Kann mal jemand Quante nach Sachsen versetzen. Dort wird gerade mit meinem Solidaritätszuschlag Wettbewerbsverzerrung betrieben:
Stadt Dresden erhöht Stadionzuschuss
Dynamo Dresden wird von der Stadt bezuschusst
Die Stadt Dresden greift dem Drittligisten Dynamo finanziell unter die Arme. Künftig bekommt der Klub jährlich einen Zuschuss von 1,5 Millionen Euro zur Stadionmiete - 200.000 Euro mehr als in der laufenden Saison. Der Stadtrat beschloss die Aufstockung, die sowohl für die 3. Liga als auch für die 2. Bundesliga bis 2019 gültig ist.
"In den vergangen Monaten ist es gelungen, die Stadtverwaltung und den Stadtrat von der Notwendigkeit und dem Vorteil dieser Maßnahme für alle Beteiligten zu überzeugen. Blickt man auf die Entwicklung des Stadionprojektes von Beginn an zurück, dann ist dies als Meilenstein zu betrachten", sagte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Robert Schäfer. In der vergangenen Zweitligasaison hatte die Stadt lediglich 750.000 Euro zugeschossen.
In Aalen hat der VfR der Stadt ein ähnliches Anliegen vorgetragen.
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Weiter unten steht jedenfalls, dass der Gemeinderat u. a. auch Bedenken wegen eines möglichen Konflikts mit dem EU-Beihilferecht hatte.
Wie wohl die geplante Subvention in Dresden mit dem Beihilferecht vereinbar ist?
@ paulgeht
Der 1.FC Kaiserslautern war/wäre einer WM-Teilnahme damals nicht abgeneigt. Zu den Konditionen wie sie sich im Nachgang ergeben haben, wohl nicht. So vermute ich jetzt einmal. Die endgültige Entscheidung zur Kandidatur mussten aber Stadt und Land treffen. Mit Sicherheit war Kurt Beck ein Unterstützer ähnlich wie es vielleicht Helmut Kohl gewesen wäre. Ähnlich wie es jeder andere Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz wohl gewesen wäre.
Objektiv betrachtet hat Kaiserslautern als WM-Standort einen gewissen Charme, was die Zeit als langjähriger Bundesligist betrifft und die Bedeutung der Weltmeisterschaft 1954 für Deutschland aber auch den DFB. Nehme man Gladbach oder Bremen als Konkurrenten um den WM-Standort, so halte ich Kaiserslautern als geeignetsten. Nehme man noch die WM 1974 dazu, dann macht es doch Sinn zumindest einen Standort in Rheinland-Pfalz zu haben. Im Vergleich war NRW insgesamt 6 mal als WM-Standort (bei beiden Weltmeisterschaften) vertreten. Vergleicht man die Wertigkeit des Standortes (Endspiel, Halbfinale, Viertelfinale, Achtelfinale), dann ist NRW proportional doch entsprechend gut aufgestellt.
Kaiserslautern war mit vier Gruppenspielen und einem Achtelfinalspiel letztlich auf der untersten Ebene beteiligt. Hier ist der Standort Nürnberg zu Kaiserslautern ähnlich gestellt, war allerdings ein Jahr davor im Fokus der Weltöffentlichkeit mit drei Spielen beim FIFA-Konföderationen Pokal:
Australien vs. Argentinien
Argentinien vs. Deutschland
Deutschland vs. Brasilien
Alle 16 Spiele des FIFA Konföderationen-Pokal 2005 wurden in allen Teilnehmerländern ausgestrahlt. Unter der Bildregie von ARD, ZDF und Premiere wurde das Turnier nach Angaben der Fernsehrechte-Agentur Infront in über 170 Länder live übertragen. Für den Konföderationen-Pokal war das ein neuer Rekord, das Turnier zwei Jahre zuvor in Frankreich war nur in 90 Ländern der Erde zu sehen. Über 3000 Medienvertreter aus der ganzen Welt berichteten aus Deutschland vom Konföderationen-Pokal.
Von allen WM-Standorten war die Zusage für Kaiserslautern wohl eine der letzten, wenn nicht gar die letzte. München hatte die WM sicher, bereits im Vorfeld. War nur die Frage ob Eröffnungsspiel oder Endspiel. Gelsenkirchen, Dortmund, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, Berlin oder Köln waren in den Köpfen der Verantwortlichen gesetzt.
