Demir_Hotic_Fußballgott »

Marky hat geschrieben:[...] Wenn alles gut läuft, können wir Spieler wie Hoffer in zwei, drei Jahren besitzen.

Genießen wir das Jahr mit ihm - und er mit uns!
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Beitrag von SuperMario »

Marky hat geschrieben:
Kitzmann-Übersteiger hat geschrieben:
Dafür bräuchte man aber ein "Mäzentituatutinum" wie beim Hopp :wink:
Nein, im Ernst: Theoretisch ein schöner Gedanke, aber praktisch wohl wieder nicht zu realisieren. Sam und Mandjeck lassen grüßen, wobei jetzt wahrscheinlich wieder die Schlaumeier kommen und sagen: "Wenn man wirklich gewollt hätte und von deren Qualität überzeugt gewesen wäre, hätte man sie auch behalten. Waren eh nur Zweitligakicker, braucht man nicht etc.". Wir müssen uns wohl darauf einstellen, dass wir den Jungen nur 1-2 Jahre sehen. Denn: Wenn der sich so entwickelt, wie er gerade andeutet, holt ihn Neapel entweder zurück oder verkauft ihn meistbietend (hier wieder der Verweis auf Sam...).
Sind das schon die ersten Anzeichen von Größenwahn :wink:

Lasst uns einen Schritt nach dem anderen machen. Wenn alles gut läuft, können wir Spieler wie Hoffer in zwei, drei Jahren besitzen.

Genießen wir das Jahr mit ihm - und er mit uns!
Nee, nix Größenwahn. Ich schrieb ja gleich schon "wenn es nach mir ginge, dann... irgendwie". Dass dieses "wie" ein kaum Machbares sein wird, das ist mir dann doch noch klar... :wink:

Aber letztlich muss genau das auf lange Sicht unser Anspruch sein. Junge Spieler verpflichten, diese zu guten Spielern ausbilden und dann gewinnbringend verscherbeln, nach Möglichkeit ohne größere Löcher ins Mannschaftsgefüge zu reißen.

Dass es Vorstand (und Trainer) aktuell gelingt, die Löcher, die aus wirtschaftlicher Not gerissen werden (müssen), grade wie bei den Beispielen Mandjeck, Sam, aber auch Jendrisek offenbar werdend, zu stopfen und mehr als adäquat zu ersetzen, das ist schon mal die halbe Miete. Kann man nun noch Spieler gewinnbringend verkaufen und behält sich diese andere Fähigkeit bei, dann ist die wirtschaftliche wie sportliche Basis für die 1. Liga gegeben. Hoffen wir, dass dies unseren Verantwortlichen besser gelingen möge als ihren Vorgängern... :)
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Beitrag von Marky »

SuperMario hat geschrieben:Ist der Kerl nun ambivalent? Oder was will er wirklich mit seinem Modell? Nur die Befriedigung seines persönlichen Ehrgeizes? Noch mehr Kohle scheffeln, als er ohnehin schon hat? Ruhm und Ehre auf einem "Spielfeld", was ihm als Aktiver der TSG Hoffenheim nie gelingen konnte? Das ist für einen Außenstehenden wohl nur schwer zu verstehen. Und Außenstehende dürften in diesem Fall wohl alle sein, die nicht in seinen Kopf schauen können. Also alle. :wink:
Ein Versuch einer Annäherung an das Mysterium D.H. - natürlich subjektiv eingefärbt und D.H. kommt nicht wirklich gut dabei weg :wink: Aber passt vielleicht ganz gut in die fruchtbare Diskussion hier...

http://www.der-betze-brennt.de/forum/vi ... 087#p43087

Post vom Mai 2007

[...] Hoppenheim war dagegen vor Hopps Einstieg feste Größe in der B-Klasse.

