SWR hat geschrieben:Werden Sie zur neuen Saison einen Sportdirektor einstellen?
Auch das gehört zur Analyse, ...
Da will ich doch mal mit einer kleinen Zusammenfassung helfen.
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Durch geschicktes taktieren, über mehrere Monate, im Schneckenrennen um den Aufstieg ist es unseren Spielern gelungen Paderborn und Greuther Fürth in ein Fernduell um den oberen Relegationsplatz zu zwingen. Der Gewinner dieses Fernduells, Paderborn ist direkt in Liga 1 aufgestiegen und Greuther Fürth wird auf den HSV treffen.
Mit der Hypothek einer durchwachsenen Saison und der verlorenen Relegation startete Franko F. in die neue Saison.
Mit seiner öffentlichen Darstellung und der defensiven Spielweise unserer Mannschaft stieg der Unmut, seiner Person gegenüber, immer mehr an.
Das gipfelte dann in der Arbeitverweigerung unserer Spieler im Spiel gegen den VfR Aalen. Was dann zur Beurlaubung von F.F. geführt hatte.
Es begann die Suche nach einem neuen Trainer, der der Mannschaft eine andere Spielweise nahebringen und somit auch den Erfolg herbeiführen sollte.
Für zwei Spiele übernahm unser bisheriger Fitness Coach O. Schäfer als Übergangslösung die Mannschaft.
Bei unserem Gastspiel beim 1. FC Köln hatte unser neuer Trainer Costa Runajic seinen Amtsantritt, der mit einer bis dahin verunsicherten Mannschaft einen Achtungserfolg verbuchen konnte.
Nach der bisher defensiven Grundausrichtung unserer Mannschaft, wurde nun eher offensiv gespielt.
Vom 8. Bis zum 15. Spieltag kletterte unsere Mannschaft vom 11. Auf den 1. Tabellenplatz.
Es folgten Spiele gegen Kellerkinder der Liga , die durch den 1.FCK freundliche Aufbauhilfe erfuhren.
Irgend etwas stimmte plötzlich nicht mehr.
Doch was war der Grund ?
* plötzliches taktisches Unvermögen des Trainers ?
* plötzliche Motivationsprobleme des Trainers ?
* Motivationsprobleme der Spieler ?
* hatten unsere Spieler über ihrem Niveau gespielt und brachen dann ein ?
* Unstimmigkeiten innerhalb der Mannschaft ?
* wurden die Spieler höher bewertet als sie eigentlich sind ?
* von jedem etwas, das dann in der Summe zu viel wurde ?
Nachdem am 15. Spieltag die Tabellenführung übernommen wurde, begann am folgenden Spiel in Dresden begann die Achterbahnfahrt in der Tabelle und bei den Gefühlen von uns Fans.
Am 22. Spieltag fand sich unsere Mannschaft dann auf dem 7. Platz in der Tabelle wieder.
Durch gelegentliche Patzer der Konkurrenz um den Aufstieg, wurde der Anschluss nach oben weiterhin gehalten.
Es konnte sich bis auf Köln kein anderer Verein in der Tabelle absetzen und das Schneckenrennen nahm seinen Lauf.
Immer wieder konnte unsere Truppe den Anschluss nach oben wieder herstellen, aber gleichzeitig wurden auch viele Chancen, an der Konkurrenz vorbei zu ziehen, kläglich vergeben. Was uns Fans immer weiter zur Verzweiflung getrieben hatte.
Es lag nicht mehr alleine in unserer Hand einen Aufstiegs - oder den Relegationsplatz zu erreichen.
Paderborn und Greuther Fürth mussten Patzen, damit wir an ihnen vorbei ziehen konnten. Wenn dies geschah, dann wurde die Chance nicht genutzt und ebenfalls gepatzt.
Eine ebenso bescheidene wie nervenaufreibende Situation für die Fans und sehr wahrscheinlich auch für die Vereinsführung. Auch wenn die nicht die grobe Keule in der Öffentlichkeit geschwungen hat.
Es hätte in dieser Saison viel mehr als nur die goldene Ananas, das hält sich zumindest im Rahmen des ursprünglich ausgegebenen Minimalziels, erreicht werden können.
Das umzusetzen lag vorwiegend bei den Protagonisten in unseren Farben.
Egal welche taktische Aufstellung und Vorgabe der Trainer machte, gewiss hat den Spielern niemand verboten, während des Spiels
* Bälle anzunehmen - ohne dass die zum Teil meterweit verspringen
* nach verlorenen Zweikämpfen nachzusetzen
* sich frei zu laufen - um Anspielstationen zu bilden
* sich frei zu laufen - um Lücken in die generischen Reihen zu reißen
* Konter bis zum gegnerischen Tor durch zu ziehen und den Torabschluss zu suchen
* rechtzeitig abzuspielen - bevor man sich fest dribbelt
* einen Kollegen der auf dem Platz in Bedrängnis ist zu unterstützen
* oder einfach ausgedrückt, als eine im Kollektiv agierende Mannschaft aufzutreten.
Sicher, das kann man alles trainieren.
Aber umsetzen müssen es im Endeffekt die Spieler auf dem Platz, wenn sie denn können oder wollen.
Spieler die bei ihren vorhergehenden Vereinen nicht mehr berücksichtigt wurden weil,
* sie dort nicht mehr in das neue Konzept passten
* sie nicht mehr für spielerisch gut genug für die neuen Anforderungen gehalten wurden
* sie verletzungsbedingt nicht mehr den Anschluss zur Mannschaft fanden
Oder weil
* sie ihr Ego nicht dauerhaft, Spiel für Spiel, der Mannschaft unterordnen konnten
* sie ihren Zenit erreicht und/oder überschritten haben
* sie nach schweren Verletzungen nicht mehr zu alter Form zurück fanden
Eine Saison - zwei Trainer - zwei unterschiedliche Spielanlagen - die gleichen Spieler - die gleichen Symptome.
Bei all den Problemen bleibt für die nächste Saison nur zu hoffen, dass die gröbsten Baustellen bereinigt wurden/werden.