Mit Sicherheit haben die Verantwortlichen Fehler (in der Nachbetrachtung) gemacht, mit Sicherheit wirken die Fehler in Kaiserslautern aber auch schwerer als bei anderen Vereinen. Gegen die Kirchkrise oder das Bosman-Urteil kann aber kein Verantwortlicher des FCK was, was letztlich den FCK in die finanzielle Schieflage gebracht hat. All das kann auch kein Vereinsmitglied antizipieren.
Wenn der Hauptsponsor (Teldafax) von Bayer Leverkusen gegen den Verein klagt und 16 Millionen € zurückfordert, dann ist die Summe von Bayer leicht ausgleichbar. Von Volkswagen auch. Für den 1.FCK wäre/war sie es nicht! Die Summe müsste man sich Jahr für Jahr an der Hand absparen, begleitet von kritischen Fans, wohl auch bei der Journaille, die das Wirtschaften bei Bayer oder Wolfsburg bewundern.
Daher sind die Ausführungen von Herrn Quante und Herrn Anshelm einfach sehr schlecht recherchiert und einseitig missbraucht. Anders ausgedrückt: Wenn wir aufsteigen, dort wo der 1.FCK hingehört, dann würden wir an die Stadt Kaiserslautern statt 3,2 Millionen € gar 3,6 Millionen € Miete zahlen!
@ Invalidenscout
Es gab eben doch den Comfort Letter, der sich sowohl mit dem Rückkauf des Fröhnerhofes als auch mit dem neuen Pachtmodell beschäftigte.
@ zum Traditionsklub-Bonus
Der 1.FC Kaiserslautern wird dem 1.FC Nürnberg keinen Bonus in irgendeiner Art gewähren. Man steht ja gewissermaßen im Wettbewerb.
Vielmehr könnte es vielleicht darum gehen einen Solidarfonds in irgendeiner Art und Weise zu platzieren. Mmn geht es auch eher darum den Abstand zu Bayern München zu verringern. Weil mal ehrlich. Die 1.Bundesliga ist derzeit die langweiligste 1.Liga, die es je gab. Den FC Bayern wird man in den nächsten 20Jahren nicht von seinem sturen Weg abbringen können und die Mentalität eines Toppmöllers (Zitat: Vor der Saison markiere ich mir den Tag wenn die Bayern kommen rot an!) findet man in Zeiten der Kommerzialisierung leider nicht.
Im Amerikanischen Football gibt es ein Draftsystem, welches dem schlecht platziertestem Team der abgelaufenen Saison erlaubt als erstes einen talentierten Nachwuchsspieler ins Team zu wählen. Danach hat der zweitschlechteste die Möglichkeit ein Talent zu wählen. In der Bundesliga ist es so, dass der beste Nichtbayernspieler ein verlockendes Angebot des FC Bäh erhält, welches er nicht ausschlagen kann. Quasi die bayrische Interpretation des Draftsystems!
Beim europäischen Fußball stellen die TV-Einnahmen die Quelle für die Marktmacht der größeren beiden spanischen Vereine dar, da die spanische Liga aktuell die Einzelvermarktung vor der Zentralvermarktung bevorzugt. Ohne hier auf konkretes Zahlenmaterial eingehen zu wollen, so resultiert daraus die „ungleiche Behandlung“ zwischen spanischen, englischen und deutschen Fußballvereinen und anderer. Als objektiver Zuschauer mit FCK-Interessen muss man wohl Interesse an einer Angleichung der TV-Vermarktungsansätze haben.
Und was den exklusiven Stellenwert der Premier League angeht, so halte ich diese für gerechtfertigt, weil es eben das Mutterland des Fußballs ist. Und es auf keinem bajuwarischen Hinterhof ein Tüftler gab, der auf eine ähnliche Idee kam.
Transfermarkt.de hat geschrieben:DFL-Vize-Chef Strutz schlägt Finanzausgleich für 2.Liga vor
Harald Strutz (Foto), Präsident des 1.FSV Mainz 05 und Vize-Chef der Deutschen Fußball-Liga (DFL), hat sich für einen Finanzausgleich zwischen der 1. und 2.Bundesliga ausgesprochen. „Für jeden Spieler, der ablösefrei in die Bundesliga wechselt, könnten die Bundesligisten 500.000 Euro an den Zweitligisten zahlen“, sagte Strutz in Hinblick auf die größer werdende Finanzschere zwischen den beiden Ligen der „Allgemeinen Zeitung“.