
Hier das Video von der Pressekonferenz ...TheSence hat geschrieben:Die Pressekonferenz vor paar Minuten war ja mal ein Witz, Niersbach hatte sich gestern mit Beckenbauer getroffen und der hat ihm eine Story erzählt wo das ganze noch schlimmer gemacht hat.
... und das Theater geht weiter"Ich habe erstmals im Herbst 2004 durch einen Anruf von Günter Netzer erfahren, dass Robert Louis-Dreyfus einen Anspruch gegen das OK des DFB in Höhe von 6,7 Mio. Euro haben soll. Ich hatte hiervon zuvor keine Kenntnis. Zeitnah habe ich die Mitglieder des OK-Präsidiums über diesen Sachverhalt informiert.
Unsere Recherchen haben ergeben, dass die Forderung dem Grunde nach berechtigt schien:
Dies hatte folgenden Hintergrund: In den Jahren 2001/2002 gab es vielfältige und zähe Verhandlungen mit der Fifa um die Gewährung eines Zuschusses für die WM-Organisation seitens der Fifa. Zwar sind solche Zuschüsse üblich; Höhe und Zeitpunkt dieser Zuschüsse sind jedoch unterschiedlich. Mir war es in zahlreichen Gesprächen mit der Fifa nicht gelungen, eine Übereinkunft zu schließen.
Dies gelang letztlich Franz Beckenbauer bei einem persönlichen Treffen mit dem Fifa-Präsidenten im Jahr 2002. Im Anschluss daran gab es eine schriftliche Vereinbarung mit der Fifa über einen nach meiner Erinnerung pro rata zu zahlenden Zuschuss in Höhe von 250 Mio. CHF.
Ich war überaus erfreut, dass es Franz Beckenbauer gelungen war, eine Einigung bzgl. des Zuschusses zu erzielen. Ohne den Zuschuss wäre die WM zum damaligen Zeitpunkt nicht zu finanzieren gewesen. Dass wir einen riesigen finanziellen Erfolg mit der Ausrichtung der WM erzielen würden, war zu diesem Zeitpunkt nicht ansatzweise vorhersehbar.
Im Jahr 2004 erfuhren wir dann von Franz Beckenbauer, dass die Finanzkommission der Fifa die Forderung aufgestellt hatte, dass das OK vorab 10 Mio. CHF leistet. Die Zahlung wurde zugesagt, ohne dass dies vorher mit dem OK besprochen wurde. Robert Schwan habe dann die Zahlung durch Robert Louis-Dreyfus organisiert; es sei ferner ein Schuldschein im Namen von Herrn Beckenbauer abgegeben worden. Somit sei das Vermögen von Herrn Beckenbauer für das OK bzw. den Fifa-Zuschuss eingesetzt worden. Das OK hätte im Jahr 2002 eine solche Zahlung ohnehin wirtschaftlich nicht aufbringen können.
Natürlich war ich nicht glücklich über die intransparente Gestaltung. Es stand aber für mich und das gesamte OK außer Frage, dass letztlich das OK und nicht Franz Beckenbauer persönlich für diese Verbindlichkeit einzustehen hat. Schließlich war dem OK auch der Zuschuss von 250 Mio. CHF zugekommen.
Versuche, Robert Louis-Dreyfus, davon zu überzeugen, auf seine Forderung zu verzichten, blieben erfolglos. Dies gilt auch für ein von Theo Zwanziger und mir mit Robert Louis-Dreyfus geführtes persönliches Gespräch Anfang 2005. Wir haben dann lange erörtert, wie ein Ausgleich mit Robert Louis-Dreyfus erzielt werden kann. Letztlich haben wir die Fifa als Zuschussgeber eingeschaltet. Nach Diskussionen mit der Fifa wurde letztlich gemeinsam festgelegt, dass die Zahlung mit der Beteiligung des DFB an den Kosten der geplanten WM-Gala verrechnet wird, was dann auch geschah.
Der zugrundeliegende Sachverhalt hatte nach meiner Kenntnis mit der WM-Vergabe nicht das Geringste zu tun. Weil Franz Beckenbauer nur im Interesse des OK gehandelt hatte und hier aus meiner Sicht eine rechtliche Verpflichtung des OK begründet wurde, stand, dies möchte ich nochmals betonen, außer Frage, dass das OK und nicht Franz Beckenbauer diese finanzielle Verpflichtung zu tragen hatte.
