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FCK-Ralle hat geschrieben:
Klar ist das ganze mit Darmstadt und Karlsruhe auf diese Saison bezogen, aber es sind Beispiele für Vereine, die weniger oder genau so viele Möglichkeiten haben wie der FCK, aber irgendwie mehr draus machen. Woran das liegt darf jeder für sich selbst beantworten.
Das ist genau das, was ich meine. Wir haben in den letzten Jahren nicht das Optimum herausgeholt, dass mit unseren Ressourcen möglich wäre. In Lautern wird immer noch weitgehend unter Erstligabedingungen gearbeitet.
FCK-Ralle hat geschrieben:
Gerade Darmstadt ist ein gutes Beispiel. Warum stehen die denn soweit oben? Mit einer, sagen wir mal, leicht verbesserten Drittligamannschaft und einem alten Stadion? Wie haben die es denn überhaupt in die zweite Liga geschafft? Überlegt mal.
Ja warum? Weil der Fußball in Liga 2 anders ist. Es gibt kaum Ausnahmekönner, die mit einem genialen Move ein Spiel entscheiden. Zerstören und Rennen könne alle Teams, die meisten haben eine gute Ordnung und ordentliche Standards, aber keines ist in der Lage, die anderen auszuspielen. Kaum eine Mannschaft beherrscht mehr als ein System. Fallerei und Täuscherei gehören mehr noch als in Liga 1 zum taktischen Repertoire. Ergebnis: Der sportliche Wettbewerb nivelliert sich. Es gibt Unterschiede in der Kaderstärke, aber die sind nicht groß genug, um Dominanz zu garantieren. Alle Mannschaften bewegen sich etwa auf gleichem Level, jeder kann jeden schlagen. Wer setzt sich da durch, wenn alle ungefähr gleich sind? Nicht der mit dem meisten Ballbesitz oder den längsten Passfolgen. Sondern der, der mehr will. Dass wird den Taktikfüchsen von "Spielverlagerung" nicht gefallen, aber es ist die Wahrheit. Wer es schafft, diese Geilheit auf den Sieg wachzuhalten, dagegenzuhalten, den Gegner niederzukämpfen und das unglaubliche Gefühl liebt, nach schlechtem Spiel auswärts in der letzten Minute unverdient den Dreier mitzunehmen, der steigt auf. Selbstbewusstsein, dass aus Siegen wächst.
Bei uns hatte ich oft den Eindruck, dass der Sieg für uns nicht das Wichtigste ist, sondern Ballbesitzquoten, Durchschnittsalter und Chancenverhältnis. Nach der Hinrunde dachte ich, dass liegt an den Leihspielern, die nun mal ihre eigene Agenda haben. Aber in der Rückrunde war es zum Ende hin dasselbe. KSC und Darmstadt wollten mehr und deshalb holten sie letztlich mehr aus sich heraus. Der Tabellenpunkt kostet die deutlich weniger als uns. Dafür haben wir mehr Ballbesitz pro Sportbudgeteuro. Irgendwie falsche Gewichtung.
Ist es nun so falsch, wenn man glaubt, dass die kühle, akademische, rationale Art von Runjaic auf die Spieler wirkt und dieses leicht ausrechenbare, geplante, unemotionale Rasenschach produziert? Das, was die Mannschaft nun spielt, ist Runjaic pur. Es ist nicht schlecht, aber für den Aufstieg reicht es irgendwie nicht und besser wird es wohl auch nicht mehr werden. Und ich fürchte, es wird immer ein Braunschweig, ein Paderborn oder ein Darmstadt geben, dass den Tick heißer ist als wir unter Runjaic.
Wir haben es nun 2 Mal mit Runjaic probiert und werden mit hoher Wahrscheinlichkeit am Sonntag zum zweiten Mal gescheitert sein. Ist es da wirklich so idiotisch, in Zweifel zu ziehen, dass Runjaic und seine Art von Fußball für uns in Liga 2 das allein Seligmachende sind?