Ich muss zugeben, das ich von der Person des Johannes Ohlinger nicht besonders angetan war, als er, aus dem Hut gezogen, Göbel an die Seite gestellt wurde.
Das lag aber mehr an der Art und Weise, seinen Co-Vorständen, Bauckhage und Landry, an seiner Holzmannvergangenheit.
Wer mehr darüber lesen will:
http://www.der-betze-brennt.de/aktuell/ ... hp?id=1009
Das war damals eine ganz dunkle Zeit, Toppi kam und ging, Fuchs kam und ging wieder, die Mannschaft fast abgestiegen, keine Führung und ein hilflos trudelnder Aufsichtsrat, der an dem Erbe Jäggi's zu ersticken drohte. Im Hintergrund rangen alte und neue Gruppierungen um die Macht im Verein, alle mit Absichten, welche werden wir wohl nie erfahren.
....und plötzlich wurde Stefan Kuntz als weisser Ritter, als Lichtgestalt introhnisiert und alles wurde gut. Der FCK wurde gerettet, alle anderen gingen oder wurden gegangen, der Aufsichtsrat strukturierte sich neu und Stefan begann sein Werk des Wiederaufbaus.
Nur Ohlinger blieb und wurde immer als Mann im Hintergrund zwar wahrgenommen, hielt sich aber immer zurück.
Und machte anscheinend gute Arbeit. Der Verein bekam seine Finanzplanung in den Griff, erschloss neue Quellen oder zapfte alte mehr an und mit dem Erfolg kamen auch Zuschauer wieder zurück und die Stadt stundete Miete gegen Besserungsschein.
Insbesondere der Kuntz-Faktor, die smarte Kommunikation, trug zur besseren Darstellung des Vereins bei, dadurch wurde die Barriere zur Stadt durchbrochen, die Prozesse beendet und die Bilanzen gesäubert.
Ohlinger machte seine Arbeit sehr unauffällig, kritisieren könnte man nur, das der Deckel auf der Gifttruhe der Vergangenheit blieb, doch daran hatte wohl niemand Interesse, deshalb wurde die Entlastung der Führung, auch von Jäggi und Göbel einfach so durchgewunken. Alle waren froh wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen, und jetzt, nur 2 Jahre später, steigen wir auf, wir haben die Lizenz und alle sind happy, keiner schaut zurück, Mission Accomplished.
Dabei gibt es mehr als nur eine Frage, bei der ich gerne Fakten auf dem Tisch gesehen hätte, insbesondere rund um die WM, das Stadion und die Verstrickungen von Landesregierung, Stadtverwaltung, Architekt Fiebinger, Bauträger Holzmann, Vereinsführung mit Jäggi und dem späteren Chef- und Buchhalter Göbel, denn damals floss viel Geld und davon zuviel in dunkle Taschen, das den Verein erst in die Bredouille brachten, soweit, dass er kurz vor der Insolvenz stand.
Wir sind hier ein Forum von Fußballfans und so ist natürlich klar, das die Transferaffäre Sanogo mehr Interesse und Diskussionsbedarf eröffnet, als die Finanzaffäre FCK.
Die 2 vergangenen Jahre waren ja, auch hier hilft der sportliche Erfolg bei der Erzeugung von positiver Strahlkraft, auch wirtschaftlich positiv, nimmt man die Erteilung einer Lizenz ohne Auflagen, so schreibt die FCK-Pressestelle, und eine einigermaßen erträgliche Bilanz (der Verlust der letzten Reserven und eine leichte Überschuldung können den Blick nicht trüben

) als Maßstab.
Doch auch im wirtschaftlichen Bereich lief nicht alles rund. Da gab es harte Schnitte in der Verwaltung, im Betreuerstab, da wurden Personen entlassen und Stellen gestrichen. Einige gingen lauter, andere still und unbemerkt . Wir diskutieren hier diese Personalwechsel nur am Rande, sie werden überdeckt vom Lärm um Sasic's Beurlaubung und die Transfers auf dem Spielermarkt.
Was hier insbesondere vollkommen ignoriert wurde, waren Personalia innerhalb der Führungsmannschaft des Vereins, wo von Assistentin des Vorstandes bis Geschäftsführer (Jens König) alles neu gemacht wurde. Einzig die Person Marco Haber wurde hier positiv - und die von Roger Lutz, kritisch - bemekt, wobei Lutz im Zusammenhang mit HP Briegels Ellenbogencheck in einem Interview erst angegangen wurde.
Die dbb Gemeinde, die bei Spielern sehr oft nach überschwenglichen Jubelarien in das totale Verdammen fällt (Axel Bellinghausen, der gefallene Engel) und an Spielern und Trainern dann kein gutes (Schamhaar) mehr lässt und sie der Häme preisgibt, gibt sich bei Personen im Führungsstab sehr konziliant und wohlwollend, bishin staatstragend betroffen.
