Für mich die schönste Frage und gleichzeitig Antwort, auf welcher Ebene sich die Rheinpfalz mit dem FCK befasst:
Rheinpfalz hat geschrieben:Zu den Zuschauern: Wie beurteilen Sie die Probleme mit gewalttätigen Fans und mit Pyrotechnik im Stadion? Und warum greift der FCK bei verbaler Gewalt nicht ein?
Keine nähere Erläuterung, keine nähere Erklärung, aber Hauptsache irgendwas erwähnen, das bestimmt
böse ist. Wo äußert sich denn diese verbale Gewalt, wie kam oder kommt sie zum Ausdruck? Kann man so eine Frage eigentlich ernsthaft (noch dazu völlig zusammenhangslos) stellen?
Kuntz hat geschrieben:Langfristig werden diejenigen oben spielen, die am professionellsten arbeiten. Im Team und jeder einzelne. Konstanz wird in diesem Jahr eine Rolle spielen, und diejenigen, die ihre Schlüsselspiele erfolgreich gestalten, werden oben stehen.
Da liegt Kuntz richtig und zeitgleich wären wir damit erst einmal aus dem Favoritenkreis draußen. Denn uns fehlt eindeutig die Konstanz, betrachtet man das Wechselspiel von grandios (Karlsruhe) bis völlig daneben (Nürnberg). Man kann nur hoffen, dass wir zeitig die Kurve kriegen und sowohl vorne als auch hinten die blöden Fehler abstellen. Es ist nun meines Erachtens bis Weihnachten die entscheidende Phase der Saison. Vorne könnten ein oder zwei Vereine wegziehen und wenn wir jetzt nicht dran bleiben, wird es wohl auch diese Saison nichts mit dem Aufstieg und ein weiteres Jahr mit einem guten Team ist passé. Zwar bleiben uns einige vielversprechende Nachwuchsspieler, mit Stöger, Demirbay und Younes verlieren wir aber wohl auf jeden Fall drei wichtige Säulen, die wir dann wieder ersetzen müssen.
Kuntz hat geschrieben:Wenn man sieht, wo wir 2008 gestartet sind, ist das ein tolles Ergebnis professioneller Arbeit in vielen Bereichen.
Mit dieser Aussage tue ich mich etwas schwer. Einerseits hat sich die sportliche und - soweit ich das beurteilen kann - auch die wirtschaftliche Situation im Vergleich zu 2008 verbessert. Allerdings stört mich ein wenig, wenn man (bzw. Kuntz) das nun als unumstrittenen, quasi maximalen Erfolg darstellt. Meiner Meinung nach blendet er dabei einiges aus: Der FCK könnte wohl deutlich besser da stehen, hätte man im Winter 2012 nicht einige total falsche Entscheidungen getroffen, die letztlich in der schlimmsten Saison der Vereinsgeschichte und dem Abstieg mündeten.
Auch in der Zeit danach könnte der FCK wirtschaftlich, aber vor allem auch sportlich deutlich besser da stehen, hätte man 2012 und 2013 nicht mit der Brechstange und dem furchtbar unansehnlichen Foda-Fußball Geld, Emotionen und Identifikation verbrannt. Teure Missverständnisse wären uns erspart geblieben und das Geld entsprechend woanders einsetzbar gewesen. Die "neue Philosophie", die Anfang dieser Saison ausgerufen wurde und deren Sinnhaftigkeit ja wohl kaum angezweifelt werden kann, hätte vielleicht jetzt schon größere (und wenn man so möchte "konstantere") Früchte getragen, wenn man 2012 den Mut dazu gehabt hätte. Insofern kann man Kuntz' Aussage schon zustimmen, müsste sie allerdings mit einem
"selbstkritischen Aber" versehen. Es wäre die Aufgabe des Aufsichtsrates in der all dieser Zeit gewesen, ein entsprechendes "Aber" einzuwerfen - nur blieb das allem Anschein nach aus.
Seit1969 hat geschrieben:Der VV hätte sich den letzten Absatz ruhig sparen können, bzw. die Rheinpfalz die Fragestellung.
Definitiv ist es für Kritiker eine Steilvorlage und für den VV sehe ich das als Eigentor, so für seine gewünschte AR Besetzung vorzuarbeiten.
Bei mir wirkt das nicht unbedingt als Wahlempfehlung!
Es ist aber kein absolut neutrales Statement, wie du das ja auch oben schreibst. Wahlempfehlung hin oder her - diese Aussage empfinde ich persönlich als nicht so dramatisch, da waren manche Sätze bei seinem Flutlicht-Auftritt, als er einzelne Neubewerber attackiert hat deutlich schlimmer. Ich kann solche Statements aus seiner Sicht auch irgendwie verstehen - der bisherige Aufsichtsrat ist so passiv, dass die "
Zusammenarbeit " für den Vorstand äußerst angenehm sein muss. Dass man in diesem Klima auch die nächsten drei Jahre weiterarbeiten will kann ich mir vorstellen.
Letztlich zählt aber nicht das, was Stefan Kuntz will, sondern was die Mitglieder möchten. Die müssen sich klar machen was sie wollen. Ein Aufsichtsrat, dessen Mitglieder sich teilweise mit dem Vorstand sehr nahe "geben", ihm bewusst oder versehentlich den Rücken durch zum Beispiel zweifelhafte Aussagen was die Betze-Anleihe angeht freihalten - oder ein Aufsichtsrat, der natürlich auch konstruktiv, aber mit einer gewissen Distanz zum Vorstand arbeitet.