Auch das mit den 10.000 Fans ist leicht übertrieben. Vor nicht einmal vier Jahren (also 2003) bestand der harte Kern aus 2(!) Fans, die Aussage hat der Fanbeauftragte vor wenigen Wochen getätigt, er war übrigens einer von den zweien. Mittlerweile sind es laut dem Fanbeauftragten 200. Diese Steigerung hat der Verein mit immensen Marketing-Maßnahmen erreicht.

Um den Menschen Hopp ein wenig näher kennenzulernen, folgende Anekdote: Die mächtige Mannheimer MVV, seit Jahren Sponsor der TSG, kündigte 2005 via Mannheimer Morgen an, bei Hoffenheim komplett auszusteigen und fortan ihren "Heimatverein" Waldhof Mannheim zu unterstützen. Zusammen wollte man den Waldhof wieder in den Profifußball bringen. Die MVV tat dies, ohne Hopp vorher zu informieren. Ein Majestätsbeleidigung. Der mächtigste Sportsponsor der Region (Adler Mannheim, Handball-Kröstis, SAP-Arena) mit dem Gemüt eines trotzigen Jungen, der nicht verlieren kann, fühlte sich
herausgefordert. Und die Rache war fürchterlich.

Auf der Titelseite der Rhein Neckar Zeitung (aka das Stadionmagazin der TSG) prangerte an einem der darauffolgenden Tage in Bild-Zeitungsgröße ein Modell des neuen "Bundesligastadions" der TSG. Hopp machte ernst, kündigte an mit anderen Vereinen aus der Region fusionieren zu wollen. Jetzt sollte richtig Geld in die Hand genommen werden - für Trainer, Spieler und Bundesligastadion.

Noch in der gleichen Woche kam es nach einem TSG-Spiel zum Treffen mit den großen Geldgebern der Region. Selbstverständlich saß auch der MVV-Boss mit am Tisch. Und er fiel nach nicht einmal 20 Minuten um. Die MVV machte den Rückzieher vom Rückzieher und war wieder im Boot. Das Projekt Bundesliga mit dem Waldhof war Geschichte, das persönliche Projekt Bundesliga des Herrn Hopp war geboren. Auslöser war ein Mannheimer Versorgungsunternehmen... :D

Unlängst haben die Hoppenheimer einen Standort für ihre neue Geschäftsstelle gesucht und wurden fündig, auf einem Schlossgelände...

Hopp betont immer wieder das von ihm kreirte "Experiment 1. Fußball-Bundesliga" wird nicht scheitern, nein er sagt sogar, es kann nicht scheitern, jetzt nicht mehr.

Vielleicht hat er die Rechung ohne den Fußball-Gott gemacht, den kann er nicht kaufen, aber sonst jeden...
"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden." (Nick Hornby, "Fever Pitch") #Unzerstörbar
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Beitrag von FCK58 »

@supermario
Ich habe mich wohl etwas dämlich ausgedrückt. Mea culpa :oops:
Klar sind die Profivereine alles Wirtschaftsbetriebe. Mit 5 euro Monatsbeitrag finanziere ich keine Fußball - GmbH. Ich unterscheide aber zwischen Wirtschaftsbetrieben allà Hopp, Kind oder Mateschitz auf der einen Seite und einer Fußball GmbH in Vereinsbesitz auf der anderen Seite. :wink:
Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.
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Beitrag von FCK58 »

Demir_Hotic_Fußballgott hat geschrieben:
Marky hat geschrieben:[...] Wenn alles gut läuft, können wir Spieler wie Hoffer in zwei, drei Jahren besitzen.

Genießen wir das Jahr mit ihm - und er mit uns!
Man kann einen Spieler nicht besitzen - man kann sich nur seine Liebe kaufen. *hüstel*
Wie? Bei einem Spieler geht das auch :shock:
Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.
Hermann Hesse
JochenG

Beitrag von JochenG »

@FCK58
Bitte nimm noch den FCA mit in deine Liste auf. Das finanzielle Modell beim FCA entspricht (noch) nicht ganz dem von Hoppelhausen, aber die "Nachschüsse" beim Eigenkapital beginnen langsam und allmählich zu stinken.

