Schön Werner, dass du versuchst wieder auf die Sachebene zurückzukommen.
Dein kleiner Ausflug in die Rechtsformen von Kapitalgesellschaften zeigt allerdings nur die verschiedenen Möglichkeiten einer Ausgliederung auf der "juristischen" Ebene.
Der Übernahme jedweder Gesellschaftsform durch "Investoren" steht allerding heute nur noch, wie ein schwaches Lindenblatt, nur die 50+1 Regel entgegen.
Auch eine GmbH & Co KG kann übernommen werden, wenn der Komplementär ausgetauscht wird, oder der Investor sich wie bei RB über einen Oligarchenclub tarnt.
Die Argumente um die Insolvenz des Vereins in Verbindung mit der Kapitalgesellschaft sind zwar nett, aber auch nur Placebos.
Würde man die Profiabteilung in Verbindung mit den Junioren (A,B-Jugend) in eine Kapitalgesellschaft ausgliedern, und so ist es in der heutigen Satzung schon beschrieben, dann blieben nur noch die Fußball Kindermannschaften und die Restaktivitäten, wie Traditionsmannschaft oder Rolling Devils im Verein. Aber für die gilt heute schon die Gemeinnützigkeit des e.V., der Profibereich wird wie ein Wirtschaftsbetrieb versteuert und behandelt.
Diese Abteilungen tragen sich nicht selbst, sondern werden durch die Mitgliedsbeiträge der mehr als 15.000 nicht aktiven Mitglieder, die sich in erster Linie für den Profisport interessieren, unterstützt. Die Kapitalgesellschaft müsste bei Ausgliederung die Infrastruktur für den Restverein mitübernehmen oder soviel Gewinn erwirtschaften, dass der Verein aus seinem Anteil dies bezahlen kann. Das ist übrigens die Intension, wenn das Finanzamt die Gemeinnützigkeit in Frage stellt, es geht um die heute nicht klar erkennbare Trennung zwischen gemeinnütziger Vereinsaktivität und gewinnorientierter Profiabteilung und die Verteilung von Gewinnen/Verlusten über Kostentransfer zwischen der Profiabteilung und dem e.V.
Für den Verein als Gesellschafter ist eigentlich kein Problem sich zu finanzieren,falls es ausreichend Gewinn gibt, aber wenn die Gesellschaft in Schieflage gerät, am Ende sogar Insolvent ist, dann ist neben der Lizenz natürlich auch diese Einnahme weg und damit auch der Verein, ob ausgegliedert oder nicht, in seiner Existenz mehr als gefährdet.
Zudem ist darauf zu achten, wer bei einer Ausgliederung die Marketingrechte des "Traditionsvereins" FCK hält. Werden die Namensrechte auf die Gesellschaft übertragen, um sie ausreichend wirtschaftlich zu verwerten, ist es im Falle der Insolvenz dem Verwalter überlassen, wer im Rahmen der Abwicklung diese Rechte aus der Masse bekommt.
Gutes Beispiel wie Markenrechte wandern, ist DoYouFootball, ehemaliger Partner des FCK. Deren Markenrechte gehören heute wieder der ursprünglichen Gesellschaft, die DYF ausgegliedert hatte und den Spin-Off mit einem Verkauf über mehrere Zwischeneigner in Steuerparadisen über die Lieferanten erst finanziert und dann durch eine Insolvenz saniert hatten, zu Lasten von Zulieferern und Vertragspartnern.
Gut vorstellbar ist, dass ein "Nachfolgeverein", wie schon bei RB gelebt, aus „Didi“ Mateschitz'schen Strohmännern, die Gesellschaft übernimmt, die Lizenz quasi aus der Masse kauft, um dann den FCK als spielenden Werbeträger zu vermarkten.
Leuten wie der Ex-Karnevalspräsi, der sich bei der JHV als Inquisitor der Vereinstreue aufspielte, wären bei sowas sicher dabei, denn der wäre ja auch mal gerne so ein Bessermacher, zumindest hatte er das ja schon beim KVK 1838 versucht.
http://www.kvk-1838.de/presseerklaerung ... lautern-ev.
Wie schon mehrfach gesagt, alles nicht sicher, aber möglich und nicht unbedingt nötig, denn bei entsprechender Organisation und Restrukturierung sind die Schwierigkeiten im Konstrukt Verein auch lösbar und die angeblichen Vorteile der externen Gesellschaftslösung, nicht wirklich überzeugend, und noch nicht mal dargestellt.
Übrigens:
Du solltest dir Martin Sesters Bemerkungen, auch hier im Thread, noch mal durchlesen.
Der ist, ebenso wie ich, nicht grundsätzlich gegen eine Restrukturierung und die Ausgliederung von Teilbereichen, aber auch er stellt das angedachte Wann, Wie und Warum, soweit das überhaupt schon dargestellt wurde ebenfalls schwer in Frage.
Solange von Vorstand und AR nur die Parole Ausgliederung Subito und nicht die wirklich wichtigen W-Fragen geklärt und kommuniziert sind, ist eine Entscheidung, ob überhaupt ja oder nein, erst mal unsinnig.
Und es bleibt immer noch die Frage, wer soll denn der Investor sein?
Die beschlossene Ausgliederung beim HSV oder auch die anstehende in Stuttgart nennt wenigstens schon mal mit Kühne und Daimler Namen und auch Summen, wobei die in HH ja sich mehr und mehr als Luftbuchungen herausstellen, aber in Lautern ist ja außer der Vermutung, es könnte einer aus dem Umfeld von Riesenkampff kommen, noch garnichts verlautet.