Als die WM-Gala abgesagt wurde, erfolgte eine Rückforderung nicht. Die Fifa hat das OK aber auch im Gegenzug nicht an den bereits entstandenen Kosten der Feier beteiligt. Die Kosten lagen meines Wissens im höheren Millionenbereich. Bei dem Flughafengespräch in 2012 oder 2013 war dieses Thema nicht Gegenstand der Erörterung. Ich bin erst letzte Woche wieder mit der Thematik konfrontiert worden."
Weiter bei SpOnFifa widerspricht Niersbachs Version der Millionenzahlung
Der Fußball-Weltverband Fifa und sein momentan gesperrter Präsident Joseph Blatter haben die Version von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach über die ominöse Zahlung von 6,7 Millionen Euro infrage gestellt.
"Es entspricht in keinster Weise den Fifa-Standardprozessen und Richtlinien, dass die finanzielle Unterstützung von WM-Organisationskomitees an irgendwelche finanziellen Vorleistungen seitens des jeweiligen OKs oder seines Verbandes gekoppelt ist", teilte die Fifa am Donnerstag mit. "Im Übrigen ist ganz generell die Finanzkommission weder berechtigt, Zahlungen irgendwelcher Art in Empfang zu nehmen, noch verfügt sie über ein eigenes Bankkonto."
Der Verband bestritt auch, eine Zahlung von dem damaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus erhalten zu haben. "Nach derzeitigem Kenntnisstand" habe es 2002 keinen solchen Zahlungseingang gegeben.
Zuvor hatte Niersbach bei einer Pressekonferenz erklärt, der DFB habe einen Zuschuss in Höhe von 250 Millionen Schweizer Franken für die Organisation der Weltmeisterschaft 2006 von der Fifa bekommen. "Aber im Gegenzug müssten zehn Millionen Schweizer Franken an die Finanzkommission überwiesen werden", hatte der DFB-Präsident die Bedingungen der Fifa genannt. Das entspricht den ungeklärten 6,7 Millionen Euro.
Weiter zur FAZMärchenhafter denn je
Wie genau er im Sommer von dem Verdachtsfall erfahren hat, wollte Niersbach nicht sagen. Es sei über Umwege geschehen. Am Mittwoch vergangener Woche hatte der „Spiegel“ seine Fragen an Niersbach gerichtet. Seit einigen Tagen hat der DFB die Kanzler Freshfields Bruckhaus Deringer zur Aufklärung eingeschaltet. Trotzdem reiste Niersbach am Dienstag nach seiner Teilnahme an der Sitzung der Fifa-Exekutive von Zürich nach Salzburg, um im Hause Beckenbauer zu ermitteln.
Weiter bei zeit.deDie Karikatur eines Sportverbands
Vor allem offenbart Niersbach nach wie vor einen Widerspruch: Er beruft sich auf ausstehende interne und externe Prüfungen sowie Wissens- und Erinnerungslücken. Doch trotz seiner Amnesie verkündet er seine "Kernbotschaft", die WM 2006 sei nicht gekauft, offensiv. So was nennt die Justiz "Bestreiten mit Nichtwissen", damit kommt man vor Gericht selten durch.
...
Niersbachs Erklärung ist aber auch deswegen zweifelhaft, weil sie mindestens so viele Fragen aufwirft, wie sie zu beantworten vorgibt. Darunter sind heikle Fragen, eine Auswahl:
* Konnte sich der Verband das Geld nicht von einer Bank leihen? Mit der Aussicht auf 170 Millionen Euro und einer WM vor der Tür hätte sich doch jemand finden lassen können, zumal die Postbank WM-Sponsor war. Hatte der DFB kein Geld?
* Gibt es Belege über die Zahlung? Existiert noch ein Schuldschein von Dreyfus?
* Warum machte der DFB Geschäfte mit Dreyfus, wo doch Adidas ein Jahr zuvor Anteilseigner bei Beckenbauers Verein Bayern München geworden war?
* Hat die Zahlung gar etwas mit dem Ausrüstervertrag zu tun, den der DFB in den Weihnachtsferien 2002 mit Adidas verlängerte?
...
Ein treuer Freund bleibt der Fraktion um Niersbach und Beckenbauer aber erhalten. Eine knappe Stunde vor der Pressekonferenz, über die der DFB nicht mal neunzig Minuten vorab informiert hatte, konnte man die Niersbach-PK fast wortgleich auf bild.de lesen. Alfred Draxler ging all in für seine Buddys, schrieb von einer "Intensivrecherche". Sie beruhte aber auch nur auf Gesprächen mit den Belasteten.