Und nun ja, jeder der 36 DFL Vereine unterliegt nun mal den gleichen Gesetzmäßigkeiten und muss versuchen, möglichst viel Geld ohne Verlust über die Runden zu bringen. Manche beherrschen das (FCBäh), manche nicht (u.a. FCK in der Vergangenheit). Am Ende überleben die, die am besten schummeln konnten oder am besten wirtschaften. Wie überall heute. Es geht nicht mehr um das beste Produkt, sondern um die beste Marketingmaschinerie.

Oje, ich schweife vom Thema ab.
Marky
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Beitrag von Marky »

SuperMario hat geschrieben:
Marky hat geschrieben:
Sind das schon die ersten Anzeichen von Größenwahn :wink:

Lasst uns einen Schritt nach dem anderen machen. Wenn alles gut läuft, können wir Spieler wie Hoffer in zwei, drei Jahren besitzen.

Genießen wir das Jahr mit ihm - und er mit uns!
Nee, nix Größenwahn. Ich schrieb ja gleich schon "wenn es nach mir ginge, dann... irgendwie". Dass dieses "wie" ein kaum Machbares sein wird, das ist mir dann doch noch klar... :wink:

Aber letztlich muss genau das auf lange Sicht unser Anspruch sein. Junge Spieler verpflichten, diese zu guten Spielern ausbilden und dann gewinnbringend verscherbeln, nach Möglichkeit ohne größere Löcher ins Mannschaftsgefüge zu reißen.

Dass es Vorstand (und Trainer) aktuell gelingt, die Löcher, die aus wirtschaftlicher Not gerissen werden (müssen), grade wie bei den Beispielen Mandjeck, Sam, aber auch Jendrisek offenbar werdend, zu stopfen und mehr als adäquat zu ersetzen, das ist schon mal die halbe Miete. Kann man nun noch Spieler gewinnbringend verkaufen und behält sich diese andere Fähigkeit bei, dann ist die wirtschaftliche wie sportliche Basis für die 1. Liga gegeben. Hoffen wir, dass dies unseren Verantwortlichen besser gelingen möge als ihren Vorgängern... :)
Glaub mir, hab am Samstag auch sofort dran gedacht, dass der Hoffer auf Dauer einer für uns wäre. Nicht nur wegen seiner Qualitäten als Spieler.

Die Leute lieben ihn - wann sind das letze Mal komplette Tribünen (!) wegen eines Spielers aufgesprungen, der lediglich einen Zweikampf gewonnen hat?

Aber dann drängte sich unser letztes Aufeinandertreffen mit Hoffe (nicht zu verwechseln mit Hoffer) in mein Bewusstsein und ich war schnell wieder klar in der Birne :wink:
"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden." (Nick Hornby, "Fever Pitch") #Unzerstörbar
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Beitrag von FCK58 »

@JochenG
Da kannst du mal sehen wie weit mir der FCA am Arsch vorbeigeht. Den habe ich doch glatt vergessen :wink:
Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.
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Beitrag von FCK58 »

FCK58 hat geschrieben:@JochenG
Da kannst du mal sehen, wie weit mir der FCA am Arsch vorbeigeht. Den habe ich doch glatt vergessen :wink:
Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.
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JochenG

Beitrag von JochenG »

FCK58 hat geschrieben:
FCK58 hat geschrieben:@JochenG
Da kannst du mal sehen, wie weit mir der FCA am Arsch vorbeigeht. Den habe ich doch glatt vergessen :wink:
Das würde aber im Umkehrschluss bedeuten ..

Ach, lassen wir das. Ich freue mich auf Dortmund morgen abend.
Und das Spiel am Sonntag war auch höchst unterhaltsam. :D
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