Was auch nur einen Sturm im Wasserglas erzeugte, war die Restrukturierung des Caterings, der neue Ausrüster, die Verlängerung des Vertrages mit Sport Five und die Vertragsgeschichte mit der DVAG. Würden wir die näher untersuchen, kämen einige Fragen hoch, insbesondere was sie gebracht haben und wie sie abgelaufen sind, aber wir sind allerhöchstens an der Qualität der Würstchen und den Wascheigenschaften und der Passform des Trickot's am nölen.
In all den Personalentscheidungen der letzten 2 Jahre war die Hand des Vorstandsvorsitzenden zu sehen. Sportlich zumeist eine glückliche, sonst wären die Herzen nicht bei ihm, im Bereich der Vereinsführung eine weniger öffentliche, aber auch immer sehr persönliche. Ohlinger hatte sich wohl auf den Bereich Controlling und Restrukturierung zurückgezogen und bremste wohl auch einige Aktionen aufgrund des Finanzierungsvorbehaltes.
Die Maßnahmen mit denen Stefan Kuntz glänzte waren eigentlich Marketingmaßnahmen, so zum Beispiel die Herzblut Kampagne.
Ich hatte früher schon mal den Spruch von Henry Ford erwähnt,
die Hälfte der Ausgaben für werbung sind unnötig, ich weiss nur nicht welche! und wir können alle darüber mitdiskutieren, denn Marketing ist das Metier der Spaßgeneration und der Voodoopriester in der BWL.
Alle Neuen die gekommen sind, sind Buddies des großen Vorsitzenden, viele Spieler kamen über Agenturen, mit denen Stefan Kuntz vertrauensvoll zusammenarbeitet. Bis jetzt ist alles gut gegangen, der Erfolg gibt Stefan Kuntz recht.
Jetzt soll ein weiterer Buddy, in München würde man Spezi sagen, des Vorsitzenden in den FCK Vorstand rücken, doch plötzlich scheint der AR- oder Teile des Aufsichtsrates- sich quer zu stellen.
Und Details gelangen an die Presse, der Kicker verkündet:
....ist der südpfälzische Jungunternehmer Fritz Grünewalt einer der Nachfolge-Kandidaten für Finanzvorstand Dr. Johannes Ohlinger beim 1. FC Kaiserslautern. Der Aufsichtsrat habe in dieser Personalie bereits getagt, sich aber noch nicht abschließend beraten.
User, die den FCK seit Jahren begleiten und die ihren Sachverstand in wirtschaftlichen Fragen bewiesen haben, äußern "Bedenken", es kommen über verschiedenste Kanäle Informationen hoch, die zeigen, das die Person Grünewalt zumindest nicht unumstritten ist, die Pfalz ist ein Dorf und jeder kennt einen, der einen kennt, und die Personalie wird öffentlich diskutiert.
Dazu kommt noch, das zum einen die Person nicht unumstritten ist, seine Stelle aber auch nicht klar zu sein scheint. Mich würde schon die Stellenbeschreibung interessieren, denn ein hauptamtlicher Vorstand neben dem Vorsitzenden, sollte doch einen definierten Geschäftsbereich haben. Da die Stelle nicht beschrieben ist, ist natürlich über die Eignung des Kandidaten eine Diskussion müßig und so muss die Diskussion nicht wundern, denn die einzige Information ist, er ist ein Kumpel und Partner von Stefan Kuntz.
Dazu kommt noch, das die DVAG wohl Vorbehalte gegen den Kandidaten hat. Ok, Prof. Pohl ist sicher nicht der Verein, aber einer der großen Freunde und Geldgeber. Sollte sich die DVAG wirklich wegen der Person Grünewalt zurückziehen wollen, dann ist das eine schwerwiegende Belastung.
Entweder ist der Junge aus den Augen von Pohl's persönlich untragbar und das warum ist zumindest diskutabel, oder er steht für Pläne, die der DVAG voll entgegengesetzt sind. 3 Millionen pro Jahr sind schon ein Pfund.
Seit einigen Wochen schon soll Fritz Grünewalt nun in der Diskussion sein, Ohlinger wartet auf eine Entscheidung, aber der Aufsichtsrat tagt. Eigentlich sollte Fritz Grünewaldt seine Kandidatur zurückziehen, denn er ist verbrannt.
Wird er Vorstand, heißt es, er sei dies nur, er sei es nach einer Kampfabstimmung geworden und weil er ein Spezi vom StefanKuntz ist, wird er es nicht, ist Stefan Kuntz beschädigt, weil er in einer wichtigen Frage den Aufsichtsrat nicht hinter sich hat.
Dabei haben wir wirklich wichtigere Fragen vor der Brust, wenn wir die nächste Saison überleben wollen.
Und zu einer Kampfabstimmung über Aufsichtsrat und Vorstand bei der nächsten Jahreshauptversammlung sollten wir es wirklich nicht kommen lassen. Insbesondere wenn der Rückrundenauftackt nicht so glücklich beginnt und wir uns in der Region zwischen 18 und 15 eingependelt haben.