Meldet SpOnSein Name ist Niersbach, er wusste von nichts
So wurde in Frankfurt lediglich eine noch nicht bekannte Version der Ungereimtheiten erzählt, die wiederum neue ungeklärte Umstände hervorrief. Warum zum Beispiel das Organisationskomitee eines der reichsten Verbände der Welt Geld von einem Konzernchef nahm "und nicht einfach ein Bankdarlehen über diese Summe" aufnahm, auch das konnte Niersbach angeblich nicht beantworten. Geschweige denn die Frage, warum die Fifa zehn Millionen Franken als Voraussetzung für eine Zahlung über 170 Millionen forderte.
Der DFB-Präsident hat sich mit dieser Pressekonferenz keinen Gefallen getan. Dass ein solch erfahrener Medienprofi eine PK anberaumt und dann nur wenige Fragen beantworten kann, wirkt bizarr. Zuvor schon hatten sich zwei Präsidiumsmitglieder über das Vorgehen ihres Kollegen öffentlich kritisch geäußert. Wolfgang Niersbach scheint nicht mehr Herr der Krise zu sein, die auch seine Krise ist.
Kommentar von Hans Leyendecker bei sueddeutsche.deWer mit der Fifa spielt, verliert
In Sizilien gibt es ein Sprichwort: "Chi gioca solo, non perde." Wer allein spielt, verliert nicht.
Falls die unwahrscheinlich klingende Geschichte der zehn Millionen Franken stimmt, die DFB-Präsident Wolfgang Niersbach am Donnerstag erzählte, dann hat die Fifa ein ganz dreckiges Spiel gespielt. Der Weltfußballverband hätte wie ein Schutzgelderpresser agiert. Man muss ihm zehn Millionen zahlen, damit man später 250 Millionen bekommt?
Mit Rechtschaffenheit hätte dieser Vorgang nichts zu tun. Wenn es so war, wie von Niersbach behauptet, wurden die Bücher manipuliert und die Aufsichtsgremien getäuscht. Es stellt sich nicht die Frage, ob eine Straftat begangen wurde, sondern nur welche: Untreue? Betrug? Die weiteren Fragen sind die üblichen: Wer übernimmt die Verantwortung, wer geht, wer darf bleiben? Es ist nicht einfach, in diesem Herbstmärchen den Überblick zu behalten.
Selbst Springers Welt geht auf Distanz.Beim DFB geht's zu wie in einer Bananenrepublik
Mit seinen Erklärungsversuchen um Millionenzahlungen an die Fifa stellt DFB-Präsident Wolfgang Niersbach den Verbandsverantwortlichen ein Armutszeugnis aus. Es klingt wie ein schlechtes Krimi-Drehbuch.
schreibt der kicker.OK-Kollegen rücken von Beckenbauer ab
Zentrale Figuren, die Niersbachs Darstellung untermauern könnten, sind tot: der damalige Chef der FIFA-Finanzkommission Julio Grondona, Schwan, Louis-Dreyfus. Andere, wie Horst R. Schmidt als geschäftsführender Vize des OK oder Theo Zwanziger, ab 2003 für die Finanzen des Komitees zuständig, könnten Licht ins Dunkel bringen. Und natürlich Franz Beckenbauer.
Meldet sport1Franz Beckenbauer will sich einer Untersuchungskommission des DFB stellen
Beckenbauer (70) erscheint immer mehr als zentrale Figur der Affäre. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hatte sich am früheren Donnerstag in seiner Erklärung zu der ominösen 6,7-Millionen-Euro-Zahlung des damaligen adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus 2002 an die FIFA ausschließlich auf ein Gespräch mit Beckenbauer bezogen.
Der frühere DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt (73) stellte das Handeln des "Kaisers" als Alleingang dar.
Nochmal die FAZDer DFB braucht eine neue Spitze
Bei allem Respekt vor dem Interesse, eigene Gedächtnislücken wieder füllen zu wollen: Niersbach hat alle Regeln der ihm gebotenen Zurückhaltung gebrochen. Wer mit präsidialer Macht einen Mitarbeiter zum Aktenstudium eines so brisanten Falles in den Keller schickt, ohne die Aufsichtsgremien zu informieren, will erst mal allein sehen, was da war und wie er sich schützen kann. Das ist ein Amtsmissbrauch.
Es stimmt: Niersbach hat im Tross des großen Solisten Beckenbauer nicht die zentrale Rolle gespielt. Das entbindet ihn aber nicht von der Mitverantwortung. Die könnte wachsen, weil die Suche nach den Antworten auf die drängenden Fragen mit der Pressekonferenz vom Donnerstag erst richtig Fahrt aufgenommen hat.
LinkDoch bei aller Kritik: Unser Sommermärchen ist wohl gerettet. Alles spricht dafür, dass die WM-Vergabe sauber war.
Man muss alles (Geld) nur oft genug waschen, dann wird es schon sauber.Immerhin weiß die Bild:
Doch bei aller Kritik: Unser Sommermärchen ist wohl gerettet. Alles spricht dafür, dass die WM-Vergabe sauber war.
Die FIFA rechnet in Schweizer Franken: 10 Millionen vorab "Prämie" vom DFB, dann gibt es 250 Millionen von der FIFA zurück.shaka v.d.heide hat geschrieben:Kurze Frage:
Sollte die FIFA 250 mio. bezahlen und es wurden erst 170 gezahlt?
Oder
Wurden 250 mio.gezahlt und es sind "nur"170 mio. angekommen?
War die Differenz als klimpergeld für Uli h. gedacht?
Geiles Teil!daachdieb hat geschrieben:Jan Böhmermann zu adidas-Chef Herbert Hainer: Eier aus Stahl
Weiter gehts hier: 250.000 Dollar fielen vom Himmel (Süddeutsche Zeitung)In der Affäre um die Fußball-WM 2006 in Deutschland hat der heutige maltesische Verbandsboss Norman Darmanin Demajo seine Verwunderung über die Vereinbarung eines Freundschaftsspiels des FC Bayern gegen die Nationalelf des kleinen Landes kurz vor der WM-Vergabe erklärt. "Vier Monate nachdem der FC Bayern den Kontrakt unterzeichnet hat, wurde ich informiert, dass 250 000 Dollar vom Himmel in unsere Verbandskasse gefallen sind", sagte Demajo der englischen Zeitung Mail on Sunday.
"Als Schatzmeister habe ich nach dem Grund gefragt und entdeckt, dass Josef Mifsud (damaliger Verbandsboss) die Vereinbarung auf eigene Faust und ohne Kenntnis von anderen unterzeichnet hat, was er laut Statuten gar nicht durfte." Die 250 000 Dollar resultierten demnach aus einem Vertrag für die TV-Rechte des im Jahr 2001 ausgetragenen Spiels mit der Schweizer Agentur CWL, die damals zum Kirch-Imperium gehörte und dessen Geschäftsführer Günter Netzer war. Präsident der Bayern war damals Franz Beckenbauer, der zugleich der deutschen Bewerbung für die WM 2006 vorstand.
Meldung auf sueddeutsche.deSteuerrazzia beim DFB
Wie die Bild-Zeitung berichtet, haben die Ermittler in den Räumen des DFB Akten, PCs und Festplatten beschlagnahmt. Zeitgleich sollen auch die Privathäuser von Wolfgang Niersbach, dem aktuellen DFB-Präsidenten und von seinem Vorgänger Theo Zwanziger sowie des ehemaligen Generalsekretärs und Schatzmeisters Horst R. Schmidt durchsucht worden sein. Alle drei Männer gehörten dem von Franz Beckernbauer geführten Organisationskomitee für die Weltmeisterschaft 2006 an.
Hintergrund der Razzia ist der Vorwurf über die Existenz von schwarzen Kassen im Zusammenhang mit der deutschen WM-Bewerbung.
Süddeutsche Zeitung hat geschrieben:Ursprünglich hatte der DFB die Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro als Kostenbeteiligung an einem Kulturprogramm deklariert.
Stimmt doch.Rheinteufel2222 hat geschrieben:Geiler, geiler DFB!
Süddeutsche Zeitung hat geschrieben:Ursprünglich hatte der DFB die Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro als Kostenbeteiligung an einem Kulturprogramm deklariert.![]()
![]()
![]()
![]()
Quelle: Spiegel Nr 46Der DFB hatte einen Tarnschleier über eine dubiose 6,7-Millionen-Euro-Zahlung geworfen, die im Haushalt des Organisationskomitees (OK) für die Weltmeisterschaft 2006 schlummerte. Unter falscher Flagge setzte der Verband das Geld dann als Betriebsausgabe von der Steuer ab. 2 567 125 Euro soll er laut Durchsuchungsbeschluss damit hinterzogen haben.
Hinzu kommen jetzt wohl noch: Zinsen, sechs Prozent pro Jahr, Strafzahlungen. Möglicherweise wird für das Jahr 2006 sogar die Gemeinnützigkeit aberkannt, das könnte den Verband nach Schätzungen von Insidern zwischen 20 und 30 Millionen Euro kosten. Reality bites.